Beschreibung des Oberamts Münsingen/Sunderbuch

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41. Sunderbuch,

ein kath. vormals Zwiefaltisches Dörfchen, auf der Höhe bey Zwiefalten, eine starke Stunde von da und 5 St. von Münsingen, mit 187 (1823. 192) Einwohnern, Filial von Zwiefalten, C.A., F.A. und R. Zwiefalten.

Der Name wird früher immer Sunderbuch und nicht Sonderbuch geschrieben und gedruckt gefunden, und seine Ableitung von ’s unter Buch – im Gegensatz von dem obern Buch oder Wald, ist nicht unscheinbar.

Den großen und den kleinen Zehnten bezieht der Staat, der Heu- und Öhmdzehnte ist unter den Lehenzinsen begriffen.

Gefälle bezieht der Staat, aus 21 Falllehen und aus Zinsgütern

Geld 53 fl. 42 kr. Dinkel 37 Sch. 71/2 Si. Haber 45 Sch. 53/4 Si. ferner 4 Si. 3 V. 4 E. Hanfsaamen,
und der Ortsheilige 6 kr.

Der Ort liegt am Abhang des Gebirgs gegen das Achthal. Er ist weitläufig gebaut und hat, wie alle Zwiefaltischen Filialien, eine Capelle. Über die besondern Bevölkerungsverhältnisse, s. S. 57 etc.

Der Ort ist arm; die Gemeinde hat wenig Einkünfte. Im Jahre 1728 setzte das Kloster Zwiefalten einen Scharfrichter und Kleemeister nach Sunderbuch, was von Seiten Würtembergs großen Widerspruch fand. Vormals hatte der Ort seine eigenen Edelleute. Im Jahr 1132 schenken die Brüder Ulrich und Rupert von Sunderbuch dem Kloster einen Wald bey Wimsheim, Maisenhart genannt, und ihre Schwester Mechtilde von Dirmetingen vermacht dem Kloster Güter zu Stainkart; eben so Herbart von Sunderbuch. S. Bach. Ihr Schloß lag auf einem Hügel bey Sunderbuch, wo man noch Überreste findet.

| Auch die Familie Stein war in Sunderbuch begütert: i. J. 1432 verkaufte Jörg von Hohenstein seinen Antheil, namentlich 5 Höfe mit Wäldern und allem Recht und Gericht um 815 fl. an Zwiefalten, den Zehenten und andere Güter und Rechte hatte das Kloster schon bey seiner Stiftung erhalten.

Nicht weit von dem Orte steht die Loretto-Capelle mit einem Meßnerhaus auf einem Hügel in dem Walde, eine Wallfahrtskirche, welche i. J. 1671 von dem Abt Christoph von Zw. gebaut wurde. Die Veranlassung dazu gab eine 2 Jahre lang unter den Mönchen anhaltende Kolik, deren Abwendung durch den Bau dieser, der Jungfrau Maria geweihten, Capelle bezweckt und nach dem Chronisten auch erlangt wurde.[1]


42. Tapfen mit Wasserstetten, Grafeneck und Marbach.
a. Tapfen,

ein kath. Pfarrd. im Lauterthale, 2 kl. St. von Münsingen, mit 262 (1823. 266) Einwohnern, C.A. Münsingen, F.A. Zwiefalten, R. Grafeneck.

Der Name des Orts, der in neuern Zeiten erst Dapfen geschrieben wird, findet sich in ältern Schriften fast immer Tapfen, auch Taphen (wie Phullingen) in den ältesten, sogar Taffo geschrieben, ganz dem Zeitalter gemäß, wo Tropfen noch Troffo hieß.

Zehnten, den großen hat mit Ausnahme von 20 Morgen zehendfreyer Äcker, der Staat, den kleinen die Pfarrey.

Gefälle beziehen hier und zu Wasserstetten aus 38 vorm. Erblehen und aus Zinsgütern, aus den Mühlen, und aus der Hofstatt einer ehemaligen Badestube etc.

Geld Dinkel Haber
Der Staat 70 fl. 50 kr. 4 Sch. 1 S.  4 E.
(und 4 S. Roggen)
58 Sch. 4 S. 2 V. 4 E.
Der Heil. des Orts 7 fl. 35 kr. 6 Sch. 3 S.  7 E. 6 Sch. 5 S. 1 V. 4 E.
– Upfingen 1 Sch. 2 S. 3 V. 4 E. 1 Sch. 3 S. 1 V. 4 E.
– Münsingen 13 kr. 1 Sch.   3 V. 4 E. 1 Sch. 1 S.  4 E.
Die Gemeindepflege 5 fl. 25 kr.
Die Gem. Eglingen 1 fl. 19 kr.
| Der Staat bezieht auch von jedem Einwohner 3 V. 3 E. 2 F. Zollhaber, und von jeder Mähne 43 kr. Mähnengeld. Eben demselben gehört auch das Fischwasser in der Lauter, von Gomadingen bis zu Anfang der Bichishäuser Markung. Es ist mit Ausnahme des Marbacher Bezirks, wo es der Gestüts-Anstalt überlassen ist, für jährliche 92 fl. verpachtet.

Der Ort liegt sehr zerstreut, auf beyden Seiten der Lauter, über welche hier 2 hölzerne Brücken führen. S. 46. Die Kirche und das Pfarrhaus stehen ziemlich entfernt von dem Orte auf einem Hügel. Auf der sogen. Hofstatt stand ehemals eine Badstube. Sterblichkeit und Vermehrung sind gleich stark, s. S. 57. 58. Der Ort hat ziemlich viele Weber, 1 Pottaschensiederey, eine Mahl- und eine Öhlmühle. Seit Jahrhunderten ist Tapfen auch der Sitz der Fischerey in dem bezeichneten Bezirke der Lauter; schon i. J. 1316 verkauft Swigger von Blankenstein seine Fischerey zu Tapfen an Heinrich von Grafeneck. Vergl. S. 51. 52. 58. In die Pfarrey gehören Wasserstetten, Marbach und Grafeneck. S. Eglingen.

Tapfen kommt schon i. J. 904 unter dem Namen Taffo vor. S. o. S. 8. Im 12ten und 13ten Jahrhundert findet man eine adeliche Familie, welche sich von Tapfen schrieb; namentlich kommt i. J. 1138 eine Richenza von Hirsbil, Tochter Reinhards von Tapheim vor, und i. J. 1220 erscheint Ludwig von Taffheim als Zeuge in einer Gundelfingischen Urkunde. Vermuthlich machten sie mit den Blankenstein, welche man im 14ten Jahrhundert als Herrn von Tapfen und Wasserstetten kennen lernt, eine Familie aus. Im Jahr 1320 überläßt eben derselbe Swigger von Blankenstein, der i. J. 1316 die Fischerey verkauft hat, dem Grafen Eberhard dem Erlauchten, wegen des ihm zugefügten Schadens, seine Burg Blankenstein mit Allem, was dazu| gehörte, namentlich mit den Dörfern Tapfen, Stetten, Weidenthal und Waldstetten, wogegen Würtemberg die darauf haftenden Schulden übernehmen und z. B. Waldstetten mit 220 Pfd. von den von Stöffeln, Tapfen selbst aber mit 290 Pfd. von den von Grafeneck lösen mußte.[2] Graf Eberhard der Milde übergab 1394 die Burg Blankenstein und Tapfen dem Dietrich Spät zu einem Leibgeding, i. J. 1407 aber verkaufte Eitel Spät von Estetten den Kirchensatz sammt dem großen und kleinen Zehnten zu Tapfen an Graf Eberhard um 380 fl. und der Graf übergibt diese gleich darauf unserer Frau zu dem Güterstein. Das Kloster Güterstein kaufte in den Jahren 1427 und 1432 noch mehrere Güter dazu, und Graf Eberhard der ältere schenkte ihm i. J. 1465 auch Gülten daselbst.

