Der Mordkeller (Gräve)

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Textdaten
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Autor: Heinrich Gottlob Gräve
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Titel: Der Mordkeller
Untertitel:
aus: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz, S. 150–160
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: F. A. Reichel
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Erscheinungsort: Bautzen
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Quelle: MDZ München, Commons
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[150]
LXV. Der Mordkeller.

Es haußten – so erzählt die Sage – vor Olims Zeiten drei Brüder, deren Geschlechtsname nicht auf die Nachwelt gekommen ist, von denen man den Aeltesten den blutigen Joseph, den zweiten den schwarzen Görgen und den dritten Schmorpaul nannte, auf dem sogenannten Drechslerberge bei Meffersdorf, jedoch nicht auf demselben, sondern vielmehr in dessen Eingeweiden, in einem langen, durch mehrere Gemächer abgesonderten Keller. Wohl konnte man auf sie jenen Fibelvers:

Die Eule haßt das Tageslicht
     und lebt in dunkeln Höhlen;
warum? – Weil ihre Werke sich
     den Menschen nicht empfehlen.

anwenden; denn finster wie ihre Wohnung war ihr Gewerbe und schauderhaft, wie der Zugang in ihre Höhle, ihre Gänge. Sie waren nämlich wilde, unzähmbare Räuber, welche nicht blos Reisende beraubten und tödteten, sondern vorzüglich junge Mädchen mordeten, ihnen das Herz aus dem Leibe rissen und beim Feuer schmorten, da der scheußlichste Aberglaube sie gelehrt hatte, daß demjenigen, der neun Mädchenherzen verspeist, kein Richter [151] Etwas anhaben, kein Spürling, Scherge noch Henker ein Leid zufügen könne, daß, wenn man ihn verfolge, diejenigen, die es thäten, sich verirrten und uneins würden, schlüge man ihn in Fesseln, selbige wie Zwirnsfäden zerrissen, ja selbst, wenn er sich auf dem Holzstoße befände, die Flamme verlösche, läge sein Haupt auf dem Blutblocke, das Beil zerschelle, ja baumle er am Galgen, der Strick risse.

Zufällig war es ihnen auch einigemal gelungen, ihren Verfolgern zu entschlüpfen, wenn sie waren gefangen gewesen, den Kerker zu erbrechen und sich in Freiheit zu setzen, denn Joseph und Görge hatten schon ihren Theil von Herzen gegessen und Paul – der, da er die Herzen in Fett schmorte, obgedachten Namen erhalten, fehlten nur noch drei an der Zahl, daß er so, wie seine Brüder, den Gesetzen Hohn sprechen konnte.

So lebten diese Unholde, von welchen die alte, gute Margarethe, die ihr teuflisches Wesen haßte, jedoch da Niemand diese gefürchtete Einöde besuchte, keine Seele hatte, der sie ihr Leid klagen und die – wenn ihre Vettern auf Raub und Schandthaten ausgingen – verschlossen wurde, auf keine Erlösung hoffen konnte. Vorstellungen, welche die Gute anfänglich, um sie von ihrem ruchlosen Lebenswandel abzuziehen, versuchte, wurden anfänglich mit losen Reden und dann mit Fauststößen zurückgewiesen, so daß, da die ehrliche Alte sah, wie sie dem Unfug nicht steuern und die bösen Vettern nicht bessern konnte, schwieg und im Stillen manche herbe Thräne weinte. „Ja, wär’s nur nicht unsers Vaters Schwester, und hätten wir es ihm [152] nicht auf dem Todbette geschworen, sie bis zum letzten Stündlein zu verpflegen und ihr kein Leid zuzufügen; so sollte sie längst mit dem Holzmeier vermählt seyn,“ hörte man sie oft bei ihren Zechgelagen sprechen. Jagd, Raub und Mord war ihre Lieblingsbeschäftigung, (wobei sie jedoch ihres Bruders Paul, weil er – wie sie sagten – noch nicht vest sey, mithin leicht erwischt und an das dreibeinige Thier kommen könnte, weislich schonten), Fressen und Saufen ihre Erholung.

