Der Keuler zu Kreckwitz

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der Keuler zu Kreckwitz
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 232–233
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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836) Der Keuler zu Kreckwitz.
Gräve a. a. O. S. 190 sq. Darnach Winter in d. Const. Zeit. 1854. Nr. 60.

Einem Herrn von Nostitz auf Kreckwitz träumte einst, daß er von einem großen Eber, welcher zu jener Zeit die Umgegend in Furcht und Schrecken setzte und den Nachstellungen rüstiger Waidmänner Hohn sprach, getödtet wurde. So ein eifriger Priester Diana’s er auch war, er nahm sich diesen Traum so zu Herzen, daß er weder auf das Zureden seiner Vertrauten, welche ihm seine Angst ausreden wollten, hörte, noch es wagte, einen Fuß über die Schwelle seines Zimmers, geschweige denn in den Forst zu setzen. Einige Tage nachher erschallten plötzlich im jauchzenden Jubeltone die Hüfthörner, den Sieg über ein gefälltes Wild verkündend, der Jagdzug langte im Schloßhofe an, und wer schildert seine Freude, als er seinen ihm angekündigten Mörder erlegt vor sich liegend erblickte. Er befahl Küche und Keller zu öffnen und die wackern Waidmänner mit Speise und Trank zu erfreuen, eilte in den Schloßhof und trat hohnlachend vor den erlegten Feind und rief, indem er seine Hand auf dessen Gepräge legte: „nun wirst Du mir nichts mehr thun!“ Unversehens [233] schlitzte er sich am Gewehr des Wildes, welches ihm eine Entzündung verursachte, die vernachlässigt in Brand überging und seinen Tod herbeiführte. Von dieser Zeit an läßt sich nun der Keuler Feuer hauchend am Abend des St. Hubertustages sehen, und wehe dem, der ihm begegnet, indem er gewiß sein Gewehr schmerzlich empfinden würde.