Charidemus oder über die Schönheit

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Lukian von Samosata
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Charidemus oder über die Schönheit
Untertitel:
aus: Lucian’s Werke, übersetzt von August Friedrich Pauly, Fünfzehntes Bändchen, Seite 1837–1857
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: 2. Jahrhundert
Erscheinungsdatum: 1832
Verlag: J. B. Metzler
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Stuttgart
Übersetzer: August Friedrich Pauly
Originaltitel: Χαρίδημος ἢ Περὶ Κάλλους
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[1837]
Charidemus[1]
oder
über die Schönheit.
Hermippus. Charidemus.

1. Hermippus. Als ich gestern, mein lieber Charidemus, einen Spaziergang vor die Stadt machte, theils der Erholung im Freien wegen, theils um desto ungestörter über einen Gegenstand, der mich gerade beschäftigte, nachdenken zu können, begegne ich dem Proxenus, Epikrates Sohn, und da er einer meiner Bekannten ist, redete ich ihn an und fragte, woher er käme und wohin er wollte. Er sagte, auch er sey blos hieher gekommen, um den erheiternden Anblick, den die ländliche Gegend gewähre, und die leichte und reine Luft, die hier wehe, zu genießen; er komme aber aus [1838] dem Piräeus von einem sehr glänzenden Gastmahle her, welches Androkles, Epichares Sohn, gegeben, nachdem er dem Merkur wegen eines an den Diasien[2] für eine Vorlesung erhaltenen Preises ein Dankopfer gebracht habe.

2. Unter andern angenehmen und geistreichen Unterhaltungen sey auch die vorgekommen, daß von einigen Anwesenden Lobreden auf die Schönheit gesprochen wurden: allein er konnte mir nichts davon mittheilen, da sein Gedächtniß, seitdem er in höheren Jahren steht, sehr abgenommen hat, besonders aber, weil er diesen Vorträgen nur kurze Zeit angewohnt hatte. Am besten, meinte er, könne ich, was gesprochen worden, von Dir erfahren, da Du selbst Einer der Lobredner gewesen, und auch den Uebrigen während des ganzen Abends sehr aufmerksam zugehört hättest.

Charidemus. So war es allerdings, mein Hermippus. Allein auch für mich ist es nicht leicht, Dir Alles genau wieder zu geben. Es war unmöglich, die Redenden immer zu verstehen, so groß war das Getöse, das sowohl die Aufwartenden als die Gäste verursachten. Zudem weißt Du ja, daß eine unholde Laune dazu gehört, Alles zu behalten,[3] was bei einem Schmause gesprochen worden: bei solchen Gelegenheiten wird man vergeßlich, auch wenn man sonst das beste Gedächtniß besitzt. Doch Dir zu gefallen will ich versuchen, so gut ich kann, und so weit mein Gedächtniß reicht, Dir einen vollständigen Bericht zu erstatten.

[1839] 3. Hermippus. Du wirst mich dadurch sehr verpflichten. Doch noch mehr würde ich Dir Dank wissen, wenn Du in Deiner Erzählung ganz von vorn anfangen, und mir sagen wolltest, welches Inhalts die Vorlesung des Androkles war, wie der Gegner hieß, den er besiegte, und wer die Gäste waren, die er zu seinem Feste einlud.

Charidemus. Sein Aufsatz hatte das Lob des Herkules zum Gegenstand, und war von ihm in Folge eines Traumgesichtes, wie er sagte, geschrieben worden. Sein Mitbewerber um den Preis des Aehrenkranzes, oder vielmehr um die Ehre des Sieges war Diotimus aus Megara.

Hermippus. Und was las dieser?

Charidemus. Eine Lobrede auf die Dioskuren, die ihn, wie er erzählte, aus einer großen Gefahr errettet hatten. Er wollte ihnen damit seinen Dank darbringen, um so mehr, da sie ihn durch ihre Erscheinung auf den Spitzen der Masten im mißlichsten Augenblicke gleichsam dazu aufgefordert hätten.

4. Die zahlreichen Gäste bestanden theils aus Verwandten, theils aus sonstigen Bekannten des Androkles. Unter diesen waren die Nennenswerthesten, weil sie die Zierde des ganzen Gastmahles ausmachten und das Lob der Schönheit sprachen, Philo des Dinias Sohn, Aristippus des Agasthenes, und ich selbst. Auch fand sich in unserer Gesellschaft der schöne Cleonymus, Neffe des Androkles, ein gar zartes, etwas eitles Bürschchen, das übrigens Geist besitzt, wie es scheint. Denn er hörte unsern Vorträgen mit vielem Interesse zu. Den Anfang machte Philo, und zwar, indem er folgenden Eingang voranschickte:

[1840] Hermippus. Noch nicht, Freund! Fange nicht eher die Lobreden selbst an, bevor Du mir die Veranlassung erzählt hast, welche Euch auf diesen Gegenstand gebracht hat.

