Dichters Abschied in der Fremde

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Autor: Friedrich Althaus
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Titel: Dichters Abschied in der Fremde
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 41, S. 645–647
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1866
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Gottfried Kinkel verläßt sein Exil
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Dichters Abschied in der Fremde.


Der helle heitere Herbsttag, an welchem ich diese Zeilen schreibe, wird in der Geschichte der deutschen Colonie in London immer eine Art von Epoche bezeichnen und auch im Vaterlande drüben wird man sich seiner erinnern, so lange das Interesse für Poesie und politisches Märtyrerthum in den Herzen der heranwachsenden Generation einen Nachhall erweckt; es ist der Tag, an welchem Gottfried Kinkel nach sechszehn Jahren des Exils London verlassen hat, um dauernd nach dem deutschen Festland überzusiedeln. Allerdings kehrt er noch nicht in unsere engere Heimath zurück. Aber die langen Jahre der Verbannung sind endlich vergangen; die vor Kurzem erlassene Amnestie hat auch ihm die Heimkehr in’s Vaterland geöffnet, und wenn Kinkel jene Thätigkeit als Professor der Kunstgeschichte, die er im Jahre 1849 in Bonn abbrach, zunächst wieder in der Schweiz aufnimmt, so ist es doch klar genug, daß er damit nur den ersten Schritt auf die Brücke setzt, die ihn früher oder später wieder hinüberführen wird in die Mitte des deutschen Volkes. Die Landsleute drüben erwartet daher die angenehme Pflicht, den heimkehrenden Verbannten zu bewillkommnen; wir in London haben Abschied von ihm genommen – mit den herzlichsten Glückwünschen für seine Heimkehr und für die Zukunft, der er entgegengeht, aber auch nicht ohne ein tiefgefühltes Bedauern, daß er aus unserer Mitte scheidet. Denn mit ihm scheidet aus London die hervorragendste Gestalt der deutschen Emigration, ein Mann, um dessen Haupt wie um kein anderes die populäre Tradition einen idealen Schimmer gewoben hat, der wie kein zweiter neben ihm die doppelten Ansprüche des Dichters und des Volkskämpfers, des Mannes der Wissenschaft und der Freiheit in sich vereinigt. So verschieden die Urtheile auch über ihn lauten mögen, diesen frischen Zauber seiner Persönlichkeit haben weder die Schläge des Schicksals, noch die Angriffe offener und versteckter Gegner zu erschüttern vermocht, und kein anderes Mitglied der deutschen Emigration könnte einen weiteren Kreis aufrichtiger Freunde und Bewunderer in London zurücklassen, als Gottfried Kinkel.

Es ist nicht meine Absicht, von diesem Momente aus weit in die Vergangenheit zurückzugreifen. Ich will nur von Neuem [646] daran erinnern, wie unendlich schwer es für den Fremden ist, in einer Stadt wie London eine sichere und geachtete Existenz zu gründen, und welche beinahe unübersteigliche Hindernisse das rastlose Leben und Treiben und die gewaltigen Entfernungen der Metropole der Vereinigung einer größeren Anzahl von Landsleuten zu gemeinsamen Zwecken in den Weg stellen. Trotzdem war es Kinkel während seines Aufenthaltes in England gelungen, nach beiden Seiten unter der deutschen Emigration ohne Frage die erste Stelle zu erobern und zu behaupten. Als flüchtiger Verbannter, der englischen Sprache unkundig, beinahe mittellos, kam er vor sechszehn Jahren mit seiner Familie in London an und mitten in dem Gewühl der Hauptstadt ergriff ihn sofort der Strudel jener gährenden politischen Kreise, die noch Jahre lang ihre Kräfte in fruchtlosen Plänen zur Erneuerung der gescheiterten festländischen Revolution vergeudeten. Diesen Kreisen kehrte er, unbekümmert um die daraus erwachsende gehässige Nachrede, bald den Rücken. Er sah die Erfüllung der nächsten Pflichten gegen seine Familie, die Gewinnung eines festen Bodens der Heimath in der Fremde vor sich und männlich entschlossen ging er ohne Verzug an die schwere Aufgabe. Wie erfolgreich er sie löste, wie er als Lehrer und Examinator der deutschen Sprache und Literatur, der Geographie und der Kunstgeschichte in Privat- und öffentlichen Anstalten, in literarischen und philosophischen Instituten, nicht blos in London, sondern in allen Hauptstädten Englands Ansehen und Freunde erwarb; wie er durch unermüdete Arbeit sich eine schöne Häuslichkeit gründete und die Mittel zur Erziehung seiner Kinder eroberte, ist auch im Vaterlande bekannt, obgleich nur Kinkel’s persönliche Freunde seinen eisernen Fleiß und die wahrhaft herculischen Mühen seiner Arbeit nach ihrem wahren Werthe zu würdigen im Stande waren. Erst während der letzten Jahre gelang es ihm, das Uebermaß dieser Arbeit abzustreifen und sich vorzugsweise auf die ihm am meisten zusagenden und am besten remunerirten Vorlesungen zu beschränken. Doch auch im rastlosen Gedränge der Beschäftigung verlor er selten die gute Laune und selten fehlte ihm, wenn es darauf ankam, das freundliche Wort der Ermuthigung, das laute helle Lachen geselliger Heiterkeit.

