Beschreibung des Oberamts Ellwangen/Kapitel B 13

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13. Pfahlheim,
Gem. II. Kl. mit 1233 Einw.; 1. Pfahlheim, Pfarrdorf, 736 Einw., wor. 7 Ev. und 2 Isr.; 2. Beersbach, Pfarrweiler, mit Schafhaus, Haus, 114 Einw.; 3. Buchhausen, Weiler, 33 Einw.; 4. Halheim, Weiler, 157 Einw., wor. 1 Ev.; 5. Hardt, Weiler, 53 Einw.; 6. Hirlbach, Weiler, 86 Einw.; 7. Hochgreut, Weiler, 40 Einw.; 8. Hofstetten, Weiler, 10 Einw.; 9. Pfeifhäusle, Haus, 4 Einw.
Parz. 5, 6, 8 sind ev. Fil. von Ellwangen, Parz. 1–4, 7, 9 ev. Fil. von Walxheim.

Der stattliche Ort liegt auf dem rechten Ufer der kleinen Sechta, da wo in dieselbe von Nordwesten her der Sonnenbach hereinmündet; er liegt hart am Pfahl, woher er den Namen hat, und zeigt an seiner Südseite noch die Überbleibsel eines römischen doppelten Burgstalls (s. ob. S. 341).

Gleich nördlich davon liegt bei schöner Linde die große im Zopfstil gehaltene, dem h. Nikolaus geweihte Kirche; sie enthält neue Altäre, eine schöne (gothische) in Holz geschnizte Pieta, sowie die alten Holzbilder von Niklas und Patriz, im Chor gemalte Scheiben von G. Wilhelm in Stuttgart, 1875. Zwei Altäre wurden gefertigt von † Mayer in Saulgau. Der an der Nordseite im Winkel zwischen Schiff und halbrundschließendem Chor stehende Thurm ist unten herauf noch gothisch. Von den drei Glocken hat die größte die Umschrift: Matthaeus . Marcus . | Lucas . Johannes . anno domini MCCCCXV (1415) o rex golrie (d. h. glorie) veni cum pace. Auf der mittleren Glocke steht: Laudate dominum omnes gentes, Laudate eum omnes populi. anno domini MDCCXXXXVIII (1748) Nicolaus Arnold. Claudius Arnold. Auf der kleinen Glocke steht: S. Matthaeus. S. Lucas. S. Johannes. S. Marcus. MCCCCLXXIIII (1474).

Nordwestlich der Kirche steht, auch im Geschmack des vorigen Jahrhunderts, die nach dem großen Brand 1780 wieder erbaute, am 28. August eingeweihte Skt. Leonhardskapelle. Die Unterhaltung der Kirche hat die Gemeinde; des 1776 erbauten Pfarrhauses der Interkalarfonds.

Der Friedhof, mit Schmiedeisenkreuzen, wurde 1855 außerhalb des Ortes angelegt. Das Schulhaus wurde 1842/43 erbaut, das Rathhaus 1877. In Beersbach besteht gleichfalls ein Schulhaus, dort unterrichtet ein Lehrer, in Pfahlheim ein Lehrer und ein Lehrgehilfe. In Beersbach ist auch eine Kirche, Kapellen sind in Halheim und Hirlbach; Pfarreien in Pf. und Beersbach.

Der Ort ist mit gutem Trinkwasser hinlänglich versehen durch 3 laufende, und 100 Pumpbrunnen, ebenso die meisten Parzellen, nur in Hirlbach entsteht zuweilen Wassermangel. Auch die Markung ist reich an guten Quellen, die bedeutendsten sind auf Markung Pfahlheim die Quelle im Mühlfeldle, im Lindich der Georgsbrunnen, der Buchbrunnen, der Salzbrunnen, auf Markung Beersbach unterhalb des Orts gegen Pfahlheim das Brunnenweiherle, auf Markung Halheim der Haberbrunnen auf der Heide „Hertle“, auf Markung Hirlbach der Kreutbrunnen und der Hochwiesenbrunnen. Von Bächen durchziehen die Markungen der Sonnenbach, die kleine Sechta, auch Mühlbach oder Pfeifbach genannt, und der Hammerweihersbach (Mühlkanal). Weiher bestehen bei Beersbach 3, Buchhausen, Hochgreut, Hardt je einer, in Hofstetten 2 kleine; dazu je eine Wette in Pfahlheim, Halheim, Hirlbach. Trockengelegt wurden bei Pfahlheim 3 und von früheren Zeiten her 5 Weiher, bei Halheim 3, bei Hardt der 40 Morgen große Hammerweiher, bei Hochgreut einer; jetzt sind alle in Wiesengrund umgewandelt.

Die Haupterwerbsmittel bestehen in Feldbau und Viehzucht; man baut vorherrschend Dinkel, Roggen, Haber, Gerste; der Wiesenbau ist ausgedehnt, das Futter mittelmäßig. Der Obstbau, meist mit Spätsorten, hebt sich. Dann bestehen eine Ziegelei, | eine Mahlmühle, die Hammermühle, und eine Sägmühle in Hardt, 2 Bierbrauereien in Pfahlheim.

An Waldungen besitzt Pf. 30 Morg., Halheim 1 Morgen, Hardt mit Hirlbach 5 Morgen. Aus den Weiden bezieht jährlich Pf. 1800 M., und 400 M. aus Allmanden, Beersbach 460 M., Halheim 700 M., Hardt und Hirlbach 600 M., Hochgreut 425 M., aus dem Pferch Pf. 800 M., Beersbach 60 M., Halheim 200 M., Hirlbach 100 M. – An Stiftungen sind vorhanden die Pfarrkirchenstiftung in Pf. mit über 43.000 M., Schulfondspflege daselbst 1543 M., in Halheim Kapellenpflege 59.723 M., hierunter ist aber begriffen das verwilligte Kirchenbaukapital nach Pfahlheim mit 28.596 M.

