Beschreibung des Oberamts Mergentheim/Kapitel B 43

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43. Stuppach,
Gemeinde III. Klasse, mit 674 Einw., worunter 14 Evang. a. Stuppach, Pfarrdorf, 400 Einw.; b. Lillstadt, Weiler, 144 Einw.; c. Lustbronn, Weiler, 130 Einw. Die Evang. sind nach Wachbach eingepfarrt.


Das schöne wohlhabende Dorf liegt herrlich im Obstwald in einem Seitenthälchen des Wachbaches, da wo sich dasselbe in zwei Schluchten auseinander gabelt, und der Stuppach in prächtiger Quelle entspringt.

An dem Laden eines Hauses steht:

 Georg Wagner.
Wer allen Leuten recht thun kann,
Der lösch mich aus und schreib sich an. 1844.

| Einige Häuser haben geschnitzte Eckbalken, besonders originelle das des Kaufmanns Hermann, mit der Jahreszahl 1797.

Kirche mit Kirchhof, Schulhaus, Pfarrhaus, Pfarrgarten, Alles ummauert, liegt als sehr malerische Gruppe über dem Dorf, von prächtigen Bäumen beschattet. An der Mauer des Pfarrgartens ein steinerner Bildstock.

Die 1607 erbaute, der h. Maria geweihte Kirche[1] ist ganz im gothischen Stil durchgeführt, und macht einen gar ansprechenden Eindruck. Der Chor schließt vieleckig mit Strebepfeilern, an seiner Südseite steht der Thurm, an der Nordseite die gleichfalls gothisch gehaltene Sakristei; das Innere durchaus gewölbt und von überraschend harmonischem Eindruck, die Verhältnisse gut, der ganze Raum licht und weit. Alles weist auf einen tüchtigen Baumeister hin, der den gothischen Stil mit vielem Verständnis in dieser späten Zeit handhabte; es ist vielleicht derselbe, der die Eck’sche Kapelle an der Stadtpfarrkirche in Mergentheim erbaute. Merkwürdig ist auch das Zurückfallen in den mittelalterlichen Baustil, da schon 1524 in Mergentheim (s. S. 339) die ausgesprochenste Renaissance blüht, – und eng im Anschluß an die hauptsächlich von Bischof Julius Echter in Würzburg ausgegangene Gegenreformation in diesen Landstrichen. Drei Rippenkreuzgewölbe, in Rosettenschlußsteinen zusammenstrahlend, überspannen das breite Schiff und ruhen auf schlanken korinthischen Säulchen (hier verräth sich die Renaissance), die rund an der Wand stehen. Im Chor zwei Rippenkreuzgewölbe auf eichelartigen Konsolen; der östlichste Schlußstein zeigt das Haupt Christi mit der Jahreszahl 1607, der andere eine Rosette. An der linken Chorwand ist eine Renaissancetafel angebracht mit Wappen und folgender Inschrift:

Anno domini 1607 hatt der hochwürdig und wolgeborne her her Marquard Freyher zu Egg und hungerßbach, Teutsch Ordens Ritter, landcommenthur der Balley östereich und auch des hoch: und Teutschmeistertums Bestettigter Statthalter zu Mergentheim, dises Gottshaus zu Ehren der h. h. Jungfraw Mariä, Mutter Gottes, S. Archangeli Michaelis, S. Georgii, S. Elisabetä von Neven aufferbauen lasen.

Der Hochaltar, von Meintel in Horb neu gefaßt, enthält ein ganz meisterhaftes (aus Mergentheim stammendes) spätgothisches| Altarblatt, aus der fränkischen Schule, leider etwas stark restaurirt; – Maria sitzt mit dem Kinde in herrlicher Landschaft, reichstem Pflanzenwerk, reizvollsten Hintergründen.