Charidemus. Ein unnöthiger Aufenthalt, mein Lieber. Inzwischen könnte ich schon lange mit meiner ganzen Erzählung fertig seyn. Doch – was will man machen, wenn man von einem guten Freunde genöthigt wird? Hier bleibt nichts übrig als nachzugeben.

5. Die Veranlassung zu unseren Reden also, die Du wissen möchtest, war der schöne Cleonymus selbst, der zwischen mir und seinem Oheim Androkles saß. Die ungelehrten Layen unter den Gästen konnten nicht satt werden, ihn anzusehen und von ihm zu sprechen: sie saßen wie bezaubert von seiner Schönheit, und führten, gleichgültig gegen alles Andere, nur das Lob des jungen Menschen im Munde. Wir Anderen, erfreut über den Sinn dieser Leute für das Schöne, zollten ihnen Beifall, und weil es uns keine Ehre gebracht hätte, müßig zu sitzen und über den schönsten Gegenstand das Wort den Ungelehrten zu lassen, da wir doch gerade hierin den Vorzug vor ihnen behaupten wollen, so kamen wir auf den Gedanken, von der Schönheit zu sprechen. Uebrigens fanden wir nicht für gut, uns namentlich auf das Lob dieses Jünglings einzulassen, weil wir ihn nicht noch eitler machen wollten, als er schon war; noch gefiel es uns, so ohne alle Ordnung, wie Jene, zu sagen, was eben Jedem vor den Mund käme; sondern wir wollten der Reihe nach Jeder seine Ansicht über den vorliegenden Gegenstand aussprechen.

[1841] 6. Philo nahm also zuerst das Wort und begann so: „Es ist sehr zu tadeln, daß wir uns, während wir doch bei allen unseren täglichen Verrichtungen so viele Rücksicht auf das Schöne nehmen, um die Schönheit an und für sich nicht bekümmern, sondern über dieselbe ein so müßiges Stillschweigen beobachten, als ob wir uns zu hüten hätten, daß nicht ein Wort über eine Sache uns entschlüpfe, um die wir uns doch in unserem ganzen Leben so viele Mühe geben. An welchem Gegenstande sonst könnte Derjenige seine Beredsamkeit würdig anbringen, der, während er unerheblichen Dingen sein Studium widmet, von dem Edelsten alles dessen, was ist, schweigen wollte? Und wie könnte man das Schöne des Redens auf eine schönere Art sich bewahren, als eben dadurch, daß man mit Uebergehung alles Uebrigen diesen Endzweck alles unseres Thuns zu seinem Gegenstande machte? Damit ich mir aber nicht den Schein zuziehe, als wüßte ich zwar zu sagen, was man in dieser Hinsicht zu thun habe, wäre aber nicht selbst im Stande, angemessen darüber zu sprechen, so will ich versuchen, meine Gedanken über die Schönheit so kurz als möglich vorzutragen. Die Schönheit ist ein Gut, das sich wohl Alle wünschen, dessen aber nur sehr Wenige theilhaftig wurden. Wer wirklich diese Gabe empfieng, galt von jeher für beglückter als alle Uebrigen, und genoß von den Göttern nicht minder als von den Menschen die gebührende Ehre. Beweis genug sind die zu Göttern erhobenen Heroen, Herkules, des Jupiter Sohn, die Dioskuren und Helena: Jener soll seiner Verdienste wegen dieser Ehre theilhaftig geworden seyn; Helena aber verwandelte sich um ihrer Schönheit willen selbst in [1842] eine Göttin, und war auch für ihre Brüder die Veranlassung zu gleicher Ehre, die vorher, ehe sie selbst in den Himmel gelangte, den Unterirdischen zugesellt gewesen waren.“

7. „Und wo immer ein Sterblicher des Umganges mit den Göttern gewürdigt worden, da zeigt sich immer, daß es seine Schönheit war, um deren willen es geschah. Nur aus dieser Ursache genoß Pelops die Ambrosia der Götter, und übte Ganymed, des Dardanus Sohn, über den Höchsten aller Götter eine so vollständige Gewalt, daß dieser keinem anderen Gotte erlaubte, ihn auf die Jagd nach diesem schönen Knaben zu begleiten, sondern es sich allein für zuständig hielt, auf jenen Idagipfel, den Gargarus, sich herabzuschwingen und den Liebling von dort in den Himmel zu holen, um ihn nun auf immer bei sich zu haben. Ja, die Vorliebe für schöne Sterbliche, die er beständig hegte, ging so weit, daß er sie nicht nur des himmlischen Aufenthaltes für würdig hielt, und sie selbst dorthin entführte, sondern daß er sogar auch auf der Erde in beliebigen Gestalten mit seinen Geliebten zusammen war, und bald als Schwan der Leda beiwohnte, bald in Gestalt eines Stiers die Europa raubte, bald dem Amphitryo verähnlicht den Herkules zeugte. Kurz, man könnte noch viele listige Einfälle Jupiter’s aufzählen, wie er es zu bewerkstelligen wußte, um zu dem Gegenstande seiner Neigung zu gelangen.“

