Der Pfalzgraf

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Textdaten
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Autor: Unbekannt
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Titel: Der Pfalzgraf
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 534–535
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons, Google
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[534]
Der Pfalzgraf.[1]

Es reitet die Gräfin weit über das Feld,
Mit ihrem gelbhaarigen Töchterlein fein,
Sie reiten wohl in des Pfalzgrafen sein Zelt,
Und wollen fein fröhlich und lustig seyn.

5
Frau Gräfin, was jagt ihr so früh schon hinaus?

O reitet mit Eurem fein Liebchen nach Haus,
Der Pfalzgraf kommt selber gleich zu euch hinab,
Sie tragen ihn morgen hinunter ins Grab:

Es hat ihn eine Kugel so tödtlich verwundt,

10
Da starb er sogleich in der nämlichen Stund,

Da schickt er dem Fräulein ein Ringelein fein,
Soll seiner beim Scheiden noch eingedenk seyn.

„Hat dich o Pfalzgraf, die Kugel getroffen,
Wär’ ich viel lieber im Neckar ersoffen;

15
Trägt man den Liebsten zum Kirchhof herein,

Steig ich wohl mit ihm in’s Brautbett hinein.

„Will reichen ihm meinen jungfräulichen Kranz,
Will sterben und scheiden von Güter und Glanz;

[535]

Lieb Mutter, setz Du mir den Kranz in das Haar

20
Auf daß ich schön ruhen kann auf der Bahr.


„Steck mir an den Finger das Ringlein fein,
Er mit mir soll liegen ins Grab hinein,
Ein schneeweißes Hemdelein zieh du mir an,
Auf daß ich kann schlafen bei meinem Mann.

25
„Auf Töchterleins Grab sollst legen ein Stein,

Drauf sollen die Worte geschrieben seyn:
Hier ruhet der Pfalzgraf und seine Braut;
Da hat man den beiden das Brautbett gebaut.“

(Siehe „Des Knaben Wunderhorn etc.“ II. Band).

  1. Wahrscheinlich des Kurfürsten Philipp Wilhelms Sohn, Pfalzgraf Friedrich Wilhelm, erschossen vor Mainz, 1689 den 30. Juli.