Seitenaltäre und Kanzel sind gleichfalls von Meintel. Zwei gemalte Fenster im Chor zeigen in reicher Laubornamentik, links Johannes und Barbara und B. B. 1858, rechts Petrus und Anna, und P. F. K. (Pfarrer Friedrich Kern) 1858. An der rechten Chorwand der Gedenkstein an Georg Michael Renck von Kitzingen, Pfarrer, † 18. Sept. 1719. Thurm und Sakristei haben unten Kreuzgewölbe, ersterer hat spitzbogige gothische gefüllte Schallfenster und ein mit Schiefer gedecktes Zwiebeldach, und drei Glocken. Auf der größten steht: In Honorem S. Georgii et Elisabethae benedicta et fusa est haec campana Herbipoli 1692. Auf der zweiten: Gegossen von Friedrich Klaus in Bütthardt im Jahre 1849. Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango. Auf der dritten Glocke steht in gothischen Minuskeln: bernhart lachaman gos mich. hilf got. 1513.

Die Unterhaltung der Kirche ruht auf der Bezirksgemeinde. Das vom Staat zu unterhaltende Pfarrhaus wurde 1781 vom Deutschmeister erbaut, der Friedhof 1841 erweitert; das Schulhaus, vom Jahr 1817, enthält auch die Lehrerwohnung.

Das sehr stattliche Rathhaus wurde in den dreißiger Jahren als Privathaus erbaut und 1855 angekauft. Ein Armenhaus und ein Schafhaus bestehen.

Kapellen sind in Lillstadt und Lustbronn; die letztere, erbaut 1827, enthält auf dem Altar ein sehr gutes Rococobild, Christus am Kreuz, von Engeln umgeben, in prächtig geschnitzter Rococorahme. Ganz in ihrer Nähe quillt der herrliche Lustbronnen.

Noch ist zu erwähnen das Heiligkreuz, eine schwache halbe Stunde südwestlich vom Ort gelegen. Auf dem höchsten Punkt im tiefsten Walde steht ein großer steinerner Crucifixus, unten das hochmeisterliche Deutschordenswappen und die Jahreszahl 1753. Christus, überlebensgroß, ist sehr schön gearbeitet, mit hochedlem jugendlichem Haupt; dabei stehen drei Kastanienbäume und eine große Buche; berühmte Wallfahrt am Tage der Kreuzerfindung und der Kreuzerhöhung. Viele Erdfälle in der Nähe, und Rieseneichen, die stärkste mit 5,56 m Umfang am Boden, und 4,74 m auf Armshöhe; sie heißt die Königseiche. – Dieses weit von der Welt, mitten im tiefsten stillsten Wald sich erhebende großartige Steinbild des Erlösers mit dem gramvoll| heiligen Haupt, umrauscht von den Wipfeln uralter Bäume, ergreift einen Jeden.

Kehren wir nach Stuppach zurück. Gutes, nur etwas hartes und bei starken Regengüssen trüb werdendes Wasser liefern stets im Überfluß außer der sehr starken Hauptquelle, der Quelle des Stuppachs, die sofort ein größeres Mühlwerk treibt, ein aus dieser geleiteter laufender Brunnen, 6 Pumpbrunnen und einige Cisternen.

Die Hauptquelle beim Rathhaus ist in Stein gefaßt und überwölbt, daran die Jahreszahl 1639 und ein Schmideisengitter, an dem auf einem Eisenplättchen steht: Herr Caspar Hubrich Schultheiß u. s. w. 1790.

Lillstadt hat einen laufenden Brunnen und 6 Pumpbrunnen, Lustbronn einen Pumpbrunnen und eine starke steingefaßte und überwölbte Quelle beim Kirchlein. In Lillstadt sind drei, in Lustbronn eine Wette. Hungerbrunnen sind zwei auf der Markung, einer ganz in der Nähe der Stuppachquelle; derselbe fließt klar, sowie letztere trüb wird.

Die obengenannten starken Quellen stehen in Verbindung mit den Erdfällen, die zahlreich im Staatswald, sowie im Stuppacher und Lustbronner Gemeindewald sich vorfinden. Einige dieser Erdfälle sind von bedeutender Tiefe, das Wasser der Ebene versinkt in ihnen und kommt in den drei großen Quellen, zu Stuppach, Lustbronn und dem badischen Ort Boppstadt wieder zu Tag.