8. „Es ist in der That sehr wichtig und bemerkenswerth, daß Jupiter, wenn er umgeben von den Göttern (denn mit Sterblichen verkehrt er überhaupt nie, außer mit den schönen), und als Haupt ihrer Versammlung, mit ihnen spricht, von dem gemeinsamen Dichter aller Griechen so hochfahrend, [1843] kühn und schreckbar geschildert wird, daß er in einer Versammlung die Juno, die doch sonst gewohnt war, ihm alle Arten von Vorwürfen zu machen, dergestalt in Furcht setzte, daß sie noch zufrieden war, wie sein Zorn bei bloßen Worten stehen blieb und ihr nicht fühlbarer wurde, und daß er in der folgenden Versammlung eine nicht geringere Angst sämmtlichen Göttern einjagte, indem er drohte, Land und Meer sammt Allem, was darauf ist, emporziehen zu wollen, – während er doch, wenn er mit Schönen zusammen ist, so sanft, so mild und gütig wird, daß er obendrein noch, um seine Lieblinge nicht abzustoßen, den Jupiter selbst ablegt, und irgend eine andere Maske, und zwar immer die schönste und gewinnendste annimmt. So viele Aufmerksamkeit, so viele zarte Ehrerbietung erweist er der Schönheit.“

9. „Und Jupiter ist nicht etwa der Einzige unter den Göttern, den die Schönheit zu ihrem Gefangenen machte. Denn wenn dieß wäre, so könnte in dem Bisherigen vielmehr eine Anklage dieses höchsten Gottes, als ein Lob der Schönheit enthalten zu seyn scheinen. Sondern wenn wir genauer nachfragen wollen, werden wir finden, daß alle Götter in diesem Falle waren; wie denn Neptun den Reizen des Pelops, Apollo denen des Hyacinth, Merkur denen des Cadmus unterlag.“

10. „Auch Göttinnen hielten’s für keine Schande, der Schönheit den Sieg über sich einzuräumen, sondern schienen sogar eine Ehre darein zu setzen, daß man von ihnen sagte, sie hätten diesem oder jenem schönen Sterblichen ihre Gunst gewährt. Jede derselben hat ihr eigenes Vorsteheramt, und Keine macht der Anderen das Gebiet streitig, worüber diese [1844] zu regieren hat: Minerva, welche das Kriegswesen auf Erden leitet, haderte noch nie mit Diana wegen ihrer Jagd, und diese überläßt willig der Minerva die kriegerischen Angelegenheiten; Juno läßt die Venus über Ehesachen schalten und walten, so wie auch diese der Juno in solchen Dingen, welche diese zu beaufsichtigen hat, noch nie Etwas in den Weg legte. Nur auf ihre Schönheit bildet sich Jede so viel ein, und ist so fest überzeugt, alle übrigen hierin zu übertreffen, daß die Göttin der Zwietracht, als sie Krieg unter ihnen stiften wollte, sehr klüglich und richtig rechnend kein anderes Mittel, als die Schönheit, benützte, um ins Werk zu setzen, was sie wollte. Hieraus besonders läßt sich die große Ueberlegenheit des Schönen erkennen. Denn als die Göttinnen den Apfel aufgehoben und die Aufschrift gelesen hatten, glaubte Jede, daß er ihr gebühre; Keine vermochte es über sich, gegen sich selbst zu stimmen, als ob sie weniger schön wäre, als die andere, und so kommen sie vor Jupiter, den Bruder und Gemahl der Einen, und den Vater der beiden Anderen und überlassen ihm die Entscheidung. Wiewohl nun Dieser vollkommen befugt und fähig gewesen wäre, den Ausspruch selbst zu thun, welche die Schönste sey, und wiewohl auch unter den Sterblichen in und außerhalb Griechenland der tapfern, weisen und klugen Männer genug waren, die entscheiden konnten; so übertrug er doch das Richteramt dem schönen Priamiden Paris, und klärte damit deutlich und klar genug, daß Schönheit mehr gelte als Tapferkeit, Weisheit und Klugheit.“