Über die Alterthümer s. oben S. 325 f., 338 f., 341, 353, 356 ff. Vor 150 Jahren brach gleichfalls ein Pferd ein (s. S. 361). Der Rennweg läuft gegen Zöbingen, dann kommen noch vor die Namen grasiger Weg, Römereichen, Diebswiesen, Hochweg, Silberwäßele, Pfahl, Schießmauer (beim Pfeifhäusle), Osterberg, Sonnenwiesen, Sonnenbach. Im August 1884 grub Oberamtspfleger Steinhardt neben den schon geöffneten (siehe S. 356 ff.) fünf weitere Gräber mit schönen Beigaben aus, darunter ein blaues Trinkglas, das von einem Netz aufgeschmolzener Glasfäden von gleicher Farbe umgeben ist; (siehe K. M. Kurtz im Anzeiger des germ. Nationalmuseums in Nürnberg, wohin auch die Gegenstände gekommen sind, Jahrg. 1885, S. 169 ff. mit Abb.)

Pfalheim, Pfahlheim, auch Phaulhein u. s. w. geschrieben, wird erstmals genannt, als Ritter Konrad von Phalheim, Ministeriale der Ellwanger Kirche, den 16. April 1218 um seiner Sünden willen seinen Hof dahier dem h. Veit in Ellwangen zum Zwecke der Haltung eines ewigen Lichtes auf dem h. Kreuz- und Johannes-Evangelisten-Altar nach seinem Tode als Leibzinslehen aufträgt (Wirt. Urkb. 3, 68). Bis zu dem Schluß des 15. Jahrhunderts werden Angehörige dieses ellwangischen, auch öttingischen Dienstmannen-Geschlechts namentlich in Ellwanger, auch in Oettinger Urkunden häufig genannt:

So Konrad auch noch den 24. April 1229 Zeuge in einer öttingen-ellwangischen Sühne (ebendaselbst 259); wohl ein anderer Konrad den 10. Februar 1261 Zeuge Rudolfs von Hürnheim, den 2. August d. J. bei einem Vergleiche zwischen Abt Otto von Ellwangen und Kraft von Lohr (OA. Crailsheim) als Tädingsmann genannt, den 16. Juni 1262 als Ellwanger Ministeriale Zeuge bei einem Tausche Ottos und des | Grafen Ludwig von Oettingen, den 30. Januar 1292 desgl. des Ritters Ulrich von Larrieden (bayr. AG. Feuchtwangen); Siefried den 16. Dezember 1280 desgl. Graf Ludwigs von Oettingen, den 23. November 1282 desgl. bei einem Schiedsspruch zwischen dem Domkapitel von Eichstätt und dem Burggrafen Konrad von Zollern (Monum. Zolleran. 2, 142), den 25. März 1287 desgl. des Grafen Ludwig von Oettingen, den 19. Juni 1289 desgl. bei dem Verkaufe der Rechte des Augsburger St. Morizstifts zu Crailsheim an die Grafen Ludwig und Konrad von Oettingen, den 24. September 1291 des Grafen Ludwig von Oettingen des älteren, den 4. Juli bezw. 16. August 1295 desgl. des Markgrafen Heinrich von Burgau und seiner Gemahlin Margarethe (Mon. Boic. 33. 232, 233), den 9. Oktober 1295 und 23. April 1296 als Vogt von Augsburg thätig (Urkundenbuch der Stadt Augsburg 1, 114, 122), den 29. März d. J. desgl. Bischof Mangolds von Würzburg in einer gräflich öttingischen Urkunde, mit seinem Bruder Otto den 22. Oktober d. J. Bürge Liupolds von Weiltingen für Kloster Kirchheim; Heinrich den 31. März 1281 Zeuge des Edeln Konrad von Lierheim, den 24. März 1282 Rudolfs von Hürnheim bei Verkäufen; Otto den 27. August 1294 Zeuge und Richter in einer nicht zweifellosen Urkunde der Grafen von Oettingen (Materialien zur Oettingischen Geschichte 1, 272), im Jahr 1299 Zeuge der Priorin Mechthilde und des Konvents von Kloster Medingen (bayr. AG. Dillingen; Bericht an die Mitglieder der deutschen Gesellschaft 1841 S. 67).

