Das Hexen-Kreuz vor dem Ekkerfelde

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Knöner
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Das Hexen-Kreuz vor dem Ekkerfelde
Untertitel:
aus: Alterthümer, Geschichten und Sagen der Herzogthümer Bremen und Verden: Noch lebende Volkssagen und Legenden, S. 212–213
Herausgeber: Friedrich Köster
Auflage: 2. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: In Commision bei A. Pockwitz
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Stade
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons, Google
Kurzbeschreibung: Aus dem Amte Lehe
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[212]
2. Das Hexen-Kreuz vor dem Ekkerfelde.

Nordwestlich von Lehe, eine Viertelstunde weit von dem Flecken liegt ein, einige hundert Morgen großes Feld, das sich aus den umgebenden Niederungen sanft erhebt und Ekkerfeld heißt. Merkwürdig ist es wegen der Tausende von kleinen bemoos’ten Hügeln, die seinen südlichen Abhang bedecken. Es wird bis jetzt dieses Feld nicht bebauet, sondern liegt als Gemeinheitshudeplatz. Hier in der Tiefe hatte zu der Zeit, als es noch Hexen gab, dieses Gesindel seinen Lieblingsaufenthalt, daher man auch noch jetzt das bewegliche Kreuz, das beim Eingange steht, und von Jedermann der hinauf- oder hinuntergeht, auf einem [213] eisernen Sticken muß umgedrehet werden, das Hexenkreuz nennt. Einst kommt ein Mann aus Lehe spät in der Nacht über dieses Feld: als er bei diesem Kreuze angelangt ist, fällt er plötzlich in die Tiefe hinab. Sein Fall ist indeß nicht unsanft, eben so wenig erschrickt er, als er in der Tiefe angekommen ist, denn er befindet sich in einem herrlichen Palast, wo die Tische mit allerlei köstlichen Speisen bedeckt sind. Nun merkt er, daß er in einem Hexenpalast ist. Die Hexen nöthigen ihn, von den Speisen zu genießen; als er sie gekostet, findet er sie gar nicht nach seinem Geschmack, es fehlt nämlich das Salz daran, welches bekanntlich den Hexen zuwider und unausstehlich ist. Da sagt der Mann unbesonnener Weise: Alles ist so schön, die Speisen sind so köstlich, aber Eins fehlt daran, nämlich das Salz. In Einem Augenblick wird er wieder aufgehoben und auf die Oberfläche der Erde geschleudert. Als er sich nun besinnt, wo er sein mag und mit den Händen umherfühlt, gewahrt er, daß er in einem tiefen Sumpfe steckt, aus dem er sich mit großer Angst und Anstrengung herausarbeitet.