11. „Es war ihnen so ernstlich angelegen, von ihrer Schönheit reden zu hören, daß sie auch dem Sänger der [1845] Götter, dem Verherrlicher der Heroen, in den Sinn gaben, sie mit keinem anderen Beinamen, als mit solchen zu bezeichnen, die von ihren Reizen genommen waren. So hört sich Juno weit lieber die Lilienarmige, als die ehrwürdige Göttin, die Tochter des hohen Saturnus, nennen: Minerva will lieber die Lichtäugige heißen, als die Tritogenia; und der Venus geht wohl nichts über das Prädikat der Goldenen – lauter Beinamen, die sich auf ihre Schönheit beziehen.“

12. „Und dieß beweist nicht nur, wie sehr diese höchsten Wesen für das Schöne eingenommen sind, sondern ist auch das untrüglichste Zeugniß, daß die Schönheit selbst das Höchste von allen Dingen ist. Minerva hat damit ausgesprochen, daß sie ihr den Vorzug vor der Tapferkeit und Weisheit gebe, deren Göttin sie ist: Juno hat damit erklärt, daß sie ihr wünschenswerther sey, als alle Macht und Herrschaft, und hat hierin Jupiters Zustimmung vollkommen für sich. Wenn also die Schönheit als etwas so Himmlisches und Herrliches sich erweist, daß selbst den Göttern ihr Besitz höchst wichtig ist, wie übel würde es uns anstehen, wenn wir nicht auch hierin den Göttern nachahmen, und nicht eifrig Alles, was wir mit Wort und That vermögen, zu ihrer Verherrlichung beitragen wollten?“

13. Dieses war’s, was Philo über die Schönheit sagte, wobei er noch hinzusetzte, daß er noch weit mehr gesagt haben würde, wenn er nicht wüßte, daß lange Reden für ein Gastmahl sich nicht schicken. Gleich nach ihm ließ sich Aristippus vernehmen, nachdem er von Androkles dringend dazu [1846] aufgefordert worden war. Denn er weigerte sich anfänglich, zu sprechen, weil er, wie er sagte, das Herz nicht habe, unmittelbar nach einem Philo aufzutreten. Er begann so:

14. „Oft und viel geschieht es, daß Redner es verschmähen, über die edelsten und nützlichsten Gegenstände zu sprechen, und sich dagegen auf einen Stoff werfen, mit welchem sie zwar Ruhm einzuernten glauben, dessen Behandlung aber für ihre Zuhörer von keinem Nutzen seyn kann. Bald reden ihrer Mehrere über dieselbe Sache, blos um in diesem Wettstreite der Beredsamkeit den Sieg davon zu tragen: bald sprechen sie über gar nicht vorhandene, oder wenigstens höchst überflüssige Dinge, während sie alles dergleichen bei Seite lassen und auf bessere Stoffe sinnen sollten. Meiner Meinung nach fehlt es allen solchen Rednern an gesunder Beurtheilungskraft. Weil ich es aber für die größte Thorheit halte, selbst die Unkunde des Bessern zu verrathen, die man an Andern tadelt, so will ich eben diesen Gegenstand, als den zweckmäßigsten für die Zuhörer und als den schönsten, besprechen, einen Gegenstand, von dem Jeder gestehen wird, es sey schön, daß er der schönste heißt.“[4]

[1847] 15. „Wenn wir nun von irgend einer andern Sache sprechen wollten, und nicht von der Schönheit, so könnten wir uns begnügen, einen Einzigen darüber reden gehört zu haben, und es dabei bewenden lassen. Allein dieß gewährt Jedem, der von ihr sprechen will, einen so reichen Stoff, daß man Denjenigen, der ihn nicht nach Gebühr erschöpft, darum nicht für talentlos halten darf, sondern ihn vielmehr, wenn zu dem Vielen, was Andere zu ihrem Lobe gesagt haben, auch er Etwas beizutragen vermochte, für besonders glücklich zu halten hat. Denn wenn eine Sache augenscheinlich von den höhern Wesen so hochgeschätzt, in den Augen der Menschen so göttlich und so wünschenswerth ist, daß nur sie für den wahren Schmuck der Dinge gilt, und daß, Wer sie besitzt, von Allen geliebt, von welchem sie ferne ist, verabscheut und nicht einmal eines Blickes gewürdigt wird; Wer hätte wohl eine so reichliche Rednergabe empfangen, daß er sie nach Gebühr zu loben vermöchte? Da sie also so vieler Lobredner bedarf, und gleichwohl auch so kaum erhalten dürfte, was ihr gebührt, so möchte es nicht unangemessen seyn, wenn auch ich von ihr zu sprechen versuche, wenn ich gleich nach einem Philo zu reden habe.“

