Der Luftballon als Kriegsapparat

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Titel: Der Luftballon als Kriegsapparat
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 11, S. 126
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[126] Der Luftballon als Kriegsapparat. Kurz vor der großen französischen Revolution ward öffentlich vorgeschlagen, den Luftballon im Kriege als Spion anzustellen. Nach mehreren Versuchen für diesen Zweck gelang es endlich, ihn so anzuwenden, daß er nicht nur als bloßer Spion diente, sondern auch die Schlacht bei Fleurus gewann. Es kam zunächst darauf an, eine leichte Füllung mit Wasserstoffgas (statt des gewöhnliches Leuchtgases) zu bewerkstelligen. Der berühmte Lavoisier in Paris erfand eine Methode, das Wasser durch glühende Eisenstangen so zu zersetzen, daß das Wasserstoffgas sich schnell und in Masse entwickelte, und in vier Stunden 17,000 Cubikfuß dieser leichtesten aller Luftarten gewonnen werden konnten. Sofort ward in Paris eine „militairische Luftballon-Schule“ errichtet, worin fünfzig junge Soldaten den erforderlichen Unterricht für militairische Anwendung großer Ballons erhielten. Ein Ballon von 32 Fuß Durchmesser ward fortwährend gefüllt gehalten und zu Uebungen gebraucht. Ein Offizier stieg mit einigen Schülern 5-600 Fuß hoch, um Unterricht zu geben, d. h. durch Fernröhre Positionen und Stellungen von Menschen und Gegenständen aufzunehmen und deren Entfernungen zu messen. Der Ballon konnte durch ein großes Seil und eine Luftklappe regiert und in der Regel leicht wieder auf den Punkt, von dem er gestiegen, zurückgewunden werden. So lernte man Feindeslager sicher und vollständig übersehen und ausspionieren, ohne die Gefahr, gehangen zu werden. Im Jahr 1794 hatte jede der vier französischen Armeen ein solches Beobachtungs- und Spionirluftschiff bei sich. Eins derselben begleitete die Armee nach Belgien und stieg von der Ebene von Fleurus über 3000 Fuß hoch, von welcher Höhe die Offiziere die ganze Position der österreichischen Armee so genau übersehen konnten, daß General Jourdan öffentlich erklärte, er verdanke seinen Sieg bei Fleurus nur diesem Ballon. Wenn künftige Jahrhunderte sich auch noch schlachten, mag es wohl später zu den Land- und Seeschlachten auch noch Luftschlachten geben. Wenigstens feuerten die Oesterreicher auf den Ballon von Fleurus, bis ihnen die Traube zu hoch hing. Sollte es öfter vorkommen, liegt der Gedanke nahe, daß der Feind dem Spionirschiffe eins seiner Luftschiffe nachschickt, um es herunter zu schießen. Wir sind begierig, ob an der Donau, wo bereits Feuer, Wasser und Erde benutzt werden, Menschen auf die schnellste Weise in das Himmelreich zu expediren, nun auch die Luft noch in Anwendung gebracht wird.