Der Küfer von Egisheim

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Textdaten
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Autor: Curt Mündel
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Titel: Der Küfer von Egisheim
Untertitel:
aus: Volkstümliches aus dem Elsasz, in: Alemannia, Band XII, S. 105–106
Herausgeber: Anton Birlinger
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1884
Verlag: Adolph Marcus
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Erscheinungsort: Bonn
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Quelle: Google-USA*, Commons
Kurzbeschreibung:
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[105] 6 Der Küfer von Egisheim

In einer Stadt des Elsaßes Hegotesen (Egisheim) lebte ein Mann, der angezogen von dem Rufe des heil. Deodat im ein Stück seiner Güter abtrat. Darunter war ein Stück Rebland, das der Geber besonders hochschäzte, da dort ein vortrefflicher Wein reifte. Nach einiger Zeit reute in das Geschenk und er heimste für sich die Ernte des Wingert ein. Den gewonnenen Wein ließ er in ein Faß füllen und bewarte in sorgfältig im Keller auf. Eines Tages als er seinen Freunden eine Gasterei gab, befal er heiter gestimmt dem Küfer, im von disem Wein, den er für den köstlichsten seines Kellers hielt, zu bringen. Der Küfer eilte in den Keller und wollte aus dem Faße den Wein ablaßen. Es kam nur wenig Wein, plözlich aber mit lautem Getöse ein ungeheurer Fliegenschwarm aus dem Faße. Der Küfer ließ seine Kanne erschreckt fallen und sprang hinauf um das Wunder zu erzälen, gefolgt von dem Fliegenschwarm. Hier fielen nun die Fliegen mit [106] iren giftigen Stacheln über den entsezten Gastgeber her und zerstachen in jämmerlich. Schmerzlicher aber als ire Stiche war der Stachel der Vorwürfe, den der Mann im Herzen fülte. Er gab reuig das Rebstück den Brüdern des Deodatus zurück und bat um ire Verzeihung. So blib das Rebstück biß in die jezige Zeit den Stiftsherren von St. Dié zu eigen.

Richer I cap. IX.