Beschreibung des Oberamts Rottenburg/Kapitel A 2

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II. Geschichtliche Denkwürdigkeiten.

1. Frühere Verhältnisse.
a. Alte bürgerliche Verhältnisse.
Es ist außer allem Zweifel, daß die Römer wenigstens schon in der ersten Hälfte des zweyten Jahrhunderts nach | Christi Geburt in unserer Umgegend gehaust haben: sie zogen von den Quellen der Donau und des Neckars aus dem Schwarzwalde herab, ließen sich in den Thälern, welche der Neckar, die Steinlach und die Ammer bewässern, nieder, und die ganze Umgegend von Rottenburg mag zum Zehentland (Agri decumates) gehört haben, wo die Römer, vermischt mit frühern Einwohnern und ausgewanderten Galliern, das fruchtbare Land bebauten, und insbesondere am Ausflusse des Neckars aus einer engen Felsenschlucht in ein weites, offenes Thal, da, wo jezt Rottenburg liegt, eine beträchtliche Niederlassung gründeten. Diese mag, nach genauer Vergleichung der Geschichte des Aufenthaltes der Römer in Schwaben, vom Jahr 150–300, mehr oder minder ruhig, bestanden haben. Die Allemannen waren vorzüglich die Feinde der Römer, auch in unserer Gegend; sie drangen unaufhörlich gegen die römischen Niederlassungen heran, namentlich wird vom Kaiser Probus gemeldet, daß er um das Jahr 276 nach Christi Geburt die Allemannen über den Neckar und die Alb, also gerade in unsere Umgegend, zurückgedrängt, mehrere Städte und Lager erbaut und Besatzungen in dieselben gelegt habe. Allein diese Niederlassungen waren von kurzer Dauer, indem die Allemannen unter Maximian schon wieder selbst über den Rhein gegangen waren, Maximian sie 290 nach Chr. Geburt darüber zurückjagte und diesseits Alles bis an die Donau verheerte. Nach dieser Zeit hausten die Allemannen in unserer Umgegend auf den Trümmern der römischen Niederlassungen, nur von Julian, um die Jahre 356–360, und von Valentinian um die Jahre 368 und 373 und 74 beunruhigt. Bey den großen Völkerbewegungen, besonders der Sueben, und deren Vermischung mit den Allemannen, wurde auch unsere Umgegend berührt. Um das J. 451 brach Attila, wie eine gewaltige Fluth über Deutschland und wahrscheinlich auch über unsere Gegend herein, und was die Allemannen noch unzerstört mochten gelassen, und sich zugeeignet haben, dürfte damals vollends verwüstet worden | seyn. Früher schon drangen auch die Franken in unserer Gegend vor, und ihre Herzoge herrschten weit über unsere Gaue. Der Chronikschreiber Abt Trittheim spricht von alten Urkunden, nach welchen sich die Herrschaft der Franken schon unter Pharamund in unsere Gegend erstreckt habe, sie sollen namentlich auf der Stelle, wo jezt Rottenburg steht, „durch die Annehmlichkeit der Gegend und die Leichtigkeit der Vertheidigung angezogen, damals eine Stadt erbauet, und derselben den Namen Landskron oder Landskorn gegeben haben.“ Die Sage dürfte jedoch hier der Geschichte vorausgeeilt seyn.

In Beziehung der Eintheilung unseres Schwabenlandes in Gaue herrscht nirgendwo so viel Dunkel, als über die Gegend unsers Oberamtes, besonders über den Theil, welcher das Neckarthal berührt, bald wird derselbe zum Nagoldgau, bald zum Neckargau, auch zur Bertholdsbaar u. s. w. gezogen: erst neuere Forschungen haben in der Nacht einige lichten Punkte entdeckt, und es ergibt sich daraus, daß unsere Gegend ein eigener Gau umfaßt habe, und zwar der Sülchgau.

König Arnulph vergabt in einer, zu Gerenesheim unter dem 25. August 888 ausgestellten Urkunde seinem „Kaplan Otolfus die Güter als eigen, welche diesem durch seines Vaters Bruder Karolus auf Lebzeiten überlassen worden, und zwar im Gaue Hattinhunta und Sulihgeuvva in den Grafschaften des Perengarius und des Eparhardus, in dem Orte, welches Tuzzilinga heißt, nämlich die Kirche sammt dem Widdum und Hause.[1].

Diese Urkunde wurde bisher so ausgelegt, daß zwar die Güter, welche Otolf in Tuzzilinga erhielt, als in der Hattenhunta gelegen, angenommen wurden, aus dem Sulihgeuvva wurde aber ein anderer Gau, und zwar wegen der Ähnlichkeit des Namens, bey Sulgau in Oberschwaben gebildet.

Leichtlen hat diese, bis auf die neueste Zeit fast allgemein | angenommene, Meinung widerlegt und gezeigt, daß die Hattenhuntare einen Theil des Sülichgaus ausgemacht habe, und daß dieser Gau nicht bey Saulgau in Oberschwaben, sondern bey Rottenburg am Neckar zu suchen sey. Seine Ansicht wurde durch weitere Nachforschungen bestätigt, und es ist nun als ausgemacht anzunehmen, daß der Sülichgau der Umgegend von Rottenburg angehört und seinen Namen von dem abgegangenen Orte Sülchen bey Rottenburg (s. Rottenburg) geführt habe.“[2]

Der Sülichgau kommt außer der oben angeführten Urkunde Arnulfs auch noch in andern Urkunden aus unserm Oberamte mit folgenden Orten vor:

Sulicha, Sülchen, in einer Urkunde K. Heinrichs IV. gegeben Worms 5. April 1057, wodurch derselbe das Kammergut Sulicha im Sulichgowe, in der Grafschaft des Grafen Hesso an das Hochstift Speyer vergabt. Die Urkunde ist in der unten angeführten Schrift von Leichtlen abgedruckt.

Argossingen, Ergenzingen. Gosolt von Bliderhusen schenkt dem Kloster Hirschau, zwischen 1091 und 1157, 4 Huben ad villam Argossingen in Sultzgoia, wofür Leichtlen Sulihgoia liest,[3]

Die Hattenhundere, Hattenhuntari, Hattenhunta pagus) welche nach Obigem einen Theil, einen Untergau des Sulichgaus ausmachte,[4] erstreckte sich von Hechingen abwärts über das Steinlacher Thal bis gegen Tübingen | herab. Sie kommt außer der obberührten Urkunde vom J. 888 (in dem Cod. Laur. ) schon im J. 775, und wieder 873 mit der Daleheimer Marca in pago Alemannorum, und in einer weitern Urkunde (bey Neugart) vom J. 789 vor. Nach dieser leztern vergabten Adalbertus und Wolffretus ihr Eigenthum im Gau Hattenhuntari, in dem Orte, welcher Hachinga (Hechingen) heißt, nämlich ein Haus mit dem Hofe (Casam cum custe). Die Urkunde ist ohne Benennung des Gaugrafen von Herimarus ausgestellt, und öffentlich in villa Masginga (Mössingen) verhandelt.[5] Übringens gehörten früher die meisten Orte in der Steinlach den Grafen von Zollern, also gerade der Bezirk der Hattenhuntare. Mehrere dieser Ortschaften, als Mössingen, Belsen, Öschingen, kommen erst in dem ersten Viertel des 15ten Jahrhunderts von den Zollern an Würtemberg. So möchte sich einigermaaßen eine Abstammung der Zollern von den alten Gaugrafen von Sülchen, oder wenigst von der | Hattenhuntare herausstellen, und da auch das Geschlecht der Hohenberg, seit den urältesten Zeiten, in unserer Umgegend hauste, und diese als Eigenthum größtentheils besaß, so sind vielleicht die Grafen Peringer und Eparhard, welche in der oben berührten Urkunde vorkommen, die Urahnen dieser edlen Geschlechter. Geschichtliche Nachweisungen lassen sich wohl kaum mehr hierüber geben.

Um das Gemälde der geschichtlichen Denkwürdigkeiten unsers Oberamtsbezirkes treu zu geben, muß hier die kurze Geschichte der Grafen von Hohenberg, als Besitzer des größten Theils der Umgegend, als Erbauer der Stadt Rottenburg, und weil sie so mächtig auf ihre Zeit und die Gegend einwirkten, eingeschaltet werden.

Unter den edeln Geschlechtern Schwabens war ehemals eines der ersten, das der Grafen von Hohenberg. Die Abstammung dieses Geschlechts verliert sich, wie das der meisten alten, mächtigen Geschlechter, in das erste Jahrtausend unserer Zeitrechnung, seine Besitzungen waren weit in ganz Schwaben, und selbst über den Rhein verbreitet, es wirkte kräftig in Schwaben, und selbst für ganz Deutschland; es zählt unter seinen Abstämmlingen eine Menge Biedermänner, Blüthen der Ritterschaft und Herrscher voll Weisheit, Zierden ihres Zeitalters, und gab in seiner weiblichen Abstammung verschiedenen Thronen Europas Herrscherinnen, und den meisten deutschen Fürstenhäusern Landesmütter im schönsten Sinne des Wortes. Seit Jahrhunderten ist der edle Stamm gesunken, das hohe Geschlecht erloschen, und sein Name lebt nur noch in der Geschichte unsers Vaterlandes.

