Der Spukgeist im Anton’schen Garten zu Dresden

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der Spukgeist im Anton’schen Garten zu Dresden
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 114-115
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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[114]
124) Der Spukgeist im Anton’schen Garten zu Dresden.
Mündlich.

Es ist noch nicht allzulange her, da erzählte man sich von [115] dem nach seinem frühern Besitzer, S. M. dem höchstsel. König Anton so genannten Anton’schen Garten auf der Langengasse zu Dresden verschiedene Spukgeschichten. So sollte sich an der Mauer nach der Dohnaischen Straße zu bei dem dort befindlichen künstlichen Wasserfalle ein Jäger des Nachts sehen lassen, der den Kopf unter dem Arme trüge. Dann steht noch heute mitten im Garten links vom Palais ein steinerner Tisch, von dem man behauptete, daß derselbe nicht von seinem Platze entfernt werden dürfe, wenn man nicht alle Nächte an diesem Platze wüstes Geschrei und Gepolter haben wolle. Endlich soll sonst auch an gewissen Tagen aus der auf der rechten Seite des Gartens befindlichen Einsiedelei um Mitternacht ein schwarz geharnischter Ritter mit einer ebenfalls schwarz gekleideten Dame getreten sein, denen dann ein Priester mit Meßbuch und Meßgewand folgte. Diese gingen nach jenem Tische, wo der Ritter seine Rüstung ablegte, sie schritten dann um’s ganze Schloß herum, worauf sich der Ritter an besagtem Tische wieder wie zuvor wappnete, und so kehrte dieser gespenstige Trauungszug still, wie er gekommen war, wieder in die Einsiedelei zurück.