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In den zwei folgenden Jahrhunderten sind die Vornamen Otto, Siegfried, Konrad, Rudolf, Wilhelm, auch Erkinger, Albrecht, Lutz, Reinbot, Rüdger in der Familie gebräuchlich und ihre Träger erscheinen in Urkunden der Grafen von Oettingen und sonstiger benachbarter Herren, auch Ellwangens, als Zeugen, Siegler und Bürgen, auch Schiedsrichter. Besondere Bedeutung erhielt kein Glied der Familie, nur Rudolf war in den Jahren 1311–1332 Abt von Ellwangen (S. 462); Heinrich, Sohn des Ritters Otto, war Kanoniker zu Feuchtwangen, Pfarrrektor zu Schneidheim † 1321 (Württ. Vierteljh. f. Landesgeschichte 6, 264); Agnes, 1397–1401 Äbtissin von Schönfeld (Kuen, Collectio 1, 60); Konrad erklärte sich im Jahr 1319 als Ritter und Rathgeber Graf Ludwigs von Oettingen für König Friedrich und dessen Brüder gegen Ludwig von Bayern (von Lichnowsky, Geschichte des Hauses Habsburg 3, CCCLXXIV), im Jahr 1333/41 war er Beisitzer des öttingischen Landgerichts, den 7. September 1346 zu Frankfurt einer der wenigen Zeugen König Ludwigs bei Anordnungen über die Erbfolge in den holländischen Staaten (Lünig, Reichsarchiv 8, 134); Siegfrieds von Pfahlheim und seiner Helfer Güter fielen, weil sie den Burkhard von Finstingen wider Recht in des Reichs Dienst gefangen genommen, an das Reich und wurden von Kaiser Karl IV. am 20. Juni 1371 den Grafen Ludwig dem älteren und dem jüngeren von Oettingen verliehen; wohl ein anderer Siegfried von P. war i. J. 1403 öttingischer Vogt zu Hohentrüdingen (bayr. AG. Heidenheim). – Zu den Grafen von Württemberg traten in Beziehung: Konrad, welcher im Jahr 1346 im Auftrag Kaiser Ludwigs die Grafen Eberhard und Ulrich mit der Stadt Eßlingen verglich (Steinhofer 2, 291); Rudolf, welcher im Jahr 1400 in württembergischem Lehensdienste genannt wird (R.Arch. Urk. 1, 31), den 17. Dezember 1417 als Rath Graf Eberhards des Milden die Gebrüder Friz und Eitelfriz von Zollern verglich (Monum. Zolleran. 1, 517; s. auch Crusius Annal. Suev. 3, 350); Sigmund und | Konrad im Jahr 1480 im Aufgebot Graf Eberhards gegen Erzherzog Sigmund von Österreich aus Anlaß des Mägdeberger Handels (R.Arch. Urk. 1, 321; Steinhofer 3, 325.). – Die letzten bekannten Glieder des Geschlechts sind die Söhne des um 1445 verstorbenen Rudolf von Pfahlheim, welcher im Jahr 1440 bei der Beerdigung des Kurfürsten Friedrich von Brandenburg im Kloster Heilsbronn mit Hans von Eglofstein den Zollernschild trug (Falkenstein, Antiquit. Nordgav. 3, 243), und der Elisabethe von Hürnheim, Enkel eines Lutz von Pfahlheim: Sigmund vermählt mit Agnes von Riedern, noch im Jahr 1493 genannt, Konrad, vermählt mit Barbara von Rotenstein, noch im Jahr 1505 genannt (Pflummern, Annales Biberacens. Abschr. von Stecher I, 1 S. 324), Marx, Deutschordensbruder 1448–1481, Wilhelm, Chorherr zu Eichstädt 1457, noch im Jahr 1479, welch beide letztere in den zuerst bei ihnen genannten Jahren zum Dank für die bei Erlangung ihrer Pfründen von ihrer Mutter und ihren Brüdern geleistete Geldhilfe auf ihr Erbe zu Gunsten ihrer Geschwister verzichteten. (Urkunden zur Geschichte des Geschlechts s. weiter z. B. in: Materialien a. a. O. 1, 261. 263; 2, 333; 4, 54, 246; 5, 362, – Lang, Reg. Boic. 5, 149. 160. 248. 416; 8, 140. 292. 294; 9, 193, 196; 11, 134; 12, 103. R.Arch. Urk. 1, 217. – Wirtembergisch Franken 4, 284. 5, 400. – Monum. Zolleran. 2, 449).

Besitz der Familie befand sich außer zu Pfahlheim (s. unten) im Oberamt Ellwangen namentlich zu Beerhalden, Beersbach, Buch, Dettenroden, Elberschwenden, Erpfenthal, Georgenstadt, Gromberg, Haselbach, Hirlbach, Lauchheim, Lippach, Neunstadt, Röhlingen, Röthlen, ? Steigberg, Unterschneidheim, woselbst Mitglieder derselben zwei Frühmessen stifteten, weiterhin noch zu Dambach, Hardt, Kraßbronn, Nordhausen, Sechtenhausen, Walxheim (s. diese), sodann war die Vogtei zu Ellwangen auf dem Lande im 14. Jahrhundert vorübergehend an Glieder der Familie verpfändet (S. 447); im Oberamt Aalen erscheint nach der Burg Roden (d. h. Leinroden) 1345 ff. Rudolf von Pfahlheim genannt (vergl. z. B. Reg. Boic. 8, 292, 294), auch kurze Zeit zu Schechingen berechtigt, doch verkaufte er dieselbe schon 1369 an die Füchse von Zipplingen, auch die vordere Hälfte der Burg Wasseralfingen mit den dazu gehörigen Besitzungen war im Beginn des 15. Jahrhunderts (1409 ff.) einige Jahre im Besitze Konrads von Pfahlheim (OA. Beschr. Aalen S. 280. 327); Albrecht von Pfahlheim erscheint im Jahr 1380 zu Hirschberg (bayr. AG. Beilengries) gesessen (Reg. Boic. 10, 47).

Das Wappen des Geschlechts, wie es noch vielfach auf Siegeln erhalten ist, zeigt einen rechtsspringenden Bock, mit einem Horn als Helmkleinod; in Siebmachers Wappenbuch (I. 111) in rothem Schild den silbernen Bock, auf dem Helm ein silbernes Horn, Helmdecken roth und silbern.

