Beschreibung des Oberamts Ellwangen/Kapitel B 14

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14. Rindelbach,
Gem. II. Kl. mit 1192 Einw. 1. Rindelbach, Dorf, 312 Einw., wor. 1 Ev., Fil. von Ellwangen; 2. Borsthof (Vordersteinbühl) Hof, 7 Einw.; 3. Eigenzell, Weiler, 233 Einw.; 4. Gehren-Sägmühle, Haus, 1 Einw.; 5. Hohlbach, Weiler, 96 Einw.; 6. Kalkhöfe, Weiler, 34 Einw., wor. 9 Ev.; 7. Kellerhaus, Haus, 12 Einw.; 8. Ludwigsmühle, Haus, 12 Einw.; 9. Rabenhof, Weiler, 11 Einw.; 10. Rattstadt, Weiler, 272 Einw.; 11. Scheuenhof, Hof, mit Scheuen-Sägmühle, Hof, 30 Einw.; 12. Scheuerlingshof (Leiterleshof), Hof, 8 Einw.; 13. Schönau, Weiler, 72 Einw.; 14. Stocken, Weiler, mit Stocken-Sägmühle, Haus, 84 Einw.; 15. Treppelmühle, Haus, 8 Einw.
Parz. 2, 4, 7, 8, 9, theilweise 11, 12 kath. Fil. von Ellwangen, Parz. 1, 3, 5, 10, 13–15 kath. Fil. von Schönenberg, Parz. 6 kath. Fil. von Jagstzell.
Der Ort liegt 21/2 km unterhalb Ellwangen im Jagstthal auf beiden Seiten des Flusses und gibt mit seinen zerstreut im grünen Thal liegenden Häusern einen recht freundlichen Anblick. Der Ort mit kleiner Kapelle ist nach Schönenberg (s. ob. S. 424) eingepfarrt, woselbst auch die Schul- und Rathhausgelasse sind. Eine weitere 1863 erbaute Schule befindet sich bei der Eichkapelle (s. ob. S. 430). Der weitläufig unter schönen Waldbaumgruppen gelegene Ort ist reich an Quellen, hat 14 laufende Brunnen, zudem fließt die Jagst hindurch, oft durch Überschwemmung großen Schaden anrichtend. Über die Gesammtmarkung fließen von Bächen der Altweiherbach oder Kreßbach von Stocken durch Hohlbach nach R. und dort in die Jagst, ebendort mündet ein Bach von Gehrensägmühle herkommend. Der | von der Scheuensägmühle über die Ludwigsmühle rinnende Bach fällt bei Schönau in die Jagst, der von Stocken-Sägmühle kommende Fischbach unterhalb Kalkhöfe. Weiher bestehen noch 8, über 10 wurden trocken gelegt. In der Nähe von Kalkhöfe im Staatswald „Kalterbrunnen“ entspringt auf einer Höhe von etwa 50 m am Auslauf eines Berges ein Brunnen mit einem armsdicken Strahl. Die Haupterwerbsmittel bestehen in Feldbau und Viehzucht; man baut besonders Dinkel und Roggen, die Obstzucht bedeutet nicht viel. Eine Mahlmühle und 6 Sägmühlen bestehen.

Die Kapellenpflege in Eigenzell besitzt 1000 M., die in Rattstadt 1800 M.; auch besteht eine Schulstiftung, gestiftet von J. May von Rattstadt, mit 200 M.

Rindelbach, früher Rennelbach, Rendelbach geschrieben, – ein von dem Personennamen Rando, Rento abzuleitender Name – wird das erste mal erwähnt in Folge von Zehntberechtigung Ellwangens allda im J. 1339, sodann als Abt Albrecht von Ellwangen den 30. Okt. 1380 der Frau Peters genannt der alten Schultheißin den großen und kleinen Zehnten aus einem hiesigen Hofe, seither Lehen der Abtei, eignete, worauf derselbe den 23. Nov. 1402 durch den Ellwanger Bürger Claus Harrer an Hans Keym, den 17. Sept. 1422 von Keym an seinen Schwiegersohn Hans Schiltknecht um 20 fl. verkauft wurde, von letzterem jedoch bereits den 23. Apr. 1439 wieder an die Abtei kam (s. Eggenroth) und von Abt Johannes († 1452) zur Stiftung von Jahrtägen für sich, seine Eltern u. s. w. verwandt wurde. Der Ort selbst gehörte in der Folge, so im J. 1733, mit 6 Bauern, 4 Halbbauern, 10 Löhnern, 4 Söldnern (zus. 24), zum Kapitelamt, während 1 Löhner fürstlichen Ammanamts war.