Durch den dreyßigjährigen Krieg wurde auch Tapfen verödet. Die Pfarrey stand viele Jahre lang leer, und wurde von dem Pfarrer zu Gomadingen, nachher von dem zu Buttenhausen versehen. In der Nähe von Tapfen befindet sich das Ottilienloch. S. 36.; ausgezeichnet ist auch durch seine Reichhaltigkeit der Steinbruch auf der Markung von Tapfen.

b. Wasserstetten,

ein evang. Weiler, das mit Tapfen Eine Markung hat, Filial von diesem, und eine Viertelstunde weiter unten im Thale gelegen ist, mit 127 (129) Einwohnern. Der Ort, gemeiniglich auch blos Stetten genannt, hat weder Kirche noch Schule, und war von jeher in genauer Verbindung mit Tapfen, so daß es gewöhnlich auch unter dem Namen des letztern begriffen wird. Die Lauter, über welche hier eine hölzerne Brücke führt, treibt eine Mahlmühle. Beyde Orte, Tapfen und Wasserstetten, gehörten ehemals zu der Burg

Blankenstein, welche auf der Höhe bey Wasserstetten lag. Man sieht noch ihre Ruinen auf dem Wege nach| Eglingen, auf Felsen an dem Rande einer Seitenschlucht. Sie war die Stammburg der Herrn von Blankenstein, welche die Schwäbische Geschichte als ein angesehenes und auch im Unterlande begütertes, Freyherrliches Geschlecht kennt. Ein Berthold von Blankenstein war es, der mit seiner Gemahlin i. J. 1255 das Frauenkloster zu Steinheim an der Murr stiftete, und ein Swigger von Blankenstein besaß Mühlhausen am Neckar, wo er 1282 seinen Sitz hatte. Aber schon um diese Zeit fing das Geschlecht an zu sinken. S. Tapfen u. S. 25.
c. Grafeneck,

ein K. Jagdschloß mit einigen Nebengebäuden in einem Seitenthälchen der Lauter, an der Straße von Reutlingen nach Münsingen, 1/2 St. von Tapfen, wohin es eingepfarrt ist, 11/2 St. von Münsingen, mit 26 Einwohnern; Sitz eines Revierförsters, F.A. Zwiefalten, C.A. Münsingen.

Das Schloß Grafeneck, ehemals auch Gravenegg geschrieben, hat eine äußerst romantische Lage auf einer in das stille Thälchen vorspringenden Ecke des Gebirgs, zwischen zwey Thalzinken, welche sich vor dem Schlosse vereinigen. S. S. 24. Es theilt sich in das alte und das neue Schloß, welche durch einen Hof getrennt sind. Das neue Schloß liegt vorwärts an dem Rande gegen das Thal, und sieht äußerst freundlich und malerisch in das Thal hinab. Es ist nur einstockig und von Holz gebaut, aber 194 Fuß lang, mit zwey Flügeln versehen, wovon jeder 42 Fuß lang ist, und enthält 31 heizbare und 5 nicht heizbare Zimmer. Auf beyden Flanken stehen noch die Rümpfe von zwey ältern runden Thürmen, welche nun zu Altanen benutzt sind, und das Schloß selber ruht auf starken Mauern. Das alte Schloß, welches rückwärts steht, ist zweystockig und von Stein; es enthält in dem Hauptgebäude, welches 109 Fuß lang ist und in zwey Flügelgebäuden, wovon jeder 49 Fuß lang ist, 45 heizbare und 5 unheizbare Zimmer nebst Ökonomie-Einrichtungen.

Außer dem Schloßraume stehen noch zwey große Marställe, ein Officiantenbau, ein Billiardzimmer und einige andere| Gebäude, und am Fuße des Schloßbergs die Wohnung des Försters.

Auf der Stelle des Schlosses stand ursprünglich die Burg der Grafen von Grafeneck, welche mit Mauern und Graben und außerhalb noch mit einem besondern Vorwerke versehen war. Herzog Christoph ließ sie 1560–1563 abbrechen und ein neues Schloß an ihre Stelle bauen. Zweyhundert Jahre später wurde von dem Herzog Carl der vordere Theil dieses Schlosses abgebrochen, und auf seinen Grund das jetzige gebaut, der andere Theil aber in seiner jetzigen Gestalt hergestellt; zugleich wurde der alte Graben überwölbt und zu einer schönen katholischen Capelle eingerichtet, welche aber durch Feuchtigkeit verdorben wurde.

Grafeneck ist durch seine Lage zu einem Jagdschlosse geeignet, wie selten ein anderer Platz, aber Carl machte bald mehr, als ein bloßes Jagdschloß daraus; es war ein Lieblingsaufenthalt für ihn geworden, wo er alle Freuden des Lebens zu vereinigen suchte, und schnell entstand, wie auf der Solitüde, neben dem Schlosse eine Reihe von Gebäuden, selbst ein Opernhaus fehlte nicht. Die Umgebung wurde mit allen Reizen ausgestattet. Schon Christoph hatte einen großen Hirschplan angelegt, hatte anmuthige Nadelhölzer gepflanzt, einen Reigersee gegraben. Carl wandelte Alles um, that in Allem noch mehr, und machte aus dem stillen Grafeneck ein vollkommenes Hoflager. Aber schon zu Lebzeiten des Herzogs zerfielen die Anlagen, noch mehr nach seinem Tode; i. J. 1798 wurde ein Theil der Gebäude abgebrochen, und 1808 auch das Opernhaus nach Monrepos versetzt. Dagegen wurde das Schloß selbst immer in gutem Stande erhalten, und außer demselben sind jetzt noch die obengenannten Gebäude vorhanden, wovon der Officiantenbau seit 1822 dem Münsinger Verein für Pferdezucht eingeräumt ist. Herzog Carl ließ auch eine kostspielige Wasserleitung von den Quellen am Eisenrüttel bey Dottingen nach Grafeneck anlegen, die aber nur 3 Tage lang ihre Dienste that, und als zu kostspielig wieder aufgegeben wurde.

| Die anfänglichen Besitzer von Grafeneck waren die Grafen von Grafeneck, welche mehrere Jahrhunderte lang, von 1290 bis 1727 in der Geschichte des Vaterlandes vorkommen. Sie nannten sich Grafen von Grafeneck, nicht als ob sie Grafen gewesen wären; denn sie gehörten zu dem Dienstadel, sondern weil Graf ihr Geschlechtsname war. Übrigens war die Familie sehr begütert und ihre Zweige verbreiteten sich über mehrere Gegenden und Orte. Mit Gottfried Anton, der die Herrschaft Eglingen, Oberamts Neresheim, an Thurn und Taxis verkaufte, starb das Geschlecht 1727 aus. Aber die Stammburg Grafeneck selbst war schon lange vorher an Würtemberg gekommen, wenigstens verkauft schon i. J. 1328 Berthold von Grafeneck die Gerechtsame zu den Gütern zu Grafeneck an Graf Ulrich von Würtemberg.

