BLKÖ:Zieglauer Edler von Blumenthal, Ferdinand

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
Band: 60 (1891), ab Seite: 43. (Quelle)
Ferdinand Zieglauer von Blumenthal bei Wikisource
in der Wikipedia
Ferdinand von Zieglauer in Wikidata
GND-Eintrag: 102056366, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Zieglauer Edler von Blumenthal, Ferdinand|60|43|}}

Zieglauer Edler von Blumenthal, Ferdinand (Geschichtsforscher, geb. zu Bruneck in Tirol am 28. Februar 1829). Ein Abkömmling der Tiroler Familie Zieglauer, über welche die Quellen unter Joseph von Zieglauer [S. 44] Näheres melden. Er besuchte das Gymnasium und die philosophische Facultät der Innsbrucker Hochschule, hörte zum Theil an derselben, dann an jener zu Wien die Rechtswissenschaften, trat aber, für das Studium der Geschichte sich entscheidend, 1852 in das von den Professoren Aschbach und Bonitz geleitete Seminar für allgemeine Geschichte, in welchem er drei Jahre blieb, und als 1855 das Seminar für österreichische Geschichte errichtet worden, wurde er einer der sechs Zöglinge desselben. Nachdem er das Doctorat der Philosophie erlangt hatte, erfolgte mit allerhöchster Entschließung vom 28. September 1856 seine Ernennung zum außerordentlichen Professor der Geschichte an der Rechtsakademie in Hermannstadt, seine Beförderung zum ordentlichen Professor an dieser Lehranstalt aber mit ah. Entschließung vom 2. November 1862. Zur Zeit ist er mit dem Titel eines Regierungsrathes Professor der österreichischen Geschichte an der k. k. Franz-Josephs-Universität in Czernowitz, außerdem Mitglied der Prüfungscommission für das Lehramt an Gymnasien und Realschulen und der rechtshistorischen Staatsprüfungscommission. In seinem Fache auch schriftstellerisch thätig, hat er Folgendes durch den Druck veröffentlicht: „Harteneck, Graf der sächsischen Nation und die siebenbürgischen Parteikämpfe seiner Zeit. 1691–1703. Nach den Quellen des Archivs der besonderen siebenbürgischen Hofkanzlei und des [44] sächsischen Nationalarchivs in Hermannstadt“ (Hermannstadt 1869, Steinhaußer, 8°., II und 472 S. und Beilagen, 1872 ebenda, 80 S.); – „Zur Geschichte der Kreuzcapelle in der Elisabethvorstadt von Hermannstadt“ (Hermannstadt 1875, Filtsch, 8°.), auch in ungarischer Sprache; – „Abhandlung über die Zeit der Entstehung des sogenannten ältesten österreichischen Landrechts“ (im Jännerheft 1856 der „Sitzungsberichte philosophisch-historischer Classe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften“); – „Drei Jahre aus der Rákoczy’schen Revolution in Siebenbürgen. Vom Ausbruche der Bewegung bis zur Schlacht von Sibó. Größtentheils nach handschriftlichen Quellen des kaiserlichen Kriegsarchivs“ (im VIII. Bande der „Neuen Folge des Archivs des Vereines für siebenbürgische Landeskunde“ S. 163–283); – „Geschichte der Freimaurerloge St. Andreas zu den 3 Seeblättern in Hermannstadt 1767–1790“ (1876): – „Die politische Reformbewegung in Siebenbürgen“ (1881); – „Die Befreiung Ofens von der Türkenherrschaft 1688“ (1886).

Trausch (Joseph). Schriftsteller-Lexikon oder biographisch-literarische Denkblätter der Siebenbürger Deutschen (Kronstadt 1871, Joh. Gött, gr. 8°.) Bd. III, S. 533.