Wie jedes Volk, so hat auch jedes Geschlecht, und selbst jeder einzelne Mensch seine Sagezeit. Einzelne Erinnerungen tauchen aus dem Meere der Vergangenheit nicht ohne innern Zusammenhang auf, gestalten sich später zu einzelnen Bildern, die sich nach und nach zusammenreihen, und in der Geschichte erst ein zusammenhängendes Gemälde darstellen. Freylich oft auch nur Mosaikarbeit, aus unendlich vielen kleinen Steinen | zusammengesezt! Kann dieses bey der ehemaligen Zerrissenheit Schwabens auch anders seyn?

Die Geschichte der Grafen von Hohenberg theilt sich daher auch in 3 Abschnitte. I. In die Sagezeit, vom J. 900 bis 1125; II. Urkundenzeit, von 1125–1275; III. Thatenzeit, von 1275 bis zum Erlöschen des Geschlechts im Jahr 1486.

I. Viele leiten dieses Geschlecht, wie das der Markgrafen von Hochberg, von einem gewissen Hacho ab. Dieser soll zu Zeiten Kaisers Karl des Großen aus Italien gekommen seyn, und das Schloß Hachberg im Breisgau erbauet haben. Nur die Ähnlichkeit des Namens der beyden edeln Geschlechter Hohenberg und Hochberg (oder Hachberg) konnte die Chronikschreiber zu dieser vielfach behaupteten, ganz irrigen Vermischung verleiten.

Auf einem Vorsprunge der obern Alp, 3 Stunden abwärts von Rottweil, lag die alte Burg Hohenberg, in ältesten Zeiten im Besitze der Grafen von Hohenberg. Ob aber diese der Burg, oder die Burg den Besitzern den Namen gegeben[6], und ihre frühere und spätere Abstammung und Fortpflanzung von da, kann nicht näher nachgewiesen werden.

Gleich ungewiß ist die Abstammung von Etticho, dem Herzoge in Elsaß. Daß übrigens die Hohenberge mit den im Elsaß mächtigen Grafen von Hurningen gleiche Abstammung gehabt haben, bezeugt selbst ein Geschichtschreiber aus diesem Geschlechte, Graf Albrecht von Hohenberg, welcher eine Chronik unter dem Namen Albrecht von Straßburg (Albertus argentinenses) schrieb. Dabey ist merkwürdig, daß auch in unserer Gegend ein uralter Flecken den Namen Hurningen (jezt Hirrlingen) führte.

Eine große Verwirrung in die Geschichte der Grafen von Hohenberg bringt vorzüglich die Ähnlichkeit des Namens | anderer Geschlechter, als der Hochberg, Hachberg, Hochburge, Hohenburge, Honburg, Homburg, Huneburc u. s. w. und die in ältern Zeiten selten genaue Rechtschreibung dieser verschiedenen Geschlechter.

Die älteste Meldung von den Grafen von Hohenberg kommt unter dem J. 933 vor, wo Georg, Graffe zum Hohenberg, der Schlacht gegen die Hunnen auf dem Leuschberge bey Merseburg, und dem darauf zu Magdeburg gehaltenen Turniere beygewohnt habe (?); 942 thun die Chroniken Meldung eines Wilhelm Grafen zu Hohenberg; 984–93 eines Ezel und seines Sohns Clemens; 1057 wieder eines Clemens. Der letztere hatte 2 Söhne, Rueland und Cunrad, und 2 Töchter, Agata und Agnes. 1098 war Cunrad dem Kaiser (Heinrich IV.) widerspenstig und rebellisch, Agatha war die Gemahlin Luzens (Ludwigs) von Landau-Grüningen und Wuhlenstetten, Agnes aber die Gemahlin Gottfrieds von Zimmern.

Berthold von Hohenburg, der in dem Stiftungsbrief von Alpirspach 1095 unter den Zeugen vorkommt, ist wohl irrig als der erste in Urkunden vorkommende Graf von Hohenberg angenommen worden: er war wohl ein Ministerial des Grafen Alwicus von Sulz, auf der Burg Hohinburg nicht weit von da. 1119 lebte als Mönch zu Zwiefalten, und wanderte nach Claderban in Böhmen, Cuno, Graf von Hohenberg, Herr von Böttingen und Bühl, vir illustrissimus, der Erlauchte genannt. 1126–1138 lebte Graf Heinrich auf der Burg Hohenberg bey Rottweil; zu ihm soll sich Conrad v. Hohenstaufen vor Kaiser Lothar geflüchtet haben. 1125 hatte eine Gräfin von Hohenberg den Grafen Wilhelm von Aichelberg zum Gemahl. Auch wird 1125 Bruno, Graf von Hohenberg, als Stifter des Klosters St. Mergen in der Bulle Papsts Honor II. benannt. Um die nämliche Zeit lebte Graf Rudolph, er war mit einer Gräfin v. Pfirt vermählt, aus welcher Ehe 2 Söhne, Ulrich und Rudolph, entsprossen. Rudolph, der Vater, und Ulrich sein Sohn, starben im heiligen Lande, Rudolph der Sohn wurde auf der Jagd von einem Hirsch getödtet. Hier verstummt die Sagezeit.

| II. In Urkunden kommt außer obigem Bruno, 1141 Graf Albrecht von Hohenberg, und sein Vater Wezilo von Hegerlo vor, dieser auch in dem Freyheitsbrief des Kaisers Heinrich V. für das Stift St. Blasien, Straßburg 1125, wo er nebst Erchenbald von Hoberch, und Folmannus, Graf von Huneburk, als Zeuge benannt ist. Von nun an schreiben sich die Hohenberge abwechselnd bald von Hohenberg, bald von Haigerloch, zuweilen auch von Rottenburg. So obiger Albrecht 1181 Graf von Hohenberg, und 1185 Albert de Rottenburc.

Albrecht hatte zu Söhnen Friedrich und Rudolph, dieser, der kinderlos starb, kommt in Urkunden von 1144 und 1167 vor. Friedrich hatte 2 Söhne, Burkhard und Friedrich, deren Urkunden von 1183, 1185, 1188, 1191, 1193 Meldung thun.

Obiger Burkhard hatte Luitgardis, Pfalzgräfin von Tübingen zur Gemahlin. Sie und ihr Gemahl stifteten das Kloster Ruti (Reuthin, bey Wildberg) sie starb 5. Id. Nov. 1201, und ward im Chor dieses Klosters begraben.

Seltsam die Geschichte unserer Gegend verwirrend, nennt sich in einer Urkunde vom J. 1225 Albertus von Rotinburc einen Sohn des Grafen Burkhard de Zolre. Mehrere Urkunden, als vom J. 1209, 1226 und 1245 bezeichnen ihn unwiderleglich zugleich als einen Grafen von Hohenberg. Albrecht hat sich daher wohl nur uneigentlich als Sohn des Burkhards von Zollern genannt, indem er vielleicht eine Tochter des Grafen Burkhard von Zollern zur Ehe hatte. So nennt ja auch Graf Nikolaus von Zollern in einer Urkunde vom J. 1456 den Grafen Sigismund von Hohenberg, den lezten dieses Geschlechtes, seinen lieben Vater, wahrscheinlich weil er die einzige Tochter dieses zur Ehe hatte, wodurch die Grafschaft Razuns an die Zollern, und durch Tausch Haigerloch von Östreich an die Zollern kam. Auf jeden Fall wird Albrecht als Öhm (patruus) des jüngern Burkhard, Grafen von Hohenberg, in der Urkunde von 1245 angegeben, der 1216 das Schloß Rottenburg erbaute und 1209 das Dorf | Ehingen mit Mauern umgab[7]. Er erlaubt seinem Lehnsmann, Gero von Lichtenstein, den halben Zehnten zu Dußlingen an das Kloster Bebenhausen zu verkaufen. 1249 nennt er sich in einem Schreiben an den Bischof von Bamberg: Dei gratia, Comes de Hohenberg. 1250, 1252 erscheint er gleichfalls in Urkunden. Burkhard hinterließ 3 Söhne, Albrecht, Ulrich und Burkhard, wovon aber Ulrich schon 1288 als gestorben angegeben wird.

III. Mit der Nachkommenschaft Burkhards beginnt die Thatenzeit unsers Geschlechtes. Merkwürdig in der Geschichte zeichnet sich zuerst dessen Tochter Gertrud, welche als Kaiserin den Namen Anna bey ihrer Krönung annahm, aus. Kaum 16 Jahre alt, wurde sie in dem Schlosse zu Rottenburg mit dem damals 22jährigen Grafen Rudolph von Habsburg, nachmaligen Kaiser, 1240 vermählt. Sie war Mutter von 13 Kindern, nämlich 6 Söhnen, wovon 3 im Kindesalter starben, und 7 Töchtern, die meisten Stammmütter deutscher Fürstengeschlechter.

