BLKÖ:Wolf, Anton Alois

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 57 (1889), ab Seite: 265. (Quelle)
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Wolf, Anton Alois (Fürstbischof von Laibach, geb. in der Bergstadt Idria in Krain am 14. Juni 1782, gest. zu Laibach 7. Februar 1859). Sein Vater, Kaspar Wolf, der beim Bergamte zu Idria als Wirthschaftinspector angestellt war, ließ ihn die Hauptschule und die damals dort bestandenen zwei untersten Gymnasialclassen besuchen und schickte ihn dann nach Laibach zur Fortsetzung der Gymnasialstudien, nach deren Vollendung er die philosophischen und endlich die theologischen am Lyceum daselbst mit besondererer Auszeichnung 1803 zurücklegte. Mit päpstlicher Dispens von 18 Monaten empfing Anton am 15. December 1804 die heiligen Weihen und wurde schon am 20. desselben Monates als Cooperator und deutscher Prediger an der Kathedralkirche St. Niclas in Laibach angestellt, doch mit Beibehalt seines Dienstes in der Consistorialkanzlei, in welche ihn früher bereits Fürstbischof Brigido aufgenommen hatte. Seiner angegriffenen Gesundheit wegen am 2. August 1805 nach seiner Vaterstadt Idria als Curatbeneficiat übersetzt, erhielt er am 10. April 1806 eine dort erledigte Pfarrcooperatur. Nach vollständig wieder gewonnener Gesundheit als Ordinariatssecretär nach Laibach in die Consistorialkanzlei und zugleich als Katechet der Lehrjungen berufen, wollte er sich für eine Pfarrpfründe gesetzlich qualificiren, doch seine Absicht, der Seelsorge anzugehören, ward vereitelt, als der neu ernannte Bischof von Laibach, Anton Kautschitsch, ihn zum Notar und Director der Consistorialkanzlei am 31. October 1807 ernannte. Auch übernahm er 1810 die Supplirung der erledigten Lehrkanzel der Philosophie an dem Lyceum in Laibach. Nachdem am 17. März 1814 Bischof Kautschitsch mit Tod abgegangen war, wurde er vom Capitularconsistorium, am 29. März 1814 zum Kanzler und Consistorialrath erwählt. Im Monate September desselben Jahres erlangte er das gräflich Lamberg’sche Familiencanonicat an der Laibacher Kathedralkirche, blieb aber zugleich Kanzler und Director der Consistorialkanzlei und trat am 3. Februar 1815 noch das Amt eines Diöcesan-Schulenoberaufsehers an. Ganz unerwartet ward er am 27. November 1816 von Seiner Majestät mit Beibelassung des Titels und Charakters eines Ehrendomherrn von Laibach zum geistlichen Schul- und Studienreferenten beim küstenländischen Gubernium in Triest mit dem Charakter und Gehalte eines wirklichen Gubernialrathes ernannt und als solcher am 18. Jänner 1820 auch der in Triest aufgestellten Staatsgüter-Veräußerungscommission als Beisitzer beigegeben. Auf diesem Posten, unter den schwierigsten Verhältnissen und mit den verschiedenartigsten Geschäften überhäuft, entwickelte er eine von sichtlichen Erfolgen gekrönte Thätigkeit, welche ihm dort ein dauerndes ehrenhaftes Andenken sicherte. Seine damalige Wirksamkeit findet sich in Schneller’s Schriften besprochen. Mit allerhöchstem Cabinetschreiben [266] vom 27. Februar 1824 von Seiner Majestät zum Bischof von Laibach ernannt, von Seiner Heiligkeit dem Papste Leo XII. am 12. Juli 1824 bestätigt, am 3. October 1824 in Görz geweiht, nahm er am 31. October 1824 feierlich Besitz von dem Bisthum Laibach. Fur den Landtag des Jahres 1825 wurde er von der geistlichen Bank der Stände Krains zum Verordneten dieses Standes gewählt und am 12. Jänner 1826 für seine Person und für seine Nachfolger mit der Wiederverleihung des Fürstentitels, dessen sich seit 1807 die Bischöfe von Laibach nicht mehr bedienten, von Seiner Majestät ausgezeichnet. Am 16. August 