Der Eichenbaum

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Autor: Heinrich Gottlob Gräve
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Titel: Der Eichenbaum
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aus: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz, S. 161–162
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: F. A. Reichel
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Erscheinungsort: Bautzen
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Quelle: MDZ München, Commons
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[161]
LXVI. Der Eichenbaum.

Am Eckhause des Marktes zu Kamenz, wo sich ehemals die Stadtmünze befand, welches zu dem sogenannten Topfmarkte führt, – gemeiniglich das Hirsehaus genannt und mit No. I. A. bezeichnet ist – bildet ein in Stein gehauener Eichbaum, welcher derbe Knollen hat und sich oben zu mit einem Kranz, in welchem sich zwei über’s Kreuz gelegte vergoldete Schlüssel befinden, endet, die Einfassung der Hausthüre, um den Kranz steht Folgendes:

JOST KOE NICK

Die Deutung davon ist leicht, indem sie nichts anders, als: Jost (Justus) König war Rektor 1511. bedeuten, und ist die über den Buchstaben W. R. stehende Figur nichts weiter, als die Chiffre des Steinmetzgers oder Baumeisters, welche man an mehrern Gebäuden in der Lausitz, die aus jener Zeit herrühren, antrifft.

Hier war also die Schule, ehe sie 1570 in’s Kloster verlegt wurde. Der knorrige Baum, der Schlüssel und der Kranz ist eine schöne Anspielung auf die Jugend, indem ersterer auf das Rohe und Ungebildete der Schüler deutet, welches abgeschliffen werden muß, wobei Einem unwillkürlich das

Multa tulit fecitque puer, sudavit et alsit etc.[1]

[162] beifallen muß, der Schlüssel deutet auf das Erschließen der Köpfe und der oberhalb sich schlingende Kranz mit üppigen Blättern zeigt die Belohnung an, welche der Thätigkeit und dem Fleiße harret.

So wußten unsre Vorfahren bildlich zu lehren, zu ermahnen und den Lohn zu zeigen, der Beharrlichkeit krönt, auch fand man vor Zeiten in den gelehrten Schulstuben Tafeln mit Sittensprüchen aufgehangen.


  1. Die Alten haben diesen Vers mit:

    Ein junger Herr viel leiden muß,
    eh’ aus ihm wird ein Dominus.

    übersetzt.