So wie Anna unter den Frauen, so strahlt ihr Bruder Albrecht unter den Männern als Stern erster Größe in der Geschichte unserer schwäbischen Gaue, ja unseres deutschen Vaterlandes. Mit Recht sagt Pfister in seiner Geschichte von Schwaben von ihm: „Unter Kaiser Rudolph I. war keiner angesehener und mächtiger von allen schwäbischen Grafen, als Albrecht, Grav zu Hohenberg und Haigerloch, des Königs Schwager.“ Albrecht begleitete Rudolph auf seinen meisten Heerfahrten; er stund ihm zur Seite auf den Reichstagen; er half des Königs großen Plan zu Herstellung des Landfriedens vollführen; er stellte sich an die Spitze der schwäbischen Herren zur Erhaltung desselben, und züchtigte mehrmal die Ruhestörer, besonders lag er mit Eberhard von Würtemberg mehrmal deswegen im Streite, und widerstand ihm, und einem großen Haufen der mit ihm Verbündeten; er | richtete die wichtigsten Gesandtschaften aus; war des Kaisers Landvogt in Niederschwaben, im Elsaß und zu Augsburg, sein Burgvogt auf der Reichsfeste Achalm, war einer der ersten Kämpen und Ritter in Turnieren, Liebhaber heitern Scherzes, der immer lustige Kumpane um sich versammelte. Dichter lieblicher Lieder, und deßhalb unter den Minnesängern seiner Zeit rühmlich bekannt, Beförderer der Künste und Gewerbe, Erbauer der Stadt Rottenburg, gleich groß als Ritter, Feldherr, Staatsmann und Mensch, und vom Kaiser Rudolph so hoch geachtet, daß er von ihm auf dem Todebette den Fürsten als Nachfolger soll vorgeschlagen worden seyn. Albrecht war mit Ursula, des Grafen Ludwigs von Öttingen Tochter, verehelicht, mit welcher er zwey Söhne, Albrecht und Rudolph, und vier Töchter zeugte; nämlich Irmengard, Gemahlin des Grafen Ulrich von Würtemberg, Anna, die ledig auf der Burg Hohenberg 1281 starb, N., Gemahlin Albrechts, des Sohns Grafen Reinhards von Tyrol; endlich Margaretha, Gemahlin des Markgrafen Heinrichs von Burgau. Als Kaiser Rudolph gestorben war, und dessen Nachfolger Adolph von Nassau den Grafen Albrecht vielfach kränkte, schlug sich dieser auf die Seite des Sohns Rudolphs, Albrechts von Östreich. Er reiste für ihn nach Rom, nach Böhmen, in ganz Deutschland umher, und starb endlich den treuen Tod des Helden, bey Leinstetten, Oberamts Sulz, wo er sich dem Herzog Otto von Bayern, der dem König Adolph über Ulm und die Alp herein zu Hülfe eilte, entgegenstellte. Nachts wollte er den Herzog überfallen; aber von seinen Spechen (Spionen) verrathen, von seinen Dienstmännern verlassen, wurde er von den Bayern umringt, und fiel, unerschütterlich tapfer kämpfend, mit seinem kleinen Haufen, bedauert, wie Ottokar rührend singt, von Frauen und Mädchen, Rittern und Gemeinen, besonders von König Albrecht. Bey diesen vielen Fehden Albrechts wurde unsere Gegend vielmal berührt; es wurde ringsumher gesengt und gebrannt und verwüstet. | Durch Albrechts Tod ward die Hoheit seines Geschlechtes tief erschüttert. Er und seine Schwester Anna waren dessen höchste Blüthen, bald fing nach ihm der Stamm zu siechen an, und nach einem Jahrhundert war er fast schon völlig verdorrt.

Burkhard, der zweyte Bruder Albrechts, überlebte diesen: er kommt noch in Urkunden von 1301-1307 vor. Mit Albrecht und Burkhard theilt sich das Geschlecht der Hohenberge in zwey Hauptzweige: die Nachkommen Albrechts und Burkhards.

Albrechts Söhne waren: Albrecht, genannt Rostmann, auch Rößelmann, zuerst mit Margaretha, Gräfin von Fürstenberg, zu Onfriedingen (Hohenfriedingen) den 19. Juli 1282 verehelicht: sie starb 1288. Im nämlichen Jahre ehelichte er die Tochter des Markgrafen Heinrichs von Burgau, seines Vaters Schwesterkind. Aus dieser doppelten Ehe ist keine Nachkommenschaft bekannt. Rudolph, der zweyte Sohn Albrechts, hatte auch zwey Gemahlinnen: Agnes von Werdenberg, mit welcher er vier Söhne, Albrecht, Rudolph, Hugo und Heinrich, und eine Tochter Margaretha, Gemahlin Friedrichs von Zollern erzeugte, und dann nach dem Tod der Werdenbergerin, die schöne Irmengard von Würtemberg, aus welcher Ehe keine Nachkommenschaft bekannt ist. Rudolph war ein strenger, dem Zorn sehr ergebener Mann, daher auch Furiosus, der Wüthige, genannt. Er stiftete mit seiner Gemahlin Irmengard 1320 das Chorstift zu Ehingen a. N., starb 1336, und ward so wie seine Gemahlin Irmengard (starb 1329 [8] in der | Stiftskirche begraben. Ihre Denksteine sind noch dort zu sehen. Nach dem Tode Rudolphs neigte sich das Geschlecht zum Falle. Von nun an ist seine Geschichte nur die Geschichte steter Verkäufe. Rudolphs ältester Sohn, Albrecht, war ein kluger und gelehrter Mann, auf der hohen Schule zu Paris in den Wissenschaften eingeweiht, wurde er zuerst Chorherr zu Constanz, wo er von einem Theil der Domherrn zum Bischof erwählt, jedoch von seinem Gegner, einem von Kenzingen, verdrängt worden ist. Nach dem Tod seines Vaters ward er Landgraf im Elsaß, Kanzler Kaisers Ludwig, und wurde zu großen Geschäften in Frankreich, England und Östreich gebraucht; ging dann zur päpstlichen Parthey über, wurde zulezt Bischof von Freysingen, als welcher er 1359 starb, | und hier in der Stiftskirche begraben ward. Viele Gründe lassen ihn als Verfasser des Chronicon M. Alberti arg. vermuthen, so wie des Lebens Bertholds, Bischofs von Straßburg. Die Herrschaft Tryberg verpfändete er an Östreich um 20.500 fl.

Rudolph, zweyter Sohn Rudolphs des ältern, der Säufer beygenannt, zeugte mit Margaretha von Nassau einen Sohn, gleichfalls Rudolph mit Namen. Dieser mit Idda von Toggenburg vermählt, hatte nur eine Tochter Margaretha, Gemahlin Bernhards I. von Baden. Im Unfrieden mit Gemahlin und Tochter, und im Verdruß mit seinen Verwandten lebend, verkaufte er die Grafschaft Hohenberg an Erzherzog Leopold i. J. 1381, um 66.000 fl. Er starb 1387, und mit ihm erlosch die Nachkommenschaft des großen Albrechts; denn Hugo, der einzige Sohn des dritten Sohns Rudolphs des ältern, ward St. Johann. Ordens-Ritter und Bruder zu Lewingen, und Heinrichs, des vierten Sohns Rudolphs d. ä. mit Agnes v. Nassau erzeugter Sohn, Rudolph war auch schon 1379 ohne Nachkommenschaft gestorben.

Die zweyte Linie der Grafen von Hohenberg, die Nachkommen Grafen Burkhards, des Bruders des großen Albrechts, theilten sich wieder in zwey Zweige, Nachkommen seiner zwey Söhne, Otto’s und Burkhards. Otto hatte Maria von Magenheim zur Ehe, und erwarb mit ihr beträchtliche Güter. Er hatte aus dieser Ehe zwey Söhne: Burkhard und Rudolph. Burkhard, der Irmengard, Eberhards des Erlauchten v. W. Tochter, zur Ehe hatte, verkaufte an diesen 1320 Dornstetten, 1321 die Herrschaft Magenheim, u. s. w. Er scheint ohne Nachkommenschaft gestorben zu seyn.

Rudolph, der zweyte Sohn, der sich als Besitzer von Horb, das er mit Gräben, Mauern und Thürmen umgab, auch häufig Graf v. Horb nannte, und das dortige Chorherrnstift gründete, zeugte mit seiner Gattin, einer Gräfin von Vaihingen, drey Söhne, Otto, Burkhard und Johann, und zwey Töchter, Agnes und Mechtild. Otto verkaufte 1362 Remmingsheim und Wolfenhausen an Pfalzgrafen Conrad; | 1363 die ganze Herrschaft Nagold und seinen Theil an Haiterbach an die Grafen Ulrich und Eberhard von Würtemberg: er fiel 1386 in der Schlacht bey Sempach. Sein Sohn Rudolph war 1394 Landvogt zu Rottenburg, und erscheint 1414 als Diener des Grafen Eberhard v. Würtemberg. Dieser Rudolph hatte nur eine Tochter Magdalena, welche Jakob, der Truchseß von Waldburg, zur Ehe hatte. Burkhard, der zweyte Sohn, war Geistlicher und Rector Ecclesiae Horbensis. Johann, der dritte Sohn, war St. Johann. Ordens-Ritter. Die beyden Töchter gingen in das Kloster zu Reutin, wo Agnes 1388 Priorin war. So war der erste Zweig der Nachkommenschaft des Burkhards, des Bruders des Ulbrechts, auch erloschen.