Eine halbe Stunde östlich von Grafeneck liegt der Ortbuch. S. o. S. 21., auch 8. 24. 51.

d. Marbach,

K. Hauptgestütshof im Lauterthale, 1/4 St. von Grafeneck, auf derselben Markung, Fil. von Tapfen, 17 Einwohner, lauter Angehörige der Anstalt, in gerichtlicher und polizeylicher Beziehung den Oberamtsbehörden unmittelbar untergeordnet, s. S. 95.

Marbach hat eine stille und anmuthige Lage in einer Bucht auf der linken Seite der Lauter. Die Gebäude bilden ein längliches, nach der Thal-Seite halboffenes und mit einem steinernen Thore versehenes Viereck, das einen geräumigen Hof einschließt, in dessen Mitte ein 40 Schuh langer Röhrbrunnenkasten sich befindet. Die Stallungen enthalten Raum für 100 Pferde; der etatsmäßige Stand des Gestüts beträgt 80 Stück. Mit der Anstalt, welche bekanntlich in neuerer Zeit mit auserlesenen Thieren der edelsten Racen besetzt ist, stehen die Fohlenhöfe Offenhausen und Güterstein in Verbindung. Die Beschäler kommen alljährlich im März, in der Zahl 7 bis 8, aus dem K. Landbeschälerstall| in Stuttgart nach Marbach, und gehen mit Ende der Beschälzeit wieder dahin zurück. Sie bedecken während dieser Zeit auch die Stuten der Nachbarschaft. Die Behandlung des Gestüts ist die der zahmen Gestüte; im Winter stehen die Stuten im Stalle, und werden täglich ein Paar Stunden ins Freye getrieben oder geritten; im Sommer werden sie auf die Weide getrieben, kommen aber, wenigstens zu Anfang und Ende der Weidezeit, Nachts auch wieder in den Stall zurück, und nur in den heißen Monaten bringen sie die Nächte in Unterstandshütten eines Stutengartens zu, in die sie bey gutem Wetter frey aus- und eingehen, bey schlechtem Wetter aber eingesperrt und darin, wie im Stalle, mit trockenem Futter versehen werden. Die Weidezeit dauert im Durchschnitte etwas über 5 Monate, und fängt selten vor Mitte Mai’s an. Mit den Müttern laufen auch die jungen Säugefohlen auf der Weide; im Herbste kommen sie auf die genannten Fohlenhöfe, die Hengstfohlen nach Güterstein, die Stutenfohlen nach Offenhausen, und erst mit dem fünften Jahre kommen die zu Ergänzung des Gestüts erforderlichen Stutenfohlen wieder nach Marbach zurück.

An guten und gesunden Weiden fehlt es nicht, der ganze große Markungsbezirk ist zu Wiesen und Weide für das Gestüt bestimmt. Der Ackerbau beschränkt sich einzig auf den kleinen Besoldungsbezirk der verheiratheten Gestütsdiener, so daß für das Gestüt nur das Heu (dieses jedoch in guten Jahren weit über das Bedürfniß) auf eigenem Boden erzeugt, der Haber hingegen von den herrsch. Fruchtkästen empfangen wird. Früher wurden 308 Morgen Äcker mit 187 M. Wiesen als ein abgesondertes Maiergut verwaltet; da sie aber einen äußerst geringen Ertrag und nachher einen ebenso geringen Pachtzins abwarfen, so wurden sie in den Jahren 1818 und 1820 ebenfalls in Weiden und Wiesen für das Gestüt verwandelt. Der Anstalt ist ein Gestütsmeister vorgesetzt, eine Stelle, welche früher die beyden Harttmann, Vater und Sohn beynahe ein Jahrhundert lang versehen haben. Der Gestütsmeister hat auch| die ärztliche Behandlung des Gestüts, so wie die Verrechnung aller Einnahmen und Ausgaben zu besorgen.

Die Geschichte von Marbach ist dunkel. Ob der Name Marbach schon auf eine ursprüngliche Bestimmung des Platzes zur Pferdezucht, oder aber auf eine Grenzbestimmung etwa der Münsinger Mark hindeute, ist unbekannt. Vor der Reformation soll M. eine Maierey von dem Kloster Güterstein gewesen seyn, verbunden mit einer Caplaney, wovon man noch Spuren findet. Die erste Einrichtung zu einem Gestütshof machte, so viel man weiß, Herzog Ludwig i. J. 1573; Herzog Wilhelm Ludwig erweiterte und verbesserte die Anstalt i. J. 1674, noch mehr aber Hz. Eberhard Ludwig, von welchem die jetzigen Gebäude größtentheils herrühren, in den Jahren 1714 bis 1729. Schon früher erwarben sich die in Marbach gezogenen Pferde einen großen Ruf; seine größte und glänzendste Ausdehnung hatte das Gestüt unter Herzog Carl; den Ruhm ausgezeichneter Pferde verlor es aber wieder durch dessen Geschmackswechsel und spätere Vorliebe für die Holsteinische und andere norddeutsche weiche Racen.

Unter dem jetzigen König wurde der Anstalt wieder besondere Sorgfalt gewidmet, zugleich wurde sie von dem Hofe getrennt und zur Staats-Anstalt erklärt, und als Muster und Pflanzschule für die Landpferdezucht einer, unter dem Ministerium des Innern stehenden, eigenen Verwaltungsbehörde übergeben. Als das einzige Mutterstuten-Gestüte hat Marbach, nach dem aufgestellten System, jeden im Lande erforderlichen Schlag, vom Reitpferd bis zum Wagenpferd zu enthalten, und es wird neuerlich hauptsächlich auf letztere viel verwendet.

In dem Thale bey Marbach befand sich ehemals ein großer, übrigens künstlicher See, der sich von Gomadingen bis gegen Marbach erstreckte und an seinem Ausfluß eine Sägemühle trieb, i. J. 1765 aber trocken gelegt und in Wiesen verwandelt wurde, welche noch den Namen Seewiesen führen.

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43. Tigerfeld,

von dem Volke gemeiniglich Diegelfeld gesprochen, ein kath. vormals Zwiefaltisches Pfarrd. auf der Alp, an der Straße nach Zwiefalten, 51/4 St. von Münsingen, 2 kl. St. von Zwiefalten, mit 248 (1823. 238) Einwohnern, C.A. und F.A. Zwiefalten, R. Huldstetten.

Den großen Zehnten bezieht der Staat, den kleinen, den Heu- und Blutzehnten, die Pfarrey.

Gefälle beziehen aus 30 Falllehen, aus Erblehen und Zinsgütern etc.