War der Abend vor dem heiligen Osterfeste, als die beiden Brüder von einer Streife nach Hause kehrten und in der Ferne eine starke Beleuchtung des Berges erblickten. Als sie näher kamen, gewahrten sie drei Männer von sonderbarem und riesigem Wuchs, die fleißig in Holz arbeiteten und sich weiter um nichts zu bekümmern schienen. Die Ritter wollten sie anreden, allein ein grausiges Gefühl lähmte den sonst Furchtlosen die Zungen. Nach langem Zögern, während dessen es ihnen eiskalt über den Rücken rieselte, indeß jene Wesen fortwährend zimmerten, hobelten, hackten, das Feuer anschürten und sich der Gaule Stampfen und Brausen nicht stören ließen, nahm endlich der verwegenste der Reiter das Wort und fragte mit rauher, aber bebender Stimme: „Was thut ihr hier auf unserm Gebiete?“ – „Wir drechseln (zimmern) drei Todtenladen!“ war die dumpfe Antwort, und augenblicks verlosch das Feuer, die Särge versanken und die Gestalten verschwanden. „Spuk der Phantasie in der Osternacht, wo es ohnedem nicht geheuer ist, doch laßt euch dieß nicht hindern, an uns hat weder Mensch noch Geist Macht. Paul hat bereits [153] das Meiste überstanden und wegen der noch mangelnden drei ist Cżornobog’s Gewalt über ihn nicht so mächtig!“ herrschte Joseph (dem es wurmte Blöße gegeben zu haben) „sattelt ab und nun zum Humpen.“

Einige Zeit nachher kamen die beiden Aeltern aus der Zittauer Gegend, welche – nach ihnen gewordener Kunde – ein reicher Kaufmann in Begleitung eines einzigen Knechts passiren sollte, dessen fahrende Habe sie für eine gute Prise erklärten. Ob sie nun gleich in ihren Armen ein Heer fühlten, so glaubten sie doch, daß Vorsicht nie schade, daher sie, um sich ihres jüngsten Bruders Beistand zu versichern, nach Hause eilten. Als sie ungefähr noch eine Stunde von ihrer Heimath entfernt waren, gewahrten sie ein wunderschönes Mädchen in reicher Tracht auf einer Wiese Blumen pflücken, deren Saumthier in einiger Entfernung graste, auf der andern durch ein Bächlein getrennten Seite lagerten mehrere Reisige, die sich bei Speis’ und Trank gütlich thaten.

„Du, Joseph! – hub Georg an – schau mal dort ’s Mädel, das wär ’n Fressen für unsern Paul, wobei wir – mit Pantomimen auf den Schmuck deutend – auch nicht hungern würden, ihm fehlten dann nur noch zwei und so hätten wir dann die Aussicht den Jungen nicht wie ein Goldhähnchen bewachen und wie ein rohes Ey hüten zu dürfen.“

„Hast Recht!“ sagte der blutige Joseph, „die Dirne soll gleich unser seyn!“ sprach’s, sprang vom Rappen, schloß – nachdem er ihr den Mund verstopft hatte – das Mädchen in seine nervige Arme, schwang sich auf den [154] Gaul und eilte mit seiner Beute, in Gesellschaft seines saubern Bruders – ehe jene Reissige den Raub gewahreten und von ihrer Tafel aufsitzen konnten – in ihre Mordhöhle. Jede Nachspürung war vergebens, weil Wünschelruthen wohl verborgene Schätze, aber nicht versteckte Menschen anzeigen.

Froh und heiter empfing Paul – dem nun bald die Meisterschaft winkte – seine theuern Brüder, willigte sofort in den Diebsritt, die Geraubte wurde wohl verwahrt, ihr reichlich Speis’ und Trank gereicht und sie somit zum Mahle gemästet.

Als die Brüder fort waren, schlich die alte Margarethe – welche gleich ihren jüngern Schwestern, Mutter Eva’s Neugierde plagte – umher, um zu wissen, wer die schöne goldige Dirne sey, die gleich beim ersten Schauen Gemüth und Verstand der Alten in Beschlag genommen hatte, da der prächtige Rosenkranz, der ihr am Gürtel hing, der Alten eine fromme Christin verkündete, und sang:

Weh dir, Töchterlein der Frommen,
bist in’s Mörderloch gekommen.
Heute bist du frisch und roth,
doch in Bälde sicher todt;
wird das Herz dir raus gerissen
und verspeist als guter Bissen.
Weh dir, Töchterlein der Frommen,
bist in’s Mörderloch gekommen.

Der Tremulant der Alten weckte das Mädchen aus betäubendem Schlummer, sie horchte dem oft wiederholten grausenvollen Liedlein, in dem sie demungeachtet etwas [155] Tröstliches fand, daher sie Muth faßte und rief: „Wo bin ich, wer rettet mich aus dieser Finsterniß?“

„Ich will es thun, wenn Du mir traust!“ antwortete in liebevollem Tone die Alte. „Doch sage mir, wer Du bist?“

„Ich heiße Agnes und bin des Polenkönigs Tochter, der mich zu seinem Vetter, dem König von Böhmerland sandte, um dessen Sohn, meinen Bräutigam, zu schauen; da nun, unweit von hier, die Reissige eine fette Trift und frisches Wasser fanden, stiegen sie ab, die Pferde zu weiden und zu tränken, ich – pflückte Blumen. Während dessen hatten sich Jene im Trunk übernommen, da ergriffen mich zwei wilde Männer und brachten mich hierher. Erlöse mich, meine Aeltern werden Dir’s wohl vergelten. Ich folge blindlings, weil ich Dir traue!“ „Nun so nimm – ergriff die Alte das Wort – diese Scheere, schneide mit selbiger eine Locke Dir vom Haupte und den Saum Deines Schleiers, nimm den Schuh Deines linken Fußes, stärke Dich mit Speis’ und Trank und harre meiner morgen zur Mitternachtsstunde.“

Drauf steckte Margarethe die Scheere durch’s Eisengitter. Agnes that, wie ihr war befohlen worden, worauf denn die Alte – da sie draußen Hufschlag vernahm – mit den Worten: „Traue und hoffe!“ sich eiligst wegbegab.