Die Staatsstraße von Mergentheim nach Künzelsau führt durch den Ort; je eine Vicinalstraße nach Lillstadt und Lustbronn. Eine steinerne und eine hölzerne Brücke geht über den Stuppach. – Die gefährlichen Steigen der Staatsstraße zwischen hier und Rengershausen sollen in der nächsten Zeit verbessert werden, wodurch nicht nur der Verkehr im allgemeinen wesentlich erleichtert wird, sondern es gewinnen zugleich die Einwohner von Stuppach eine für sie werthvolle Zufahrt zu ihren auf der Höhe liegenden Gütern.

Die Vermögensverhältnisse der Einwohner gehören zu den mittleren; der größte Grundbesitzer in Stuppach hat 85, der Mittelmann 40, die ärmere Klasse 5 Morgen; in Lillstadt 123, 34 und 5 Morgen, in Lustbronn 82, 45 und 3 Morgen. Die Güter fallen z. Th. auf angrenzende Markungen. Feldbau und Viehzucht sind die Haupterwerbsquellen; eine Mühle mit zwei| Mahlgängen und einem Gerbgang besteht. – In Stuppach sind zwei Schildwirthschaften, in Lustbronn eine.

Der Boden ist mittelfruchtbar, hitzig, nicht tiefgründig, aber steinig, die Steine werden deshalb auf große Haufen zusammengelesen. Das Klima ist mild, doch etwas rauher als im Tauberthal, die Frühlingsfröste schaden manchmal dem Weinstock; Hagelschlag kommt selten vor.

Die Landwirthschaft wird emsig betrieben, verbesserte Ackergeräthe finden Eingang. Von Getreidefrüchten können noch nach außen verkauft werden 400 Schffl. Dinkel, 400 Schffl. Gerste, je 100 Schffl. Haber und Weizen. – Der Wiesenbau ist ausgedehnt und liefert ein gutes Futter, das den Bedarf der 3 Orte deckt; die Wiesen sind zweimähdig, ungefähr 100 Morgen können bewässert werden.

In früheren Zeiten wurde der Weinbau stark betrieben, seit fünfzig Jahren nimmt derselbe, der geringen Erträge wegen, stetig ab und ist jetzt unbedeutend; er liefert ein rothes strenges Gewächs, das zum Haustrunk verwendet wird. – Die Obstzucht nimmt zu, man pflanzt die gewöhnlichen Kern- und Steinobstsorten und auch ziemlich viel Nußbäume.

Die Gemeinde Stuppach besitzt 300 Morgen Laub- und 95 Morgen Nadelwald, Lillstadt 87 Morgen Laub- und 78 Morgen Nadelwald, Lustbronn 78 Morgen Laubwald. Das Unterholz wird an die Bürger vertheilt, je 80–100 Stück Wellen jährlich, das Oberholz über den Bedarf für Besoldungs-, Schulholz u. s. w. verkauft und fließt der Erlös in die Gemeindekasse. – Ferner bezieht Stuppach aus seiner Brach- und Stoppelweide samt dem Pferch 700 und 500 M., Lillstadt 600 und 500 M., Lustbronn 500 und 500 M. Die Allmanden sind an die Bürger verliehen.

Die Rindviehzucht ist in gutem Zustand, Stuppach hält zwei Simmenthaler Farren, Lillstadt einen vom Neckarschlag. Auf der Gesamtmarkung laufen 500–550 Landschafe.

Von Flurnamen nennen wir: Burghölzle, Edelberg, Hahnenburg, Osterberg. – Auf dem Edelberg, wo ein Ort gestanden sei, finden sich Grabhügel. – Von der Straße, die von hier nach Lustbronn führt, geht nach Althausen der „Todtenweg“ ab.


Stuppach, alt Stutbach, d. h. Bach, in welchem die stuot, das Gestüte, getränkt wird, kam am Ende des 11ten Jahrhunderts von Kloster Komburg, welchem es die Stifter, die| Grafen von Komburg-Rotenburg, geschenkt haben mögen, theilweise an das Bisthum Würzburg, während das Übrige aus verschiedenen Händen allmählich vom Deutschorden erworben wurde.