Geld Dinkel Haber
Der Staat 131 fl.   9 kr. 95 Sch. 7 E. 80 Sch. 1 S. 3 V. 7 E.
Der Ortsheilige 2 fl. 46 kr. 21/2  1 –  7 –  1 – 
Der H. in Aichelau 40 kr. 3 –   2 – 
Der Ort liegt hoch und frey, s. S. 45 und zeichnet sich durch guten Ackerbau und Pferdezucht aus. S. 80. Die Bevölkerung leidet durch große Sterblichkeit, hauptsächlich unter den kleinen Kindern, von 100 sterben 59 wieder im ersten Lebensjahre. S. 58. Die Häuser sehen gut aus. Die Kirche wurde i. J. 1121 eingeweiht, und 1338 dem Kloster einverleibt, 1698 wurde sie neu gebaut. In die Kirche sind die Orte Aichstetten und Pfronstetten eingepfarrt. In der Nähe stand auch eine besuchte Kapelle, die Sattler-Capelle genannt, welche aber i. J. 1812 abgebrochen worden ist. Bey dem Orte steht eines der beyden Armenhäuser von dem vormals Zwiefaltischen Gebiete. S. 97. In einem zu einer Capelle eingerichteten Zimmer dieses Hauses sind Holzschnitzarbeiten zu sehen, welche den Kreuzestod Christi vorstellen, und viele Bewunderung finden. Nahe am Orte befindet sich ein Erdfall. Vormals gabe es eine adelige Familie, welche sich von Tigerfeld schrieb. Ein Conrad von Tigerfeld ist Zeuge in einer Zwiefalter Urkunde v. J. 1293, und ein Herrmann v. T. stiftete sich 1340 einen Jahrstag bey den Nonnen zu Mariaberg. Sulger I. 249. 285. Auch findet man die Grafen von Veringen und ihre Vasallen die Kayben von Hohenstein in Tigerfeld betheiligt. Im Jahr 1410 verkaufen Hans| Kayb von Hohenstein und seine Gemahlin, eine Truchseßin, alle ihre Güter und Rechte zu Tigerfeld, Pfronstetten und Aichstetten, namentlich 8 Lehenhöfe zu Tigerfeld, welche vorher Graf Wolf von Veringen geeignet hatte, deßgleichen die Vogtey, Steuer- und Vogtrechte über 12 Güter zu T., ferner 16 Güter zu Pfronstetten, um 1500 Pfd. H. an Zwiefalten. Den Kirchensatz und Zehenten besaß Zwiefalten schon vorher, das übrige erwarb es später allmählig.


44. Wilsingen,

ehemals auch Wilzingen (wie O. und U.W.) geschrieben, ein kath., vormals Zwiefaltisches Pfarrd., auf der Alp, 5 St. von Zwiefalten, mit 224 (1823. 221) Einwohnern, C.A. und F.A. Zwiefalten, R. Pfronstetten.

Der große und kleine Zehnten ist unter die Herrschaft, die Ortspfarrey und die Pfarreyen und Caplaneyen Ehestetten, Burladingen und Hennenstein getheilt; von einem Bezirk hat ihn auch der Ortsheilige, der ihn aber jüngst in eine ständige Gült verwandelt hat, an dem kleinen Zehnten hat auch die Pfarrey Trochtelingen 1/3.

Gefälle beziehen, aus 21 Falllehen, aus 15 vormaligen Erblehen und aus Zinsgütern etc.

Geld Dinkel Haber
Der Staat 80 fl. 57 kr. 105 Sch. 3 S. 102 Sch. 33/4 S.
Ortspfarrey 4 fl. 54 kr. 12   –   9 –  6 – 
Ortsheilige 8 fl. 12 kr.

Außerdem bezieht der Ortsheilige auch noch Theilgebühren.

Die Markung gehört zu den bessern des Oberamts, pflanzt auch etwas Obst, S. 75; übrigens sind auch hier über 1000 Morgen, theils Wechselfeld, theils ganz unangebaut. Der Viehstand zeichnet sich insbesondere durch eine große Anzahl von Pferden aus. S. 80. Die Kirche war Filial von Trochtelfingen und wurde von einem Caplan versehen, erst unter Würtemberg, i. J. 1805 wurde ein eigener Pfarrer dahin gesetzt. Der Heilige ist vermöglich, der Gemeindehaushalt gut.

Die Geschichte von Wilsingen geht sehr weit zurück, schon| i. J. 758 schenkt ein gewisser Luitger dem Kloster St. Gallen Güter zu Wilzingen (es ist dieß die älteste Nachricht, die man von dem Oberamt hat).[3] Im Jahr 817 schenkt Graf Chadaloch, dessen Freygebigkeit gegen St. Gallen man auch bey Ober- und Unterwilzingen kennen lernt, all sein Eigenthum in Wilzingen,[4] und im Jahr 854 tritt St. Gallen seine Güter daselbst an Constanz ab.[5] Später findet man die Grafen von Veringen und Andere in W. begütert. Graf Heinrich von V. schenkt i. J. 1256 ein Gut, Lobenhülbe genannt, dem Kloster Zwiefalten. In demselben Jahre schenken auch Wolf von Bernhausen und Berthold von Pfullingen dem Kloster Güter in Wilzingen; 1284 bestätigt der Bischof Rudolph von Constanz dem Kloster den Zehnten aus den Gütern, welche es von Berthold von Pfullingen gekauft hatte, und 1288 eignet Swigger von Gundelfingen, der Lange, dem Kloster den Brabanshof, welchen es von Berthold von Pfullingen, der ihn als Lehen besaß, gekauft hatte. Im J. 1291 übergibt auch Graf Eberhard von Warstein dem Kloster alle seine Güter zu Wilzingen. S. Sulger.

Nicht weit von dem Dorfe liegt der Käpelesberg, der seinen Namen von einer ehemaligen Capelle trägt. Die Sage setzt aber auf diesen Berg, der auch Kernberg, Kirnberg genannt wird, auch ein großes Schloß, und sie findet Bestätigung theils in Mauerwerk, theils in den Eigenschaften der dazu gehörigen Güter. In den Zwiefalter Urkunden kommt mehrmals auch der Name Hendenheim als der Name eines, nun verschwundenen Weilers, der bey Wilsingen gelegen hatte, vor.

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Zwiefalten mit Gossenzugen.
a. Zwiefalten,

ein kath. Pfarrd. mit Marktgerechtigkeit, vormals Benedictiner Kloster, im Achthal, 61/2 St. südlich von Münsingen und 3/4 St. von der Donau, mit 135 kath. und 33 evangelischen (1823. 177) Einwohnern, ohne die Irrenanstalt; Sitz eines Cameral- und eines Forstamts, eines Revierförsters, eines Unteramts-Arztes und Post. – S. 95.

Seinen Namen hat der Ort von den zwey Flüßchen Ach, welche da zusammenlaufen; Zwiefaltach, ad duplices aquas, wurde der Name gemeiniglich noch im vorigen Jahrhundert geschrieben und übersetzt.

Zehnten und Gefälle bezieht der Staat; Grund und Boden ist größtentheils Staatseigenthum; nur einzelne Grundstücke sind nach Aufhebung des Klosters an Einwohner verkauft worden.

