Der prophetische Barfüsser zu Chemnitz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Johann Georg Theodor Grässe
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der prophetische Barfüsser zu Chemnitz
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 406
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort:
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[406]
466) Der prophetische Barfüsser zu Chemnitz.
Curiosa Sax. 1733. S. 77.

Als den 19. April des Jahres 1540 die Barfüssermönche aus der Stadt Chemnitz vertrieben wurden, hat einer derselben, Bruder Barthel genannt, zuvor auf dem Sauanger vor Chemnitz eine Valetpredigt gehalten und darin folgende Dinge prophezeit, so alle richtig eingetroffen. So hat er ein unter seinen Zuhörern stehendes Weib also angeredet: „o Du liebes Weib, Du trittst allhier und hörst mir zu, weißt aber nicht, daß Dir unterdessen Dein einziges Kind im Bade ertrunken ist“, welches sie auch also todt gefunden. Ingleichen hat er verkündigt, daß der gute Mühlsteinbruch bei Chemnitz gangbar werden, und daß in den beiden Kirchen zu St. Johannes und Nikolaus auf dem Altar Heidelbeersträucher wachsen würden. Dies ist auch geschehen, denn es sind beide Kirchen nebst der Ovillen-Capelle im Jahre 1547 von den Feinden eingerissen worden, wie sie denn vorher viel schöner und größer denn jetzo gebaut gewesen. Weiter hat er dieser Stadt angesagt, daß sie nach ihm eine schöne wohlgebaute Stadt, volkreich und mit vielem Glück und Gaben Gottes würde begabt werden, allein wegen ihres Uebermuths und anderer Sünden werde sie von Gott mit Pestilenz, Kriegsnoth, Feuerschaden und endlich mit einer großen Wasserfluth gestraft und heimgesucht werden, was auch leider bald nachher eingetroffen ist. Von Neunkirchen im Amte Chemnitz hat dieser Mönch gesagt, daß sein Erbherr ein großes Schloß daselbst bauen, aber keiner allhier sterben und begraben werden dürfe, ferner es werde daselbst auch eine steinerne Brücke erbaut werden, darauf werde eine doppelt verlobte Braut, wenn sie zur Kirche fahren wolle, versinken, welches Beides die Erfahrung wahr gemacht.