Der gute Lappen (1812)

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Textdaten
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Autor: Brüder Grimm
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Titel: Der gute Lappen
Untertitel:
aus: Kinder- und Haus-Märchen Band 1, Große Ausgabe.
S. 387
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1812
Verlag: Realschulbuchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: old.grimms.de = Commons
Kurzbeschreibung: nur 1812: KHM 85d, Variante 2
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Begriffsklärung Andere Ausgaben unter diesem Titel siehe unter: Der gute Lappen.


[387]
d) der gute Lappen.[1]

Zwei Näthersmädchen hatten nichts geerbt, als einen guten alten Lappen, der machte alles zu Gold, was man hineinwickelte, damit hatten sie genug und nähten dabei noch zu kleinem Verdienst. Die eine Schwester war sehr klug, die andere sehr dumm. Eines Tags, war die älteste in die Kirche gegangen, da kam ein Jude die Straße her und rief: „Schöne, neue Lappen zu verkaufen oder zu vertauschen gegen alte, nichts zu handlen?“ Wie die dumme das hörte, lief sie hin und vertauschte ihren guten alten Lappen für einen neuen; das wollte der Jud gerad, denn er kannte die Tugend des alten gar wohl. Als die älteste nun heimkam, sprach sie: „mit dem Nähverdienst geht’s schlecht, ich muß uns ein bischen Geld schaffen, wo ist unser Lappen?“ „Desto besser,“ sprach die dumme, „ich hab’ auch während du aus warst einen neuen und frischen dafür eingehandelt für den alten.“ – – (Nachher wird der Jude ein Hund, die zwei Mädchen Hühner, die Hühner aber endlich Menschen, und prügeln den Hund zu Tode.)

Anhang

[LVI] d) In der 1001. N. von der kupfernen Lampe, die auch aus Dummheit gegen eine neue gegeben wird. Einigermaßen verwandt ist auch das Fabliau vom Sperber den die Tochter kauft, während die Mutter zur Kirche ist.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Das Auswechselblatt im Anhang Band 2 enthält das vom Drucker vergessene Märchen „Der Fuchs und die Gänse“, sowie eine geänderte Version von „Das gute Pflaster“. Siehe dazu die Publikationsgeschichte von Der Fuchs und die Gänse.