BLKÖ:Wolski, Ludwig

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 58 (1889), ab Seite: 80. (Quelle)
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Wolski, Ludwig (Mitglied des Abgeordnetenhauses des österreich. Reichsrathes, geb. zu Wiśnicz in Galizien 1835, gest. 1888). Nachdem er 1856 die Rechtswissenschaft an der Lemberger Hochschule beendet und die juridische Doctorwürde erlangt hatte, wandte er sich der Advocatur zu und wurde, nach mehrjähriger Praxis in einer Lemberger Kanzlei, 1862 zum Advocaten in Złoczów ernannt, von wo er später als solcher nach Brzezów kam. Die Muße seines Berufes volkswirtschaftlichen Studien widmend, gründete er in letzterem Orte einen Vorschußverein nach Schulze-Delitzsch’schem Muster – den ersten in Galizien – wofür ihm die dankbare Gemeinde das Ehrenbürgerrecht verlieh. 1869 übersiedelte er als Advocat nach Lemberg, Ende 1876 aber nach Wien. Schon 1870–1872 saß er als Abgeordneter der Stadt Drohobycz im galizischen Landtage, legte aber dann sein Mandat nieder, zog sich nach und nach vom öffentlichen Leben zurück und unternahm vorab eine längere Reise ins Ausland. Da wurde er im December 1877 das erste Mal und bei den bald darauf vorgenommenen Neuwahlen wiederholt von der Hauptstadt Lemberg in das Abgeordnetenhaus des österreichischen Reichsrathes gewählt. Zu gleicher Zeit ist Wolski auf verwandten Gebieten schriftstellerisch thätig und hat unter Anderem herausgegeben einen Katechismus der Gemeindeordnung für das Volk, ferner die Flugschrift: „Powstanie polskie w roku 1863, z kommentarzem Macchiawela“, d. i. Der polnische Aufstand im Jahre 1863, mit einem Commentar des Macchiavelli (Lemberg 1867, Wild, 8°., 45 S.). Eine dann folgende Abhandlung „Diagnoza“ wurde von dem der Krakauer Partei angehörigen Geschichtsschreiber Joseph Szujski [Bd. XLII, S. 278] heftig angegriffen, welchem Wolski aber mit der Gegenschrift „Odprawa“ erwiderte. Noch ist anzuführen, daß Dr. Wolski in Sachen des Baues der galizischen Transversalbahn Vertreter des Dr. Ign. Kaminski war, welche Angelegenheit schließlich eine solche Wendung nahm, daß sie auf Dr. Wolski’s physischen Zustand nachtheilig wirkte, denn er soll darüber irrsinnig geworden sein.

Humoristische Blätter. Herausgegeben von Klič. April 1883, Nr. 13: „Die Brochure des Herrn Dr. Wolski“.
Porträt. Unterschrift: „Dr. Ludwig Wolski“. Holzschnitt in einem Gruppenbilde der „Neuen Illustrirten Zeitung“ (Wien, Zamarski) 1881, Nr. 16.