Der zweyte Zweig der zweyten Linie waren die Nachkommen des Burkhards, zweyten Sohns des Burkhard, Bruders des Albrechts, und einer Gräfin von Vaihingen, Conrads d. ä. Tochter. Zwey Söhne und zwey Töchter, Burkhard und Conrad, und Anna und Margaretha entsprossen aus dieser Ehe. Anna war an Grafen Friedrich von Zollern, Margaretha an Grafen Ludwig d. ä. von Öttingen vermählt. Als Heirathgut mag der Margaretha ein Theil von der Erbschaft ihrer Mutter zugewiesen worden, und so ein Theil von Vaihingen an Öttingen gekommen seyn. Burkhard und Conrad theilten 1355 ihre Herrschaften Bulach und Altensteig, Burkhard erhielt ersteres mit mehreren Ortschaften; ebenso Conrad lezteres. Wildberg blieb gemeinschaftlich. Burkhard verkaufte zuerst seinen Antheil an Wildberg 1363 um 8000 fl. an Pfalzgraf Ruprecht, und 1364 alle seine in der Theilung ihm zugefallenen Güter. Er scheint keine Nachkommenschaft gehabt zu haben. Sein Bruder Conrad, der 1356 starb, hinterließ einen Sohn, Rudolph mit Namen, der sich Herr von Altensteig schrieb, und Margaretha von Thierstein zur Ehe hatte. Dieser verkaufte gleichfalls seinen Antheil an Wildberg 1377 an den Pfalzgrafen Ruprecht, um 3870 fl. Im J. 1400 wurde auch Altensteig an Markgraf Bernhard verkauft.

| Wir kommen nun zum letzten Sprossen, Sohn des Rudolph und der M. von Thierstein, Grafen Sigismund. Er brachte mehrere Güter seines Geschlechts wieder an sich, und suchte den erlöschenden Glanz seines Hauses wieder zu beleben: allein es war nur der letzte aufklimmende Strahl der untergehenden Sonne. Vermählt mit der Erbtochter Ursula von Räzuns, zeugte er nur eine Tochter, die mit Grafen Jos. Nikolaus von Zollern verehelicht war. Sigismund lebte bis 1486; hauste im Herrnhause zu Ehingen, wo er starb; nach seinem Tode wurde dieses Schloß in einen Spital verwandelt, so wie die Trümmer der alten Rottenburg zur Erbauung eines Kapuzinerklosters verwendet, und das Schloß in der Stadt Rottenburg in ein Polizeyhaus umgeschaffen wurden.

So sank das mächtige Geschlecht der Hohenberge. Wohl mögen ihm unser Schmerz, und die wehmüthige Erinnerung an seinen erloschenen Glanz bleiben; es fiel, wie bey Theilung, Unfrieden und Verschwendung auch mächtige Völker fallen.

Unter diesem Geschlechte stund der größte Theil der hiesigen Gegend, als Theil der Grafschaften Ober- und Niederhohenberg; die übrigen Theile gehörten nach Verschiedenheit der Zeit den Pfalzgrafen von Tübingen, den Grafen von Würtemberg und Zollern, sonst auch noch andern mächtigen Adelichen und Herrn, welche jedoch meist den vorgenannten Mächtigeren untergeordnet waren, und von diesen ihre Lehen empfingen. Viele waren Ministerialen der Grafen von Hohenberg und der nachfolgenden sich oft in Rottenburg aufhaltenden Erzherzoge von Östreich. Zur Vervollständigung des Bildes früherer Zeiten dürfte es genügen, anzugeben, daß in den meisten Orten unseres Oberamts ein, auch zwey und drey adeliche Geschlechter hausten, daß sich in Rottenburg innerhalb ein Paar Jahrhunderten gegen 200 verschiedene Ritter, adeliche Herren und Geschlechter, wovon sich Verzeichnisse vorfinden, theils bürgerlich, theils in Herrn- und Stadtdiensten aufhielten, die nun selbst bis auf die Namen dahin geschwunden sind, und es stellt sich im Allgemeinen | ein treues Gemälde des Lebens, des Treibens und Kampfes der damaligen Zeit dar, aus dem anschaulich hervorgeht, daß damals viele Herren, wenige Freye, und die übrigen alle Dienst- und Leibeigene waren, und die meisten um weniger willen da zu seyn geachtet wurden.

So sehr sich übrigens das Verhältniß der Leibeigenen und Dienstmannen zu den Freyen und Herren in früherer Zeit als hausväterlich herausstellt, so war es doch nicht so ganz willkührlich, als man sich gemeiniglich vorstellt. Der Landvogt, Hauptmann oder Statthalter, den schon die Grafen von Hohenberg hatten, mußte, bevor ihm gehuldigt wurde, in die Hände des Burgermeisters den Eid ablegen: „reich und arm (in der ganzen Landschaft) bey ihren guten Gewohnheiten, und bey allen ihren Rechten und bey ihren Berufen bleiben zu lassen, als sie das bishero von Alters gehabt, und mit guter Gewohnheit hergebracht haben, und keinem Burger oder Bürgerin über Recht zu thun.“ So bestand damals schon eine Verfassung.

Unter die Rechte der Unterthanen der Grafschaft und insbesondere der Stadt Rottenburg gehörte, daß keine Steuer ohne ihre Bewilligung ausgeschrieben, kein Gesetz, ja selbst keine neue Ordnung ohne ihre Zustimmung gemacht, kein Bürger an ein fremdes Gericht gestellt, und wenn einer Caution leisten konnte, nicht in Verhaft gehalten werden durfte.

Diese Rechte und gute Gewohnheiten sind unter Kaiser Maximilian 1514, „durch Ain sondern Vertrag bey Sr. K. M. Östr. Regierung wiederum ernewert, corroborirt und von gemeinen Vnderthanen der Herrschaft Hohenberg durch Ire Gesannten zuehalten und denn zuegeloben zugesagt worden,“ und wurden nachher auch von K. Ferdinand bestätigt und noch erweitert.

Man nannte jenen Vertrag die neue Ordnung. Die Ordnung verbreitete sich über die Obrigkeit, Gericht, Rechnung, Vogtey, Abgaben, Gewerbs- und Sittenpolizey, Kleidung, Zünfte etc. Sie ist nur „auf Kais. Majestät Räth und Secretarien mit der Herschaft Leutten gepflogener Handlung | mit Inen nachvolgender mainung, mit Irem wissen und willen vergleicht und entlichen beschlossen worden.“ Der größte Theil des Oberamts gehörte übrigens zur niedern Grafschaft Hohenberg, welche mit der oberen durch einen Landvogt und ein kaiserliches Oberamt regiert wurde[9]. Die Steinlach stund unter dem würtembergischen Oberamt Tübingen, und das Stäbchen, von dem Rechte, daß der Vogt zu Remmingsheim den Stab führen durfte, also benannt, und die Orte Remmingsheim, Wolfenhausen, Nellingsheim und Eckenweiler umfassend, stund unter dem Oberamte Herrenberg. Die Stadt Rottenburg, so wie die Besitzer von Hirrlingen und die von Frommenhausen übten die niedere Gerichtsbarkeit, und Hemmendorf erhielt sich mitten in der Grafschaft, als Besitzthum des Johanniter Ordens, die Oberherrlichkeit. Durch den Presburger Frieden kam die Grafschaft Hohenberg, so wie Hemmendorf, unter würtembergische Herrschaft, und wurden mit dem sogenannten Stäbchen und einem Theil der Steinlach zu einem Oberamtsbezirke vereint. Bey der frühern Eintheilung des Königreichs | in Landvogteyen, bestund auch in Rottenburg eine – und zwar die am mittleren Neckar.

Steuern und Abgaben wurden aus dem Hohenbergischen an die östreichischen Stände zu Ehingen abgereicht. Die jährliche Steuer der niedern und obern Grafschaft Hohenberg betrug, bey einem sogenannten Substratum von 55.244 fl. 44 kr., im Ganzen 13.847 fl. 14 kr., wovon es die Stadt Rottenburg 2260 fl. 50 kr. traf. Diese Steuer wurde gewöhnlich von den vorderöstreichischen Ständen, welche zu Ehingen zusammen kamen, und wozu auch Rottenburg seinen Syndikus, so wie mehrere Städte und Ortschaften der Grafschaft Hohenberg ihre Abgeordneten sendeten, berathen und umgelegt. Die Umlage geschah früher nach Zehntel-Sölden. Die niedere Grafschaft Hohenberg war zu 5701/2 Zehntel, darunter Rottenburg zu 24 ganzen Sölden, oder 240 Zehntel angeschlagen [10]. Wegen Zöllen, Weg- und Brückengeldern, Flößen u. s. w. bestanden vielfach eigene Übereinkünfte, wodurch übrigens Handel und Wandel wenig gestört wurden.


b. Alte kirchliche Eintheilung.

Der Oberamtsbezirk gehörte von jeher zu dem Bisthum Constanz, und zwar zu dessen ausgebreitetstem Archidiakonate, dem vor dem Wald (Schwarzwald) ante Nemus. Zwey Landkapitel erstreckten sich in seinen Umfang:

1) Das Landkapitel Tübingen, nach der Reformation das von Rottenburg benannt, mit: Altingen, Ammerhof, Baisingen, Boltringen, Bühl, Dettingen, Ehingen, sammt dem Chorherrnstift, Ergenzingen, Eutingen, Frommenhausen, Göttelfingen, Hailfingen, Hemmendorf, Hirrlingen, Hirschau, Kiebingen, Niedernau, Obernau, | Oberndorf, Remmingsheim, Rottenburg, Schwaldorf, Seebrunn, Vollmaringen, Weiler, Weitingen mit Filial Rohrdorf, Wendelsheim, Wolfenhausen mit den Filialen Nellingsheim und Eckenweiler, Wurmlingen; [11]

2) das Landkapitel Hechingen, mit: Bodelshausen und Filial Oberhausen, Mössingen mit Belsen, Öschingen, Ofterdingen, Thalheim und mehrere Hechingische Orte.