Früher Filial von Wachbach mit eigener Kapelle, erhielt Stuppach durch die Gunst des Hoch- und Deutschmeister’schen Statthalters Freiherrn Marquard v. Eck 1607 eine eigene Kirche, Versehung des Gottesdiensts von Mergentheim aus, 1618 eine Pfarrdotation.

Pfarrer: Konr. Engelhardt 1796. Balth. Blumhofer 1807. Gervas. Werner 1815. Ad. Melch. Mayer 1823. Jos. Al. Paul Fröhlich 1829. Ant. Kaiser 1837. Fried. Kern 1844.

Vielleicht von Stuppach gebürtig ist: Jakob Fabri, Professor an der Universität Wien 1454 ff.


1095. Kloster Komburg verkauft sein Gut Stutbach gegen Zehnten in Michelbach, beiden Bretzingen und Hirschfelden (OA. Gaildorf) an das Bisthum Würzburg. U.B. 1, 383.

1212. Gottfried v. Sc(t)ubach Zeuge in einer Kloster Schönthaler Urkunde. U.B. 2, 387.

1221. Heinrich v. Salhach (wo?) trägt seine Besitzungen in Stutpach und Dörtel dem Bischof v. Würzburg zu Lehen auf. Reg. bo. 2, 121.

1269. Heinrich v. Hohenlohe verspricht dem DO., daß er seinen Bruder Gebhard, falls er heimkehre, bestimmen werde, den Verkauf villae Stutbach und aller seiner Güter daselbst Seitens des Hohenlohischen Dienstmanns Hildebrand v. Seinsheim anzuerkennen; Erkenger v. Seinsheim u. A. bürgen für diesen Kauf, bis Gebhard v. Brauneck aus der Gefangenschaft zurückgekehrt sein werde. W. F. 1848. II. S. 5. 6.

1272. Das Frauenkloster Monheim (BA. Donauwörth) verkauft wegen der weiten Entfernung und Gefährlichkeit der Wege seine Besitzungen in Stupach, Wälder, Wiesen, Äcker, Weiden, Wasser und Einkünfte von 14 Pfd. Hlr. an DO. um 1 Fuder gemischten Wein jährlich von dem Weinberg Secxe (Seze). W. F. 4, 119. Ablösung dieses Weins W. F. 50, 88.

1283. Rüdiger Reich v. Mergentheim verkauft Güter in Stuppach an DO. (B.)

1300. Würzburg belehnt Adelheid die Witwe Gebhards v. Hohenlohe-Brauneck und ihren Sohn Ulrich mit dem Zehnten in Stuppach, wie solchen Gebhard besessen. Mon. bo. 38, 244.

1301. Kunegund, des DO.sbruders Heinrich Truchseß (Mutter? Gattin? Schwester?) macht eine Stiftung von den bereits dem Deutschen Hause in Mergentheim vermachten Gütern in Stupach, Lullenstat und Lankheym, welche jährlich 13 Pfd. 16 Hlr., 42 Malter 3 Simri Dinkel, 36 Malter Haber und 47 Fastnachtshühner tragen. W. F. 4, 121.

| 1311. Walther v. Stuppach (vgl. 1314) s. Mergentheim.

1312. Gottfried, Gebhard und Andreas v. Brauneck vergleichen sich mit dem DO.shaus in Mergentheim und verziehen sich um die Gemeinde zu Stutbach an Holz, Äckern und Wiesen aller Ansprüche für sich und ihre Leute. W. F. 4, 234.

1314. Gottfried und Gebhard v. Brauneck genannt v. Neuhaus geben einen leibeigenen Mann Walther v. Stubach (s. 1311) frei auf Unsrer lieben Frauen Altar zum DO.shaus in Mergentheim. W. F. 1855. S. 59.

1315. Die v. Brauneck-Neuhaus verpfänden mit der übrigen Herrschaft Neuhaus auch ihre eigenen Leute zu Stupach und Lüllichstatt an DO. W. F. 5, 109.