1826 als Mitglied der Stände von Krain zum Beisitzer der mit 1. November 1826 in Wirksamkeit tretenden Steuerregulirungs-Provincialcommission ernannt, begab er sich am 2. Juni 1835 anläßlich der eingetretenen Regierungsveränderung mit der krainerischen ständischen Deputation an das allerhöchste Hoflager zu Wien, zur Beileidsbezeugung und Glückwünschung. Als endlich die Errichtung eines ständischen Ausschusses im Landtage stattfand, wurde er 1835 in denselben gewählt, die Wahl von Seiner Majestät am 27. Februar 1836 und auch seine Wiederwahl 1843 bestätigt. Wir haben bisher Wolf’s Wirken in seinen unmittelbaren Beziehungen zum Staate absichtlich mit aller Ausführlichkeit geschildert, weil eben dies den besten Beweis gibt, welche Capacität dem Manne innewohnen mußte, dessen Name in allen Verhältnissen, in den schwierigsten Fragen, immer wieder aus der Wahlurne hervorkam. Und hatte doch dieser Priester neben seinen weltlichen Geschäften einen wichtigen geistlichen Beruf. Als Oberhirt einer Diöcese, auf welche die kriegerischen Wirren der Zeit, die politischen Besitzveränderungen unmöglich günstig wirken konnten, in welcher alle geistliche Arbeit von der rauhen Hand des fremden Kriegers, wenn nicht vernichtet; so doch in ihrem Bestande gestört worden war, hatte er mehr als eine Aufgabe zu lösen. Ein Jahr nach Antritt seiner bischöflichen Würde, im Frühling 1825, unternahm er die erste canonische Visitationsreise in der Diöcese Laibach, 1856 die siebente. Schon bei der ersten hatte er die Ueberzeugung erlangt, daß weder das für 50 Alumnen dotirte Clericalseminar in Laibach für den geistlichen Nachwuchs der Diöcese, noch die Anzahl der systemisirten Seelsorgerstellen für die geistlichen Bedürfnisse der bedeutenden Diöcesanbevölkerung genügten. Bald gelang es seinen Bemühungen, eine Vermehrung der Alumnatsplätze von 50 auf 80 im Diöcesan-Clericalseminar und die Dotation eines Vicedirectors und Oekonomen für dasselbe auf Kosten des Religionsfondes zu erwirken. Zur Durchführung dieser ersprießlichen Maßregel trug wesentlich der Umstand bei, daß der Diöcese Laibach bedeutende Antheile der angrenzenden Diöcesen Triest und Görz zufallen sollten, was 1831 auch wirklich erfolgte; seit welcher Zeit die Begrenzung der Diöcese Laibach mit jener des Kronlandes Krain ganz zusammentrifft. Um aber auch die gehörige Ausbildung der vermehrten Alumnen im Clericalseminar zu fördern, schickte der Fürstbischof von Zeit zu Zeit einen oder zwei Alumnen, welche die theologischen Studien im Seminar mit Auszeichnung zurückgelegt hatten, in das höhere weltpriesterliche Bildungsinstitut zum heiligen Augustin in Wien. Um angehenden Priesteramtscandidaten auch nach vollendeten theologischen Studien und nach [267] ihrer Versetzung in die Seelsorge einige Hilfsmittel für ihre weitere Ausbildung au die Hand zu geben; stiftete er 1854 für dieselben ein Capital von 8000 fl., deren Zinsen mit 400 fl. auf den jährlichen Ankauf von Büchern für die aus dem Seminar in die Seelsorge tretenden, meistens armen jungen Priester vetwendet werden. 1856 widmete er zur Vermehrung der Seminarbibliothek mit vorzüglichen Werken ein anderes Capital per 5000 fl., dessen jährliche Interessen mit 250 fl. zur Anschaffung vorzüglicher, insbesondere neuerer theologischer Werke dienen sollen. Um aber ärmeren und begabteren studirenden Jünglingen schon in den unteren Gymnasialclassen die Gelegenheit zu bieten; sich für den späteren Eintritt in die theologischen Studien durch eine gründliche wissenschaftliche Vorbildung vorzubereiten, erschien ihm als bestgeeignetes Mittel die Errichtung eines