Das Mühlenleben

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Textdaten
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Autor: Wilhelm Müller
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Titel: Das Mühlenleben
Untertitel:
aus: Die schöne Müllerin, in: Gedichte von Wilhelm Müller. Vollständige kritische Ausgabe.
S. 8–9
Herausgeber: James Taft Hatfield
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1906
Verlag: B. Behr
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel: Das Mühlenleben
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[8]
Das Mühlenleben.

Seh’ ich sie am Bache sitzen,
Wenn sie Fliegennetze strickt,
Oder sonntags für die Fenster
Frische Wiesenblumen pflückt;

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Seh’ ich sie zum Garten wandeln,

Mit dem Körbchen in der Hand,
Nach den ersten Beeren spähen
An der grünen Dornenwand:

Dann wird’s eng’ in meiner Mühle,

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Alle Mauern ziehn sich ein,
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Und ich möchte flugs ein Fischer,

Jäger oder Gärtner sein.

Und der Steine lustig Pfeifen,
Und des Wasserrads Gebraus,

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Und der Werke emsig Klappern,

’S jagt mich fast zum Thor hinaus.

Aber wenn in guter Stunde
Plaudernd sie zum Burschen tritt,
Und als kluges Kind des Hauses

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Seitwärts nach dem Rechten sieht;


Und verständig lobt den einen,
Daß der andre merken mag,
Wie er’s besser treiben solle,
Geht er ihrem Danke nach –

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Keiner fühlt sich recht getroffen,

Und doch schießt sie nimmer fehl,
Jeder muß von Schonung sagen,
Und doch hat sie keinen Hehl.

Keiner wünscht, sie möchte gehen,

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Steht sie auch als Herrin da,

Und fast wie das Auge Gottes
Ist ihr Bild uns immer nah. –

Ei, da mag das Mühlenleben
Wohl des Liedes würdig sein,

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Und die Räder, Stein’ und Stampfen

Stimmen als Begleitung ein.

Alles geht in schönem Tanze
Auf und ab, und ein und aus:
Gott gesegne mir das Handwerk

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Und des guten Meisters Haus!