Der Ort Pfahlheim gehörte wohl ursprünglich diesem Ortsadel zu, zum Theil wenigstens ohne Zweifel als ein Lehen von Ellwangen. Es verkauften jedoch schon den 12. März 1396 Ritter Konrad von Pfahlheim an seine Mutter Elspet Kröpffin und deren Erben ein Gut und mehrere Gülten dahier um 440 fl., den 12. Dezember 1428 Ritter Rudolf von Pfahlheim an Konrad | Ützlinger (v. Itzlingen), Vogt zu Ellwangen, einen Maierhof für 400 fl., derselbe den 27. Juli 1429 den Burgstall und Burghof, einen Maierhof, verschiedene Lehen, Gülten von der Obermühle, Tafern, Badstube, der Fischenz, der Hirtschaft, einen Weiher, Baumgarten, Wiesen, Hölzer, die hiesige Vogtei sammt der zu Neunstadt u. s. w., wie dies sein Vater Lutz von Pfahlheim von seinem Vetter Konrad von Pfahlheim ererbt und es ihm bei der Theilung des väterlichen Erbes mit seinem Bruder Wilhelm zu Theil geworden, Güter, deren Eigenschaft meistens schon zuvor dem Kloster Ellwangen zustund, um 2860 fl. 17 Schill. Hllr. an Abt Johann von Ellwangen, sein Bruder Wilhelm den 22. April 1431 alle seine Güter und Gülten dahier, wie er sie von seiner Mutter Anna von Pfahlheim ererbt und bei der Theilung mit Rudolf für seinen Teil erhalten, um 1153 fl. 1 Pfd. 8 Hllr. an denselben, Rudolf von Hürnheim und Wilhelm Schenk von Schenkenstein als Vormünder von Rudolfs Kindern sowie dessen Wittwe Elisabeth den 25. Juli 1448 Güter und Gülten dahier um 4361/2 fl. wiederum an denselben. Einzelne Zehnten und kleineren sonstigen Besitz hatte Ellwangen schon früher, in den Jahren 1397, 1401, 1419, 1430 verliehen, nachdem es nun aber in den unmittelbaren Besitz des größten Theils des Ortes gekommen war, erscheint im Jahr 1463 ein Amtmann desselben zu Pfahlheim. In den Jahren 1492 und 1504 wurden hiesige Einwohner in Ellwanger Schutz und Schirm aufgenommen (vergl. S. 313). In der Folge, so nach der Topographia Ellvacensis von 1733, bildete der Ort mit einigen benachbarten zusammen das fürstlich ellwangische Amt Pfahlheim des Oberamtes Röthlen. Es zählte im Ganzen 30 Bauern, 1 Halbbauern, 58 Löhner, 35 Söldner (zusammen 124), Pfahlheim allein als fürstlich 12 Bauern, 28 Löhner, 34 Söldner (zusammen 74), wozu noch als kapitelisch 3 Löhner und 3 Söldner, als öttingen-wallersteinisch, nach anderen, wohl richtigeren Angaben öttingen-spielbergisch (Amts Mönchsroth) 1 Söldner, kamen (im Ganzen 12 Bauern, 31 Löhner, 38 Söldner, zus. 81 Unterthanen).

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Was die eben genannten Unterthanen des Kapitels betrifft, so erwarb dasselbe einigen Besitz, Lehen, Häuser, Städel, Gärten, Hofraithen, insbesondere in den Jahren 1567–1570, es gab denselben alsbald als Fall- oder Erblehen wieder hinaus, befand sich durch den Erwerb jedoch immerhin im Besitze einiger Unterthanen dahier. Ein Lehen, Theil an einem Holz, genannt der | Brandt, Gülten u. s. w. verkaufte Sigmund von Leonrod (bayr. AG. Markterlbach) den 23. Oktober 1429 um 215 fl. an die Kommende Kapfenburg, welche hinwiederum den 17. Juli 1673 ihr hiesiges Erbgütlein und Holzantheile gegen ein ellwangisches Fallehengütlein und Holzantheile zu Westerhofen vertauschte.

Der öttingische Antheil am Ort – 9 Seelen – kam erst im Jahr 1810 an Württemberg (vergl. S. 315).

Unbedeutenderen Besitz dahier betreffend, erscheint im Jahr 1359 Konrad von Vellberg genannt von Pfahlheim, im J. 1380 ein zur Herrschaft Adelmannsfelden gehöriger Eigenmann, der Spital Dinkelsbühl nach seinem Gültbuch vom Jahr 1391 als gült- und zehntberechtigt und in den Jahren 1522 und 1523 begaben sich einige Pfahlheimer Einwohner mit ihrem Besitz in seinen Schutz (vergl. S. 313).

Den 27. Dezbr. 1776 brannten innerhalb 3 Stunden 38 Gebäude, darunter die Leonhardskapelle, ab.