Zwiefalten hat eine ganz klösterliche Lage in dem stillen Wiesenthale der Ach, umgeben von hohen, zum Theil felsigen Waldgebirgen. S. 45. Es enthielt früher keine andere als Klostergebäude, erst seit der Aufhebung des Klosters haben sich nach und nach mehrere Familien eigene Häuser da gebaut oder Klostergebäude gekauft. Der größte Theil der letztern ist jedoch noch Staatseigenthum. Der Ort hat ein sehr gutes Aussehen; die Hauptgebäude sind: Die ansehnliche Klosterskirche, seit 1812 Pfarrkirche; Das Kloster mit seien verschiedenen Abtheilungen, jetzt Irrenhaus; das daran stoßende Prälaturgebäude, jetzt Wohnung des Oberinspektors der Irrenanstalt; die Cameralverwaltung, vormals Großkellerey, das Forst- und Pfarrhaus, vormals Wohnung des Klosters-Oberamtmanns und Arztes, das Schulhaus, vormals Studentenbau genannt, und unter Würtemberg eine Zeitlang Kaserne; das große Maiereygebäude. Außer der Klosterskirche finden sich hier noch verschiedene Capellen, und eine alte Kirche, die Liebfrauenkirche bey dem Begräbnißplatze. An die Klosterskirche selbst ist eine| große Capelle angebaut, worin ehemals die Capitel gehalten wurden, und welche jetzt zum protestantischen Gottesdienste eingeräumt ist. Die vormalige Pfarrkirche von Zwiefalten wurde in neuern Zeiten verkauft und von dem Käufer zu einer Wohnung eingerichtet. Das merkwürdigste Gebäude ist die Klosterkirche, zur Muttergottes, auch Münster genannt, die i. J. 1738 angefangen und nach einer Inschrift über dem Portal, 1753 vollendet wurde. Sie ist 336 Fuß lang und 120 Fuß breit, und hat 2 gleiche Thürme. Trotz ihrer Überladung mit Zierrathen ist sie eine der schönsten Kirchen in Schwaben; nebst einem schönen Hochaltar stehen 14 Nebenaltäre darin. Sie hatte 2 Orgeln, die eine davon, die berühmte große Orgel wurde aber i. J. 1811 in die Stiftskirche nach Stuttgart versetzt, wo sie nun freylich bey der Art, wie sie dort aufgestellt ist, ihr altes Ansehen gänzlich verloren hat. Von den vielen Gemälden der Kirche verdienen nur zwey Altarblätter von Guibal, die Kreuzigung Petri und die Steinigung Stephani vorstellend, eine Erwähnung. In der Kirche waren sonst, und sind zum Theil noch jetzt, eine Menge Reliquien und heilige Leiber und Glieder aufbewahrt. Das geschätzteste Stück davon war immer die Hand des h. Stephanus, wegen der das Kloster vielen Anfechtungen ausgesetzt war. Sie wurde von der Wittwe des Herzogs Boleslaus von Polen, der dafür ein großes Landgut hingegeben hatte, dem Kloster i. J. 1141 zum Geschenk gemacht, und in feyerlicher Deputation von Otto von Steußlingen bey ihr abgeholt. Der Erzherzog, nachher Kaiser, Matthias drang bey einem Besuche, den er mit dem Herzog Friedrich von Würtemberg dem Kloster i. J. 1596 machte, so sehr in die geistlichen Herrn, ihm wenigstens einen Finger von der Hand zu überlassen, daß diese nicht umhin konnten, seinem Gesuche zu willfahren. Aber der gute Abt büßte seine Nachgiebigkeit und die Sünde der Verstümmlung in der Folge mit dem Verlust seiner Abtey.[6] Auch die Gebeine der Stifter von Zwiefalten, | welche ihre Ruhestätte in der heiligen Erde des Klosters gewählt und auch ihre Eltern und noch 2 andere Brüder aus dem Familienbegräbniß zu Dettingen unter Urach hieher hatten bringen lassen, sind in der Kirche aufbewahrt.

Das Grundeigenthum war vormals größtentheils in einem Maiereygut vereinigt, ist aber seit 1821 vertheilt und auf 18 Jahre für 1025 fl. Geld, 20 Schl. Dinkel und 20 Schl. Haber an die Einwohner verliehen. Gewerbe hat Zwiefalten noch von ältern Zeiten her, wo sie auf Rechnung des Klosters betrieben wurden, mehrere, auch eine Apotheke; ferner 3 herrsch. Mahlmühlen, wovon jede ihre eigenen Bannorte hat, eine bedeutende Bierbrauerey (S. 87.) und eine Ziegelhütte, beyde ebenfalls herrschaftliches Eigenthum, eine Tafernenwirthschaft (Post), welche Falllehen ist, und eine Sägmühle, Schleifmühle, eine Öhlmühle, eine Gypsmühle und eine vorzügliche Hammerschmide, welche Privateigenthum sind, auch 3 Roß-, Vieh- und Krämermärkte, welche erst i. J. 1805 errichtet worden sind, nachdem jedoch schon vorher ein Krämermarkt am Herz-Jesu-Feste bestanden hatte.

Nach dem Übergang an Würtemberg wurde Zwiefalten der Sitz eines eigenen, aus dem vormaligen Klostergebiete gebildeten Oberamts, das aber bey der neuen Eintheilung des Königreichs i. J. 1810 aufgehoben und mit dem größten Theil seiner Amtsorte dem Oberamt Münsingen zugetheilt wurde. Die Postanstalt ist seit 1810, wo die Zwiefalter Straße wieder aufgehört hat, Poststraße zu seyn, auf bloße Extraposten beschränkt. Seit 1818 ist Zw. auch zum Sitz eines kath. Dekanats bestimmt. In die Pfarrey von Zwiefalten sind die Orte Sunderbuch, Gossenzugen, Bach, Attenhöfen, Gauingen und Hochberg mit Loretto, Ehrenfels und Wimsheim eingepfarrt, welche in Zwiefalten auch ihre gemeinschaftliche Schule und, mit Ausnahme von Sunderbuch, ihr gemeinschaftliches Begräbniß haben. Die protestantischen Glaubensgenossen werden von dem Pfarrer in Pflummern besorgt, welcher alle 3 Wochen einen Gottesdienst hält. Dem kath. Pfarrer ist ein beständiger Vikar zugegeben. Seit 1821 besteht| auch eine Industrie-Anstalt für Strohgeflechte, Stricken, Nähen etc. Der Irrenanstalt und der Almosenpflege ist oben S. 97 schon näher erwähnt worden. Neuerlich ist in Zwiefalten auch eine Beschälplatte errichtet. Zu den Merkwürdigkeiten von Zwiefalten gehören auch der jetzt in eine Gartenmauer bey der Cameralverwaltung eingemauerte Römische Altar, und die Kesselquelle. S. 17 u. 39.