Diöcesan-Knabenseminars, aber erst 1845 gelang es, ein dazu ganz geeignetes Haus sammt Garten in der Pollana-Vorstadt von Laibach aufzufinden, welches er um den Kaufpreis von 22.000 fl. an sich brachte und durch einen bedeutenden Zubau ansehnlich erweiterte. Dasselbe wurde nun für ein geistliches Erziehungsinstitut angemessen umgestaltet und mit der für 80 Zöglinge erf orderlichen Einrichtung versehen. Auch schenkte er für die Erhaltung desselben noch ein Gründungscapital von 20.000 fl. Am 1. October 1846 fand die feierliche Eroffnung statt, mit 22 Zöglingen der zweiten Gymnasialclasse. Alles, was bis dahin geschah, war des Bischofs eigenes Werk. Der Diöcesanclerus wurde nur zu jährlichen Beiträgen für die Verpflegung und Erziehung der Zöglinge und zu allfälligen Beiträgen für die Vermehrung des Gründungscapitals aufgefordert. Bald stieg die Zahl der Zöglinge auf fünfzig und das Stammvermögen desselben in Staatspapieren bis zum Schlüusse des Rechnungsjahres 1857 auf ein Capital von 57.993 fl. Ferner sorgte Fürstbischof Wolf schon auf der ersten canonischen Visitationsreise in mehreren Gegenden der Diöcese für eine als nothwendig erkannte Vermehrung der Seelsorgerstellen. Er rief das unter der französischen Zwischenregierung aufgelassene Curat-Collegialcapitel in der ehemaligen Kreisstadt Neustadtl 1831 wieder in das Leben zurück, erhob zwei Localcaplaneien und zwei Exposituren zu Pfarren, jede mit zwei Seelsorgern, dann die Expositur am heiligen Berge zur wirklichen Localcaplanei. Neu errichtet wurden drei Pfarren, neun Localcaplaneien, fünf Exposituren, Cooperaturen bei zwanzig früher ohne Hilfspriester bestandenen Pfarren und Curatien, zweite Cooperaturen bei sieben Pfarren und eine dritte Cooperatur. Große Schwierigkeiten bot die Errichtung und Ausscheidung der zwei Pfarren Untersuchor und Dragatusch aus den deutschen Ordenspfarren Möttling, Weinitz und Zhernembl. Zwanzig Jahre dauerte die Verhandlung der verwickelten Angelegenheit, und als dieselbe zu einem glücklichen Ausgange gebracht worden, übernahm der Fürstbischof alle baren Geldauslagen für den Bau zweier Pfarrkirchen mit Pfarrhöfen, eines Curathauses und einer Localcaplanei, welche sich auf die ansehnliche Summe von mehr als 33.000 fl. beliefen. Die feierliche Grundsteinlegung für die neue Pfarrkirche zu Untersuchor fand am 10. Juli 1853, für jene zu Dragatusch aber am 17. September 1854 statt. Einen anderen nicht minder wichtigen Gegenstand seiner oberhirtlichen Sorgfalt bildeten die Einrichtung, Aufrechthaltung [268] und Entwicklung des Gottesdienstes. Während er die Seelsorger seine Diöcese überwachte, Mißbräuche abstellte, für tüchtige Führung der Werktags- und Sonntagsschulen sorgte und thatsächlich den religiösen Geist in seiner Diöcese auffallend hob, behielt er sich auch die Aufnahme der Priesteramtscandidaten vor; hielt Alle, über deren Beruf sich gegründete Zweifel erhoben, für seine Diöcese von dem geistlichen Stande hintan; und um den Eifer derjenigen, die sich demselben gewidmet hatten und in der Seelsorge angestellt waren, für ihren Beruf noch mehr zu heben, richtete er in Laibach 1852 geistliche Priesterexercitien ein, zu welchen alljährlich 120 bis 160 Diöcesan-Weltpriester sich einfanden. Auch sah er auf seinen Visitationsreisen besonders auf Reinhaltung und angemessene Ausstattung der Gotteshäuser. Trotz des Bestandes von 1016 Filialkirchen und 145 Capellen neben den mit Seelsorgern versehenen 309 Pfarr- und sonstigen Curatkirchen in der Diöcese machte sich doch Mangel an Gotteshäusern fuhlbar; aber der Fürstbischof half ab, indem unter ihm nicht weniger als 43 Pfarr- und