Borsthof oder Vordersteinbühl, Hof, 4 km westlich von R. am Beginn des Kirnbachthälchens gelegen; nach Eggenroth, Gem. Schrezheim, schulpflichtig.

Als Orte, an welchen Ellwangen zehntberechtigt war, werden zwischen Eggenroth und Scheuerlingshof einer- und Lindenhof und Matzengehren andererseits „zem kleinen und zem großen Steininbüchel,“ wohl Vorder- und Hinter-Steinbühl, im Jahr 1339 genannt. Der Name Vordersteinbühl selbst kommt im Gültbuch der Propstei Hohenberg von 1369 (s. unten) vor. Das Gütlein, später Hof bezeichnet, zum Vordersteinbühl gieng, soweit | bekannt seit dem 28. Juli 1435 von der Grafschaft Oettingen, zunächst von Graf Ludwig und Johann Gevettern, sodann in der Weise zu Mannlehen, daß es der älteste Graf verlieh. Es war zuerst im Besitz verschiedener Ellwanger Bürger, so 1435 Seitz Spindlers und Claus Mantzen, seit 1516 der Reichen Almosenpflege zu Ellwangen, und noch am 19. August 1802 wurde die Stadt Ellwangen im Namen dieser Pflege vom Fürsten Kraft Ernst von Wallerstein als Senior und Lehensadministrator des Gesammthauses Oettingen damit belehnt, worauf das Lehensverhältnis durch stillschweigenden Verzicht der Lehensherren erlosch. In der Topographia Ellvacensis vom J. 1733 wird der Hof mit 1 Bauern zum Ammanamt gerechnet (vergl. auch oben S. 567). Der Name Borsthof rührt wohl von einem neueren Besitzer her.

Eigenzell, Weiler mit Kapelle zum h. Sebastian, 4 km östlich von R. auf der Höhe gelegen, mit schöner Aussicht an die Alb von Baldern bis gegen den Neuffen, und gegen Nordwest, in das Jagstthal; nach Schönenberg schulpflichtig. Die Kapelle ist noch gothisch, hat einen vieleckigen Chor mit Strebepfeilern, auf dem Hochaltar ein schönes Ölbild, der heil. Sebastian von X. Zimmer in München 1865, ein gutes halblebensgroßes Kruzifix aus Oberammergau. Die Fenster sind jetzt rundbogig. Der Triumphbogen noch spitz; die zwei neuen Glocken auf dem Thürmchen goß Sedelmayer in Ellwangen.

Zu dem gleichfalls im J. 1339 mit ellwangischen Zehntrechten genannten Aigen-, Eigenzell war der Spital Dinkelsbühl schon im Jahr 1391 gültberechtigt und ertauschte Burkhard von Wollmershausen einen Hof im Jahr 1478 vom Kapitel Ellwangen (vergl. S. 597). Streitigkeiten zwischen dem Abt bezw. Propst von Ellwangen einer- und Dekan und Konvent (Kapitel) andererseits betreffend die Vogtei des ersteren zu Eigenzell wurden den 17. April 1435, wegen des Kirchweihplatzes dahier den 15. Mai 1530, sodann solche wegen Viehweide und Holz zwischen den Gemeinden Eigenzell und Rattstadt, bezw. ihren Herrschaften den 23. März und 26. Sept. 1657 im Vergleichswege oder durch schiedsrichterlichen Spruch beigelegt. Im J. 1733 gehörten 4 Bauern, 3 Halbbauern, 11 Löhner, 3 Söldner (zus. 21) zum Kapitelamt, dagegen 1 Bauer, 2 Halbbauern, 1 Söldner zum fürstlichen Ammanamt und war die Jurisdiktion der Propstei und dem Kapitel gemeinschaftlich.

| Die hiesige S. Sebastianskapelle erhielt den 14. Nov. 1500 einen Ablaßbrief.

