Das Wappen von Roda

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Das Wappen von Roda
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. Anhang: Die Sagen des Herzogthums Sachsen-Altenburg, S. 359
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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[359]
47) Das Wappen von Roda.
S. Eisel a. a. O. Nr. 791. Greß S. 59 fg.

Im Jahre 1450 hat der Stadtrath zu Roda mit dem Propste zu Klosterroda einen Streit wegen des Bierschankes gehabt. Nun mischte sich aber der Graf Reuß zu Gera in die Sache und kam dem Propste zu Hilfe und rückte mit seinen Leuten vor die Stadt. An eine eigentliche Vertheidigung derselben war aber durchaus nicht zu denken, denn die Mauern waren zerfallen und das Stadtthor hatte nicht einmal einen Riegel, der es verschloß. Man erzählt nun, die Einwohner hätten, um den Feind wenigstens nicht durch das offene Thor einzulassen, in Ermangelung eines eisernen Bolzens eine ungeheuer dicke Moorrübe als Riegel benutzt und vorgeschoben, in der Nacht sei aber ein hungeriger Ziegenbock, der auf der Gasse nach Nahrung gesucht, an das Thor gekommen, habe die Möhre gewittert und aufgefressen, in Folge davon sei dasselbe aufgesprungen und der Feind frank und frei in die Stadt gekommen. Natürlich war nun aller etwaige Widerstand zu Ende, die Bürger mußten sich vergleichen und die Kosten bezahlen. Zur Erinnerung an diese wunderliche Geschichte sollen aber die Rodaer drei Möhren in ihr Stadtwappen gesetzt haben, aus denen dann im Laufe der Zeit, vermuthlich weil sie die Lächerlichkeit dieser Geschichte einsahen, die noch jetzt darin befindlichen drei Thürme wurden. Heut zu Tage aber kann man noch einen Einwohner von Roda mit der Frage schwer ärgern: „ob denn in diesem Jahre die Möhren bei ihnen gut gerathen seien?“ Die benachbarten Dörfler nennen auch jetzt noch ein Rodaer Stadtkind spottweise eine Rodaer Möhre.