Der Stein bei Rauenstein

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der Stein bei Rauenstein
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 501-502
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort:
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
Der Zusatz stammt aus dem 2. Band
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[501]
563) Der Stein bei Rauenstein.
Novell. beh. v. Dietrich a. a. O. S. 303 sq.

In der Nähe von Rauenstein steht ein Stein, der zum [502] Andenken an die gräßliche Pest gesetzt ist, welche nach dem 30jährigen Kriege in jenem Theile des Erzgebirges wüthete. Es war nämlich zu Lengefeld die Pest ausgebrochen und dermaßen heftig, daß der Ort von der Umgegend völlig abgesperrt ward. Nun war aber in Reifland ein junger Mann, der die Enkelin des Pfarrers zu Lengefeld zur Braut hatte. Dieser hatte gehört, man bekomme in Freiberg einen Pestessig, welchen die dortigen Todtengräber aus Kräutern bereiteten. Er eilte also dorthin, verschaffte sich eine Flasche davon und schlich sich mit Lebensgefahr durch den Militärcordon, weil er gehört hatte, der Vater seiner Braut sei an der Pest erkrankt. Zwar kam er zu spät, allein es gelang ihm doch, diese selbst, ihren Großvater und viele Andere damit herzustellen, bald verschwand die furchtbare Seuche und nachdem die Sperre aufgehoben war, beschloß man in Lengefeld und dem nahen Reifland eine Art Wiedersehens- und Auferstehungsfest auf der Mitte des Weges zwischen beiden Orten zu feiern. Dies that man auch, und jener Stein bewahrt noch heute das Andenken an jene schauervolle Zeit.

Zusatz

[428]
Zusatz zu Nr. 563.

Im alten Schlosse Rauenstein ist es nie ganz geheuer gewesen, deshalb verließen die Herren von Römer dasselbe und bauten sich neben demselben ein anderes Wohnhaus. Der jetzige Besitzer, Hr. v. Herder, hat aber das alte renoviren lassen und dasselbe wieder bezogen. Auf einem Corridor des letztern befindet sich ein graues Männchen an die Wand gezeichnet, welches aber nie wegzubringen ist und nach jedem Weißen oder Ueberpinseln der Mauer wieder zum Vorschein kommt. Wahrscheinlich ist dies das Bild des Spukgeistes. Allein von einer weitern Geschichte desselben verlautet nichts.