Gehren-Sägmühle, Haus, 10 Minuten westlich von R. am Gehrenweiher gelegen.

Hohlbach, Weiler mit Kapelle, 2 km östlich von R. im Kreßbachthal gelegen; nach Schönenberg schulpflichtig.

In Hohlbach, früher meistens Halbach, Hahlbach, Haalbach geschrieben, gehörten 1733 2 Bauern, 2 Söldner zum Kapitelamt, 1 Bauer, 3 Söldner zum fürstlichen Ammanamt Ellwangen.

Kalkhöfe, Weiler, 21/2 km nördlich von R., auf der rechten Seite des Jagstthals gelegen, nach Jagstzell schulpflichtig.

Kalkofen wird den 25. Januar 1380 aus Anlaß des Verkaufs zweier hiesigen Höfe durch das Kloster Ellwangen an den Ellwanger Bürger Claus Harrer um 132 fl., um welche Summe sie am 10. Juni 1391 ans Kloster zurückfielen, sodann im Ellwanger Gültbuch von 1381, ein Jäcklin von Kalkhofen im J. 1516 genannt und unter dem Namen Kahlhöfe (nicht zu verwechseln mit Kahlhöfe OA. Neresheim) erscheint der Weiler im J. 1733 mit 2 Bauern als zum fürstlichen Ammanamt gehörig.

Der Name Kaltenbrunnen des oben (S. 663) erwähnten Staatswalds kommt schon im J. 1339 vor.

Kellerhaus, Haus, 3/4 km westlich von R. südlich beim Gehrenweiher gelegen.

Ludwigsmühle, Haus, 2 km nordwestlich von R. in der sog. Schönklinge an kleinem Weiher gelegen.

Rabenhof, Weiler, 2 km westnordwestlich von R., nördlich über dem Kirnbachthälchen gelegen; nach Eggenroth schulpflichtig.

Rabenhof ist wohl das in den Gültbüchern vom J. 1339 und 1344 (s. unten) genannte Raben, 1733 gehörte der Hof mit 2 Halbbauern zum Ammanamt.

Rattstadt, Weiler, 4 km ostsüdöstlich von R. rechts der von Ellwangen nach Dinkelsbühl führenden Landstraße, am Beginn eines Seitenthälchens des bei Röhlingen in die Sechta mündenden Schlierbaches gelegen; mit Kapelle zur heil. Dreifaltigkeit, nach Schönenberg schulpflichtig. Zwischen Rattstadt und Eigenzell lag ein Waldtheil, jetzt Acker, mit Namen „Birkle“, dabei der Osterbrunnen und der Osterberg.

| Rattstadt, Rathstatt, früher auch Rottstadt geschrieben – ein wohl auf den Personennamen Rato zurückzuführender Name – wird gegen das Ende des 13. Jahrhunderts erstmals genannt, als Ritter Ulrich von Larrieden (bayer. AG. Feuchtwangen) den 30. Jan. 1292 einen hiesigen Hof und Mansus, Lehen von Ellwangen, dem Dekan und Kapitel daselbst vermachte (s. S. 681). Den 5. Jan. 1365 verzichtete Ulrich von Bopfingen gegenüber Abt Kuno von Ellwangen auf das Lehen Rattstadt, mit welchem der Abt am gleichen Tage Nolt von Seckendorf belehnte. Den 18. März 1368 verpfändete Graf Eberhard von Württemberg mit der Burg Niederalfingen (OA. Aalen) auch sein Dorf Rattstadt „wie er es von Ulrich von Seckendorf, dieser von den von Bopfingen gekauft“, an Konrad von Hürnheim (vergl. OA.Beschr. Aalen S. 272). Aus dessen Familie ertauschten den 10. Febr. 1447 Walther von H. und seine Hausfrau Ursula von Freiberg von Pfleger und Konvent zu Ellwangen für die Vogtei zu Sulzdorf (OA. Aalen) hiesige Güter und den 23. März 1463 vertauschten dieselben ihren Theil am großen und kleinen Zehnten dahier gegen Güter zu Lengenfeld und Seitsberg (OA. Aalen) an Dekan und Kapitel zu Ellwangen, Rattstadt selbst aber bildete einen Bestandtheil der Herrschaft Niederalfingen und kam wie diese, wie es jedoch scheint, nicht zugleich mit der sonstigen

