BLKÖ:Wrbna-Freudenthal, Heinrich der Jüngere

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 58 (1889), ab Seite: 178. (Quelle)
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16. Heinrich der Jüngere (gest. 29. September 1319), ein Sohn Heinrichs (Gindrzich) des Aelteren, war ein Zögling und Liebling des berühmten Olmützer Bischofs Bruno Grafen von Schaumburg (1241–1281), der als Kanzler des Böhmenkönigs Otokar, als Gründer des Olmützer Lehenhofes und der vom Riesengebirge bis an die Karpathen hinab sich ausdehnenden deutschen Ansiedlungen in der Erinnerung fortlebt. Heinrich wurde frühzeitig zum Domherrn ernannt und am 2. Februar 1302 zum Bischof von Breslau gewählt. Als solcher krönte er noch im nämlichen Jahre die Königin Elisabeth, geborene Prinzessin von Polen und Gemalin des Böhmenkönigs Wenzel, der ihretwillen den Titel eines Königs von Polen annahm. Bischof Heinrich erfreute sich der besonderen Huld Heinrichs V., Herzogs zu Breslau und Liegnitz, und wurde bei dessen Tode der Vormund der jungen Herzoge. Ebenso den Künsten und Wissenschaften hold, nützte er auch als Staatsmann dem Lande Schlesien, für dessen Wohl er stets besorgt war. Im Jahre 1305 berief er nach Breslau eine Synode, deren Beschlüsse (Constitutiones) erst Bischof Martin (1574–1585) herausgab. Das Bisthum Breslau vermehrte er durch die Burg und das Gebiet Kaltenstein. Heinrich liegt im Breslauer Dom begraben, wo sein Grabstein folgende Inschrift zeigt: Coctus Angelici consortes sint, pie Christe | Praaesules Henrici, quem marmor contegit iste | Semptembri mense prope finem caesus ab ense | Occidit heu morti solvens sua debita sorti. Anno MCCCXIX. Wie Zedler berichtet, starb Bischof Heinrich in großen Schulden; oder sollte das Wort debita am Schlusse der Grabschrift einem schwachen Lateiner einen Streich gespielt haben? –