Die Geschichte von Zwiefalten, so weit sie aus rohen Materialien, theils Chroniken, theils Archival-Acten sich erheben läßt, ist folgende. Das Kloster wurde i. J. 1089 von den Brüdern Cuno und Luithold, Grafen von Achalm, gestiftet. Auf der Stelle des Klosters stand vorher das den Grafen zugehörige Dorf Zwiefalten, das von Niederzwiefalten, jetzt Zwiefaltendorf genannt, zu unterscheiden ist. Es hatte seine eigene Pfarrkirche, in welche nicht weniger als 16, jetzt meist verschwundene Örtchen gehörten. S. 19. Bey dem Dorfe befand sich auch ein Schloß. Die Mutter der beyden Stifter von Zwiefalten bewirthete auf demselben i. J. 1051 ihren Vetter, den Papst Leo IX., als er zu der Familie seiner Schwester nach Calw reiste, und wurde von ihm mit seinem Leibgürtel beschenkt. Die Burg stand noch i. J. 1311, als Eigenthum der Grafen von Würtemberg. Denn in diesem Jahre wurde sie für den durch K. Heinrich VI. angegriffenen Grafen Eberhard mit dessen Einverständniß von den Grafen von Schelklingen besetzt.[7] Sie war ohne Zweifel von den Grafen von Achalm auf Würtemberg gekommen. Jetzt kennt man ihre Stelle nicht mehr. Die beyden Stifter hatten anfänglich den Ort Altenburg am Neckar, in der Nähe ihres Stammsitzes zur Erbauung des Klosters auserlesen, verließen aber denselben wieder wegen Mangel an Wasser, und wählten Zwiefalten.[8] Das Werk wurde rasch ausgeführt; um den neuen Ordensbrüdern Platz zu machen, mußten die Einwohner des Orts auswandern,| und ihre Häuser wurden in Zellen, die Pfarrkirche in eine Klosterskirche umgewandelt. Unter Anführung des Abts Wilhelm von Hirschau, der die Grafen hauptsächlich zu der Stiftung bewogen hatte, kamen noch i. J. 1089 17 Mönche von Hirschau in dem Kloster an. Sie waren auf der Höhe von dem Kloster in Gauingen von den Pferden gestiegen und hielten von da barfuß ihren Einzug in das Kloster. Mit der Regel des h. Benedicts wurde ihnen von Wilhelm der Mönch Wezilo zum Propst gegeben, nach 2 Jahren aber wurde ein Abt gewählt und jetzt fing man auch an, ein eigentliches Kloster zu bauen. Die Grafen von Achalm waren bis jetzt noch Eigenthümer ihres gestifteten Guts geblieben; i. J. 1092 übergaben sie dasselbe aber feyerlich, nach der Sitte, durch die Hand eines Dritten, des Grafen Mangold von Veringen an das Kloster, der dieses im folgenden Jahre unter den Schutz Papsts Urban II. stellte, und von diesem in einer noch im Original vorhandenen Bulle v. J. 1093 die Bestätigung des Klosters erhielt. Das Kloster fand bald eine Menge Wohlthäter, deren Namen bey Sulger und Ortlieb zu lesen sind. Unter den bedeutendsten waren die Grafen von Veringen und der Herzog Boleslaus von Polen, der eine Gräfin von Berg (an der Donau) zur Gemahlin hatte. Mit den Kräften vergrößerte sich auch die Anstalt, es wurde fortwährend gebaut, und schon i. J. 1138 zählte das Kloster 70 Mönche, 130 Laienbrüder (welche hauptsächlich zum Bauen gebraucht wurden) und 62 Klosterfrauen. Unter denselben waren Glieder der vornehmsten fürstlichen und gräflichen Familien.

Zu gleicher Zeit mit dem Mönchskloster entstand neben diesem auch ein Frauenkloster, worin schon i. J. 1101 die Gräfin Adelheid von Dillingen, Wittwe des Grafen Ulrichs von Gamerdingen, das klösterliche Gelübde ablegte. Zwiefalten ist nicht das einzige Beyspiel, daß Manns- und Frauenklöster neben einander, sogar unter Einem Dach waren: in Zwiefalten fand man jedoch eine allzugroße Nähe (die Nonnen hatten ihre Zellen um die Klosterkirche her) bald anstößig, und es wurde deßwegen, hauptsächlich auf Kosten der Gräfin| Adelheid, ein neues Frauenkloster in einiger Entfernung gebaut, und i. J. 1138 bezogen. Wie dieses wieder aufgehört habe, weiß man nicht, es verschwindet in der Mitte des 13ten Jahrhunderts; i. J. 1571 wurden die Überreste vollends abgetragen und der Platz zu einem Kirchhof verwendet, wo noch die Kirche davon steht.

Die Schutz- und Schirmsvogtey oder Advocatie des Klosters kam nach einander in mehrere Hände, und gab in der Folgezeit Veranlassung zu langen Streitigkeiten zwischen Würtemberg und dem Kloster. Papst Urban II. hatte dem Kloster durch die Bulle vom Jahr 1093 das Recht gegeben, einen Schirmsvogt nach Gefallen zu wählen; seine Nachfolger dehnten die Befugniß des Klosters noch weiter aus, Kaiser Albert bestätigte i. J. 1303 alle Rechte und Freyheiten des Klosters, und nach ihm thaten mehrere andere Kaiser das Gleiche. So lange die Grafen von Achalm noch lebten, waren diese die natürlichen Schutz- und Schirmsherrn; als aber Graf Cuno 1092 gestorben war und sein altersschwacher Bruder Luithold sich mit der Vogtey nicht befassen wollte, da wählten auf Bitten Luitholds die Schwäbischen Fürsten, welche gerade des Landfriedens wegen in Ulm versammelt waren, auf dem Felde bey Rottenacker i. J. 1093 den Herzog Welf IV. zum Schutz- und Schirmsherrn des Klosters, der ihnen am besten dazu geeignet schien, theils weil er einer der mächtigsten Fürsten der päpstlichen Partey war, theils weil er in der Nähe die feste Burg Wartstein besaß. Achtzig Jahre lang waren die Welfen im Besitze der Vogtey geblieben; i. J. 1173 wurde sie ihnen abgenommen und dem Grafen Albert von Hohenberg übertragen. Nach den Hohenberg kam sie 1270 an die Grafen von Emerkingen und später an die von Stein u. a. Doch scheint es, daß letztere mehr Gerichts-Vögte in einzelnen Bezirken (Bezirksvögte), als eigentliche Schirmsvögte des Klosters gewesen seyen. Im Jahr 1303 wählte das Kloster den Erzherzog Friedrich von Östreich zu seinem Schutzherrn und nun blieb die Vogtey bey dem Österreichischen Hause, bis sie i. J. 1365 von demselben an Graf| Eberhard von Würtemberg auf bestimmte Jahre verliehen wurde.[9] Diese Lehenschaft wurde auf Bitten des Klosters i. J. 1371 und später wiederholt auf ein weiteres Ziel erstreckt. Würtemberg glaubte übrigens noch andere Ansprüche auf die Vogtey zu haben. Bekanntlich war Würtemberg mit dem Achalmischen Hause nahe verwandt; es war, wie oben bemerkt worden, auch im Besitze der Achalmischen Burg Zwiefalten, in mehreren Zwiefaltischen Besitzungen hatte es die weltliche Vogtey, in andern die Lehenshoheit, und der größere Theil des Zwiefalter Gebiets lag im Würtembergischen Forstbezirke. Diese Ansprüche verstärkten sich durch den Besitz der Burg Achalm selbst, in welchen Würtemberg gelangte, und sie wurden besonders von dem Grafen Eberhard dem ältern geltend gemacht, der die Klöster des Landes in größere Unterwürfigkeit zu bringen strebte. Der Abt Georg, dem dieß nicht gefiel, stellte sein Kloster neuerdings unter Östreichischen Schutz und der Erzh. Sigmund ließ i. J. 1486 seine Fahne auf dem Kloster aufpflanzen. Rasch drang aber Eberhard in das Kloster ein, nahm die Fahne ab, trat sie sogar mit Füßen und setzte die seinige an ihre Stelle. Die darüber erhobenen Klagen hatten lange Unterhandlungen, und diese endlich einen, i. J. 1491 zu Nürnberg abgeschlossenen, Vergleich zur Folge, wonach Würtemberg die Schirms- und Kastenvogtey über das Kloster mit der Forstgerechtigkeit und hohen Gerichtsbarkeit für immer zuerkannt wurde, jedoch unter der Bedingung, daß das Gotteshaus mehr nicht, als die althergebrachte Vogtabgabe von 10 Malter Haber, und 3 fl., neben der Unterhaltung eines Würt. Forstmeisters, zu | leisten schuldig seyn solle. Die Maßregeln, welche sich der Herzog Ulrich nach der Wiedereroberung seines Landes mit Steuern und andern Anforderungen gegen das Kloster erlaubte, führten einen neuen Vertrag herbey, der i. J. 1535 zu Wien abgeschlossen wurde, und den Nürnberger Vertrag zwar bestätigte, dem Abt aber zugleich die Verpflichtung auflegte: 1) Von den Kriegskosten des Herzogs zu Wiedereroberung seines Landes „die dapffere Summe von 9000 fl.“ zu übernehmen, 2) zu Haltung eines Forstmeisters, der aber nicht mehr im Kloster wohnen solle, jährlich 100 fl, und 3) an der vierzigjährigen Landsteuer jährlich 150 fl. zu reichen; Alles übrigens aus gutem Willen. Auf diesen Vertrag folgte endlich ein dritter, der Vertrag zu Speyer vom Jahr 1570, welcher durch Klagen über Eingriffe des Herzogs Christoph, insbesondere über die Berufung des Abts zu den Würt. Landtagen, über die Einführung der Würt. Ordnungen in dem Klostergebiete und überhaupt über die Behandlung des Klosters als eines landsäßigen Klosters veranlaßt worden war. Dieser dritte Vertrag enthält hauptsächlich folgende neue Bestimmungen: 1) daß Würtemberg wie früher Musterung und Auswahl vornehmen, 2) daß Würtemberg die Abtswahl beschicken, 3) daß es bey Reichsanlagen das Kloster gegen eine bestimmte Summe vertreten, 4) daß das Vogt- und Schirmgeld auf jährliche 700 fl. erhöht werden solle. Dagegen wurde dem Abt mehr Recht in der Gerichtsbarkeit und Verwaltung, so wie die Befreyung von den Landessteuern und von dem Besuchen der Landtage zugestanden; und da Würtemberg wiederholte Versuche gemacht hatte, die Reformation in dem Kloster und in dessen Gebiet einzuführen; so wurde zugleich festgesetzt, daß das Kloster bey seiner Religion, Regel und Ordnung verbleiben solle. Aber auch jetzt hatte der Streit noch kein Ende. Während das Kloster jede Gelegenheit ergriff, sich als eine unmittelbare Reichsabtey geltend zu machen, suchte auf der andern Seite Würtemberg desto mehr, es seiner Landeshoheit | zu unterwerfen.[10] Erst durch den Vergleich von 1750 wurde endlich dem Streit ein Ende gemacht.[11] In diesem Vergleich entsagte Würtemberg allen seinen Ansprüchen und Rechten auf das Kloster: dieses trat dagegen die 3 Dörfer Ödenwaldstetten, Groß-Engstingen und Neuhausen und seine sämmtlichen Rechte und Gefälle in 34 Würtembergischen Ortschaften ab, und bezahlte noch eine baare Summe von 210.000 fl. zu den 80.000 fl., wofür ihm i. J. 1728 schon die Forstgerichtsbarkeit mit der hohen und niedern Jagd auf 40 Jahre überlassen worden war. Der Prälat wurde hierauf im folgenden Jahre unter die Kreis- und Reichsstände aufgenommen.