Die sämmtlichen würtembergischen Orte des Landkapitels Hechingen, so wie aus dem Landkapitel Tübingen die Orte Remmingsheim und Wolfenhausen mit den Filialen Eckenweiler und Nellingsheim, sind, als altwürtembergische Orte, zur evangelischen Confession übergetreten, wurden deswegen seit dieser Zeit von dem alten Capitelsverbande getrennt, und dem Dekanate Tübingen zugetheilt, unter dem solche noch stehen. Für die übrigen kath. Orte des Oberamts bestand forthin das Landkapitel Rottenburg. Bey der neuen Eintheilung der Oberämter wurden die Orte Eutingen, Göttelfingen, Baisingen, Vollmaringen und Weitingen mit Rohrdorf von dem Landkapitel Rottenburg getrennt und zu dem von Horb eingetheilt; der Ammerhof wurde nach Tübingen eingepfarrt, und hier 1807, so wie zu Reutlingen 1824 eine Pfarrey errichtet, welche beyde Pfarreyen nebst den in den Oberämtern Tübingen, Reutlingen und Herrenberg zerstreuten katholischen Einwohnern dem Dekanat Rottenburg zugeschieden wurden.


2. Alterthümer.
a.Römische.
Die römischen Niederlassungen in unserer Umgegend, besonders auf der Stelle, wo jetzt Rottenburg liegt, und in der Steinlach, werden durch eine Menge Denkmäler aus jener Zeit bestätigt. Schon in den ältesten Zeiten wurden bey Bauten in Rottenburg, beym Graben und Ackern auf | den nächstgelegenen Feldern, besonders auf der Anhöhe gegen Sülchen, Münzen aus allen Zeiten der römischen Kaiser, und zwar von Gold, Silber, Erz und Kupfer, Scherben von Gefäßen aus Siegelerde und geringerem Thone, lange Reihen von gepflasterten Wegen, Bruchstücke von Säulen und Gesimsen, Altarsteine, Steine mit Inschriften, aufgefunden, deren Abstammung von den Römern nicht mißkannt werden kann. Der größte Theil der Münzen ist zerstreut. In neuerer Zeit hat der Verfasser wieder gesammelt, und seit Kurzem 7 silberne, darunter zwey Trajane, einen Antoninus Pius, einen Domitian, einen Septimius Severus und einen Gordian, zwey versilberte und 13 von Kupfer oder Erz, worunter eine Faustina, ein Julius Verus Maximinus und ein Maximianus, erhalten. Eine ganz kleine schüsselartige Münze von Silber mit einigen griechischen Buchstaben, ist nicht wohl zu entziffern. Es scheint auf einer Seite, auf der hohlen, das heilige Schiff mit der Isis, auf der andern erhöhten Seite ein Pferd abgebildet zu seyn. Andere wollen in der hohlen Seite das Bild eines Mannes mit dem Schilde erkennen. Auch sogenannte Regenbogenschüsselchen, schüsselartige goldene Münzen, wurden gefunden; so erst kürzlich eine bey Schwaldorf. Unter den Scherben sowohl von Siegelerde, als anderem geringerem Thone, zeichnen sich einige durch ihre Form, Farbe, und auch durch verschiedene Figuren und Verzierungen auf denselben aus. Auf einem Scherben von feinster Siegelerde sind mit einem Griffel der Name CATILVS und noch einige Charaktere eingerizt, auf andern sind die Namen der Fabrikanten mit einem Stempel eingedrückt. Merkwürdig ist auch eine kleine Figur (ein Knabe) auf einem Steckenpferdchen reitend, ganz bemalt, Gesicht und Hände röthlich, das Wämmschen blau, am Kragen und Aufschlägen grün, die Beinkleider roth, das Pferdchen gelb, der Zügel schwarz. Entweder ein Spielzeug für Kinder, oder eine Verzierung auf einem Gesimse, Aschenkruge. Die Säulen, welche häufig gefunden worden, Capitäler, Gesimse und Fußgestelle, sind meist von großem Umfange, so daß sich | daraus auf große Gebäude schließen läßt. Daß diese Niederlassungen sehr beträchtlich müssen gewesen seyn, bestätigt auch die Anlage einer eigenen Wasserleitung; sie ist weit über zwey Stunden in der Länge an den Bergen hin, aus einem kleinen Nebenthale, dem Rommelsthale (Römerthale?), eine halbe Stunde über Obernau, wo etwa 5-6 Quellen mögen gefaßt gewesen seyn, im Neckarthale bis Rottenburg, und durch die Stadt bis an die Hügel gegen Sülchen geführt. Sie ist ein bewunderungswürdiges Werk, und auf einer nach der Lage der Berge bald höhern, bald niederern Grundmauer, durchaus 6 Schuh breit, aus Kalksteinen, welche netzartig zusammengefügt sind (opus reticulatum), aufgesezt. Der Kanal selbst besteht aus Platten von dem bekannten römischen Kitt, Kalk oder Gyps mit zerflossenen Ziegelstücken vermischt, und derselbe ist durchaus 11/2 Schuh hoch und 1 Schuh breit. Zu beyden Seiten ist er mit einer 11/2 Schuh breiten Mauer, gleicher Art, wie die Grundmauer, eingefaßt, und oben keilartig gewölbt. Das Wasser muß lange in diesem Kanal geflossen seyn, indem sich darin der Wasserstein, Wasserniederschlag, wohl gegen 2 Linien hoch angesetzt hat. Noch werden Theile dieses herrlichen Werks, die an einzelnen Stellen neuerlich zu Tage gelegt worden, vollkommen erhalten angetroffen, und überall längs den Bergen, sowohl im Nebenthale bey Obernau, als in den Weinbergen an dem Neckar herunter, werden Spuren und Trümmer desselben entdeckt. Auch Anlagen von Bädern, und von Dampfheizungen sind in Rottenburg an mehreren Stellen aufgedeckt worden, insbesondere hinter dem Gasthof zum Waldhorn und vor dem Sülcherthore. [12] | Die aufgefundenen Denkmäler selbst theilen sich in solche, die Aufschriften haben, und solche, welche verschiedene Gegenstände ohne Aufschriften darstellen.

Denkmäler mit Aufschriften sind drey bekannt, welche aber nur mehr in Beschreibungen vorhanden sind.

1) Ein für die Geschichte des Aufenthalts der Römer in Rottenburg höchst merkwürdiger Stein, von dem die alte Chronik von Lutz zu Lutzenhart meldet:

„In des Hafners Michael Hofmeister Behausung, bey dem Silcherthor, wird ein großer Stein unter der Stiegen, ob einer Thür, gefunden, und zwar in der Länge 3 Schuh 3 Zoll, und in der Breite 16 Zoll, ohne die Absatz. Darauf ist die Schrift gehauen, und was daran noch zu lesen gewesen, hier aufgezeichnet worden.“

Apian hat diesen Stein in seinen Inscript. Sacr. Vetust. p. 462. Er war in zwey Theile gebrochen, wie hier angezeigt ist.

OARottenburg Votivtafel.jpg
| Unter diesem Stein war noch eine weibliche Figur angebracht, welche denselben mit ausgestreckten Armen über dem Kopfe hielt.

Diese Inschrift dürfte zu lesen seyn:

In honorem Domus divinae Marcus Messius Fortunatus Sevir Augustalis, Negotiator artis cretariae, paementariae (pavimentariae) paenulariae Omni Penati Deo (nach Andern omni impendio suo) votum fecit ... Dextro consulibus.

Ohne in die verschiedenen Lesearten näher einzugehen, beweist dieser Stein mit den oben angeführten Denkmälern eine bleibende Niederlassung der Römer; es hielt sich ein Kaufmann, der mit Geschirren aus feiner kretischer Erde[13], und mit Mosaikfußböden, handelte, den römischen Soldaten Mäntel lieferte, und vielleicht wegen guter Armeelieferung zum Augustalischen Sechsmann, einer Magistraturwürde befördert ward, hier auf. Der Stein ward 225 nach Christi Geburt unter Alexander Severus als Fuscus II. und Dexter Konsuln waren, gesetzt. Zu dieser Zeit muß daher diese unsere römische Kolonie sehr in der Blüthe gewesen seyn [14].

2) Die zweyte Inschrift wurde nach Apian 1508 aufgefunden, und zwar hinter dem alten Schlosse. Über diesem Stein soll ein anderer ausgegraben worden seyn, der in länglicher Form eine lange Inschrift gehabt habe, aber von den Arbeitsleuten in Stücke zerschlagen war. Der Stein mit der Inschrift ward nachher „vor Junkers von Ow, später Wagnerschen Behausung in der Stadt bey der Marktkirche befunden.“ In ihrer ursprünglichen Leseart lautet die Inschrift:

DEANE
IN. H. D. D.
R. IVVENTVTE
C. SVM. IVLHR
MES. T. C.
| Diese Inschrift wird gelesen: Deanae, in honorem domus divinae (andere dat, dedicat) pro Iuventute Coloniae (andere Civium) Summae Juliae (andere Sumlocennae Julius) Hermes, Testamenti Causa.

Dieser Stein war zu Ehren der Diana aufgerichtet, und daß in C. Sum. der Name der Kolonie enthalten sey, ist kaum zu zweifeln. Wer möchte aber entscheiden können, ob sie Summa Julia, oder Sumlocena geheißen habe? Das Samolucenae der Peutingerschen Tafel kann es aber auf keine Weise seyn, wie, anderswo aus der richtigen Erklärung derselben und nach der Geschichte (Würtemb. Jahrbücher 1824. II. Heft. S. 301-328) nachgewiesen worden, [15]. Der Umstand, daß dieser Stein für die Jugend der Bürger (Civium) oder der Kolonie (Colonia) von Sum – errichtet worden, weist wiederholt auf eine beträchtliche Einwohnerschaft hin.

