Chronicon der mecklenburgischen Regenten/Das Fünfte Buch

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
<<< Das Fünfte Buch
{{{UNTERTITEL}}}
aus: Chronicon der mecklenburgischen Regenten
Seite: 642–646
von: [[{{{AUTOR}}}]]
Zusammenfassung: {{{ZUSAMMENFASSUNG}}}
Anmerkung: {{{ANMERKUNG}}}
Bild
[[Bild:{{{BILD}}}|250px]]
Wikipedia-logo.png [[w:{{{WIKIPEDIA}}}|Artikel in der Wikipedia]]
Bearbeitungsstand
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht Korrektur gelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du bei den Erklärungen über Bearbeitungsstände.
[[Index:{{{INDEX}}}|Wikisource-Indexseite]]
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe

Das fünffte und letzte Büchlein.
Von den Wenden, die unter König Radegast, davon im ersten Buch geschrieben, nach Franckreich, Waland und Hispanien gezogen, mit zweymahl hundert tausend Mann aus Wenden und den umflossenden Landen von ihren Königen; und wie ihre Reiche untergegangen.

Das I. Capitel.

IN Zeiten lebet Radegast,
Davon ist oben geschrieben fast
Die Wenden zogen nach Walerland,
Franckreich Hispanien wohl bekant,
König Radegast war ihr Hauptmann
Ueber zweymahl hundert tausend Soldan,
Stilico der Fürst ihn dazu bracht,
Dem begegnend die Römer starck mit Macht
Radegast ward gefangen eben,
Stilico muss auch lassen sein Leben,
Mit seines Sohnes Eutherius
Das that der Kayser Honorius.
Ds

Das II. Capitel.
Von dem Könige Corficone

RAdegast folget Corfico bald,
Der tog in Franckreich mit Gewalt.
Und was von Rhein bis an das Meere
Gelegen, das verstöhret er sehre.
Die Bischöffe aus den Städten sing,
Priester und Mönche all den Ring
Müssen, und brand die Tempel abe,
Weder jung oder alt möcht Frede habe,
Zuletzt er ward gefangen hart,
Als Arelat belegert ward,
Und ward geführet durch manche Stadt,
Denn er zu schaden hatte Radt,
So lange er durch Pin ümme kam,
Seiner Grimheit er recht Lohn nahm.

Das III. Capitel.
Von Fredebaldo dem Könige.

IHm folget zu derselbigen Zeit
König Fredebald, der ward ohne Streit,
Durch Constantinum gefangen mit List,
Den Römer, und schicket ihn zu der Frist
In Ketten dem Kayser Honorio balt
So ward gesteuert auch des Gewalt.

Das IV. Capitel.
Von Gunderich dem Könige, und wie die Wenden sich getheilet in zwey Theile unter zweyen Königen Gunderich und Siegehan.

NAch ihm so ward erwehlet recht
Gunderich von Stund, das Wendisch Geschlecht,
In zwey Theil sich getheilet hat,
Das ein Theil das fand balt ihn Rath,
Damit sie möchten rauben frey,
Hispanien muss auch an die Rey
Darin so zogen sie mit Gewalt
Und theileten die Städte fast unter sich bald,
Und folgeten alle Gunderich
Die andern nahmen sicherlich
Das Land in Franckreich Orlientz,
Und machten einen König, derselben Grentz
Siegebann was derselb genant
Gunderich nachdem er hatte verbrandt
Viel Kirchen, und geübt seltsahm That,
Der Todt ihn bald begriffen hat.

Das V. Capitel.
Vom König Genserich.

DErselben folget Genserich,
Der König der was sicherlich,
Grimmig und bitter gantz.
Acht tausend Wenden in Hispanier Land
Er schicket, und kam mit Schiffe behende
Gegen Carthago, belägert an allen Ende
Gewann, und blieb da Königreich
Sieben und dreysig Jahr gar gleich,
Er ward darnach ein Arrian
In Ketzerey, kost manchen Mann,
Der Christen Glauben er tilgen gedacht,
Sanct Augustin zu Hippon bedacht
Das Leyd, die Stadt belägert mit Heere,
Das bracht den Einwohnern alle Schwere,
Dem heiligen Mann gab solche Reu,
Er starb an Schmertzen durch Christiliche Treu.
Die Zeit auch macht ein Weib mit List
Genandt Eudoxa in kortzer Frist,
Dem König mit süssen Worten bracht.
In Walandt, und wardt gegen Roma gebracht,
Do dannen liessen jung und alt,
So schrecklich was des Königs Gewalt,
Doch that er nichtdem Tempel Verdriess
Durch Lewene der Pabst bitten das liess,
Dreyzehen Tage in der Stadt blieb,
Rauben und nehmen er genugsahm trieb,
Er führt Eudoxam mit weg die Stund
Darnach kam in des Todes Bund.

Das VI. Capitel.
Von dem Könige Honorico.

SEin Eydam Honoricus folget ihm nach,
Der bracht den Christen in Ungemach
Dreyhundert Bischoff durch alle Land
Gefangen nahm und bracht mit Band
In Sardinnen[1] die Insulen allzumahl
In das Elend, Sanct Ciprian in der Zahl
Was, und auch Sanct Felix eben,
In siebenden Jahr der König blieb leben.

Das VII. Capitel.
Von Trafemundo dem Könige.

TRafemund ihm folget bald
Derselbige stiess aber mit Gewalt,
Tilderich, was König Honorici Sohn,
Und trug also des Reiches Krohn
Die Bischöff müssen wieder in Leyd
Ein böser Todt ward ihn bereit.

Das IX. Capitel.
Von Tilderich dem König Honorici Sohn.

ALs König Trafemund bald verstarb.
Tilderich wieder das Reich erwarb,
Der was Christen und gut
Den Bischöffen macht frölichen Muth,
Gab ihm wieder ihr Kirchen bald,
Starb frömlich, Gott sein Seele walt!

Das X. Capitel.
Von Gilimer dem letzten Könige der Wenden.

GIlimer nahm dem frommen Hild
Das Reich, und jaget durch Speere und Schild
Ihn aus dem Land, das höret sagen
Der Kayer Justinianus zu jagen,
Schicket sein Streit-Fürsten wohlbekandt,
Bellifarius was die Zeit genant,
Sein Hauss-Frau Antonia zart
Wolt auch mit dieselbige Fahrt,
Gelobte beyde Christen zu wesen.
So Gott ihm hülffe des Streits genesen;
So griff die Königin tapffer an,
Der Wenden Frauen und Kinder gewann
Den Streit ihm abe in kurtzer Frist,
Bellifarius überwann auch sünder List
Denn König Giliemer auf der Fart,
Gebunden dem Kayser geschicket ward
Bis gegen Constantinopel weit
So wurden die Wenden ihres Reichs queit.
Das hatte gestanden manches Jahr,
Durch Raub und Morden in grosser Schaar.
Mein Reise ich hoffe hab volland
Wozu ich Marschalcus was gesand.
Mein Schifflein, so zum Ufer wende
Als offt begehrt, möcht frölich lände,
Von Wind und Sturm mich hat erlöst,
Der aller Creatur giebt Trost.

Anmerkungen (Wikisource)[Bearbeiten]