Curatkirchen erbaut wurden. Eine ganz besonders wohlthuende Erscheinung im Lande Krain ist das wohltönende Glockengeläute, und wesentlichen Antheil daran hat Fürstbischof Wolf, welcher für die Kirchen seiner Diöcese allein von 1824 bis einschließlich 1857 mehr als 900 neugegossene Glocken geweiht hat. Auch richtete er sein Augenmerk auf Herstellung der vielen im schlechtesten Bauzustande übernommenen, zum Theile vom gänzlichen Verfalle bedrohten großartigen bisthümlichen Gebäude in Krain und in Steiermark. Es bedurfte dazu vieler Jahre und eines verhältnißmaßig großen Kostenaufwandes – an 80.000 fl. – aber der Verwüstung alter seit Jahrzehnten dem Verfalle überlassener Bauten war mit einem Male Einhalt gethan. Es fällt aus dem Rahmen einer lexikalischen biographischen Skizze, alles das zu berichten, was Fürstbischof Wolf in seiner Diöcese gethan; nur Eins noch sei bemerkt, daß er es meisterhaft verstand, nationale Hetzereien der Seelsorger hintanzuhalten, und daß zu seiner Zeit die heute blühende Rotte der Hetzcapläne ein geradezu unbekanntes Ding war. Mit dem Antritte des Bisthums hatte der Fürstbischof zugleich die Präsesstelle der 1820 für das Armenwesen der Landeshauptstadt Laibach errichteten Armeninstitutscommission übernommen und stand derselben bis zum Schlusse des Jahres 1850 vor, in welchem er nach der für die Stadtgemeinde Laibach erschienenen neuen Gemeindeordnung die weitere Leitung des städtischen Armenwesens an den Gemeinderath übergab. Wir lassen nun nur die Zahlen sprechen. Bei seinem Antritte übernahm der Fürst ein Institutsvermögen von kaum 70.000 fl., bei der Uebergabe betrug dasselbe an Activcapitalien 209.090 fl. 40 kr. und an Armenstiftungen über 100.000 fl. Der Gemeinderath und der Magistrat der Stadt Laibach versuchten es, ihren Gefühlen des Dankes durch Verleihung des Ehrenbürgerrechtes einen Ausdruck zu geben, und überreichten am 29. November 1849 dem Fürsten das schön ausgestattete Diplom. Aehnliche Auszeichnungen von Seite anderer gemeinnütziger Vereine und Gesellschaft waren seit Jahren vorangegangen; so sandten ihm die philharmonische Gesellschaft in Laibach, die Landwirthschaftsgesellschaft in Krain, deren President der Fürst in den Jahren 1834 und 1835 [269] war, die Landwirthschaftsgesellschaft in Steiermark, die Gesellschaft zur Beförderung der Landwirthschaft und Industrie in Kärnthen, der Industrie- und Gewerbeverein in Innerösterreich, der Verein des Landesmuseums in Krain, der historische Verein in Krain, der geognostisch-montanistische Verein von Innerösterreich und dem Lande ob der Enns und der historische Verein für Steiermark, Kärnthen und Krain ihre Aufnahmsdiplome. Als 1841 der Fürstbischof seinen Vater, welcher in Idria lebte, durch den Tod verlor, errichtete er für drei arme studirende, aus der Bergstadtpfarre Idria gebürtige Jünglinge ebensoviele Studentenstipendien, jedes im jährlichen Betrage von 80 fl., und stiftete in der dortigen Pfarrkirche für seine verstorbenen Eltern, für sich und für seinen Vorfahrer im Bischofamte, Anton „Kautschitsch“, feierliche Anniversarien. Mit ah. Cabinetschreiben vom 6. September 1844 erhielt er die Würde eines geheimen Rathes, 1850 wurde ihm von Seiner Majestät Franz Joseph I. das Comthurkreuz des neuerrichteten Franz Joseph-Ordens, aus Anlaß der Vermälung Seiner Majestät des Kaisers der Orden der eisernen Krone erster Classe und anläßlich seiner Feier des fünfzigjährigen Priesterthums das Großkreuz des Leopoldordens verliehen. Diese Feier aber fand in festlichster Weise am 17. December 1854 in der festlich geschmückten Domkirche in Laibach statt. Indessen