16. „Die Schönheit ist also unter allen Dingen so sehr das Herrlichste und Göttlichste, daß – um nichts davon zu sagen, wie sehr auch die Götter die Schönen allenthalben in Ehren gehalten – schon in den ältesten Zeiten Helena, die Tochter des Jupiter, von allen Menschen so sehr bewundert wurde, daß Theseus, der noch während ihrer Kinderjahre, irgend einer Angelegenheit wegen in den Peloponnes gekommen war, bei dem Anblick ihrer Blüthe von so heftiger [1848] Liebe entbrannte, daß ihm, wiewohl er im Besitze eines festen Thrones und eines nicht gemeinen Ruhmes war, das Leben ohne sie doch keinen Werth zu haben schien, daß er hingegen Alle an Glückseligkeit zu übertreffen glaubte, wenn es ihm gelänge, sich mit ihr zu vereinigen. In diesem Gedanken, da er keine Hoffnung hatte, sie von ihrem Vater freiwillig zu erhalten, der sie ihm in diesem unreifen Alter nicht zur Ehe gegeben haben würde, verachtete er stolz die Macht desselben, kümmerte sich nicht um Alles, was im Peloponnes ihm drohen könnte, sondern entführte sie dem Vater zum Trotz mit Hülfe seines Freundes Pirithous und brachte sie nach Aphidna in Attika. Und diesem seinem Freund wußte er für den geleisteten Beistand so vielen Dank, daß um der zärtlichen Liebe willen, mit welcher er ihm die ganze Folgezeit hindurch zugethan gewesen war, die Freundschaft zwischen Theseus und Pirithous der Nachwelt als Muster galt. Als Letzterer in die Unterwelt sich begeben mußte, in der Absicht, sich in den Besitz der Tochter der Ceres zu setzen, und Theseus ungeachtet aller Abmahnungen ihn nicht dazu bringen konnte, von dem gefährlichen Versuche abzustehen, ward er sein Begleiter, in der Meinung, ihm seinen Dank dadurch auf’s würdigste zu beweisen, wenn er sein Leben für ihn wagte.“

17. „Und als Helena, während einer abermaligen Abwesenheit des Theseus, wieder nach Argos zurückgekommen war, und inzwischen das heirathfähige Alter erreicht hatte, kamen alle griechischen Fürsten in Argos zusammen, und wiewohl es schöne und edle Frauen genug in Griechenland gab, die sie heim führen konnten, verschmäheten sie doch alle [1849] Anderen als zu gering, und warben um Helena. Weil sie voraussahen, daß man sich um ihren Besitz streiten würde, und deßwegen einen allgemeinen Krieg in Griechenland befürchteten, wenn man es auf den Erfolg der Waffen ankommen lassen wollte, so machten sich alle durch einen Eidschwur verbindlich, Demjenigen, der ihrer Hand gewürdigt werden würde, zu Hülfe kommen, und ihm keine Unbill zufügen lassen zu wollen; indem Jeder glaubte, daß er diesen Vertrag, zu seinen eigenen Gunsten zu Stande bringen helfe. Indessen betrogen sich alle in ihrer Erwartung bis auf Menelaus. Ihren gemeinschaftlichen Entschluß aber sollten sie bald darauf erproben. Als nämlich unter den Göttinnen ein Streit über die Schönheit entstanden war, wurde Paris, des Priamus Sohn, zum Schiedsrichter gewählt. Dieser, so überwältigend der Anblick der Göttinnen auf ihn wirkte, und so schwer ihm die Wahl zwischen den angebotenen Geschenken wurde, indem ihm Juno die Herrschaft über ganz Asien, Minerva den Sieg in allen Schlachten, Venus aber die Hand der Helena versprach, war doch der Meinung, daß eine eben so große Herrschaft wohl auch den schlechtesten Menschen zufallen könne, daß aber die Ehre, eine Helena zu besitzen, in der Folge keinem Sterblichen zu Theil werden werde; und so gab er der Helena den Vorzug.“

18. „Und als darauf der vielbesungene Feldzug gegen Troja begann, wo Europa zum erstenmale mit Asien in Krieg gerieth, und es den Trojanern frei stand, nach Herausgabe der Helena, ihre Heimath unangefochten zu bewohnen, den Griechen dagegen mit Entsagung auf dieselbe, sich alles Ungemaches dieses langen Feldzuges zu überheben, [1850] wollte doch keiner der beiden Theile darauf eingehen, indem sie nie einen schönern Kampfpreis finden zu können glaubten, der es würdiger wäre, ihr Leben an ihn zu setzen. Selbst die Götter, wiewohl sie wußten, daß ihre eigenen Söhne in diesem Kampfe umkommen würden, waren weit entfernt, sie davon abzumahnen, sondern führten sie selbst in die Schlachten, und glaubten, daß kämpfend um Helena zu fallen, ihnen nicht geringere Ehre bringen würde, als Söhne der Götter zu seyn. Doch was spreche ich von ihren Söhnen? Geriethen sie doch selbst um dieses Gegenstandes willen in einen wichtigeren und heftigeren Kampf mit einander, als jener Giganten-Krieg war. Denn in diesem kämpften sie mit-, in jenem aber gegen einander. Bedarf es noch eines einleuchtenderen Beweises, wie sehr, selbst nach dem Urtheile der Unsterblichen, die Schönheit vor allen menschlichen Dingen den Vorzug hat? Wenn sie, die um keiner anderen Sache in der Welt jemals in Zwietracht geriethen, für die Schönheit nicht nur ihre Söhne aufopferten, sondern selbst mit einander kämpften, und einige sogar Wunden davon trugen, gilt dieß nicht für eine einstimmige Erklärung Aller, daß sie die Schönheit höher als Alles achteten?“