Herrschaft im J. 1551, von der Familie von Hürnheim an die Grafen von Fugger, in deren Besitz es als Rittergut des Kantons Kocher verblieb, bis den 21. August 1670 Graf Nikolaus Fugger sein „freieigenthümliches Weiler“ Rattstadt, worin sich damals 8 Fallhöfe, 7 Falllehen, 1 Fallsölde befanden, mit Grund und Boden sammt allen Pertinentien, Rechten und Gerechtigkeiten gegen Güter und Rechte zu Sulzdorf, Hüttlingen und Schwenningen an den Dekan Johann Christoph Adelmann von Adelmannsfelden und das Kapitel zu Ellwangen vertauschte. Im Jahr 1733 gehörte der Weiler mit 8 Bauern, 4 Halbbauern, 1 Löhner, 3 Söldnern (zus. 16) dem Kapitel.

Die Kapelle zur h. Dreifaltigkeit wurde im J. 1731 aus milden Beiträgen mit Genehmigung des Kapitels erbaut.

Scheuenhof, Hof, mit Scheuensägmühle, ganz nahe nordöstlich vom Borsthof; die Scheuen-Sägmühle liegt nördlich vom Scheuenhof in der Schönklinge unter drei kleinen Weihern; beide nach Eggenroth schulpflichtig.

| Scheuerlingshof (Leiterleshof) Hof, südöstlich vom Borsthof, rechts der Landstraße von Ellwangen nach Rosenberg gelegen, nach Eggenroth schulpflichtig.

Scheuerlingshof ist ohne Zweifel der in den Gült- Rechts- und Salbüchern von 1339, 1381, 1485 und 1506 genannte Schieringshof, Scheiringshof, und im J. 1733 war auf dem ammanamtlichen Scheuerlingshof 1 Halbbauer. Auch dürfte die z. B. im J. 1506 genannte neue Sägmühle zum Laider, welche hier zwischen Kellerstadt und Stocken aufgezählt wird, wohl auf den Namen Leiterleshof zu beziehen sein.

Schönau, Weiler, stark 1 km nordwestlich von R. im Jagstthal links des Flusses gelegen, da wo von Westen her die Schönklinge hereintritt.

Schönau, ein auf das althochdeutsche scôni = schön zurückzuführender Name (vgl. Förstemann, Ortsnamen Sp. 1304; Buck a. a. O. 247) wird das erste mal im Ellwanger Gült- und Rechtsbuch von 1381, sodann den 17. April 1435 erwähnt, als Abt, Dekan und Konvent zu Ellwangen wegen Dienste der Abtei aus einem Dechaneigut dahier verglichen wurden. Zwei der Pfarrkirche zu Ellwangen gültbare Weiher unterhalb Schönau nebst einer Sägmühle am unteren Weiher wurden im J. 1515 für 66 fl., im J. 1528 für 59 fl., im J. 1536 für 190 fl., dieses Mal an das Kapitel zu Ellwangen verkauft, bei dessen Amt Schönau im J. 1733 mit 3 Bauern, 2 Halbbauern, 1 Löhner aufgeführt wird.

Stocken, Weiler, mit Stocken-Sägmühle, Haus, 31/2 km nordöstlich von R. gelegen auf der Höhe nördlich über dem Kreßbachthal; mit Kapelle.

