BLKÖ:l’Olivier de la Trebia, Ludwig Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 21 (1870), ab Seite: 56. (Quelle)
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l’Olivier de la Trebia, Ludwig Freiherr (k. k. Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Ath im Hennegau im Jahre 1751, gest. zu Sanok in Galizien 21. Juni 1802). Entstammt einer alten niederländischen Patrizierfamilie und trat im Mai 1768, damals 17 Jahre alt, als Fähnrich in das Infanterie-Regiment d’Arberg Nr. 9. Durch die politischen Ereignisse in seiner Heimat büßte er sein ganzes Vermögen ein. Im Regimente rückte er stufenweise vor und war im Jahre 1790 Hauptmann. Am 19. Juni 1799 commandirte er in Abwesenheit des Oberstlieutenants Wouwermans das aus den Divisionen des 9., 30. und 58. Infanterie-Regiments bestehende Grenadier-Bataillon. Das Bataillon stand bei der Armee in Italien. Am genannten Tage begann der Feind gegen Mittag die Trebia an der Stelle, wo sie in den Po mündet, zu überschreiten, wodurch unser Flügel von einer Umgehung bedroht war. Schon war der Feind mit 2000 Mann Cavallerie und einer starken Infanteriecolonne über die Trebia, als das Grenadier-Bataillon[WS 1] Wouwermans Befehl erhielt, gegen den Feind vorzurücken und dessen weiteres Vordringen zu vereiteln oder doch ihn aufzuhalten; Hauptmann l’Olivier, der das Bataillon commandirte, rückte mit ganzer Front und klingendem Spiele gegen Feind vor, der eben im Begriffe stand, zwei von den zurückgedrängten kais. Vorposten verlassene Zwölfpfünder auf unser heranrückendes Grenadier-Bataillon zu richten. Aber l’Olivier’s Grenadiere ließen dem Feinde keine Zeit, fielen über ihn her und zwangen ihn, die erbeuteten Geschütze zurückzulassen. Aber noch ließ l’Olivier den nach allen Seiten fliehenden Gegner nicht aus dem Auge. Er ließ das Bataillon den Trebiafluß durchwaten und nachdem sich das Bataillon am jenseitigen Ufer geordnet hatte, setzte er die Verfolgung des Feindes mit Nachdruck fort. Als der letztere hinter einem natürlichen Erdwall Zuflucht fand und nun das stürmende Bataillon mit einem verheerenden Musketen- und Kartätschenfeuer aus sechs Geschützen empfing, setzte dasselbe nichtsdestoweniger seine Verfolgung fort. Durch diese heftige Verfolgung des einen Flügels der Feinde hatte der andere Zeit gefunden, sich zu sammeln und wollte nun den Rückweg durch unsere Truppen sich erzwingen, aber sofort stellte sich die Grenadier-Division des 30. Infanterie-Regiments Prinz De Ligne, nachmals Nugent, den Franzosen mit Todesverachtung entgegen und leistete so lange Widerstand, bis die herbeigeeilten Huszaren unter den feindlichen Truppen aufzuräumen begannen und dieselben theils zerstreuten, theils gefangen nahmen. Da gewahrte l’Olivier, wie eine feindliche Cavalleriecolonne heranrückte, um den Angriff zu erneuern. Da aber Terrainhindernisse das rasche Vorrücken der Cavallerie sehr [57] erschwerten, benützte l’Olivier diesen Umstand, drang mit der Division De Ligne unter Trommelmarsch in der Fronte vor und sandte ein paar mörderische Dechargen in die feindlichen Reihen, die indessen auch noch von dem herbeigeeilten Dragoner-Regimente Fürst Lobkowitz so wirksam angegriffen wurden, daß der Feind seinen hartnäckigen Widerstand aufgeben und das Schlachtfeld mit Hinterlassung vieler Todten und Verwundeten räumen mußte. l’Olivier’s Bataillon hatte bei diesen wiederholten Kämpfen selbst einen Verlust von 104 Todten und Verwundeten zu beklagen. Sein Führer aber, Hauptmann l’Olivier, wurde für seine Waffenthat in der 58. Promotion (vom 13. October 1799) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet, zum Major befördert und im Jahre 1801 in den Freiherrnstand erhoben. Aber nicht lange genoß er diese Auszeichnung, da er schon im folgenden Jahre, 51 Jahre alt, starb.

Freiherrnstands-Diplom vom 6. Juni 1801. – Hirtenfeld (J., Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 555 u. 1741. – Wappen. Im goldenen Schilde auf grünem Boden ein natürlich belaubter und Früchte tragender Olivenbaum. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf der ein in’s Visir gestellter gekrönter Turnierhelm sich erhebt. Aus der Krone des Helms wallen vier Straußenfedern, die erste und dritte grün, die übrigen golden, empor. Die Helmdecken sind zu beiden Seiten grün, mit Gold unterlegt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Gredier-Bataillon.