BLKÖ:Zepharovich, Victor Leopold Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Zentner, Adam
Band: 59 (1890), ab Seite: 326. (Quelle)
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Zepharovich, Victor Leopold Ritter von (Geolog, geb. in Wien am 13. April 1830, gest. zu Prag im März 1890). Er studirte in Wien und wandte sich frühzeitig den Naturwissenschaften, und zwar mit Vorliebe der Geologie und Mineralogie zu. Nachdem er das Doctorat der Philosophie erlangt hatte, trat er in den Dienst der damals in ihrem ersten Aufschwung begriffenen nicht lange vorher ins Leben gerufenen kaiserlichen geologischen Reichsanstalt in Wien. 1852 bis 1857 arbeitete er als Sectionsgeolog an diesem Institut, während dieser Zeit [327] für eine Professur sich vorbereitend. 1857 kam er als Professor der Mineralogie an die Universität in Krakau, 1861 als solcher an die Hochschule in Gratz, zu Anfang der Siebziger-Jahre in gleicher Eigenschaft an die Karl Ferdinands-Universität in Prag. In letztgenannter Stadt war Zepharovich auch Vorstand des mineralogischen Cabinets der Hochschule und Mitglied der k. k. wissenschaftlichen Prüfungscommission für das Gymnasiallehramt. Am 11. Juni 1865 wurde er correspondirendes Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. In seinem Fache schriftstellerisch thätig, hat er eine große Anzahl seiner mineralogischen und krystallographischen Abhandlungen und Monographien im Jahrbuch der kaiserlich geologischen Reichsanstalt und in den Sitzungsberichten der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der k. Akademie der Wissenschaften niedergelegt, und geben Marschall von Burgholzhausen’s Generalregister des Jahrbuchs der geologischen Reichsanstalt und die Specialregister der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften die Uebersichten seiner Arbeiten, von deren letzteren mehrere im Sonderabdrucke erschienen und zum Theil schon vergriffen sind. Selbständig gab er nur heraus: „Mineralogisches Lexikon für das Kaiserthum Oesterreich“, 2 Bände (Wien 1859–1872, Braumüller, XXXI und 628 S., XIV und 436 Seiten, gr. 8°.) und „Krystallographische Wandtafeln für Vorträge über Mineralogie“ (Prag 1865, gr. Fol., 11 Steintafeln). Von seinen übrigen Arbeiten erwähnen wir in dem Jahrbuch der kaiserlichen geologischen Reichsanstalt: „Höhenmessungen im südlichen Böhmen“ [V, VI, VII]; – „Ueber die Schichtgebirge der Lombardie“ [VII, IX]; – „Die Mineraliensammlung der Universität Krakau“ [X, Verh.]; – „Mineralogische Topographie des österreichischen Kaiserstaates“ [VI und IX, Verh.]; – in den Sitzungsberichten der kaiserlichen Akademie mathematisch-naturwissenschaftlicher Classe: „Die Halbinsel Tihany im Plattensee und die nächste Umgebung von Füred“, mit 2 Karten [XIX, 339]; – „Ueber die Krystallformen des Epidot“ [XXXIV, 480; XLV, 1. Abth., S. 381], – „des zweifach chromsauren Ammoniak mit Quecksilberchlorid“ [XXXIX, 17], – „des essigsalpetersauren Strontian und des weinsteinsauren Kali-Lithion“ [XLI, 516], – „des zweifach ameisensauren Kupferoxydes und des ameisensauren Kupferoxyd-Strontian“ [XLIII, 545] und „des unterschwefligsauren Kalkes Ca O, S2 O2 + b a q“ [XLIV, I. Abth., S. 499], sämmtliche der vorgenannten Abhandlungen über Krystallformen mit je 2, die letzte mit 3 Tafeln – „Krystallographische Mittheilungen aus dem Laboratorium der Universität Gratz“, mit 2 Tafeln [XLVII, 1. Abth., S. 275]; – „Krystallographische Studien über den Idokras“, mit 13 Tafeln [XLIX, 1. Abth., S. 6–134]; – „Ueber Bournonit, Malachit und Korynit von Olsa in Kärnthen“ [LI, 1. Abth., 751]; – „Krystallographische Mittheilungen aus den chemischen Laboratorien zu Prag und Gratz“, mit Tafeln [LII, 1. Abth., 237; LV, 1. Abth., 7; LIX, 2. Abth.. 789]; – „Mineralogische Mittheilungen I, II, III, IV“, mit 3 Tafeln [LIV. 1. Abth., 273; LVI, 1. Abth., 19; LVII, 1. Abth., 740; LX, 1. Abth., 809]; – „Die Krystallformen des Thiosinnanin“, mit 3 Tafeln“ [LIX, 2. Abth. [328] 17]; – „Krystallformen einiger molybdänsauren Salze und des Inosit“, mit Tafel [LVIII, 2. Abth., S. 111], – „Die Cerussit-Krystalle von Kirlibaba in der Bukowina“, mit Tafel [LXII, 1. Abth, S. 439]; – „Die Atakamitkrystalle aus Süd-Australien“, mit Tafel [LXIII, 1. Abth., 6]; – „Ueber Diaphorit und Freieslebenit“, mit 5 Tafeln [LXIII, 1. Abth., S. 130]. In Würdigung seiner Verdienste um die Wissenschaft erhieltZepharovich von Seiner Majestät am 4. December 1866 den Titel eines Oberbergrathes und am 6. December 1872 den Orden der eisernen Krone dritter Classe.

Poggendorf (J. C.). Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften u. s. w. (Leipzig 1863, J. Ambr. Barth, gr. 8°.) Band II, Sp. 1405. – Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser (Brünn, 32°.) VII. Jahrg. (1882) S. 603.