Merkwürdig ist die Windhose, die am 8. Juli 1875 an Pfahlheim vorbei ging. Einem Gewitter, dessen Blitzstrahlen nicht zündeten, reihte sich in der Gegend von Beersbach gegen Pfahlheim eine furchtbare Naturerscheinung an. Nachmittags gegen 2 Uhr tobte ein schweres Gewitter. Der Himmel war stark umwölkt, die Luft theilweise ruhig, der Wind veränderlich. In der nordöstlichen Gegend waren zuerst zwei weißlich graue Säulen zu sehen, die je näher sie herankamen in eine vereinigt wurden und mit furchtbarem Rauschen und Getöse, staubend, rauchend von schweflichem Dunst, an den östlichen Flügel des Pfarrorts Pfalheim, wirbelnd in einer Breite von 50 bis mehr denn 200 Fuß, dahin brauste. Alles was dieser Erdtrombe in den Weg kam, wurde mehr oder weniger beschädigt, zerstört oder mit fortgeführt, gegen 16 Wohnhäuser und Scheuern an den Dächern und Fenstern schwer beschädigt. Ein massives vor wenigen Jahren neu gebautes Ökonomiegebäude wurde total eingerissen, Zäune und Bäume umgerissen, abgeknickt und entwurzelt; Felder, Gärten und Äcker grausenhaft verwüstet. Bleichtücher, Wäsche, Kleidungsstücke, Geflügel, – Hühner und Gänse – wurden mit fortgenommen. Ein Bienenschwarm, mit Korb und Schranne, auf welcher derselbe stand, ist rein verschwunden. Von einem vor dem Ort gelegenen Weiher wurde das Wasser trompetenförmig angezogen. Das Prasseln der Dächer und Krachen der Hölzer und Bäume machte auf die Bewohner des Orts einen erschütternden Eindruck. Am größten war aber die Verwüstung an dem benachbarten fürstlich Wallersteinischen Laubwald „Nonnenholz“, | wo dieses Naturspiel sein Ende nahm. Die größten Eichen und kleinsten Bäume sind umgerissen, ein Bild wie es der 20. Okt. 1870 in unseren Tannenwäldern zeigte. Von all den benachbarten Ortschaften wurde diese Naturerscheinung gegen 20 Minuten lang gesehen. (Bericht von Stadtpfleger Richter in Ellwangen). – Vor 200 Jahren war gleichfalls in Pf. eine solche Windhose.

Streitigkeiten zwischen Abt Siefried von Ellwangen und den Grafen Ludwig und Friedrich Gebrüdern von Oettingen wegen des Wildbanns gen Buchhausen, Halheim und Pfalheim, sowie der Grenzen des öttingischen Jurisdiktionsgebiets in dieser Gegend wurden durch König Ruprecht den 30. März 1405 dahin beigelegt, daß für die nächsten 10 Jahre von beiden Seiten an dem strittigen Orte nicht gejagt werden, sowie die Jagst die Grenze des öttingischen Landgerichtsbezirks bilden solle; solche von seiten Pfahlheims besonders wegen Triebs- und Huts- zum Theil auch Holzgerechtigkeit mit Hochgreut den 23. März 1536 und 18. November 1538, mit Halheim den 18. Januar 1574, mit Erpfenthal den 20. Dezember 1605, mil Beersbach den 2. Januar 1609 entschieden. – Ihr Holz Wasach, ungefähr 58 Morgen groß, theilte die Gemeinde den 27. November 1560 mit Genehmigung des Statthalters und der Räthe sowie des Kapitels zu Ellwangen unter ihre Bauersleute (je 11/2 Morgen), Löhner (die Hälfte hievon) und Söldner (ein Viertel hievon) in der Art aus, daß nichts veräußert oder in Äcker oder Wiesen umgeändert werden dürfe.

Eine Badstube, sowie eine wohl bei Pfahlheim befindliche Ober- und Mittelmühle werden im Pfalheimer Salbuch von 1454 genannt.

Ein abgegangener Ort bei Pfahlheim ist Wetrichzell; der hiesige Heuzehnte gehörte im J. 1339 zur Pfarrei Pfahlheim, im Dinkelsbühler Spitalbuche von 1391 findet sich die Bezeichnung: „ze Pfalheim bei der Gassen da man gat gen Wetrichzell“, und werden daselbst Zehntbezüge aus einigen Lehen zu Wetrichzell genannt.

Die hiesige Kirche wurde den 10. Februar 1328, 12. Juli 1379 dem Kloster Ellwangen inkorporiert (vergl. S. 577) und an die Stelle des königlichen Patronats trat im Jahr 1858 die bischöfliche Kollatur. – Ein Pfarrer Walter wird hier im Jahr 1383, Johann 1419, Martin Gerhard 1425, 1429 genannt. Die Zahl der Kommunikanten betrug im J. 1623 in Pfahlheim und dessen zugehörigen Orten Halheim, Hardt, Hirlbach, Hochgreut, Kraßbronn 550 Personen. Eine Frühmesse wurde von Joseph Horlacher gestiftet (Braun, hist. topogr. Beschr. der Diöcese Augsburg 2, 567).

| Beersbach, Pfarrweiler mit Kirche, Pfarrhaus und Schulhaus, 2 km nördlich von Pf. auf einem südlich gegen das Sonnenbachthal geneigten Flachrücken gelegen. Die Johannes d. T. geweihte Kirche stammt noch aus der gothischen Zeit; der Thurm steht im Westen, unten mit rippenkreuzgewölbter Vorhalle; oben mit vier steilen Giebeln und spitzem vierseitigem Zeltdach, von hübscher Wirkung. Auf dem Hochaltar eine alte Madonna.

Die große Glocke hat die Inschrift: Gegossen von Konrad Zoller in Biberach 1870. St. Xaverius et St. Theresia orate pro nobis. Die kleine Glocke: Zur Zeit war Herr Pfarrer Melchior Baltas Waizmann und Burgermeister Aloisius Ilgk zu Beersbach anno 1797. Südlich von B. liegt das Schafhaus.

