Der Kleverschuß

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Ernst Deecke
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Kleverschuß
Untertitel:
aus: Lübische Geschichten und Sagen, S. 252–253
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1852
Verlag: Carl Boldemann
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Lübeck
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google, Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
KleverschussKreuzHL.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[252]
137. Der Kleverschuß.

1479. Um diese Zeit sind zwei Kaufgesellen, die gute Freunde waren, mit ihren Wagen aus der Mark nach Lübeck zurückgekehrt. Als sie nun auf der Straße vom Ackerhofe (Marly) nach der Stadt sind, will der eine, Hans Klever, der ein guter Schütz gewesen, die Röhre abschießen, weil man nicht mit geladener Wehre in die Stadt kommen dürfen. Wie er sich aber nicht vorsieht, als gerade sein Gesell aus dem Schlaf aufgefahren, schießt er den todt: was ihm großes Herzeleid gemacht.

Die Herren des Gerichts setzen ihn danach in den Absalonsthurm am Hürterthor; und des Erschossenen Freunde lassen an der Stelle, wo das Unglück geschehn, ein steinernes Kreuz aufrichten. Das hat der Gefangene von dem Thurm aus sehn können, und häufig Thränen vergossen; und sich erboten, einen wunderbaren Schuß zu thun, seine Unschuld zu beweisen, dafern man ihn seiner Banden entfreien wollte.

Endlich ist es ihm mit Zulassung Eines Raths bewilligt: da hat er mit seinem Rohr vom Hürterdamm nach dem linken Arm des Kreuzes gezielt, und dreimal hineingeschossen, dergestalt, daß die Kugeln ein [253] Kleverblatt (Kleeblatt) machten; zum Zeichen, daß er’s gethan.

Das ist noch vor dem Burgthor unweit der Kienräucherei zu sehen.

Bemerkungen

[396] (Mündlich; auch nach einer Privataufzeichnung.)