Das Newe Testament Deutzsch/Phlm

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Brief des Paulus an Philemon
1 Petr »
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[342] [WA.DB 7,292]

Vorrede auff die Epistel sanct Pauli zu Philemon.

Djße Epistel zeygt eyn meysterlich lieblich exempel Christlicher liebe. Denn da sehen wyr, wie S. Paulus sich des armen Onesimos annympt, vnd yhn gegen seynen herrn vertrit, mit allem das er vermag, vnd stellet sich nicht anders, denn als sey er selbs Onesimus, der sich versundigt habe, Doch thut er das nicht mit gewalt odder zwang, als er wol recht hette, ßondern eussert sich seynes rechten, damit er zwingt, das Philemon sich seynes rechten auch vertzeyhen muß. Eben wie vns Christus than hatt gegen Got dem vatter, alßo thut auch S. Paulus fur Onesimo gegen Philemon. Denn Christus hat sich auch seynes rechten geeussert, vnd mit lieb vnd demut den vatter vbirwunden, das er seynen zorn vnd recht hat mussen legen, vnd vns zu gnaden nemen, vmb Christus willen, der also ernstlich vns vertrit, vnd sich vnser so hertzlich annympt, Denn wyr sind alle seyne Onesimi, so wyrs glewben.

[343] [WA.DB 7,294]

Die Epistel sanct Pauli An Philemon.

Paulus der gepunden Jhesu Christi: vnd Timotheos der bruder. Philemoni dem lieben vnd vnserm gehulffen, 2 vnd Apphian der lieben, vnd Archippo vnserm streytgenossen, vnd der gemeynen ynn seynem hauße.

3 Gnad sey mit euch vnd fride von Got vnserm vater vnd dem herrn Jhesu Christo.

4 Jch dancke meynem Got, vnnd gedencke deyn alletzeyt ynn meynem gebet, 5 nach dem ich hore von der liebe vnnd dem glawben, wilche du hast gegen den herrn Jhesum Christ vnd alle heyligen, 6 das vnser gemeyner glawbe ynn dyr schefftig werde durch erkentnis alle des guten, das ynn euch ist an Christo Jhesu. 7 Jch habe aber eyn grosse freud vnd trost an deyner liebe, Denn die heyligen sind hertzlich erquickt durch dich, lieber bruder.

8 Darumb, wie wol ich habe ynn Christo eyn grosse freydickeyt, dyr zu gepieten, was dyr gepurt, 9 aber vmb der liebe willen, ermane ich dich viel weger, der ich eyn solcher byn, nemlich eyn alter Paulus, nu aber auch eyn gepundener Jhesu Christi. 10 So ermane ich dich vmb meynes sons willen Onesimon, den ich geporen habe ynn meynen banden, 11 wilcher weyland dyr vnnutz, nu aber dyr vnd myr wol nutz ist, den hab ich widder gesand, 12 du aber nym yhn, das ist, meyn hertz, auff, 13 Denn ich wolt yhn bey myr behalten, das er myr an deyner stad dienet, ynn den banden des Euangelij, 14 aber on deynen willen wollt ich nichts thun, auff das deyn guttis nicht were genottiget, ßondern selbwillig.

15 Villeycht aber ist er darumb eyn zeyt lang entwichen, das du yhn ewig widder nemist, 16 nu nicht mehr als ein knecht, sondern mehr denn eyn knecht,[296] eynen lieben bruder, ßonderlich myr, wie viel mehr aber dyr, beyde nach dem fleysch vnd nach dem herrn. 17 So du nu mich heltist fur deynen genossen, ßo nym yhn auff als mich selb, 18 So er aber dyr etwas schaden than hat, odder schuldig ist, das rechne myr zu, 19 Jch Paulus habs geschrieben mit meyner hand, ich wils betzalen, ich schweyge, das du dich selbs myr schuldig bist. 20 Ja lieber bruder, laß das ich mich an dyr ergetze ynn dem herren, erquicke meyn hertz ynn dem herrn.

21 Jch hab aus zuuersicht deynes gehorsams geschrieben, denn ich weyß, du wirst vber das thun, das ich sage, 22 Daneben bereytte myr die herberge, denn ich hoffe, das ich durch ewr gepet, euch geschenckt werde. 23 Es grusset dich Epaphras meyn mitgefangener ynn Christo Jhesu, 24 Marcus, Aristarchus, Demas, Lucas, meyne gehulffen. 25 Die gnade vnsers herrn Jhesu Christi sey mit ewrem geyst, Amen.