Der Mönch und die Jungfrau

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Gustav Schwab
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Mönch und die Jungfrau
Untertitel: Sage
aus: Wünschelruthe - Ein Zeitblatt. Nr. 29, S. 115-116.
Herausgeber: Heinrich Straube und Johann Peter von Hornthal
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Vandenhoeck und Ruprecht
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Göttingen
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[115]
Der Mönch und die Jungfrau.




Sage.

     Was suchet ihr, zarte Jungfrau doch
In unsrem Kloster, so steil und hoch? –
„Euer Wald so grün, eure Kirche so licht
Wen rufen sie zum Gebete nicht.?“

5
     Der Mönch bald führt sie zur Waldcapell,

Sie knieen zusammen auf einer Stell,
Die Jungfrau hebt zum Himmel den Blick
Der Mönch, er schaut nach der Maid zurück.

     Und in des Mägdleins Herzen steht

10
Als wie ein Engel, ein lichtes Gebet,

Und in des Bruders finstrer Brust
Da regt sich der lüsterne Satan in Lust.

     Sie gehen zusammen hinaus in den Wald,
Wie leuchtet der Jungfrau reine Gestalt;

15
Der Bruder neben ihr, schwarz und schwer,

Geht als ein dunkler Schatten einher.

     „Es ist ein heißer’ schwüler Mittag,
Die Sonn’ euch, Jungfrau, stechen mag!“
– „„Ach nein, mir deucht ihr Strahl so lind,

20
Es mildern die[WS 1] Bäum’ ihn, es kühlt ihn der Wind.““


     „Wir wollen uns freun, ihr liebliche Maid,
Es rauschen die Bäume vor Lieb’ und vor Freud.“
– „„Wohl säuseln sie immer leis und sacht
Zu Gottes Preise, bei Tag und bei Nacht!““

25
     „Die Blätter, die Gräser, wie rothes Blut,

Seht sie brennen, sie brennen in Liebesglut;“
– „„Die Blätter leuchten, sie brennen gar nicht,
Euch aber glühet so wild das Gesicht!““

[116]

     Sie hebet die Hände zu Bitt’ und Dank,

30
Er recket die Arme zu frechem Umfang;

„O rette mich, Herr! vor Sünd’ und Schmach!“
Sie springt in die Tiefe, der Bruder ihr nach.

Gustav Schwab.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: hie Siehe Druckfehler S. 140