fuhr der Fürstbischof in seinem segensreichen Wirken fort und verwendete, was er von seinem gewiß nur mäßigen Einkommen des Bisthums entbehren konnte, in den Jahren 1854 bis 1857 zur besseren Dotation des schwachen Einkommens mehrerer von bischöflicher Verleihung abhängiger Pfarrpfründen. So wurden dreizehn Pfarren und zwei Pfarrvicariate mit je einem Stammcapitale von 3000 fl., vier Pfarrvicariate mit je einem Stammcapitale von 2000 fl., die Domdechantei, als zweite Dignität in dem Laibacher Domcapitel, weil sie keine höhere Dotation, als ein einfaches Canonicat hatte, mit einem Stammcapitale von 5000 fl., die an dem bisthümlichen Dotationsgute Oberburg in Steiermark außer der Diöcese gelegene Patronatspfarre Oberburg mit einem Stammcapitale von 4000 fl. ausgestattet. Dies sind im knappsten Umriß die Verdienste des Kirchenfürsten urn seine Diöcese. Doch besitzt er auch deren um die Wissenschaft. Als man im Anfange dieses Jahrhunderts der Ausbildung der slovenischen Sprache eine großere Aufmerksamkeit zuzuwenden begann, hatte der gelehrte Sprachforscher Krains, Valentin Vodnik, bereits am 15. Juni 1813 auf ein im Manuscripte vollendetes, zum Drucke vorbereitetes deutsch-windisch-lateinisches Wörterbuch die Pränumeration angekündigt, die aber von so ungünstigem Erfolge war, daß er auf den Druck verzichtete. Durch die im Jahre 1817 am k. k. Lyceum zu Laibach errichtete Lehrkanzel der slovenischen Philologie nahm aber dieses Sprachstudium in Krain einen solchen Aufschwuug, daß die Vorarbeiten für ein slovenisches Wörterbuch mit immer größerem Eifer betrieben und der Wunsch nach baldiger Drucklegung immer lauter wurde. Aus Mangel an Mitteln, die eine den typographischen Anforderungen der Gegenwart entsprechend ausgestattete Auflage eines solchen Werkes erheischte, blieb die Herausgabe desselben bis dahin unerfüllt. Fürstbischof Wolf erklärte nun, die großen Kosten – über 80.000 Lire – der Auflage auf sich nehmen [270] zu wollen, und 1855 begann der Druck des deutsch-slovenischen Lexikons, welches in zwei starken Bänden (Groß Octav) in schöner Ausstattung in der Druckerei des Joseph „Blasnik“ in Laibach erschien. Ferner besaß die Diöcese Laibach schon eine Uebersetzung der ganzen heiligen Schrift in der Landessprache, die von 1791–1802 in acht Bänden Klein-Octav für das alte Testament und in zwei Bänden für das neue Testament zu Laibach im Druck erschienen war. Die Auflage wurde allmalig vergriffen, aber nur die Bände des neuen Testamentes kamen wieder in verbesserter Auflage heraus. Uebrigens machte die fortgeschrittene Ausbildung der slovenischen Sprache eine gänzliche Umarbeitung der früheren Uebersetzung bereits unentbehrlich. Eine solche verbesserte Uebertragung der heiligen Schrift mit Beifügung der aus der deutschen Uebersetzung des Dr. Joseph Franz „Allioli“ entlehnten Erläuterungen wurde auf Anordnung des Fürstbischofs nunmehr in Angriff genommen und der Druck auf dessen Kosten begonnen. 1856 war das neue Testament in zwei Bänden (Groß-Octav) vollendet, in den nächsten Jahren folgten die übrigen Bände. Der Bischofssitz in Laibach ward seit Jahrhunderten von Männern eingenommen, welche durch Tugend und Weisheit, durch Milde und Demuth geglänzt, und von den Tagen des Thomas Chrön, der in der Kirchengeschichte eine große Rolle spielt, bis auf die Gegenwart begegnen uns Namen, deren Wirken sich in segensvoller Erinnerung der späteren Generationen erhalten hat. Würdig an seine Vorganger reiht sich der Name des Fürstbischofs Anton Alois Wolf, der mit den geistlichen Gaben der kirchlichen Würde den echten Geist der Humanität vereinte.