19. „Damit man jedoch nicht glaube, als halte ich mich aus Mangel an Weiterem, was zum Lobe der Schönheit zu sagen wäre, so lange bei Helena auf, will ich zu einem anderen Beispiel übergehen, welches den hohen Vorzug der Schönheit zu beweisen, nicht minder, als das bisher angeführte, geeignet ist, nämlich zu des Arkadiers Oenomaus Tochter, Hippodamía. Wie Viele waren nicht, die, von ihrer [1851] Schönheit gefangen, lieber sterben, als von ihrem Anblicke entfernt das Licht der Sonne sehen wollten? Als das Mädchen zur Jungfrau herangewachsen war, und ihr Vater den großen[5] Abstand zwischen ihr und ihren Gespielinnen sah, ward er selbst von ihren Reizen gefesselt. Denn sie war mit einer solchen Fülle derselben ausgestattet, daß ihr Anblick selbst gegen die Ordnung der Natur ihren Erzeuger bethörte. Voll Verlangen, sie bei sich zu behalten, zugleich aber auch, dem Verdacht der Leute zu entgehen, gab er sich das Ansehen, sie an den Würdigsten verheirathen zu wollen, und ersann einen Anschlag, der noch schlimmer war, als seine Leidenschaft selbst, durch den er übrigens am leichtesten seinen Zweck zu erreichen glaubte. An einen zu möglichst schneller Fahrt sehr künstlich gebauten Wagen spannte er die besten Rennpferde von ganz Arkadien, und fuhr darauf mit den Freiern seiner Tochter in die Wette, unter der Bedingung, daß, wer ihn überholen würde, ihre Hand erhalten, wer besiegt würde, den Kopf verlieren sollte. Dabei bestimmte er, daß Hippodamía sich jedesmal selbst mit auf den Wagen des Freiers setzen sollte, damit dieser, nur mit ihr beschäftigt, die Aufmerksamkeit auf sein Gespann vergessen mochte. Wiewohl nun gleich der Erste, der mit ihm auslief, das Unglück hatte, die Braut und das Leben zugleich zu verlieren, hielten sie es doch für unmännlich, ihren Entschluß zu ändern und vor dem Wettkampf zurückzutreten, sondern drängten sich in der Erbitterung über die Unmenschlichkeit des Oenomaus hinzu, und suchten begierig einander [1852] in der Ehre zuvorzukommen, für die schöne Jungfrau den Tod zu erleiden. Und so stieg die Zahl der ermordeten Jünglinge bis auf dreizehen. Die Götter aber, empört über diese Abscheulichkeit, und aus Mitleiden mit den unglücklichen Freiern, die so schmählich um den gehofften Preis betrogen wurden, und mit dem Mädchen selbst, das um den Genuß seiner Jugend und Blüthe kommen sollte, nahmen sich jetzt des Jünglings, an den die Reihe kam, an (es war Pelops), und schenkten ihm einen noch weit künstlicheren Wagen und unsterbliche Pferde, um mit ihnen sich in des Mädchens Besitz zu setzen. Es gelang, und siegreich tödtete er am Ende der Rennbahn den Schwiegervater.“

20. „So göttlich, so über alles der Verehrung würdig erscheint also die Schönheit in den Augen der Sterblichen, und so wichtig ist sie zu allen Zeiten auch den Göttern gewesen. Wie sollte man es also auch mir verdenken, wenn es mir nicht undienlich schien, dieses Wenige zu ihrem Lobe zu sagen?“ So endigte Aristippus seine Rede.

21. Hermippus. Nun ist nur noch übrig, daß Du selbst, Charidemus, mit deiner eigenen Rede all dem Schönen, was über die Schönheit gesagt worden, die Krone aufsetzest.

Charidemus. Nöthige mich nicht, noch weiter zu erzählen; ich bitte Dich bei den Göttern. Schon das Bisherige genügte ja, unsere Unterhaltung Dir zu vergegenwärtigen. Zudem wäre ich nicht im Stande, was ich Alles sagte, mir ins Gedächtniß zurückzurufen. Denn es behält sich leichter, was Andere, als was man selbst gesprochen.

