Der spukende Mönch im St. Georgenhause zu Leipzig

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Der spukende Mönch im St. Georgenhause zu Leipzig
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 385
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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443) Der spukende Mönch im St. Georgenhause zu Leipzig.
S. Monatl. Unterr. a. d. Reiche d. Geister. Bd. I. S. 665.

Im vorigen und den früheren Jahrhunderten ließ sich in dem Zucht- und Waisenhause zu St. Georg täglich ein Mönch sehen, der aber Niemandem etwas zu Leide that. Nun trug es sich aber zu, daß der gewöhnliche Wächter dieses Orts in den zwanziger Jahren des verflossenen Jahrhunderts, weil er der Gesellschaft dieses unbekannten Gefährten überdrüssig war, den Vorsatz faßte, ihm, sobald er ihm wieder begegnen würde, eine solche Ohrfeige zu versetzen, daß er ihm nicht sobald wieder in die Seite kommen sollte. Nach einigen Nächten begegnete er demselben auch, indem er mit einem Hunde um die zwölfte Stunde aufwärts ging, der Mönch aber herunterspatziert kam. Da er nun seinen Widersacher herankommen sah und sich zu einem nachdrücklichen Schlage fertig machte, ward er durch eine plötzliche Maulschelle von dem herumwandelnden Mönche zu Boden geworfen, er lag nach seinem eigenen Berichte eine geraume Zeit aller Sinne beraubt da und nachdem er sich ein wenig erholt, befand er sich nicht weit von seiner Wohnung, nebst seinem zaghaften Hunde, der auf allen Vieren zitterte, worauf er selbst mit großer Mühe seinem Bette zukroch und allen Trieb zu derartigen beherzten Unternehmungen verloren hatte. Am folgenden Tage aber nahm er wahr, daß ihm der Backen bis über die Kehle hinunterhing, ohne daß man jedoch im Gesicht irgend welche Verletzung spürte. Wiewohl er nur etliche Tage diesen Zufall zu verbergen suchte, um sich nicht eine gerichtliche Strafe zuzuziehen, hat er doch später seiner Obrigkeit selbst Anzeige davon gemacht.