De Binnenalster

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Textdaten
Autor: Rudolf Lavant
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Titel: De Binnenalster
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Herausgeber: Leipziger Volkszeitung
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 06. Juli 1907
Verlag: Leipziger Volkszeitung
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Erscheinungsort: Leipzig
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[9]

De Binnenalster.

Un wärn de Zeiden noch so schlimm —
Mir griechen doch ׳ne Binnenalster!
Da drinne werd nadierlich schwimm
Von Froschleech ä geheerger Qualster, [1]

5
Un wimmeln Quabben drinne ׳rum,

Die dun mer ins Aquarijum,

Wo sonst der Bärger weeden dad
In Freien seine quiekgen Sauen,
Da wern mer, hubbd Sie druff der Rad,

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Ae fermliches Venedig bauen,

Wobei mer nur vor eenen bangd —
Ob’s Wasser nämlich derzu langd.

Aus Scherweln, alden Gaffeemieln
Un so sahn mer an Berg endschdehn,

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An den de Gledderlust mer giehln,

Doch andersch isses midden Seen,
Denn wenn gee Wasser drinne is,
Denn had das Ganse geenen Schmiß.

Wemmer Sie Wassermangel hamm,

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Denn wern besetzd mid Liewesbaaren,

De schmucken Gondeln sich in Schlamm
Bein Sießholzraspeln festefahren.
Wennse gee Fischer heeme bringd,
Verzwadscheln[2] beede unbedingd.

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Ooch vor de Micken is mer bang,

Wiense an schwielen Sommerdagen
De ganse faule Lubbe lang,
De Menschen bis nach Schgeiditz blagen.
Wie wärden, gäm se an in Schwärm,

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Sich unsre Venezjaner härm!


De Bleiße un de Elster genn
Doch schwerlich ׳s needge Wasser liefern,
Denn wemmersche ooch Flisse nenn,
Geheern se doch nich zu den diefern,

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Un’s Bahrebächelchen, herje!

Das bild doch sicher ooch geen See.

Nadirlich heeßds: „das is je Quadsch!“
Denn’s Dagebladd haud uff de Bauke,
Doch is das Ding mir broblemadsch —

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Ich hawwe nich de richdge Mauke, [3]

Un soll an neien Guhdormsee [4]
Ooch gloom, da sag‘ ich eefach: „Nee!“
                                             Fritzchen Mrweesesnich.


  1. Qualster, Schleim, zähflüssige, klebrige Masse
  2. Verzwadscheln, verzagen, verzweifeln
  3. Mauke, Laune
  4. Kuhturm, Der Kuhturm war ein Überbleibsel der ehemaligen Kuhburg im Leipziger Stadtteil Alt-Lindenau.