Ballade (Pattberg)

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Textdaten
Autor: Auguste Pattberg
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Titel: Ballade
Untertitel:
aus: Frau Auguste Pattberg geb. von Kettner. In: Neue Heidelberger Jahrbücher, Band 6, Seite 114
Herausgeber: Reinhold Steig
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1896
Verlag: Koester
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Erscheinungsort: Heidelberg
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Quelle: Internet Archive, Commons
Kurzbeschreibung:
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Ballade.

Es reitet die Gräfin weit über das Feld
Mit ihrem gelbhaarigen Töchterlein fein,
Sie reiten wohl in des Pfalzgrafen sein Zelt
Und wollen fein fröhlich und lustig seyn.

5
Frau Gräfin, was jagt ihr so früh schon hinaus?

O reitet mit eurem fein Liebchen nach Haus,
Der Pfalzgraf kommt selber gleich zu euch hinab,
Sie tragen ihn morgen hinunter ins Grab:

Es hat ihn ein Kugel so tödlich verwundt,

10
Da starb er sogleich in der nämlichen Stund,

Da schickt er dem Fräulein ein Ringelein fein,
Soll seiner beim Scheiden noch eingedenk seyn.

Hat dich, o Pfalzgraf, die Kugel getroffen,
Wär ich viel lieber im Neckar ersoffen;

15
Trägt man den Liebsten zum Kirchhof herein,

Steig ich wohl mit ihm ins Brautbett hinein.

Will reichen ihm meinen jungfräulichen Kranz,
Will sterben und scheiden von Güter und Glanz;
Lieb Mutter setz du mir den Kranz in das Haar,

20
Auf dass ich schön ruhen kann auf der Baar;


Steck mir an den Finger das Ringelein fein,
Es mit mir soll liegen ins Grab hinein,
Ein schneeweisses Hemdelein zieh du mir an,
Auf dass ich kann schlafen bei meinem Mann.

25
Auf Töchterleins Grab sollst legen ein Stein,

Drauf sollen die Worte geschrieben seyn:
Hier ruhet der Pfalzgraf[1] und seine Braut,
Da hat man den beiden das Brautbett gebaut.

 A. P–g.[2]


  1. Wahrscheinlich des Kurfürsten Philipp Wilhelms Sohn, Pfalzgraf Friedrich Wilhelm, geboren den 20. Juli 1665, welcher am 13. Juli 1689 vor Mainz erschossen wurde. (Anmerkung der Frau Pattberg.)
  2. Badische Wochenschrift, Nr. 6, Freitags den 6. Februar 1807, Sp. 95. 96. Darnach ohne Herkunftsbezeichnung, mit geringfügigen Abweichungen in Des Knaben Wunderhorn 2, 262, wo die Aufschrift „Der Pfalzgraf“ lautet und unmittelbar hinter ihr formell ein wenig geändert die Note über Geburt und Tod Friedrich Wilhelms folgt.