[1853] Hermippus. Aber das ist es ja gerade, was ich gleich Anfangs zu bekommen wünschte. Denn es lag mir nicht sowohl daran, die Reden der Uebrigen, als die Deinige zu hören. Wenn Du mir also diese vorenthieltest, so hättest Du dir mit Mittheilung jener vergebliche Mühe gemacht. Nein, Freund, thu’ um Merkur’s willen, wie Du versprochen hast, und wiederhole mir Deinen ganzen Vortrag.

Charidemus. Ich wollte, Du ließest Dir an dem Gehörten genügen und erspartest mir die schwierige Aufgabe. Weil Du denn aber so sehr begierig bist, auch meine Rede zu hören, so muß ich Dir nun schon den Gefallen thun. Ich ließ mich also ungefähr folgendermaßen vernehmen:

22. „Wenn ich der Erste wäre, der über die Schönheit sprechen sollte, so müßte ich wohl mit einem langen Eingange beginnen: da ich aber nach mehreren Anderen erst zu reden komme, so wird es nicht unziemlich seyn, mich ihrer Reden als der Vorspiele zu der meinigen zu bedienen, und dieselbe unmittelbar an jene anzuknüpfen. Ueberdieß sind ja jene Reden nicht anderswo, sondern hier und an eben demselben Tage gehalten worden, so daß unsere Zuhörer sich füglich der Täuschung hingeben können, als ob nicht Jeder für sich eine besondere Rede hielte, sondern nur seinen Antheil an einer gemeinschaftlichen ganzen ausführte. Für das Lob jedes anderen Gegenstandes würde es genügen, so viel zu sagen, als Jeder von euch einzeln zum Lobe der Schönheit gesagt hat. Für diese aber ist noch so viel übrig, daß es noch Mehreren nach uns bei allem Dem, was schon gesagt worden ist, nicht an weiterem Stoff, sie zu loben, fehlen kann. Wir mögen sie betrachten, von welcher Seite wir [1854] wollen, so bietet sie uns so viele Dinge dar, wovon jedes zuerst gesagt zu werden verdiente, daß es uns damit ergeht, wie mit den Blumen in einem blühenden Garten, wo wir deren immer schönere sehen und nicht wissen, welche wir zuerst pflücken sollen. Ich beschränke mich darauf, davon auszulesen, was ich ohne Tadel nicht übergehen zu können glaube, und dessen in aller Kürze zu erwähnen, um sowohl der Schönheit ihre Gebühr zu entrichten, als, indem ich Weitläufigkeit vermeide, auch euern Wünschen zu entsprechen.“

23. „Männer, die uns bloß durch Muth oder irgend eine andere Eigenschaft zu übertreffen scheinen, sind, wenn sie nicht durch unaufhörliche Wohlthaten uns nöthigen, ihnen zugethan zu seyn, vielmehr der Gegenstand unseres Neides, und wir sehen es sogar nicht ungerne, wenn es mit ihren Unternehmungen zuweilen nicht zum Besten von Statten geht. Den Schönen aber beneiden wir nicht nur nicht ihre Blüthe, sondern lassen uns gleich durch den ersten Anblick fesseln, lieben sie über Alles, und dienen ihnen wie höhern Wesen, wo und wie wir können, ohne Widerrede. Ja es macht uns größeres Vergnügen, einem reizenden Gebieter zu gehorchen, als selbst Denen zu gebieten, die es nicht sind, und wir wissen es ihm größeren Dank, wenn er uns recht Viel, als wenn er uns Nichts befiehlt.“

24. „Bei allen übrigen Gütern, die Gegenstände unseres Begehrens sind, ist es uns weiter um Nichts zu thun, als um ihren Besitz; haben wir sie, so sind wir befriedigt; allein der Schönheit können wir nie satt werden. Und wenn wir auch den Sohn der Aglaja [Nireus], der mit den Achäern gen Ilium zog, wenn wir den schönen Hyacinth oder den [1855] Lacedämonischen Narcissus an Reizen überträfen, so würde es uns doch nicht genug dünken, sondern wir würden immer besorgen, es könnte Einer nach uns in die Welt kommen, der noch schöner wäre.“

25. „Ich wage sogar, zu sagen: die Schönheit ist das allgemeine Ideal, welches die Menschen bei allen ihren Verrichtungen im Auge haben. Der Feldherr, wenn er seine Truppen aufstellt, versäumt nicht, sie auch nach den Regeln der Schönheit zu ordnen: der Redner arbeitet seinen Vortrag, der Maler sein Gemälde nur mit Rücksicht auf die Schönheit aus. Doch wozu führe ich solche Verrichtungen an, deren eigentliche Bestimmung die Schönheit ist? Unterlassen wir ja doch sogar bei Dingen, die bloß zum Bedürfniß dienen, nicht, allen Fleiß anzuwenden, daß wir sie uns so schön als möglich gestalten. So lag z. B. dem Menelaus nicht so viel an der Zweckmäßigkeit seiner Gemächer, als daran, daß sie den Eintretenden in Erstaunen setzen möchten. Dieß war’s, warum er sie so kostbar und schön einrichten ließ; und er trügte sich nicht in seiner Erwartung. Denn Ulysses Sohn, der seinen Vater zu erkunden dorthin kam, sagte voll freudiger Verwunderung:

