Der Daxelhofen

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Autor: Conrad Ferdinand Meyer
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Titel: Der Daxelhofen
Untertitel:
aus: Gedichte, S. 334
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1882
Verlag: Verlag von H. Haessel
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Erscheinungsort: Leipzig
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[334]

Der Daxelhofen.

Den Hauptmann Daxelhofen
Bestaunten in der Stadt Paris
Die Kinder und die Zofen
Um seines blonden Bartes Vließ –

5
Prinz Condé zog zu Felde,

Der Hauptmann Daxelhofen auch,
Da fuhr am Bord der Schelde
Der Blitz und quoll der Pulverrauch.

Die Lilienbanner hoben

10
Sich sachte weg aus Niederland

Und schoben sich und schoben
Tout doucement zum Rheinesstrand.
„Herr Prinz, welch köstlich Düften!
So duftet nur am Rhein der Wein!

15
Und dort der Thurm in Lüften,

Herr Prinz, das ist doch Mainz am Rhein?

In meinem Pakt geschrieben
Steht: Ewig nimmer gegens Reich!
So steht’s und ist geblieben

20
Und bleibt sich unverbrüchlich gleich!

Ich bin von Schwabenstamme,
Bin auch ein Eidgenosse gut,
Und daß mich Gott verdamme,
Vergieß ich Deutscher deutsches Blut!

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25
In Mainz als Feind zu rücken

Reißt mich kein Höllenteufel fort,
Betret’ ich dort die Brücken,
So sei mir Hand und Schlund verdorrt!
Nicht dürft’ ich mich bezechen

30
Mit frommen Christenleuten mehr!

Mein Waffen lieber brechen,
Als brechen Eid und Mannesehr!“

„La, la“, kirrt Condé, „ferner
Dient Ihr um Doppel-Tripellohn.“

35
Da bricht vorm Knie der Berner

In Stücke krachend sein Sponton,
Dem Prinzen wirft zu Füßen
Die beiden Trümmer er und spricht:
„Den König laß ich grüßen,

40
Das deutsche Reich befehd' ich nicht!“

Anmerkungen (Wikisource)

Zum historischen Hintergrund, dem Verhalten des Berner Hauptmanns Niklaus Dachselhofer 1674, siehe HLS und Zellweger 1848 Google (zu 1671).

Vers 5: Louis II. de Bourbon, prince de Condé

Vers 36: Sponton: Halbpike