Der Abt im Handwerkshause zu Roßwein

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der Abt im Handwerkshause zu Roßwein
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 275–276
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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[275]
307) Der Abt im Handwerkshause zu Roßwein.
Ziehnert Bd. III. S. 238 sq. Poetisch beh. bei Segnitz Bd. I. S. 281 sq.

Als der letzte Abt des Klosters Altenzelle, Andreas Schmiedewald aus Roßwein, kurz vor der Säcularisation desselben (1545) selbst seinen Hirtenstab niederlegte, bedachte er mit den Klostergütern auch seine Verwandten und so schenkte er seinem Bruder Anton, Bürgermeister zu Roßwein, das dort befindliche Abthaus, von dem es 1565 der Tuchmacherinnung käuflich überlassen ward, die es als Handwerksinnungshaus [276] benutzt. Weil nun aber der Abt also die Kirche um ihr Eigenthum brachte, soll er im Grabe keine Ruhe finden. Er wandelt also in dem Innungshause als Spukgeist herum und läßt sich oft mit Poltern hören. Gewöhnlich sieht man ihn aber auf dem Bodenraume desselben sitzen, wo die Traueranzüge der Bahrenträger und das Leichengeräthe der Tuchmacherinnung aufbewahrt wird. Sitzt er still da, so hat es nichts zu bedeuten, wirft er aber die oben genannten Gegenstände herum und handirt damit, so stirbt binnen 3 Tagen ein Tuchmachermeister.