Der Lindenzweig

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Autor: Hans auf der Wallfahrt
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Titel: Der Lindenzweig
Untertitel:
aus: Wünschelruthe - Ein Zeitblatt. Nr. 8, S. 32
Herausgeber: Heinrich Straube und Johann Peter von Hornthal
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Vandenhoeck und Ruprecht
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Erscheinungsort: Göttingen
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
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[32]

     Der Lindenzweig.

Sommer will aus heißem Herzen
     Alle seine Lieben grüßen;
     Sommer naht mit süßen Scherzen,
     Alles an die Brust zu schließen.

5
Vöglein fliegen in den Lüften,

     In dem weiten Blau sich wiegen,
     Trinken Wohllaut aus den Düften
     Die der thau’gen Blüt’ entstiegen.

Setzet sich die Nachtigalle

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     Auf den Zweig der blüh’nden Linde,

     Und vom lockendlieben Schalle
     Bebt das duft’ge Laubgewinde.

Setzet sich ihr süßer Gatte
     Ueber ihr auf zartem Zweige,

15
     Daß der Zweig ihr freundlich schatte,

     Und sich zu ihr niederbeuge.

Neige liebend dich, o neige,
     Grüner Zweig der blüh’nden Linde,
     Neige dich zum andern Zweige,

20
     Daß die Liebe Liebe finde.


Und es beugt der Zweig sich nieder,
     Küßt den Zweig mit sanftem Beben,
     Und es küssen sich die Lieder,
     Und ein Kuß ist Beider Leben.

25
Holder Zweig, wie wird die Blüte

     Hell und warm auf dir sich zeigen!
     Mögst zum liebenden Gemüthe
     Sie dann mild herniederneigen.

Hans auf der Wallfahrt.