Der Pfarrweiler, in alter Zeit unter den Namen Berolfisbach, Beroltspach, Berspach, erwähnt, was auf den Eigennamen Berolt (neuhochdeutsch Bärwald) zurückführt, wird zuerst genannt, als der Laienbruder Rudolf von B. nach dem Ellwanger Nekrologium aus dem 12. und 13. Jahrhundert eine Stiftung an dieses Kloster machte (Württ. Vierteljahrshefte 1, 209) sodann aus Anlaß von pfahlheimischen Besitzes dahier: Ritter Syfrid von Pfahlheim überließ den 25. April 1373 dem Abt Albrecht und Konvent von Ellwangen seine Vogtei über den hiesigen Maierhof, wofür er dieselbe, sowie die Eigenschaft des Hofs vom Abt zu einem Leibgeding erhielt, und Konrad von Pfahlheim verkaufte den 22. Novbr. 1465 an das Kapitel seine Vogtei dahier ganz, die Vogtei auf zwei Gütern, seine Gerechtigkeit am Kirchensatz (d. h. das Präsentationsrecht des Pfarrers), Höfe, Güter, Gülten und Nutzungen zu Erpfenthal, Haselbach, das Gut Farrenbach zu Lippach, wie er das alles von seinem Vater ererbt und bei der Theilung mit seinem Bruder Sigmund für seinen Theil zugestanden erhalten hatte, soweit es Lehen der Propstei war mit des Propsts Albrecht Einwilligung, um 200 fl. Rh. Noch vor dem letzten Verkauf hatten Elisabeth von Pfahlheim und ihr Sohn Sigmund den 22. Febr. 1454 15 Schill. 6 Hllr. Gülten Einkommens von der Vogtei über ein hiesiges Lehengut in das Präsenzamt zu Ellwangen zu einem Jahrtag für den an der Zielstatt erschossenen Unterschreiber auf dem Schloß Ellwangen, Nicolaus Euring, verwandt. – Einen Gulden ewigen Gelds erkaufte das Karmeliterkloster zu Dinkelsbühl den 6. April 1434 von Hans Huber dahier um 20 fl., überließ ihn aber den 21. Nov. 1532 um 28 fl. an die hiesige Heiligenpflege.

| Im J. 1733 gehörten zum fürstlich ellwangischen Amt Pfahlheim 1 Bauer, zum Kapitelamt 1 Bauer, 2 Halbbauern, 7 Löhner, öttingen-wallersteinisch, nach anderen richtigeren Angaben öttingen-spielbergisch (Amts Mönchsroth), war 1 Söldner (zus. 12). So kamen auch noch im J. 1810 10 Einwohner von Bayern an Württemberg (S. 315).

Bereits im J. 1383 wird ein Pfarrer Sigwolt dahier genannt. Als jedoch ums J. 1650 das Pfarrhaus einstürzte und es an Mitteln zum Wiederaufbau fehlte, wurde die Pfarrei längere Zeit durch den Pfarrer von Pfahlheim mittelst Haltung eines Kaplans versehen, bis 1735 der Wiederaufbau des Pfarrhauses erfolgen konnte. Das Patronatrecht stund früher dem Kapitel Ellwangen, steht aber nunmehr der Krone zu.

Buchhausen, Weiler, fast 31/2 km südöstlich von Pf., an der Straße von Pf. nach Walxheim gelegen.

Der Weiler wird das erste mal im Jahr 1369 genannt, als Abt Albrecht von Ellwangen den Stauferschen Geschwistern (wohl von Staufen, bayr. AG. Lauingen, zwischen Neresheim und Giengen; vergl. OA.Beschr. Göppingen S. 246) ein Gut zu Buchhausen eignete, für welches ihm Georgs von Stein (von Schenkenstein) Söhne ein anderes Gut zu Lehen auftrugen; den 1. Mai 1393 vertauschte jedoch Jerg von Staufen diesen Hof an die Gebrüder Grafen Ludwig und Friedrich von Oettingen. In der Folge wurden Abt Siefried von Ellwangen und die Gebrüder Grafen Ludwig und Friedrich von Oettingen wegen Wildbanns gen Buchhausen im Jahr 1405 (S. 655), Graf Ulrich von Oettingen und die Städte Nördlingen, Dinkelsbühl und Bopfingen wegen einiger strittigen Punkte hinsichtlich der öttingischen Schäferei dahier den 3. Juni 1449 und Propst Wolfgang von Ellwangen und die Äbtissin von Kirchheim, welche an ersteren ein für alle male 40 fl. entrichtete, wegen Besteuerung eines 8 Morgen großen Laubholzes zwischen dem Gemeindeholz zu Pfahlheim und den Hofhölzern der Bauern zu Buchhausen den 15. Juli 1615 verglichen. In späterer Zeit, so nach dem öttingischen Sal- und Lagerbuch von 1699 sowie nach der Topographia Ellvacensis von 1733, war Buchhausen ein Weiler, bestehend aus 3 Höfen, von denen einer (1 Sölde) unter denselben Rechtsverhältnissen wie Walxheim, in das fürstlich öttingische Oberamt Mönchsroth gehörte, die | beiden anderen (Halbbauernhöfe) öttingen-baldrisch waren (vergl. auch oben S. 625, unten Walxheim und Zöbingen).

In der Nähe von Buchhausen ist ein Ort Unterpäching abgegangen.

Halheim, Weiler, 2 km nordöstlich von Pf. am Pfahl gelegen, südlich über einem Seitenthal des Sonnenbaches. Das allen Heiligen geweihte hübsche Kirchlein zeigt noch die spätgothischen Formen, einen Ostthurm und daran hinausgebauten vieleckigen mit Strebepfeilern besetzten Chor. Sein in den Osttheilen gewölbtes Innere wurde ansprechend ausgemalt durch Maler Stubenvoll in Ellwangen; auf dem Hochaltar ein schönes Ölbild, Himmelfahrt Mariä, von A. Bernreiter 1879, im Chor gemalte Fenster.

Von den zwei Glocken hat die große die Umschrift: Ave Maria gratia plena, dominus tecum, benedicta tu in mulieribus. anno 1752. Auf der kleinen steht: A fulgure et tempestate libera nos, Domine Jesu Christe. 1752.

