Das Augusta-Hospital des „Vaterländischen Frauenvereins“ in Breslau

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Titel: Das Augusta-Hospital des „Vaterländischen Frauenvereins“ in Breslau
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 40, S. 687
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Die Gartenlaube (1888) b 687.jpg

Das Augusta-Hospital des „Vaterländischen Frauenvereins“ in Breslau.

Das Augusta-Hospital des „Vaterländischen Frauenvereins“ in Breslau. Zu den neuesten Schöpfungen der gemeinnützigen Thätigkeit des weitverzweigten „Vaterländischen Frauenvereins“ gehört das nebenstehend abgebildete Hospital. Dasselbe ist am Lehmdamm in gothischem Stil im Rohbau von dem Architekten A. Grau erbaut und enthält außer dem Asyl der Krankenpflegerinnen eine chirurgische Poliklinik, beides unter der bewährten Leitung des Dr. O. Janicke. Es ist in 7 Krankenzimmern Raum für 14 Kranke beiderlei Geschlechts. Sämmtliche Räume sind nach den hygienischen Anforderungen der Neuzeit in Bezug auf Bau und Einrichtung hergestellt, gut ventilirt und stehen in beiden Geschossen in Verbindung mit einer an der Südseite gelegenen Veranda. Auch das Innere entspricht in seiner einfach ernsten gothischen Erscheinung dem Aeußeren des Hauses. Das Sitzungszimmer, wo auf den bemalten Wänden das deutsche Reichswappen und das schlesische Wappen, von reichem Ornament umgeben, dargestellt sind, erhält einen besondern Schmuck durch das Porträt der Kaiserin-Witwe Augusta. Auch an bequemer Einrichtung für das Dienstpersonal fehlt es nicht, ein Aufzug vom untersten bis zum Dachgeschoß erspart den lästigen Transport von Speisen und Wäsche über die Treppe; kaltes und warmes Wasser kann in allen Stockwerken auf dem Flur entnommen werden; auch für kalte und warme Wannenbäder ist in ausreichender Weise gesorgt. Die Ostfaçade ziert eine Sandsteinfigur unter reichem Baldachin, die Charitas mit dem rothen Kreuz in der erhobenen Rechten darstellend; den Giebel ein Wappen mit dem Namenszug A, darüber die Kaiserkrone in reicher Vergoldung. Von der obersten Staffel leuchtet weithin das auf reicher schmiedeeiserner Verzierung befestigte rothe Kreuz.

Das große Grundstück gewährt in seinen durch den Obergärtner J. Schütze hergestellten schönen Gartenanlagen den Kranken Gelegenheit zur Erholung in frischer Luft, so daß allen Bedingungen eines guten Krankenhauses hier Rechnung getragen ist. Ernst berührt den Besucher ein kleiner, von Gebüschen umgebener kapellenartiger Rohbau im Hintergrunde des Gartens, dessen Inneres einen Aufbahrungsraum, eine Todtenkammer und einen Desinfektionsraum enthält; das Sandsteinkreuz des Giebels deutet den ernsten Zweck des kleinen Baues an.