Dem aufrichtigen und wohlerfahrnen Schweizerboten an seinem Hochzeittage

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Autor: Johann Peter Hebel
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Titel: Dem aufrichtigen und wohlerfahrnen Schweizerboten an seinem Hochzeittage
Untertitel:
aus: J. P. Hebels sämmtliche Werke: Band 2, S. 128–131
Herausgeber:
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1834
Verlag: Chr. Fr. Müller’sche Hofbuchhandlung
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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[128]
Dem aufrichtigen und wohlerfahrnen Schweizerboten an seinem Hochzeittage.[WS 1]

I ha ’s io g’seit, und ’s isch so cho!
Was hani g’seit? ’s werd nit lang goh,
se bringt der Bott vom Schwizerland
es Brütli an der weiche Hand,

5
es lieblig Brütli mittem Chranz

zuem Chilgang und zuem Hochzit-Tanz.

     ’s isch frili wohr, und so ne Ma,
es Fraueli das mueß er ha.
Früeih, wenn er mittem Morgeroth

10
uf d’Stroß go Brugg und Basel goht,
[129]

wer nimmt en z’erst no lieb und warm,
zuem B’hüetdigott und Chuß, in Arm?

     Und wenn er mittem Obedstern
in d’Heimet chunnt, was hätt er gern?

15
’s sött näumis an der Huus-Thür stoh,

es sött em lieb eggege cho,
und fründli säge: „Grüeß di Gott,
du liebe Ma und Schwizerbott!“

     Und säge sött’s em: „Liebe Ma,

20
chumm weidli, leg d’Pantofflen a,

und ’s Tschöpli! Uffem Tischtuech stoht
di’s Süppli scho vo wißem Brod.
Chumm, liebi Seel, und iß iez z’Nacht!
Und ’s Bettli isch de au scho g’macht.“

     
25
Das weiß er wohl mi Schwizerbott,

’s isch nit, as wenni’m ’s säge wott.
Drum het er au am lange Rhi
und Canton us und Canton i
meng Meidschi scharf in d’Auge g’no,

30
öb nit bald wöll die rechti cho.

[130]

     Und Canton us und Canton i,
bald an der Limmeth, bald am Rhi,
wol het er bravi Meidsch’ne gseh,
wie’s Rösli roth, wiiß wie der Schnee,

35
so tusigschön und guet und froh.

Die rechti het nit wölle cho.

     ’s macht nüt. Mi liebe Schwizerbott
het gseit: „I find sie doch, wills Gott!“
I glaub es schier, Her Bottema!

40
Längst heit er ’s in der Nöchi gha.

Thüent d’Augen uf! Bim Saferlot,
sie chunnt nit selbst. Verzeih mers Gott!

     Iez het er sie, und isch er froh,
Der Landamma ischs gwüs nit so. –

45
Gib, was de hesch, biet, was de witt,

er tuuschte mit dem Kaiser nit.
Er lueget nu si’s Brütli a:
„Iez bisch mi Wib und i di Ma!“

     I säg es frei, und säg es lut:

50
Her Schwizerbott mit euer Brut,

Gott guntich wol e bravi Frau,
und wie’s euch freut, so freuts üs au,

[131]

und geb’ ich Gott denn alliwil
der liebe neue Freude viel.

     
55
Denk, wenn’s no einist g’wintret het,

was streckt si do im chline Bett,
und lächlet lieb? Mi Bottema
er luegt si goldig Büebli a.
Er lengt e süeße Zuckerring:

60
„Lueg, was i der vo Aarau bring!“


     Nu flink dur’s Land, Her Bottema,
mit euer Taschen uf und a,
und bringet, wie mer’s g’wohnet sin,
viel schöne B’richt und Lehre drin.

65
An Zuckerbrod und Marzipa

für d’Chindli solls nit Mangel ha.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Heinrich Zschokke und seiner Frau Nanny zur Hochzeit am 25. Februar 1805; Zschokke war Herausgeber des Schweizerboten