Der Bürgermeister zu Finsterwalde am Hofe zu Dresden

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der Bürgermeister zu Finsterwalde am Hofe zu Dresden
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 129-130
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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[129]
149) Der Bürgermeister zu Finsterwalde am Hofe zu Dresden.
Curiosa Sax. 1745. S. 126.

Gegen die Mitte des 17. Jahrhunderts ist zu Finsterwalde (bei Frankfurt a. d. O.) ein Bürgermeister, Namens Christoph Koswig, gewesen, der weit und breit als Trinker [130] bekannt war. Den hat einst Churfürst Johann Georg I. in einer Carosse nach Dresden holen lassen, als sich an seinem Hofe ein kaiserlicher Abgesandter befand, der einen großen Trinker bei sich hatte und sich berühmte, wie der Churfürst in seinem ganzen Lande keinen Mann habe, der diesem im Trinken Bescheid thun könne. Als nun dieser Koswig in Dresden angekommen, hat ihn der Churfürst gefragt, ob er sich unterstände, auf 22 Maaß Bier Bescheid zu thun, weil eine ansehnliche Wette darauf gesetzt sey, worauf dieser solches bejahet hat. Als nun das Trinken angegangen und der Kaiserliche dem Koswig 22 Maaß zugetrunken, hat solcher ihm nicht allein vollkommen Bescheid gethan, sondern auch dem Kaiserlichen gleich wieder 22 Maaß auf einmal zugetrunken, wovon aber derselbe nicht die Hälfte einbringen können, sondern sich überwunden gesehen und gesagt: der hat den Teufel mit Saufen. Ferner ist Koswig einmal des Schäfers Magd von der herrschaftlichen Schäferei am Thore auf der Brücke begegnet, welche ein Fäßchen Bier von 22 Nösel geholt gehabt. Diese redet er an, wo sie denn das Bier geholt, sie solle es ihm doch kosten lassen, er wolle auch hingehen. Die Magd giebt ihm das Fäßchen, er setzt an, trinkt es auf einmal nach einander aus und kollert das Fäßchen der Magd vor die Füße. Diese fängt an zu weinen, er aber giebt ihr Geld zu anderem Biere. Weiter hat er auch dann und wann mit dem einen oder andern Bürger wetten wollen, wie er auf einmal soviel trinken könne, daß es an dem Standbottich zu erkennen sein solle, es hat aber Niemand deswegen mit ihm anbinden wollen.