1318. Die v. Stetten, genannt v. Gabelstein, verkaufen an DO. ihre leibeigenen Leute zu Stuppach, Luogsprun, Lüllstadt u. a. O. W. F. 4, 196.

1339. Konrad v. Assamstadt verkauft seine eigenen Leute zu Stuppach an DO. (B.)

1342. Rüdiger Stuppach Gerichtsschöffe in Mergentheim. W. F. 4, 281.

1371. Ein Hohenlohe-Hohenlohisches Lehen zu Stubach. Hoh. Arch. 1, 378.

(1449). 1455. Jörg v. Seldeneck und Frau verkaufen an Rüdiger Sützel den Wein- und Getreidezehnten groß und klein zu Stuppach um 500 Goldgulden, und dieser erhält solchen von Graf Johann von Wertheim (? Pfandgläubiger v. Würzburg) zu Lehen. St.A.

1470. Deutschorden kauft von Karl Mertin von Mergentheim Güter und Zinsen in Stuppach. St.A.

1494. Graf Johann v. Wertheim bewilligt Melchior Sützel von Mergentheim den Zehnten in Stuppach an Hans v. Bachenstein zu verschreiben. St.A.

1501. Nach dem Gemeinbüchlein von Hachtel haben die von Stuppach dahin ihre Läutseile und zwar in ganzen Korngarben zu geben. W. F. 4, 105.

1535. Auf Klage der Kirchenpatrone von Wachbach, wohin die Kapelle von Stuppach Gefälle schuldig war, verspricht DO. als Ortsobrigkeit von Stuppach, für regelmäßige Ablieferung desselben durch die Pfleger zu sorgen. Schönhuth, Vorzeit und Gegenwart 54.

1581. Die Adelsheimische Herrschaft verzichtet auf die längst abgegangenen Kirchenopfer von Stuppach zur Pfarrei Wachbach, erkennt auch an, daß des DO.s Unterthanen nicht frohnpflichtig für Pfarr- und Schulhaus in Wachbach seien. Ebend. 55.

1585. Die Dorfordnung von Wachbach wiederholt die Bestimmungen von 1535 über die Kapellgefälle und die Obliegenheit der Gemeinde Stuppach, dem Meßner in Wachbach jährlich 28 Läutseile à 1 Simri gemischtes Korn zu reichen. Ebend. 56.

c. 1600. Dem Pfarrer von Wachbach wird zugestanden, in der Kapelle zu Stuppach wieder Gottesdienst zu halten. Ebend. 110.

1606. Der Hoch- und Deutschmeister weist die katholischen Einwohner von Stuppach an, hinfort den Gottesdienst in Mergentheim zu besuchen. Ebend. 57.

| 1607. November 21. Die von dem Hoch- und Deutschmeisterschen Statthalter Freiherrn Marquard v. Eck zu Mergentheim auf eigene Kosten erbaute Kirche in Stuppach zugleich für die Katholiken in Dörtel, Hachtel, Lillstadt, Lustbronn und Wachbach bestimmt, wird eingeweiht; auch stiftet der Erbauer 2000 fl. zur Anstellung eines Meßners und Lehrers und zur Belohnung eines von Mergentheim exkurrirenden Geistlichen mit jährlich 50 fl. Ebend.

1614 wird ein Pfarrer Schmitt in Stuppach genannt, aber erst

1618 wird die Pfarrei durch Hrn. v. Eck vollständig dotirt und ihr die Filialien Dörtel, Hachtel und Wachbach zugewiesen, welcher Verband bis 1679 währte. Ebend. 58.


Der Weiler Lillstadt, eine halbe Stunde nordöstlich vom Mutterort ganz unter Obstbäumen versteckt in einem schönen Seitenthälchen des Stuppachthales gelegen, mit einer Kapelle.

Lillstadt, alt Lülligen- Lüllichstatt d. h. Ort eines Lüllig, theilte die Schicksale von Stuppach.

1301. Kunigunde, Ehefrau des Heinrich Truchseß, übergibt etliche Zinse und Gilten zu Lillstadt dem DO. zu Haltung zweier Jahrtäge. (B.)