Das Kloster hatte mancherley Schicksale: gleich in den ersten Jahren brannte es dreymal ab; i. J. 1128 wurde es von seinem eigenen Schirmsvogt, Welf V. (Hz. Heinrich| von Baiern) verwüstet. Die Veranlassung dazu war dieselbe, welche über die ganze Gegend so viel Unheil brachte, die Feindschaft zwischen dem Welfischen und Waiblingischen oder Hohenstaufischen Hause, welche durch die Wahl Lothars, Schwiegervaters von Welf, zum R. Kaiser in einen verheerenden Krieg ausgebrochen war. Um den mächtigen Gegner des Kaisers, den Herzog Friedrich von Schwaben aus dem Wege zu schaffen, lud der Welfe denselben, unter dem Vorwande, sich miteinander zu vertragen, zu einer Zusammenkunft nach Zwiefalten ein. Der edelmüthige Friedrich, der nichts Arges ahnte – der Welfe war überdieß sein Schwager – erschien: aber in der Nacht stürmte der Welfe das Haus, worin Friedrich schlief, und steckte dasselbe, da er Widerstand fand, in Brand. Friedrich floh in die Kirche, von der Kirche auf den Thurm. Als der Tag anbrach, sah Friedrich schon seine Vasallen zu seiner Hülfe herbeyeilen, und edelmüthig rief er jetzt seinem hinterlistigen Gegner von dem Thurme herab zu, daß er auf seine Rettung bedacht seyn solle, aber der Welfe hatte indeß mit Feuer und Schwert gegen das Kloster gewüthet.[12] Gleiches Schicksal erfuhr das Kloster 10 Jahre später auf Anstiften des Welfen, dem indeß die Vogtey abgenommen worden war, durch den Grafen Heinrich von Emerkingen. Eben so wurde es i. J. 1245 durch die Völker K. Friedrichs II., in dessen Kampfe gegen die päpstliche Gewalt, eingeäschert, und i. J. 1305 fielen die Riedlinger mit Plünderung und Brand über das Kloster her, gereizt durch die Streitigkeiten, in welche sie mit dem Kloster hauptsächlich darüber gerathen waren, daß sie Lehensleute und Leibeigene desselben in das Bürgerrecht aufgenommen hatten. Im Bauernkriege 1525 wurde das Kloster von 12.000 Bauern, welche sich auf dem Teutschbuch in der Nähe von Zwiefalten gelagert hatten, überfallen und so sehr geängstigt, daß die Mönche auf die Burg Gundelfingen flohen. Nach der Schlacht | bey Laufen i. J. 1535 setzte auch der Herzog Ulrich den Zwiefaltern hart zu, und in dem dreyßigjährigen Kriege theilten sie das allgemeine Schicksal, das dem armen Schwaben bald die Feinde, bald die Freunde bereiteten. Es wurde dreymal ausgeplündert, und besonders hart mitgenommen, als Gustav Horn i. J. 1633 von Altringer bey Mochenthal geschlagen, über Zwiefalten floh. Bey diesen Unfällen und insbesondere bey dem Überfälle der Bauern gingen auch viele schätzbare Schriften und Urkunden und die Fahne der Stifter von Zwiefalten verloren.

Im Jahr 1802 und 1803 fiel Zwiefalten mit seinem Gebiete an Würtemberg, und der Churfürst erhielt damit eine besondere Stimme im Reichsfürstenrath als Fürst von Zwiefalten. Das Kloster wurde sogleich aufgehoben. Die Mönche wurden mit einem Jahresgehalt entlassen, und der Abt erhielt seinen Sitz in Mochenthal.

Die Zahl der Mönche belief sich in der letzten Zeit auf 48, nämlich 37 Patres und 11 Fratres. Um die Wissenschaften hat sich das Kloster nicht sonderlich verdient gemacht. Für die Geschichte des Klosters haben die Mönche Berthold, Ortlieb und Sulger schätzbare Materialien hinterlassen. Berthold, Abt in Zwiefalten, schrieb de Constructione Monasterii Zw. Er kannte noch den Stifter Grafen Luithold. Ortlieb hinterließ Opusculum de fundatione Zwif. Monasterii, vom Jahr 1135. Beyder Handschriften sind im Auszug in Hess. Monum. Guelf. abgedruckt, gegenwärtig aber auch vollständig auf der K. Bibliothek zu Stuttgart aufbewahrt. Sulger hinterließ das öfters angeführte Werk: Annales Imperialis Monast. Zwif., das nach seinem Tode i. J. 1698 in 2 Quartbänden herauskam, und theils durch seinen Titel Reichskloster, theils durch seinen Inhalt bey Würtemberg großen Lärmen verursachte. Unter den Anstalten des Klosters befand sich auch eine Art von Lyceum, worin ungefähr 30 Zöglinge Unterricht erhielten. Ein Gymnasium oder Collegium hatte das Kloster in Ehingen. Die Bibliothek enthielt nicht viel Seltenes; das Archiv hingegen manche| schätzbare Documente, welche kürzlich erst nach Stuttgart gekommen sind. Zu den wohlthätigen Anstalten gehörten die zwey, noch bestehende, Armenhäuser zu Tigerfeld und Bach, eine Waisenkasse und eine Dienstbotenkasse, welche die Eigenschaft von Leih- und Sparkassen hatten.

