Der Currendknabe zu Geithayn

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der Currendknabe zu Geithayn
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 331–332
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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[331]
381) Der Currendknabe zu Geithayn.
Poetisch beh. b. Ziehnert, Bd. II. S. 123 sq.

An der Mittagsseite der Kirche zu Geithayn ist ein Knabe in Stein gehauen, den die auf dem Rücken hängende Schalaune (Mantel) als Currendschüler bezeichnet. Zwar ist die Inschrift unter dem Bilde selbst nicht mehr zu lesen, die Sage aber berichtet also über die Bedeutung desselben. Es sind einmal des Abends vier Currendschüler der Stadt Geithayn auf dem Kirchthurm gewesen und haben gesehen, daß da, wo die Viertelglocke hängt, ein Dohlennest zwischen den Balken angelegt war. Die Stelle war gänzlich unzugänglich, doch haben sie am Ende auf ein Mittel gesonnen, sich des Nestes zu bemächtigen. Drei von ihnen haben also ein Bret zum Kirchhurmfenster hinausgehalten und der vierte ist [332] darauf gestiegen und auf diese Weise an die Balken gekommen, um so das Nest, welches aber nur von Außen zugänglich war, auszunehmen. Er ruft ihnen zu, es seien drei schwarze und ein weißes Junge darin. Diese verlangen nun für sich das weiße, doch Jener will ihnen nur die drei schwarzen geben und das erstere für sich behalten. Sie drohen ihn herabzuwerfen, wenn er ihnen das weiße nicht hereinreiche, und als er es nicht thut, lassen sie ihn samt dem Neste, welches er in der Hand hält, herabfallen. Zum Andenken an diese schauerliche Begebenheit ist eben jenes steinerne Bild errichtet worden.