„Das war ein Fleischerritt!“ schnaubte Joseph, „den Burschen hat eine Unpäßlichkeit von nicht großer Bedeutung angewandelt, doch muß er morgen – wie mich meine Späher versichert – durch die Gegend und entgeht dann der Falle nicht, und wenn wir auch noch so lange warten [156] müßten, und ob Du, Paul! nun einen Tag später oder früher das Herzchen verzehrst, thut nichts; Goldlämmchen – das Dir doch nicht entgehen kann – wird indeß gut gefüttert, wofür Margarethe sorgt und damit aus! Jetzt laßt uns absatteln und dann zum Humpen.“

Margarethe war unvergessen das Gehörte ihrem Schützlinge – dem nunmehr Essen und Trinken besser mundete – mitzutheilen und Plan und Stunde der Flucht zu bestimmen.

Schon dunkelte der Abend, als die Mordrotte sich zu ihrem Frevelritt anschickte. Es wurde ein Imbiß genommen und dann ging es getrost zum Werk der Finsterniß. „S ist doch sonderbar, – bemerkte unterwegs Paul – daß der fette Vogel, den wir heut’ im Sprenkel fangen wollen, seine Reisen allemal zur Nachtzeit macht. – Wenn es nur nicht wieder ein Aprilritt ist.“ –

„Das ist meine Sorge,“ – fiel ihm Joseph in die Rede – „ich bin von Allem genau unterrichtet und will meinen Bart verwetten, daß er uns heute auf die Leimruthe fällt, ich kenne zu genau meinen Schnüffler, den dicken Andreas, der hat eine Nase, wie der beste Saurüde, der müßte früh aufstehen, der den betorkeln wollte. – Der Kerl hat ein Gehör wie eine Bache, hat mich ja vor’m Jahre von diesem Fange abgehalten, indem er meinte, daß es sich damals nicht der Mühe verlohne, man solle nur warten, aber dießmal – versicherte der Kautz – habe er so viel, daß wir lebenslängig daran genug haben würden, dieß habe ihm sein Knecht – der ihm manch Schöppchen Wein koste – vertraut. Er, für seine Person, bedingt sich [157] blos den dritten Theil aus, und den soll er haben, da er uns manchen guten Braten in die Küche geliefert hat. – Und, was Dich wundert, Paul! daß der fremde Herr seine Reisen bei nächtlicher Weile macht, hat mir auch Andreas, der sich des Goldfuchses Zutrauen, wie seines Knechts Offenherzigkeit zu erwerben gewußt hat, offenbart, weil nämlich zur Nachtzeit die Schnapphähne andere Beschäftigungen haben und nur am Tage als ächte Stegreife die Reisenden niederwerfen. Zur Nachtzeit, meint er, reise es sich sicherer, weil man da Niemanden auf der Straße vermuthe. Allein macht, daß wir hinkommen, Ort und Stelle hab’ ich mir schon ausersehen, wo Beide ihre Augen auf immer schließen sollen und wir uns ohne Unterschied zwischen Gerade und Heergewette in den Nachlaß der Entschlafenen theilen können.“

Unter diesen und ähnlichen Gesprächen gelangten sie an den Platz, die Posten wurden ausgestellt, doch mußten sie lange warten, ehe die dem Tode Geweihten erschienen, sie kamen endlich und wurden – da sie nicht unvorbereitet zu seyn schienen, sich tapfer wehrten und Paul schwer verwundeten – niedergemetzelt, ihre Habe genommen und so kehrten die Bösewichter, welche Paul’s Verwundung aufhielt, als die Sonne schon weit vorgeschritten war, in die Mörderhöhle zurück.

Eine Stunde nach der Räuber Abgange am vorigen Abende eilte Margarethe sofort zu Agnes, nöthigte sie – so wie sie gethan – sich in Mannskleider zu werfen, und nun traten sie ihren Weg an, bis sie nach Grotau kamen, von wo aus sie sich weiter nach Böhmen begaben.

[158] Ohne Erinnern kann man sich denken, daß die Reißige, welche Agnes begleitet hatten, fürchtend die schwere Strafe ihrer Sorglosigkeit, nach allen Himmelsgegenden das Land durchstreiften, um das verlorne Kleinod wiederum aufzufinden.