3) Der dritte Stein dürfte ein Sepulchralstein seyn. Er stund früher in der Zwibelgasse, vor Hans Ludwig Rinkners, des Stein- und Bruchschneiders Behausung, und hielt in der Höhe 21/2 Schuh und in der Breite eben so viel; das Gesimse ging 3 Zoll voraus, und die Schmalseite hatte 1 Schuh. In dem Felde über der Aufschrift sitzt eine weibliche Figur in einem Armsessel; vor ihr scheint ein Spinnrocken zu stehen, aus dem sie Fäden zieht (eine Parze?), die Aufschrift, so viel noch sichtbar war, lautet:

SAVILO .......

RIALIS .....
RAVXOR .....
.............

Eine Gattin setzt ihrem Manne Sanilus, Savilus oder | Sejus Anilus (A ist mit V verbunden) ein Denkmal. Auch könnte es ein einfacher Libationsstein, und zu lesen seyn:
SAVILO Mercu

RIALIS et Ca–
RAVXOR.

Mercuriales waren die Vorstände der Kaufmanns-Innungen (Vergl. Hor. Serm. II. 3, 25. Cic. Epist. ad Q. Frat. II., 5. Livii Hist. II. 27.) Auf der einen schmalen Seite ist eine Matrone, die aus einem Krügelchen eine Libation auf die Erde gießt; die andere schmale Seite ist leer.

Diese drey Steine mit Inschriften konnten nicht mehr aufgefunden werden.

B. Unter den Denkmälern ohne Aufschriften zeichnen sich sogleich 4 Steine von 3 Schuh 5 Zoll bis 3’ 6" und 3’ 7" Höhe, und in der Breite 1’ 3" bis 1’ 6" aus. Alle 4 Steine sind von einer Form, viereckig, von gewöhnlichem Sandstein. Sie scheinen einen gemeinschaftlichen Cyklus auszumachen, auf die verschiedenen Dichtungsarten hinzudeuten und Standsäulen gewesen zu seyn. Drey sind noch wirklich vorhanden, und stehen im Hofe des Pfarrhauses; aber auch Zeichnungen sind aus der alten Chronik des Lutz von Lutzenhardt bekannt; letztere scheinen doch mehr verschönert zu haben, wenigstens nach dem jetzigen Bestand der noch vorhandenen Steine. Jeder derselben hat fast auf allen vier Seiten Darstellungen.

1) a) Ein vorwärtsschreitender Krieger mit einer Fahne (Mars) über seinem Haupte, auf dem Helm eine Lotusblume (Acanthus), die überhaupt häufig in diesen Darstellungen vorkommt; b) eine weibliche nackte Figur, die leicht über sich ein Tuch schwingt, über welchem wieder eine Lotusblume, und unter ihr ein Gestell erscheint, welches von einem, nur mit dem Kopfe und einer Hand sichtbaren Manne, der in der andern Hand eine Säule hält, getragen wird. Vielleicht eine Venus, oder die flüchtig dahin eilende Zeit; c) eine sitzende Figur, der Zeichnung nach eine weibliche, | um ihre Lenden ein Tuch leicht geworfen, das sich schwebend zu einer Verzierung, welche die Figur hält, empor hebt, und gleichfalls in eine Lotusblume ausläuft. Unten am Gestelle liegt ein Merkurstab. Vielleicht ein geschlechtsloser Merkur aus dem Cult der Celten in den egyptischen übertragen. Die vierte Seite ist ohne Verzierung und Schrift.

2) Der zweyte Stein stellt a) auf seiner ersten Seite eine weibliche Figur, mit Ober- und Unterkleid, dar, mit einer Larve in der rechten Hand, die linke läßt sie unter der Brust ruhen, und von dieser Seite hängt ein Zipfel des Kleides, oder mehr anscheinend, eine Schlangenhaut hinab. Sie hat die bekannte erhabene Lockenerhöhung. In Herkulanum wurden zwey Gemälde entdeckt, wovon eines unserer Figur auf diesem Steine, und das zweyte der auf dem folgenden entspricht. S. Abbildungen der Gemälde etc. von Herkulanum, von Murr. Angsburg, II. Thl. pag. 3 und 4. Tab. III. u. IV. Dort heißt es:

„Thalia trägt eine komische Larve, und in der andern Hand einen krummen Stab (das Pedum), den Ursprung des Lustspiels anzuzeigen, das von den Hirten abstammte. Unten am Fußgestelle ist in griechischer Sprache geschrieben:

Thalia die Erfinderin der Comödie."

Unsere Figur ist höchst wahrscheinlich diese Thalia. b) Auf der entgegengesetzten Seite ist der Stein in zwey Felder abgetheilt; im obern Felde trägt ein Mann ein Kind, in Windeln eingewickelt, auf dem Arme, und neben ihm steht eine Frau, in der rechten ein Körbchen, in der linken einen Hirtenstab. Der Ursprung der Komödie? Im untern Felde fährt ein Knabe in einem Wägelchen von einem Gaisbock gezogen. Ein schönes Symbol des Scherzes? c. d) Die zwey Nebenseiten haben Verzierungen, die erste zwey große gegen einander stehende Lottusblumen, die zweyte Laubwerk mit einem Kopfe mit Hörnern in der Mitte, die in Blumen auslaufen, wieder ein Symbol des Scherzes.

3) Der dem vorigen fast ganz entsprechende Stein stellt wieder eine weibliche Figur mit einer Larve auf dem Arme | dar. In dem oben angezeigten Werke findet sich die fast gleiche Figur mit der griechischen Inschrift auf dem Fußgesimse:

Melpomene die Erfinderin der Tragödie.

„Sie hält (dort) in der rechten Hand eine tragische Larve, mit der linken stüzt sie sich auf eine Keule; die tragische Larve hat sonst eine Lockenerhöhung, hier ist sie mit einem Gewende bedeckt.“

Die Larve, welche unsere Muse auf dem Arme hält, ist auch mit einem Gewende bedeckt, nur fehlt die Keule. b) Die entgegengesetzte Seite ist, wie bey dem Vorigen, auch in zwey Felder getheilt, im obern Felde trägt eine Frau ein Geschirr (Böttchen) auf dem Kopfe, das sie mit beyden Armen hält. Ein Mann scheint sie verfolgen und ergreifen zu wollen, im untern Felde tragen zwey Männer gleichfalls ein Böttchen an einer Stange. Welche Anspielung auf das Trauerspiel hier seyn möchte, ist schwer zu errathen; c. d) die beyden Nebenseiten haben wieder Verzierungen, die erste stellt ein groteskes Gesicht dar, welches oben und unten in eine Lottusblume ausläuft; die zweyte hat unten zwey gegen einander gekehrte Lottusblumen, auf denen sich ein Füllhorn erhebt, aus welchem Blumen emporquellen. Diese 3 Steine sind, wie gesagt, noch vorhanden.

4) Der vierte Stein findet sich nur noch in der Zeichnung vor. a) Auf der ersten Seite steht wieder eine weibliche Figur, ehrwürdig, nebst dem gegürteten Rock, mit einem Mantel bedeckt, sie hält in beyden Händen vorwärts gestreckt ein Kästchen. Diese Figur dürfte wohl Clio, die Muse der Geschichte, seyn, wie sie oft auch mit einem Schrein abgebildet gefunden wird; b) die entgegengesezte Seite ist wieder in 2 Felder abgetheilt. Ein Mann (Hirte) liegt unter zwey belaubten Bäumen, zwischen denen ein abgedorrter steht, er stützt den linken Arm auf einen Stein, in der rechten hält er eine Schaale, aus der ein empor gerichtetes Lamm zu trinken scheint; im untern Felde wieder ein Baum mit einem vorstehenden grünenden Aste, unter welchem zwey Stiere neben einander laufen. Auch hier dürfte die Beziehung schwer | zu errathen seyn. Die Bedeutung der grünenden Bäume und des verdorrten gibt einige Winke, und scheint sinnig auf die Geschichte hinzuweisen; c. d) beyde Nebenseiten haben wieder Verzierungen, Reblaub und Trauben auf einer, auf der andern blos Laubwerk verschlungen.

Es dürften wohl alle Musen so in Stein abgebildet gewesen seyn, und in einem Tempel, oder unter einer Halle, gestanden haben; vielleicht entdeckt die Zukunft auch noch die übrigen Denksteine. Es ist zu bedauern, daß das Ackerfeld, auf welchem diese Steine gefunden worden, nicht mehr bekannt ist, um Nachgrabungen anstellen zu können.

Außer diesen vier höchst merkwürdigen Denkmälern findet sich noch ein schöner Sepulchralstein vor, welcher früher auf dem Kirchhofe bey der Klause stund, nun in dem Garten des Herrn Bischofs von Evara aufgestellt ist. Er ist von ziemlich feinem Sandstein, mit Säulen und Gesimsen zierlich gearbeitet. Auf der Vorderseite zeigt sich eine Minerva mit Schild und Lanze, auf der zweyten eine Matrone, die auf einen vor sich stehenden Altar eine Rolle hinzulegen scheint; auf der dritten Seite ein nackter Jüngling, der aber unter dem Bauche nun verstümmelt ist; die vierte Seite ist ohne Aufschrift, Figur und Verzierung.

