Der große Topf zu Penig

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der große Topf zu Penig
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 332-333
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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[332]
383) Der große Topf zu Penig.
Poetisch beh. bei Ziehnert. Bd. II. S. 135 sq.

Die Stadt Penig war früher durch feine Töpferarbeiten weit und breit berühmt. Einst haben nun die geschicktesten Meister daselbst in Gemeinschaft einen großen Topf gebrannt, er 15 Eimer Wein gefaßt haben soll. Dieses neue Weltwunder zog nun viele Reisende an, und so kam denn auch einmal der nachherige Churfürst Friedrich der Weise[1] als junger Prinz dahin, um sich den Topf anzuschauen. Da fiel es dem Prinzen ein, hineinzusteigen; er ließ eine Leiter bringen und stieg auf den Boden hinab. Kaum war er unten angelangt, so ließ aber der ihm von seinem Vater beigegebene [333] Hofjunker, ein Herr von Schönberg, die Leiter herausziehen, und hoffte nun, der Prinz werde sich auf’s Bitten legen, um herauszukommen. Dieser aber besann sich kurz, schlug mit der Faust an die Wand des Riesentopfes und spatzierte so wie zu einer Thüre heraus. Um aber die Peniger Töpfer für den Verlust ihres Kunstwerkes zu entschädigen, erbat er sich von seinem Vater Abgabefreiheit für sie. Uebrigens formten Letztere nachher bald wieder einen anderen ähnlichen Riesentopf auf dem davon so genannten Topfanger und errichteten ein Häuschen darüber, wo er lange noch zu sehen war.


  1. Nach Andern wäre dies Heinrich der Fromme gewesen, der sich bei den Töpfern aber nicht durch Abgabenfreiheit, sondern durch einen Schmauß abfand.