Das tränennasse Totenhemd

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Anna Seiler
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Das tränennasse Totenhemd
Untertitel:
aus: Märchen aus Bayern, S. 17–18
Herausgeber: Karl Spiegel
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: 4. Juli 1898
Erscheinungsdatum: 1914
Verlag: Selbstverlag des Vereins für bayrische Volkskunde und Mundartforschung
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Würzburg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[17]
10. Das tränennasse Totenhemd.
(Mittelfranken: Oestheim b. Rothenburg a. T.)

Amol is era Frau ihr Kind gstorbn. Do hot s’ so geweint und geweint und hot sie nimmer tröistn welln. Do is immer a schwarzer Krabb (Rabe) an ihr Fenschter hergflogn. Und amol is die Frau ins [18] Gros’n ganga. Da is ihr Kind zu era kumma in an weißn Kleid, des wor ganz naß und gelb bis auf a paar Fleckli, die worn no weiß. Do hot des Kind gsogt: „Mutter, siech! du hascht so arg gweint, daß mei Kleid ganz naß und gelb worn is. Wenn d’ no mehr weinst, nacher wern die Fleckli aa no naß und gelb und nach bin i verdammt.“ Do hot die Frau aufghert zun Weina und von der Zeit on is der Krabb nimmer an ihr Fenster hergflogn kumma.


Aufgeschrieben durch Frl. Anna Seiler aus Oppertshofen in Schwaben; dem Verein übergeben am 4. 7. 1898. (Urschrift.)