Eine schwache Viertelstunde nordwestlich von Stocken liegt die Stockensägmühle, im engen tiefen Waldthal des Fischbaches. Beide nach Schönenberg schulpflichtig. Auf dem nahen Hornberg sehr schöne Aussicht und prachtvolle Buchenwaldung. Im Staatswald „altes Schloß“ eine Erhöhung mit Wallgraben, längst mit Bäumen bewachsen; hier sollen schon alte Münzen gefunden worden sein (s. ob. S. 341 f.).

Stocken, früher auch Stockhen, Stockheim geschrieben, – der Ort, wo Stöcke, Stumpen eines abgeholzten Waldes stehen (Förstemann a. a. O. Sp. 1388 ff., Buck a. a. O. 270) – wäre nach Röder, Geogr. u. Statistik Wirtembergs 2, 170, Stammsitz | einer 1304 ausgestorbenen adeligen Familie des Namens gewesen, deren Herrschaft an Ellwangen gefallen sei, allein urkundlich nachweisbar scheinen diese Angaben nicht. Wohl aber dürfte unser Stocken dasjenige Stocken sein, an welchem Graf Ulrich von Helfenstein den 14. Mai 1297 ein bisher Seitens Heinrichs des Tuben von Crailsheim von ihm zu Lehen getragenes nunmehr dem Kloster Roth (Mönchsroth) verkauftes Gut dem letzteren eignete und dieses Kloster im J. 1479 alle Zehnten hatte (Steichele a. a. O. 3, 490). Sodann erscheint Ellwangen nach seinen Gült- und Rechtsbüchern von 1339 und 1381 hier gült- und zehntberechtigt, und ist der Weiler vielleicht auch das Stockach, an welchem das Spital Dinkelsbühl in den J. 1391 und 1440 gültberechtigt war. Im J. 1733 wurde Stockheim mit 1 Bauern, 2 Halbbauern, 2 Löhnern, 3 Söldnern (zus. 8) zum fürstlichen Ammanamt gerechnet.

Ein abgegangener Hof Wychselbaum bei Stocken wird 1339 und 1485 erwähnt.

In den Waldungen zwischen Hohlbach und Stocken stieß man im Juli 1885 auf große Massen alterthümlicher Scherben. Dieselben finden sich in dem sog. Gauklerswald, südöstlich vom Sadelbuck, auf einer abgeholzten Platte. Nach Aussage von Leuten, welche in den dortigen Waldungen früher schon Stöcke rodeten, soll sich ein ganzer Strich solcher Scherbenlager durch den Wald ziehen. Die Scherben rühren von alten Pechsiedereien her, es haftet an vielen auf der Innenseite noch Kohle, Pech und Theer. Die Gefässe haben sehr verschiedene Größen und Formen; sie sind theils mit, theils ohne Töpferscheibe gefertigt, theils 1–2 cm stark, theils fast papierdünn, von Farbe grau, schwarz, gelblich oder röthlich, und tragen keine oder einfache ringsumlaufende Wulstornamente. Es befinden sich unter ihnen große, dickbauchige Gestalten, aber auch schlankere Formen; auffallend sind namentlich große wie kleine zylindrische Gefäße. Geräte von Stein, Bronze oder Eisen ließen sich bei den ausgeführten Schürfungen nicht treffen. Ein zweites derartiges Scherbenlager befindet sich ungefähr eine Viertelstunde von ersterem entfernt, nahe bei Stocken, im Staatswald Höllenbuck. Zu diesen Unmassen von Gefässen mag die Sage in Beziehung stehen, daß einst am Hornberg eine große Stadt bestanden habe, zu der Ellwangen und Neunstatt als Vorstädte gehört hätten. Ein dritter Fundort ist auf Markung Neuler beim Schönberger Hof in der Zigeunerklinge (s. oben S. 363.)

| Treppelmühle, Haus, 31/2 km nordnordöstlich von R. im Fischbachthal gelegen; nach Schönenberg schulpflichtig.

Als Inhaber der Treppelmühle erscheint im J. 1506 Hans Tröpel, Müller, sie selbst gehörte im J. 1733 zum Ammanamt und bis ins laufende Jahrhundert zur Pfarrei Ellwangen.


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