Drey andere Denkmäler sind nur noch in Zeichnungen vorhanden.

a) Ein achteckiger, zierlich gestalteter Stein, auf dessen Vorderseiten vier schwebende weibliche Figuren, in jedem Felde eine, aber doch verschlungen, dargestellt sind. Die übrigen vier Seiten sind leer abgezeichnet. Sie stellen wahrscheinlich auch die Musen vor. Dieser Stein stund in älterer Zeit in des Burgermeisters Sigmund Wendelsteins Behausung.

b) In dem Zwinger vor dem Sülcherthor waren früher 2 Steine eingemauert; einer drey Schuh hoch und zwey breit, auf welchem ein Herkules mit der langen Keule dargestellt scheint, vor ihm eine weibliche Figur, die ihren linken Fuß auf eine Kugel stellt, und die Form einer Kugel, oder einer | Schüssel ähnlich, in der rechten Hand hält, die linke aber mit empor gestrecktem Zeigefinger, gleichsam warnend, erhebt; vielleicht eine Fortuna? Der andere Stein war 2 Schuh 4 Zoll hoch, und 22 Zoll breit, und ein nacktes sitzendes Kind ist gar lieblich darauf abgebildet, c) Endlich soll sich noch eine Art Götzenbild, Abominandum quoddam Simulacrum, sagt die Chronik, hinten an dem Rathhause, ein Bruststück eines Mannes mit ganz kahlem Kopfe, mit gegen die Achseln aufwärts verschränkten Armen eingemauert, früher vorgefunden haben, schwerlich ein römisches Denkmal, wohl aber ein altdeutsches, keltisches oder suevisches.

Unter die merkwürdigsten Denkmäler gehört zu Belsen die Kapelle.

Eine kleine Strecke unter diesem Dorfe, einem Filial von Mössingen, erhebt sich anfangs ein sanfter Hügel mit Gesträuch bewachsen, und ringsher mit einem Obstbaumwald umgeben; hinter demselben steigt höher eine zweyte Abdachung empor, und über beyden ragt, wie ein langer, ungeheurer See, der Farrenberg empor. Auf dem ersten Hügel liegt zwischen dem Gesträuche und den Bäumen halb versteckt die Kapelle. Sie ist aus ganz feinkörnigen Sandstein-Quadern gebaut. Will man sich eine Vorstellung von seiner Urgestalt machen, so muß man sich die neuen Zusätze zuerst hinwegdenken: diese sind das Dach, der Chor gegen Osten, und eine gegen Süden erst seit zwey Jahren angebaute Sakristey. Alle diese Theile sind erst später, wohl zur bequemeren Einrichtung für eine christliche Kirche, aber offenbar zur Entstaltung des alten Denkmals hinzugekommen. Besonders übeln Eindruck machen in dieser Hinsicht die neuesten Bauten. Die Sakristey ist gerade an der Stelle angebaut, wo die Öffnung zum Einfallen des ersten Sonnenstrahles beym Aufgang der Sonne angebracht war; vielleicht hätte noch durch astronomische Berechnungen das Alter des Tempelchens selbst bestimmt werden können. Im Innern ist rings eine Emporkirche angebracht, wodurch die alte, edle Einfalt ganz gestört wird.

| Denken wir uns nun diese Zusätze weg, so zeigt sich uns von Osten, wo jezt der Chor angebracht ist, der freye Eingang – vielleicht unter einer Vorhalle, in den Tempel; links, gerade gegen Osten gekehrt, ist an einem Vorsprung die obbenannte Öffnung angebracht: aus früher ganz kleinen, hoch oben, zu beyden Seiten gegen Norden und Süden, angebrachten Öffnungen (Fenstern, Hochlichtern) fiel ein spärliches Licht ein, und gegen Abend war, dem Eingang gegenüber, eine niedere, schmale Pforte angebracht, so wie eine gleiche Pforte gegen Süden war. An der Abendseite erhebt sich der Giebel, und an dieser Seite sind die hieroglyphischen Charaktere eingemauert, welche unsern ältern und neuern Alterthumsforschern schon so viel zu schaffen gemacht haben. Gleich über der südlichen Pforte zeigt sich ein Kreuz mit Sonnen oder Feuerrädern, welche auch bloße Verzierungen seyn mögen, umgeben. Auf der einen Seite sind diese mit Strahlen umgeben, auf der andern blos runde Kreise ohne diese – vielleicht die Sonne und der Mond? Dieser Stein scheint eingesetzt, und ist auch von anderer, einer gelblichen Farbe, während alle andere Steine des Gebäudes graulich schwarz sind. Über der abendlichen Pforte ist gleichfalls ein solcher gelblicher Stein mit einem Kreuze mit Sonnen- oder Feuerrädern, und dann ein zweyter Stein, mit einer Figur, einer Art Zwerg mit krummen Beinen und Armen eingesetzt. Wo sich über diesen oben am Dach der Vorsprung zu beyden Seiten zeigt, beginnt sogleich in der zweyten Lage der Steine eine neue Reihe von Bildern: seitwärts zuerst eine Sonne, dann in einer höhern Reihe, auf der nördlichen Seite, zwey Widderköpfe, auf der südlichen ein Stierkopf, und zwischen inne wieder die Figur des Zwergs mit krummen Beinen und einem unförmlichen Bauch, über diesem ein Stein, der neben einander einen Widder- und Stierkopf darstellt, ihnen zur südlichen Seite zwey Sonnen, eine größere über einer kleinern, über den beyden Köpfen dann wieder ein Kreuz. Die ganze Bauart des Tempels zeigt sich in ihrer ursprünglichen Form als ächt römisch, wahrscheinlich ist er in | der Hälfte des zweyten, oder Anfangs des dritten Jahrhunderts errichtet worden: und war dem Mythrasdienste, vereinigt mit dem Isiscult, den die römischen Veteranen aus dem Orient mitgebracht und überall, wo ihre Legionen lagen, eingeführt und mit Eifer betrieben haben, geweiht. Später wurde derselbe in eine christliche Kirche umgewandelt, und erst das Kreuz, das ein rein christliches mit dem Oberbalken ist, eingesetzt, sowohl zum Zeichen dieser Umwandlung am höchsten Giebel und über der Pforte, als auch um durch dieses Zeichen, wie schon andere bemerkt haben, dem bösen Götzenspuk seine Kraft zu benehmen. Die Ableitung vom Baal, Bel, und in wie fern der Farrenberg, auf dem die Stiere zum Opfer, und selbst der Roßberg, auf dem die Sonnenpferde sollen geweidet worden seyn, damit in Verbindung gebracht werden, müssen wir billig dahin gestellt seyn lassen. Noch zeigen sich indeß Spuren von einem gebahnten Wege auf den Farrenberg, auch wurden mehrere sogenannte Heidengräber und darinnen Urnen vor Jahren in der Gegend umher entdeckt [16]. Straßenzüge aus den Zeiten der Römer sind in unserer Gegend noch wenige von Bedeutung entdeckt worden, sie scheinen tief in dem Thalbette begraben zu seyn. Bey Hirrlingen gegen Frommenhausen zeigen sich Spuren einer alten Straße, von der es jedoch zweifelhaft ist, ob sie römischen Ursprungs sey, oder ob sie, weil sie sich scheinbar in | gerader Linie von der Weilerburg dem Hohenberge zuwendet, aus dem Mittelalter abstamme. Leichtlen hält sie für eine römische Straße, und will in der oben angeführten Schrift ihre Bahn von Rottweil nach Rottenburg nachweisen.


b. Deutsche Alterthümer.

Nicht nur hausten, wie schon bemerkt worden, ringsumher die mächtigen Geschlechter der Hohenberge, der Pfalzgrafen von Tübingen, der Zollern, sondern auch eine Menge Ritter und adelicher Herren, theils als Ministerialen dieser mächtigen Geschlechter, theils unabhängig auf ihren Burgen. Fast jedes Dorf umher hatte seinen adelichen Sitz, ja oft deren zwey und drey. Die Burgen sind alle zerstört, und es finden sich nunmehr wenige Burgställe vor, auf welchen einst Ritter und Herren hausten, und von deren Hügel herab sie die freundlichen Thäler oft unfreundlich beherrschten. Sie sind zum Theil an sich selbst zerfallen, zum Theil niedergerissen worden, liegen verlassen und einsam, und weisen oft kaum mehr einige Grundmauern mit Gräben und Wällen auf. Die merkwürdigsten solcher alten Burgen sind:

1) Die Weilerburg, früher Rottenburg, die alte Burg genannt. S. Weiler.
2) Rottenburg, die neue Burg (in der Stadt) genannt. S. Rottenburg.
3) Die Ehinger Burg, Ruine, s. Niedernau.
4) Die zwey Burgställe zu Wurmlingen.
5) Die Burg Hailfingen, kaum mehr sichtbar.
6) Das Schloß Bühl, jetzt Gasthaus.
7) Das Schloß Hirrlingen, noch gut erhalten.
8) Burg Andeck, Ruine, s. Thalheim.
10) Hemmendorf.

Von den Burgen oder Herrenhäusern zu Riebingen, Hirschau, Wendelsheim, Seebrunn, Ergenzingen, Remmingsheim, Nellingsheim, Dettingen u. s. w. sind kaum mehr die Stellen, wo sie einst gestanden, bekannt.

Auf dem Heuberg (Höhe Berg) bey Rottenburg, steht | ein Wachtthurm, 1422 erbauet im Städtekrieg gegen den Grafen von Zollern, und zu Obernau ein Thurm, die Zeit der Erbauung desselben ist unbekannt [17].

Zwischen Schwalldorf und Frommenhausen wurden mehrere Grabstätten aus älterer Zeit schon aufgedeckt, und namentlich vor mehreren Jahren ein steinerner Sarg mit einem Todtenkörper, großen, eisernen Schwerte etc. ausgegraben. Alles wurde aber zertrümmert und zerstreut.