Also glänzt wohl Zeus dem Olympier drinnen der Vorhof![6]

Und er selbst, der Vater des jungen Telemach, führte, als er mit den Griechen gegen Troja zog, in keiner anderen Absicht „rothwangigte“[7] Schiffe als, um von Allen, die sie sähen, bewundert zu werden. Ueberhaupt, gehen wir [1856] alle Künste nach einander durch, so werden wir finden, daß alle nur auf das Schöne abzielen, und diesen zu erreichen sich zur höchsten Aufgabe machen.“

26. „Die Schönheit geht in der Meinung Aller so sehr allem Uebrigen vor, daß, während es, wie wir sehen, viele Dinge gibt, die insgemein selbst den löblichsten Eigenschaften, z. B. der Gerechtigkeit, Weisheit, Tapferkeit, vorgezogen zu werden pflegen, nur die Schönheit es ist, welche den Gegenständen, an denen sie erscheint, einen Werth gibt, der über Alles geht; wie denn auch im Gegentheile Nichts verachteter ist, als was der Schönheit entbehrt. Häßlich heißt Jeder, der nur nicht schön ist: als ob, wenn ihm die Schönheit mangelt, alle andern Vorzüge, die er etwa haben mag, nichts gälten.“

27. „Die unter Volksgewalt stehen oder Zwingherrn dienen, nennen wir Volksschmeichler, oder Tyrannenknechte: nur wer sich der Herrschaft des Schönen[8] zu eigen gegeben, den achten und bewundern wir; er heißt uns der Schönheit freithätiger Freund, und ist, sofern er allenthalben bemüht ist, das Schöne zur Erscheinung zu bringen, ein Wohlthäter der Menschheit. Da es nun etwas so Herrliches um das Schöne ist, da es zu den Wünschen eines Jeden gehört, sich dasselbe anzueignen, da wir es für einen Gewinn achten, der Schönheit dienen zu können; würden wir nicht mit Recht zu tadeln seyn, wenn wir auf diesen Gewinn, der uns zu Gebote steht, freiwillig verzichteten, und nicht [1857] einmal uns überzeugen könnten, wie sehr wir uns selbst Schaden thun?“

28. So viel wars, was auch ich zum Lobe der Schönheit sprach, wiewohl ich noch Vieles zu sagen gehabt hätte, was ich, um die Unterhaltung nicht zu sehr in die Länge zu dehnen, überging.

Hermippus. Wie glücklich waret ihr, eine solche Unterhaltung zu genießen! Wiewohl ich’s Dir verdanke, mein Freund, daß es auch mir beinahe eben so gut, als euch, geworden ist.



  1. Die in vorliegender Schrift enthaltenen Deklamationen über die Schönheit erscheinen uns so trivial, pedantisch und ungeschickt, die Einkleidung von so armseliger Erfindung und so voll von, zum Theil unpassend angebrachten, Reminiscenzen aus Lucianischen Schriften, das Ganze, wenn es Satyre auf eine gewisse Gattung sophistischer Lobredner seyn soll, so schaal, daß wir Lucian’s Geist keineswegs darin zu erkennen vermögen. Auch ist die Unächtheit dieses Dialogs eben so einstimmig, als die des vorhergehenden, angenommen worden. Nur Wieland glaubt ihn als eine Jugendarbeit Lucian’s bezeichnen zu müssen.
  2. Dem Jahresfest Jupiter’s.
  3. S. Lapithen 3.
  4. Wieland hat dem Unsinn des albernen Wortmachers Vernunft geliehen, indem er übersetzt: „von welchem mir jeder Zuhörer gerne eingestehen wird, daß man ihn mit größtem Rechte den schönsten unter allen möglichen nennen könnte, da er kein anderer als die Schönheit selber ist.“ Aber wie wahr sagt der vortreffliche Gesner: Emolliri talia interpretando possunt, dissimulari plane non debent, si hoc praestare debet interpretatio, ut, quantum fieri potest, orationem, et velut speculum animi auctoris, repraesentet?
  5. πολλῷ τῷ μὲσῳ statt οὐ πολλῷ τ. μ.
  6. Odyss. IV, 74.
  7. Il. II, 636.
  8. Das nach sokratisch-platonischer Lehre auch das Sittlichgute in sich begreift.