Halheim, dessen Name auf den Stamm hal = Halle oder = dem altnordischen halr, vir, wovon der Eigenname Halo (Förstemann, Personennamen Sp. 595; Ortsnamen Sp. 720 ff.) zurückzuführen ist, wird im J. 1339 aus Anlaß von Zehnt- und Gültberechtigung des Klosters Ellwangen dahier, sodann im 15. Jahrhundert in Folge adelmännischen Lehensbesitzes von Ellwangen erwähnt. In letzterer Hinsicht erhielten als Träger Annas der Adelmännin ihr Schwiegersohn Jerg Schenk (von Schenkenstein) zu Hohenstadt am 19. November 1421 zwei Theile (d. h. 2 Drittel) an dem Dorf zu Halheim, welche Anna von Martin von Ybe (Eyb) und Konrad von Holzingen gekauft, sowie Wilhelm Adelmann und Wilhelm Schenk am 29. Januar 1424 das letzte von Anna dem Albrecht von Schwabsberg abgekaufte Drittel von Abt Siefried von Ellwangen zu Lehen. In der Folge wurden Mitglieder der adelmännischen Familie bald ganz, bald je zur Hälfte hiemit belehnt, das letzte mal am 4. April 1524 Hieronymus Adelmann. Dieser verkaufte am 10. Dezember 1543 um 3500 fl. an Propst Heinrich von Ellwangen alle seine als Lehen von der Propstei ererbten Stücke und Güter, Renten, Gülten, Nutzungen dahier, insbesondere den Meierhof, die Gülten von 4 anderen Höfen, 12 Gütern, einen Strich Holzes, einige Gülten von der Gemeinde, ungefähr 150 Morgen Walds, sodann zu Riepach Gülten von einem | Hof, einem Holz, dem Hirtenamt, mit allen Gerechtigkeiten, Vogteien, Gerichtszwängen, Oberkeiten, Freiheiten, Herrlichkeiten, Begriffungen, Freveln, Bußen, Nutzen u. s. w. (d. h. den größten Theil des Orts Halheim). – Auch das Kapitel Ellwangen erwarb hier in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts mancherlei Besitz an Gut und Wald. So waren denn im Jahr 1733 hier fürstlich ellwangisch (Amts Pfahlheim) 6 Bauern, 13 Löhner, kapitelisch 2 Söldner (zusammen 21 Unterthanen). – Ein Hof hatte 1466 zur Pfandschaft Baldern gehört (S. 625).

Die „Allerheiligenkirche“ oder eigentlich nur Kapelle dahier wird im J. 1429 erwähnt; am 4. März 1597 wurde ein Ablaß für sie gewährt.

Hardt, Weiler, 3 km nordwestlich von Pf. auf der rechten Seite der Roth gelegen.

Der Weiler Hardt – Hart bedeutet althochdeutsch Wald, (Förstemann, Ortsnamen Sp. 736) – kommt zuerst im Jahr 1364 in Folge pfahlheimischen Lehensbesitzes von der Abtei Ellwangen genannt vor (S. 624), sodann als Konrad von Holzingen (bayr. AG. Ellingen) und seine eheliche Hausfrau Anna von Schwänningen am 16. Juni 1429 den großen und kleinen Weiher zu der Hart sammt der Fischenz und Grasweide, sowie sonstiger Zugehör, die Mühle an letzterem, den Weiher zu Stypperg, allen ihren Theil der Nutzung an Harter Gemeinde, an Holz und an Weide, um 600 fl. an die 2 Dinkelsbühler Bürger Fritz Hofer und Seytz Berlen, Mertein von Eyb und seine eheliche Hausfrau Elisabeth den 10. Nov. 1430 mit Besitz zu Haselbach drei hiesige Güter, dabei ein ellwangisches Lehensgut, sowie Holzantheil, an dieselben um 140 fl. verkauften und der erstere Mitkäufer dem zweiten am 1. Mai 1434 seinen Antheil an dem Erwerb um 400 fl. überließ. Berlen dürfte hier ein Hammerwerk angelegt haben, denn sein Schwiegersohn, Friedrich Bosch, gleichfalls Bürger zu Dinkelsbühl, verlieh am 5. Juni 1481 an den Hammermeister Hans Stiglitz seinen Hammer am großen Weiher zu der Hardt, unter genauer Festsetzung der Rechte des Belehnten, zu Erbrecht, verkaufte aber den 29. Sptbr. 1482 den meisten von seinem Schwiegervater herstammenden Besitz, die beiden Weiher, Hammer und Schmidhütte, vier Güter dahier und zwei zu Haselbach, um 1150 fl. an den Propst Albrecht von Ellwangen. Auch die Propstei gab den Hammer als Lehen hinaus, verkaufte ihn aber in der letzten | Zeit, nachdem noch eine Pfannenschmide hinzugekommen war, an Private. Im J. 1733 waren hier 4 fürstlich ellwangische Löhner, Amts Pfahlheim.

Hirlbach, Weiler, 21/2 km nordwestlich von Pf. auf dem Bergrücken, der vom Freihof her bis Röthlen in langem Bogen sich herzieht, gelegen. Die der schmerzhaften Mutter geweihte Kapelle stammt aus den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Abgegangene Burg am Ort.

