Der gespenstige Priester zu Leuben

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der gespenstige Priester zu Leuben
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 297
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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331) Der gespenstige Priester zu Leuben.
Anzeiger für Döbeln 1841, Nr. 30. Poet. beh. v. Segnitz. Bd. II. S. 114. sq.

Beim Beginn der Reformation ist im Dorfe Leuben ein katholischer Priester gewesen, der bis an seinen Tod und selbst, als fast seine ganze Gemeinde zur neuen Lehre übergetreten war, Luther und seine Anhänger, so oft er die Kanzel betrat, auf’s Greulichste geschmäht hat. Endlich starb er und ward in der Kirche beigesetzt. Allein er hat in derselben, die vom alten Glauben abgefallen, keine Ruhe; Nachts um die 12. Stunde steigt er aus seinem Grabe heraus, legt das Meßgewand an, macht in der Kirche die Runde, öffnet die Kirchthüre und sieht hinaus, ob Niemand zur Kirche kommt, hierauf geht er durch die Gräber den Kirchweg bis zum ersten Hause des Dorfes hinab, dann kehrt er traurig auf demselben Wege zurück und legt sich mit dem Schlage 1 Uhr wieder in sein Grab zur Ruhe.