Das Gebiet von Zwiefalten, wie es an Würtemberg gekommen ist, umfaßte nebst dem Kloster 10 Pfarrdörfer, 17 Dörfer und Weiler, und 8 Höfe und einzelne Mühlen nebst 3 Schlössern, welche zusammen 4781 Einwohner enthielten. Unter den Schlössern war auch das Schloß und Gut Obergiersberg und Untergiersberg oder Unter-Castell im Thurgau, das aber von Würtemberg i. J. 1803 verkauft worden ist. Die Einkünfte des Klosters wurden, ohne Abzug der Verwaltungskosten, auf 100.000 fl. berechnet. Sie flossen aus Grund und Boden und den Gewerbsberechtigungen; wie bey den Klöstern gewöhnlich, herrschte das Leibeigenschafts- und Falllehens-System. Steuern wurden nur zur Erfüllung der Reichsverbindlichkeiten aufgelegt und in eine besondere Kasse die Landschafts- oder Collectationskasse (vom Grundbesitze, Gebäuden, Gewerben und Vieh nebst Ehesteuer) entrichtet. Auf den Vergleich mit Würtemberg im Jahr 1750 wurden dem Lande jährlich 3500 fl. als Ersatzgelder für die Befreyung von der Würtembergischen Jagd-, Frohn- und Militärpflichtigkeit aufgelegt.

Die öffentliche Verwaltung wurde von dem Abt als Regenten und seinem Convent mit 4 Beamten, 2 geistlichen, (dem Großkeller und Kastner) und 2 weltlichen Dienern, (dem Oberamtmann und Kanzleyverwalter, der zugleich die Steuerkasse verwaltete) besorgt. 4 Ausschuß-Schultheißen bildeten die Landstände, welche einberufen wurden, wenn die Landschafts-Kassenrechnung abgelegt wurde, gemäß dem Reichs-Deputations-Schluß von 1682.

Activ-Capitalien fanden sich bey der Besitznahme des Klosters 185.491 fl. vor, darunter 82.066 fl. unverzinsliche Posten, welche in der Folge vom Staat fast ganz nachgelassen worden sind. Die Schulden beliefen sich auf| 22.355 fl., worunter allein 18.000 fl. an das Kloster Mariaberg begriffen waren.
b. Gossenzugen.

ein kath. Weiler, Filial von Zwiefalten, 1/4 Stunde oberhalb Zwiefalten an der Ach, mit 162 Einwohnern; amtliche Verhältnisse gleich Zwiefalten.

Den großen und kleinen Zehnten bezieht der Staat.

Gefälle bezieht der Staat aus 18 Falllehen, 3 vormaligen Erblehen und aus Zinsgütern, nebst Frohngeldern: Geld 67 fl. 28 kr. Dinkel 2 Sch. 4 S. Haber 1 Sch. 4 S. 2 V. Der Staat besitzt auch das Schafweiderecht. Der Weiler liegt still und einsam in dem hier sehr engen Thale und an dessen Seitenwänden an der Ach. Auf einem Vorsprunge steht malerisch das kleine Kirchlein des Weilers, worin aber kein regelmäßiger Gottesdienst gehalten wird. Gegenüber ist das Örtchen von einem großen Felsenkranze eingefaßt. Die Einwohner sind meist Taglöhner und ehemalige Handwerker und Arbeiter des Klosters, welche Morgens in das Kloster wanderten, und Abends wieder in ihre Wohnung zurückkehrten. Das Grundeigenthum ist ganz unbedeutend. Der Ort hat eine Papiermühle, früher, wie fast Alles, Falllehen, jetzt aber Privateigenthum; sie liefert jährlich ungefähr 600 Ries Schreibpapier und 1200 Ries Druckpapier.



  1. Sulger Annal. Zwif. II. 300.
  2. Archival-Urkunden und Sattler Grafen I. 87.
  3. v. Arx Geschichte von St. Gallen Bd. I. S. 26. Neugart Cod. Dipl. I. p. 29. Diese und die folgenden Schenkungen an ein Kloster beweisen zugleich, daß das Christenthum schon um diese Zeit, schwerlich aber viel früher in dieser Gegend eingeführt war.
  4. Neugart. Cod. Dipl. I. Nr. 193.
  5. Ebend. Nr. 366 und v. Arx Gesch. v. St. Gallen, I. 69.
  6. Sulger Ann. Zw. I. 98. II. 182 und ff.
  7. Sattler Grafen I. 70.
  8. Sulger I. C. I. 13 und Ortlieb in Hess. Monum. Guelf. II. 271.
  9. Während dieser Zeit 1317 kommen die von Hundersingen als Untervögte vor. Merkwürdig in Beziehung auf die Verhältnisse im Allgemeinen ist auch, daß i. J. 1368 die Grafen von Veringen die Vogtey über Huldstetten, Geislingen, Gauingen, Hochberg, Gossenzugen und Wimsheim an die von Rechberg verkaufen, von welchen sie dann erst i. J. 1412 an das Kloster kam. Sulger I. 305. II. 19.
  10. Das Kloster berief sich auf seine alten Rechte und Freyheiten, auf die bestehenden Verträge, vornehmlich auch darauf, daß es 1467 als unmittelbares Reichskloster, freylich immer in Zeiten, welche für Würtemberg ungünstig waren, in die Reichsmatrikel, zu eben der Zeit auch in die Kreismatrikel aufgenommen gewesen, daß der Abt mehrere Mal, wiewohl mit Widerspruch von Würtemberg, auf Reichstage geladen worden sey, und selbst die Reichstagsabschiede von 1611 und 1654 mit unterschrieben habe. Würtemberg suchte dagegen, nach noch vorhandenen rechtlichen Ausführungen, geltend zu machen daß die Äbte anfänglich ganz in der Eigenschaft eines Landstands auf den Würt. Landtagen erschienen, daß während der Österreichischen Regierung in Würtemberg i. J. 1530 derselbe ein Prälat des Fürstenthums, und i. J. 1534 das Kloster von K. Carl V. ein, dem Fürstenthum Würtemberg einverleibtes, Gotteshaus genannt worden sey, daß das Kloster schon 1496 seinen Antheil an dem gemeinen Pfenning nicht in die Reichskasse, sondern zu der Würtemb. Landschreiberey geliefert, daß es um seiner Verhältnisse willen zu Würtemberg sogar den Reichsanlagen und Ladungen sich widersetzt habe.
  11. Er ist in Spittlers Urkunden-Sammlung Thl. I. S. 23. u. ff. abgedruckt.
  12. Sulger I. 74. wahrscheinlich aus Otto von Freysingen.
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