An einem heitern Frühlingstage, wo die Strahlen der Mittagssonne heiß brannten, hatten sich beide Pilgrime in ein schattendes Wäldchen gelagert, um ihr mäßiges Mahl einzunehmen, als plötzlich zwei Reißige von der Erichsstraße ab, dem Büschchen zusprengten.

„Woher des Landes? – riefen sie ihnen schon in einiger Entfernung zu – habt ihr keine Dirne mit oder ohne Begleitung, gleichviel, gesehen?“

Die beiden Flüchtlinge schreckten zusammen, denn nicht so belebt, wie gegenwärtig, waren zu damaliger Zeit die Landstraßen und einzelnen Reitern in Friedenszeiten traute man immer nicht viel Gutes zu; daher der Dirnen Verstummen.

„Bei’m Radegast!“ rief der Eine von ihnen, als beide Reiter ganz nahe vor ihnen hielten, „Fardo! das sind nimmermehr Bauern; denn des Einen Gesicht ist zu runzlig und des Andern zu schön. – Nein, nein! dergleichen Aeußeres haben Landleute nicht.“

„Nun, soll mich Perkun!“ entgegnete Fardo, indem er sich den Hut rückte und die Haare aus dem Gesichte strich, „das ist ja unsre verlorne Prinzessin, sah’ ich’s doch gleich an dem stattlichen Fingerreifen.“

[159] Beide sprangen entzückt von den Pferden, stürzten ihr zu Füßen und riefen: „Glück, Heil und Segen, schöne Agnes, gelobt seyn die Gestirne, die uns so glücklich leiteten! Victoria, Victoria! daß wir euch haben! Nun, ohne Säumen, Holde! schwingt euch schnell auf’s Roß, denn gewiß harrt mit Ungeduld euer der königliche Bräutigam, der euch halbwegs entgegen gezogen ist, euch zu schauen.“

Agnes bestieg den Gaul, den der Eine beim Zügel fortführte. „Vergeßt meine Retterin nicht!“ rief die Prinzessin den Knechten ernst befehlend und Margarethen liebevoll winkend zu.

Bald vereinigten sie sich mit den übrigen Reißigen, die sie jauchzend empfingen und so gelangten sie endlich ohne weiteres Abenteuer zum Prinz von Böhmen, der sie heimführte und sich bald mit ihr vermählte, wo denn Margarethe an dem Königshofe goldene Tage bei dem dankbaren Paare verlebte.

Die Räuber, bekümmert um ihren verwundeten Bruder, bekümmerten sich anfänglich nicht um Agnes und Margarethe, und da sie ihre Flucht entdeckten, geriethen sie ebenfalls in keine große Verlegenheit, freuten sich vielmehr an der Alten ein fressendes Kapital verloren zu haben, wähnten beide Entsprungene im Magen von Raubthieren und überließen die Gewinnung der drei noch lebenden Herzen dem glücklichen Zufall.

Allein anders war es im Buche des Schicksals beschlossen; denn sobald der Schwiegervater von Agnes durch die gute Margarethe die Gräuelthaten der saubern [160] Vettern erfahren hatte, beschloß er das Teufelsnest zu zerstören, in welcher Absicht ein Trupp Polen und Böhmen abgesendet wurde.

Margarethe genau mit allen Gängen und Schlichen der Wildniß – wo sie oft mit ihrem Vater gejagt hatte – bekannt, zeigte den Weg und verrieth das Losungswort, dem sich das Unterirdische öffnete. Die Angegriffenen, wohl wissend, daß ihnen keine Lorbeeren grünten, leisteten einen verzweifelten Widerstand und mehrere der Angreifer wurden ihrer Kühnheit Opfer, vorzüglich da sich die Söldner streng an den ihnen gegebenen Befehl: die Drillinge lebendig einzuliefern, hielten. Endlich wurden die Mordräuber überwältiget, geknebelt, mit Stricken gebunden und so vor den König geführt. Trotzig und verstockt war ihr Benehmen und der Monarch herrschte, daß ihnen nach grausamen Martern auf dem Schauplatze ihrer Uebelthaten ihr Recht wiederfahren solle. Es geschah, langsam wurden ihre Glieder verstümmelt, den zuckenden Körpern das Herz herausgerissen, verbrannt, die Asche davon in die Luft gestreut und dann jeder von diesem scheußlichen Kleeblatt in einem Sarg gelegt, der Erde übergeben, zum Andenken ihrer Handlungen drei Steine gesetzt und der Berg, auf welchem jene Erscheinungen den Sarg gezimmert (gedrechselt) hatten, erhielt für die Spätwelt den Namen Drechslerberg und das noch vor hundert Jahren sichtbare Gewölbe wurde der Mordkeller genannt.