Hirlbach, Hürlbach, Hürelbach, erscheint zuerst als Name eines Ortsadels: Diemar von Hürlbach wurde am 23. Juli 1330 an Stelle seines verstorbenen Bruders Heinrich von dem Burggrafen Friedrich von Nürnberg mit dem Kirchensatz zu Segringen (bayr. AG. Dinkelsbühl) belehnt, ebenso den 30. Januar 1338 nach seinem Tode von dem Burggrafen Johann seine minderjährigen Kinder, von denen Ulrich das Lehen im Jahr 1342 an das Deutsche Haus zu Ulm verkaufte (Steichele a. a. O. 3, 507 ff.). Ein Bruder dieses Ulrich ist wohl Ritter Dyemar von Hürlbach, welcher den 4. August 1348 als Zeuge der Gebrüder Konrad und Siefried von Pfahlheim (Mon. Boic. 8, 140) vorkommt und den 25. November 1351 um seines Seelenheils willen der Pfarrkirche zem Werde (Wörth) zur ewigen Nutznießung für den Pfarrer das Widemlehen mit einer Hofstatt und 3 Lehen daselbst, 2 Lehen zu Klein-Georgenstadt, ein Holz, genannt Grenberch (Butzenrod zu), das Fischrecht in allen offenen Bächen, die zu der Burg und dem Dorf Werde gehörten, überließ, somit allda beträchtlich begütert war; ein weiterer Ritter Dyemar von Hürlbach der Jüngere zu Wagenhofen ist den 12. März 1356 Zeuge Wernhers von Killingen. Nach dem Siegel Diemars vom Jahr 1351 zu schließen, welches zwei gekreuzte Hirschstangen und von der Umschrift noch: DIEMARI DE WER ... zeigt, bildeten diese Herren von Hirlbach einen hier angesessenen Zweig der Familie der Herren von Wörth, in welcher gleichfalls der Name Diemar zu Hause ist (s. unten), wogegen andere Herren von Hirlbach, so Konrad von H. im Jahr 1367 Zeuge Abt Albrechts von Ellwangen in einer Obersontheim (OA. Gaildorf) betreffenden Urkunde, schon nach dem Siegel (gespaltener Schild, dessen linke Hälfte dreimal getheilt) nach Matthes-Hörlebach (OA. Hall) zu verweisen sind (vergl. Herolt, Chronika v. d. Stadt Hall S. 23; OA.Beschr. Hall S. 269.)

| Auf die genannte, wohl zuerst im Besitze der Grundherrschaft befindliche Familie scheint die benachbarte von Pfahlheim gefolgt zu sein: Rudolf von Pf. setzte bei einem Vergleiche mit dem Abt von Ellwangen den 3. Okt. 1435 seine hiesigen von der Abtei zu Lehen gehenden Güter und Nutzungen zu Pfand, Sigmund und Konrad von Pf. verkauften den großen und kleinen Zehnten dahier an Hans von Ahelfingen, welcher ihnen jedoch am 24. Februar 1464 ein Wiedereinlösungsrecht einräumte, Konrad von Pf. endlich verkaufte mit Einwilligung seiner Mutter Elisabeth und seiner Brüder Wilhelm und Sigmund den 11. März 1471 an den Propst Albrecht von Ellwangen allen seinen Besitz dahier, insbesondere den Meierhof, Gülten von Gütern, Lehen, Gärten, 1/3 des Zehnten nebst 2 Höfen zu Erpfenthal, seinen Theil und seine Gerechtigkeit an den Hölzern und Holzmarken zu Rott und Stypperg sowie am Hof zu Beerhalden, alle seine Lehen und eigene Leute, mit allen Rechten und Zugehörden, wie das alles von seinen Vorderen auf ihn gekommen und von Ellwangen zu Lehen rührte.

Im J. 1733 waren hier 4 Bauern, 10 Löhner fürstlich ellwangischen Amts Pfahlheim.

Hochgreut, Weiler, südlich von Pf., am Nordfuß des Hochgreut, jener weithin beherrschenden Höhe.

Auf diesen Weiler ist es sicher zu beziehen, wenn Heinrich Völker von Crailsheim und Friedrich Bosch von Dinkelsbühl den 8. Oktober 1478 zwei Höfe zum Ghreut oberhalb Röhlingen, ellwangische Lehen, um 190 fl. an das Ellwanger Kapitel verkaufen. Sodann ist er wohl das im Ellwanger Gült- und Rechtsbuch von 1339 sowie in den Saalbüchern des Amts Pfahlheim von 1454 und 1485 genannte: „Zem Gerute“, „Zum Greut“.

Im Jahr 1538 hatte das Kloster Kirchheim hier Hintersassen; nach der Topographia Ellvacensis vom Jahr 1733 dagegen waren hier 2 kapitelische Bauern, 1 fürstlicher Löhner Amts Pfahlheim.

Hofstetten, Weiler, am Weg zwischen Beersbach und Hirlbach gelegen, nach B. schulpflichtig.

Ein Zehnte zu Hofsteten wird im J. 1339 zur Dotirung einer Messe in Unterkochen verwandt, doch scheint es, da die sonstigen gestifteten Objekte an Unterkochen näher gelegenen Orten sich befinden, etwas zweifelhaft, ob dabei an dieses oder nicht | etwa ein abgegangenes Hofstetten zu denken sei. Ähnlich verhält es sich mit den S. 607 genannten Wiesen zu Hofstetten. Dagegen könnte das Stetten, an welchem Pfahlheimer und Erpfenthaler Bürger im Jahr 1481 Wiesen besaßen, vielleicht unser Hofstetten sein, jedenfalls aber ist es das (S. 584) im Jahr 1488 genannte. Im J. 1733 wird dasselbe mit 2 Bauern zum Kapitelamt gezählt.

Pfeifhäusle, Haus, nahe, südwestlich von Pf. an der Sechta gelegen. Dabei römische Ruine.


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