  1. Neugart Cod. Dipl. Nr. 581.
  2. Forschungen im Gebiete der Geschichte, Alterthümer etc. Von Julius Leichtlen. Freyburg. 1825. S. 129 u. ff. - Würt. Jahrbücher. Jahrg. 1825. Heft I. und II.
  3. Der Hirschauer Codex hat nicht Sulihgoia, auch nicht Sultzgoia, sondern deutlich Sultzgoewe und noch einmal auf dem Blatt vorher Sulzgowe.
  4. Übrigens scheint auch der Sülichgau, wenigstens die Hattenhuntare einen Untergau von der Bertholdsbaar ausgemacht zu haben; denn in einer Urkunde bey Neugart v. J. 786 kommt Hechingen als Zugehörung der leztern vor. Anm. d. H.
  5. Als Marken verdienen hier auch noch besonders bemerkt zu werden: Die Thalheimer MarkDaleheimer Marca, die in den obigen und noch 13 andern Schenkungs-Urkunden, in dem Cod. Lauresh. vom Jahr 766 bis 873 vorkommt, und zu der Hattenhundere gerechnet ist. Die Messinger MarkMessinger Marca, die in demselben Codex Nr. 3285 und 3286 mit Schenkungen eines gewissen Hitto und eines Witfrid an das Kloster Lorsch (in pago Alemannorum, in Messinger marca) in den Jahren 774 und 777 vorkommt. – Übrigens findet man im J. 789 auch das Kloster St. Gallen zu Mössingen begütert, und diesen Ort in den Burichingau gesezt. S. v. Arx Gesch. v. St. Gallen. Th. I. S. 56 womit zu vergl. Beschr. des Oberamts Reutlingen. S. 5. Der Cod. Lauresh. führt auch noch einen Westergowe mit Corgozsinga und Rosdorpher marca etc. auf, und Neugart (Ep. Const. p. XC. ) nimmt ersteres für Ergenzingen, lezteres für Rordorf. Allein es ist nicht nur diese Deutung, sondern überhaupt die Existenz eines Westergau’s in Allemannien selbst zweifelhaft. Dagegen gehörte unstreitig ein Theil des Oberamts, in dem Bezirke, der jetzt noch das Gäu genannt wird, zu dem Nagoldgau. Anm. d. H.
  6. Doch ist an dem leztern kaum zu zweifeln, wie theils der Name, theils das Alter der Burg beweisen, das in eine Zeit zurückgeht, wo es noch gar keine Geschlechtsnamen gab. Anm. d. H.
  7. Es fehlt übrigens nicht an Beyspielen, wo Patruus nicht gerade Vatersbruder bedeutet.
  8. Nach Crusius und Andern wäre Irmengard 1341 erst gestorben. S. Crus. Schw. Chron. Th. 3. V. 4. C. 12. S. 89. u. f. und Pfaffs Gesch. v. W. Zweyte Stammtafel. Allein weitere Nachforschungen Herrn Jaumanns beweisen die Richtigkeit seiner Angabe. Auf das Jahr 1329 setzt das Ehinger Seel- und Traditionsbuch ihren Tod. Auch sagt eine Urkunde, gegeben Rottenburg am Freytag vor St. Walburgistag 1332, daß Graf Rudolph an den Altar „der da geweiht ist in Ehren Unseren Frawen und St. Martin, der da stoht in der Kirche St. Mauritii vor seiner Gemahl seel. Grab von Würtemberg zu Ehingen,“ Güter gestiftet habe. Übrigens war nach Sattler – Grafen I. S. 89 u. 90, auch eine Irmengard von Würtemberg, Tochter Graf Eberhards des Erlauchten an einen Graf Burkhard von Hohenberg verheirathet. Wenn dies richtig ist, so könnte die leztere es seyn, die 1341 gestorben ist. Herr Jaumann wirft dabey die Frage auf: „Oder war es nicht Irmengard, die 1291 den Grafen Ulrich v. Würt, geheirathet und ihres Mannes wegen von Würtemberg genannt wird?“ Er fügt aber die Bemerkung bey: „Sie müßte übrigens sehr alt geworden seyn.“ – Das Alter könnte jedoch keinen Anstand machen; denn daß die Vermählung der Irmengard mit Ulrich nicht schon im J. 1291 vorgegangen seyn kann, weil, wenn anders die Urkunde bey Sattler Grafen I. Beyl. Nr. 9. richtig ist, um diese Zeit Ulrich höchstens 6 Jahr alt war, hat Herr Prof. Übelen schon in einem Programm gezeigt. Noch entsteht die Frage: Wenn Irmengard, die Tochter Eberhards des Erlauchten an einen Graf Burkhard v. H. verheirathet war, wessen Tochter war denn Irmengard, die Gemahlin Graf Rudolphs v. H.? Sollte etwa Eberhard zwey gleichnamige Töchter gehabt haben, wie er zwey gleichnamige Söhne hatte? Sonst hat man gewöhnlich Irmengard, die Gemahlin Rudolphs, für eine Tochter Eberhards gehalten. Nach ihrer Grabschrift muß diese sehr schön und angenehm gewesen seyn. S. Rottenburg.
  9. Die Grafschaft Hohenberg theilte sich in die Grafschaft Ober-Hohenberg und in die Grafschaft Nieder-Hohenberg. Die Abtheilung wurde zu verschiedenen Zeiten verschieden angenommen; gemeiniglich zählte man zur Grafschaft Ober-Hohenberg die Cameralherrschaften und Obervogtenämter Spaichingen und Oberndorf, die Städtchen Schömberg und Binsdorf, die Lehensherrschaften Schramberg, Werenwag und andere Zugehörungen; zur Grafschaft Nieder-Hohenberg die Herrschaft Nieder-Hohenberg (im engern Sinne, alte Stammherrschaft) die Cameralherrschaft – Obervogteyamt Horb nebst verschiedenen Zugehörungen, namentlich die Lehen Obernau und Frommenhausen. Die beyden Grafschaften zusammen enthielten 1794 41.935 Einwohner, nach einer Zählung von 1804 – 48.000, darunter 30.500 in den unmittelbaren Orten. Die vereinte Grafschaft stand mit sämmtlichen Obervogteyen und Ämtern unter dem Oberamt Rottenburg, das aus einem Landvogte und einigen Oberamtsräthen zusammengesetzt und der Regierung in Freyburg untergeordnet war.
  10. Vergl. Beschreibung des Oberamts Ehingen S. 93 u. ff. und den Aufsatz: Steuerwesen in den vormals schwäbisch-vorderöstr. Landen, von Herrn Kirchenrath Dr. Vannotti; Würt. Jahrb. 1825. S. 325 u. ff.
  11. Seebrunn, Weiler erscheinen in dem Verzeichnisse bey Neugart nicht.
  12. Nachrichten von den römischen Alterthümern zu Rottenburg finden sich auch in den Würtembergischen Jahrbüchern Jahrg. 1823. H. I. S. 25 u. ff.; Jahrg. 1824. H. II. S. 301 u. ff.; Jahrg. 1825. H. I. S. 215 u. ff. H. II. S. 433 u. ff. Vorzüglich verdient auch nachgelesen zu werden die Leichtlensche Schrift: Forschungen im Gebiete der Geschichte etc. Viertes Heft. S. 108 u. ff. Auch unter dem Titel: Schwaben unter den Römern etc. Rottenburg mit seinen Denkmälern macht darin einen Hauptgegenstand der Untersuchung aus.
  13. Leichtlen deutet ars cretaria auf eine Walkerey. S. a. d. a. O. S. 113.
  14. Nach Leichtlens Bemerkung bekamen nur die größern Städte und Colonien Seviros Aug.
  15. Dessen ungeachtet sind Andere immer noch anderer Meinung. Auf Samolucenae, die römische Hauptstadt, hat es Leichtlen gedeutet, der jene Stadt in Rottenburg oder vielmehr in Sülchen wieder erkennt. Vergl. dessen oben angeführte Schrift, und die Würt. Jahrbücher Jahrg. 1825 an den angeführten Orten.
  16. Von der Kapelle zu Belsen handelt Sattler in seiner topographischen Geschichte S. 309 u. ff. wo auch eine Abbildung davon zu finden ist, ferner in seiner Geschichte des H. Würt. I. S. 190. Eine eigene Abhandlung hat dem Gegenstande auch Schwab in seiner Neckarseite der schwäbischen Alp, S. 292 u. ff. gewidmet. In der Nähe der Kapelle von Belsen, da, wo der Weg sich früher auf den Farrenberg hinaufzog, wurden, nach einer kürzlich von dem Herrn Schultheißen Ruff zu Messingen mitgetheilten Nachricht, im J. 1797 in Folge eines Wolkenbruchs viele Gräber, ungefähr 16 an der Zahl, entdeckt, welche mit Backsteinen übermauert sind, nunmehr aber wieder überschüttet werden. A. d. H.
  17. Auch zu Hirschau, Remmingsheim, Wendelsheim, Bodelshausen, Hemmendorf, Obernau, Ofterdingen, Messingen, Thalheim, auf dem Fürstenberg zu Öschingen befanden sich Burgen und Schlösser, wovon man noch mehr oder weniger Überreste findet. Als nun ganz oder größtentheils verschwundene Orte, sind zu bemerken: Johannisweiler bey Belsen, Schadenweiler, Kalkweiler, Sülchen und Altstadt bey Rottenburg, Stetten bey Wolfenhausen. A. d. H.
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