Der Sarkophag für den Fürsten Bismarck

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Titel: Der Sarkophag für den Fürsten Bismarck
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 12, S. 195
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Die Gartenlaube (1899) b 0195.jpg

Der Sarkophag für den Fürsten Bismarck.
Nach einer Aufnahme von Photograph Karl Frank in Rosenheim.

Der Sarkophag für den Fürsten Bismarck. (Mit Abbildung.) An der Grenze von Bayern und Tirol, in der Nähe der Stadt Salzburg, erhebt sich der Untersberg. Die höchsten Gipfel der malerischen Gebirgsgruppe, der Berchtesgadener Hohe Thron und der Salzburger Hohe Thron, streben zu der stolzen Höhe von 1975 und 1851 m empor. Zahlreiche Sagen weben um den höhlenreichen Untersberg; eine von ihnen erzählt, daß in seinem Innern König Karl schlafe gleich Kaiser Friedrich im Kyffhäuser. Von diesem deutschen Berge wurde der Marmor gebrochen zu Fürst Bismarcks Sarkophag. Der Erbauer des Mausoleums, Architekt Schorbach in Hannover, hat auch den Entwurf zum Sarkophag geschaffen, und die Ausführung desselben wurde der „Aktiengesellschaft für Marmorindustrie Kiefer“ übertragen, die am Untersberg eigene Marmorbrüche besitzt. Unsere Abbildung zeigt das mächtige Steingebilde nach einer photographischen Aufnahme, die in den Marmorwerken zu Kiefersfelden bei Rosenheim gemacht wurde. Der Sarkophag ist im romanischen Stil gehalten und hat bei 2,70 m Länge und 1,40 m Breite eine Giebelhöhe von 1,50 m. Acht Säulen tragen den als Dach dargestellten Deckel, der mit reichen Ornamenten versehen ist. Reichen Schmuck weisen auch die Kapitäle der Säulen und die Giebel auf. An dem Fußende ist die Grabschrift eingemeißelt, die der große Kanzler sich selbst bestimmt hat: Fürst von Bismarck, geb. 1. April 1815, gest. 30. Juli 1898. Ein treuer deutscher Diener Kaiser Wilhelms I. Der warme Ton des rötlich gefärbten Marmors läßt das monumentale Werk überaus wirkungsvoll erscheinen; frei von Starre und Kälte hebt sich der Aufbau von dem aus schwarzem Syenit gebildeten Sockel ab. Die Fürstin hat einen gleichen Sarkophag erhalten und beide werden demnächst im Mausoleum zu Friedrichsruh aufgestellt werden.

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