Quellen. (Wurzbach Const. v.). Anton Alois Wolf, Fürstbischof von Laibach. Ein Beitrag zur Geschichte der Diöcese Laibach (Wien 1858, Ludwig Meyer, 8°.). – Oesterreichischer Volksfreund (Wien, Fol.) 1858, Nr. 67 u. f. im Feuilleton: „Anton Alois Wolf“. – Wiener Zeitung. 1859, S. 760: „Anton Alois Wolf“. – Salzburger Kirchenzeitung (gr. 4°.) 1858, S. 107–139: „Anton Alois Wolf“. – Laibacher Zeitung, 1859, Nr. 60 u. f. im Feuilleton.
Porträt. Unterschrift: „Anton Alois Wolf, | Fürstbischof von Laibach.“ Kriehuber 1835 (lith.) Fol., Brustbild, im Hintergrund die Ansicht von Laibach mit dem Schloßberg. Sprechend ahnliches Bildniß.
Denkmal des Fürstbischof’s Anton Alois Wolf. Ein solches ward dem hochverdienten Kirchenfürsten in der Domkirche St. Nicolaus zu Laibach, in welcher derselbe beigesetzt wurde, errichtet. In Hauptfigur und Fassung jenem Monumente gleich gehalten, welches im Jahre 1721 die Domcapitularen ihrem Amtsbruder, dem rastlos eifrigen Erbauer der Domkirche. Jobann A. Thalnitscher von Thalberg, nächst dem St. Dismasaltare setzen ließen, bildet es an der correspondirenden Nebenwand des h. Dreikönigaltars ein schönes Seitenstück zu demselben. Die Büste, etwas über Lebensgröße gehalten, 2 Schuh, 6 Zoll hoch und 2 Schuh 5 Zoll breit, ist aus reinstem carrarischen Marmor sehr sorgfältig gemeißelt und vollkommen gelungen in ihrer Ausführung. Insbesondere zeigt der Kopf in Form und Haltung; sowie in den einzelnen Theilen die sprechendste Aehnlichkeit. Das Brustbild stellt den Bischof in der Cappa magna mit Kette und Pectoralkranz und allen Orden dar, mit denen Seine Majestät die Verdienste dieses weithin gefeierten Kirchenfürsten zu würdigen geruhten. Getragen von einem Sockel aus rothgeflecktem in der Gegend von Hölzenegg gewonnenen Marmor, im Hintergrund abgegrenzt durch eine Muschel aus schwarzem Marmor, trägt dieses Monument auf carrarischer Tafel folgende Inschrift: „Antonius Aloysius Wolf, Episcopus Labacensis et Princeps, insig. Imperial. Austriac. Ordinum: Leopoldi Magnae Crucis, Ferreae Coronae I. Classis Eques, Francisci Josephi Commendator,Sacrae Caes. Reg. et Apost, Majestatis Consiliarius intim. aet. et cet.; natus Idriae 14. Junii 1783; Sacerdos [271] ordinatus Labaci 15. Decemb. 1804; Episcopis Labacensis 3. Octob. 1824 Goritiae consecratus, 7. Februarii 1859 defunctus et in hujus Ecclesiae cathedr. crypta ad aram Sa. Redemptoris depositus; in administranda Dioecesi indefesso fervore exsplendescens, de Patria, Litteria aeque ac de Collegio Aloysiano meritissimus“ Das Denkmal ist das Werk des Bildhauers Saiz in Laibach. Ohne wissenschaftliche Vorbildung, in der Heimat mit den nothdürftigsten Kunstkenntnissen ausgerüstet, griff dieser Sohn eines schlichten Landmannes aus Nenoßlitz, vom inneren Drange getrieben, zum Wanderstabe und pilgerte zuerst nach Wien und dann nach der Kunststadt München, wo er sich, und zwar nach dem Zeugnisse der Bildhauerakademie „mit vorzüglichem Erfolge“, in seiner Kunst ausbildete. In die Heimat zurückgekehrt, lieferte er in so manchen Statuen für Kirchen Beweise seiner Kunstfertigkeit. Diese Büste ist ein neuer Beweis seiner Kunst. Er hat dieselbe auch im Kleinen, 141/2 Zoll hoch und 9 Zoll breit, modellirt und Exemplare in festem Gypsabgusse weiß und broncirt ausgeführt.