1315 s. Stuppach.

1318 s. Stuppach.

1343. Stephan Herzog v. Baiern eignet als Lehensherr Wiesen zu Lüllichstadt, welche von Rüdiger dem Reichen von Mergentheim verkauft worden waren, an die bescheidenen Mannen Berthold und Heinrich v. Hohbach. W. F. 1853. S. 84.

1344. Konrad Mertin und Frau verkaufen an DO. ein Lehen zu Lillstadt gegen Seelenmessen in der Deutschhauskapelle zu Mergentheim. St.A.

1345. Rüdiger Reich veräußert seine Gilten zu Lülligenstatt und eine Gilt zu Hachtel um 80 Pfd. Hllr. an die Frauen der Klause zu Wachbach. StA. W. F. 1849. S. 86.

1413. Die Witwe Holzschuher zu Mergentheim verkauft ihre Güter und Gilten zu Lülligstatt gegen ein Leibgeding an DO. St.A.

1414. Dieselbe verkauft an DO. 12 Schill. Zins von einer Wiese in Lillstadt. (B.)

1416. Cuntz Lüligstat s. Lustbronn.

1534. Unter dem früheren Eigenthum der Neunkircher Klause, welches der Spital in Mergentheim von Kloster Heidingsfeld kauft, befinden sich auch Besitzungen in Lüllstadt und Lustbronn. Schönhuth, Merg. 36.

1614. Lillstadt, bis dahin Filial von Mergentheim, wird der Pfarrei Stuppach zugetheilt.


Der Weiler Lustbronn, der seinen Namen von dem in ihm entspringenden starken Quellbrunnen hat, liegt eine halbe Stunde westlich von Stuppach und besitzt gleichfalls eine Kapelle (s. oben S. 740).

| Lustbronn, alt Luoges- Luchsbronn, nicht vom Luchs, der altdeutsch luhs heißt, sondern von einer Person benannt, kam wie Stuppach und Lillstadt aus mancherlei Händen an die Deutschherren.


1281. Gottfried Közlin trägt den Gebrüdern von Dürne seine Güter in Luogesbrunnen zu Lehen auf. St.A.

1318 s. Stuppach.

1344. Kaspar v. Dörzbach und seine Ehefrau Agnes verkaufen alle ihre Güter und Rechte zu Lustbroun und Assamstadt um 205 Pfd. Hllr. an das Kloster Schönthal. Schönhuth, Schönth. 77. (B.)

1415. Götz v. Adelsheim und seine Ehefrau Katharina verkaufen ihr Gütlein zu Lustbronn um 20 fl. rh. an DO. St.A.

1416. Cuntz Lüligstat gesessen zu Althausen und seine Ehefrau Cunlin Buchin verkaufen an DO. 1/4 Holz im Sybotengrund und 2 Morgen am Kammeracker bei Luchsprun, den Morgen für 1 Gulden und 1/2 Ort (Viertel) eines Gulden. St.A.

1418. Im Syboten-Grund verkaufen die Klausnerinnen zu Neunkirchen 41/4 Morgen. StA.

1423. Margaret v. Berlichingen, Boppen v. Domeneck (OA. Neckarsulm) Witwe, verkauft an ihren Bruder Beringer alle Zubehörde zu Domeneck, darunter auch ihre Rechte zu Lustbronn. W. F. 6, 75.

1424. Beringer v. Berlichingen und Frau verkaufen Gilten zu Lustbronn an Heinz Lang, Bürger in Mergentheim. St.A.

1455. Graf Albrecht v. Hohenlohe und Deutschorden verwechseln Güter zu Luchsbrunn und andern Orten. St.A.

1534 s. Lillstadt.

1583. Wolf Fackelmann und seine beiden Söhne Hans und Wolf zu Luchßpronn sind Mitbesitzer des Hofs Dainbuch. (Orig. in Althausen.)

1827. Die Kapelle wird erbaut.


  1. Die Stiftungs-Urkunde von 1606 gibt als Zweck des Kirchenbaues an, der um sich greifenden Reformation Einhalt zu thun.
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