Während Kinkel mit der ihm eigenen Biegsamkeit und Gewandtheit die gegebenen Verhältnisse ergriff und sich in den englischen Zuständen so vollkommen heimisch machte, wie dies ohne Einbüßung seiner besseren Natur möglich war, verlor er zugleich die lebendige Beziehung zu den weiteren Kreisen seiner in London angesiedelten deutschen Landsleute nie aus den Augen. Schon um die Mitte der fünfziger Jahre hielt er unentgeltlich politische Vorlesungen in den Londoner deutschen Arbeitervereinen. Später versammelte er von Jahr zu Jahr ein den höheren Ständen angehörendes gemischtes Publicum zu seinen Cursen über neuere deutsche Literatur in Islington und Camberwell. Der „Hermann“, die einzige deutsche Zeitschrift in London, die sich einiger Dauer und einiges Einflusses rühmen könnte, verdankt ihm ihre Entstehung. Die Leitung des Londoner Nationalvereins war mehrere Jahre in seinen Händen und wenn es galt, so fehlte ihm nie die Muße, das frische Leben der deutschen Turnhalle bei festlichen Gelegenheiten durch seine Vorträge zu veredeln und anzuregen. Sein letztes Werk endlich war die Gründung der „Londoner deutschen Gesellschaft für Wissenschaft und Kunst“, eines Vereines, welcher die tüchtigsten deutschen Gelehrten, Künstler und Kaufleute einmal monatlich zu Vorlesungen und Discussionen versammelt und von dem Kinkel zwei Jahre hindurch einstimmig zum Präsidenten ernannt wurde. So hatte er denn bis in die jüngste Zeit nach allen Richtungen leitend und fördernd an der Entwicklung des deutschen Lebens in London Theil genommen und als die Nachricht sich verbreitete, daß der Ruf nach Zürich von ihm angenommen sei, gab es kaum einen deutsch-londoner Kreis, der nicht mit Bedauern von einem Ereigniß hörte, welches Kinkel aus seiner Mitte entfernen sollte.

Von den innerhalb dieser Kreise stattgehabten Abschiedsfeierlichkeiten will ich nicht reden. Wenn es noch eines Beweises für jene Gefühle der Freundschaft und Anerkennung bedurfte, so lieferte denselben das vorgestern Abend von der gesammten deutschen Colonie Londons veranstaltete Fest der „Kinkel-Feier“. Ein Comité zur Vorbereitung einer solchen Feier hatte sich, bald nachdem Kinkel’s Berufung nach Zürich bekannt wurde, unter dem Vorsitz des bekannten Ingenieur Siemens und Professor Goldstücker’s (von der Londoner Universität) gebildet. Man hatte beschlossen, Kinkel nach englischer Sitte ein substantielles Zeugniß des Andenkens darzubringen und dasselbe bei einem Festmahle zu überreichen. Für das beabsichtigte Geschenk wurden Unterschriften gesammelt und nahezu zweihundert Pfund Sterling gelangten in kurzer Zeit in die Hände des Comités. Eine prächtige Silbervase mit auf die Feier bezüglichen Reliefs und Inschriften, nebst einem großen Kasten voll Silberzeug, Beides von ebenso geschmackvoller wie reicher Arbeit, wurden ausgewählt. Das Festmahl war für den Abend des 27. September angesetzt. Auch englische Freunde hatten sich dazu gemeldet und etwa vierhundert Theilnehmer, Männer und Frauen, fanden sich von Abends acht Uhr an in dem Festlocal, dem großen Saale des Whittington-Club im Strand, ein. In der Mitte der einen Längenwand des hell erleuchteten Saales, von dem Hintergrunde einer rothbehangenen, mit Lorbeergewinden geschmückten Nische, glänzte die von unserm Landsmann Groß vortrefflich ausgeführte Marmorbüste des Ehrengastes. Auf der Tribüne über dem Eingang war die Musik stationirt; an der der Tribüne gegenüberstehenden Quertafel am andern Ende des Saales befanden sich der verdeckte Tisch mit den Geschenken und die für Kinkel und seine Familie reservirten Plätze.

Es war neun Uhr geworden, als die Flügelthüren sich öffneten und die Festprocession unter den Weisen des Siegesmarsches See, the conquering hero comes (Sieh, der Held und Sieger kommt) ihren Einzug hielt. Voran schritten Kinkel’s Kinder: Gottfried Kinkel Sohn, Adele und Hermann Kinkel, dann am Arme des Vorsitzenden, Herrn Siemens, Frau Kinkel, zuletzt Kinkel selbst. Ein lauter Beifallssturm begrüßte ihn, als er eintrat, und rauschte fort, bis er, sich nach allen Seiten verbeugend, seinen Platz am andern Ende des Saales erreicht hatte. Ich hatte ihn vor etwa zwei Monaten zuletzt gesehen und mir wollte es scheinen, als seien ihm seitdem Haar und Bart noch völliger gebleicht; aber die hohe Gestalt, die ungezwungen freie Haltung, der große, beinahe noch jugendlich schöne Kopf mit dem männlich offenen Ausdruck und den glänzenden, dunkeln Augen waren unverändert dieselben, wie ich sie so lange gekannt hatte. Eine Erscheinung wie diese müßte in jeder Versammlung auffallen, und indem Kinkel, von allen Augen gefolgt, unter lebhaftem Beifall den Saal durchschritt, schien es eben nur natürlich, daß er und kein Anderer der gefeierte Gast war.

Nachdem das reichbesetzte Festmahl vorüber und der Nachtisch aufgetragen war, erhob sich der Präsident und gebot Ruhe. Der erste Toast sollte ausgebracht werden – ein Toast auf das deutsche Vaterland. Der hierzu ausersehene Redner war Dr. Heß, ein Mitglied des Comités. Ich will an dieser Stelle im Allgemeinen bemerken, daß Seitens des Comités nach Art englischer Meetings eine Reihe officieller Toaste angeordnet war und daß diese Toaste, durch den Präsidenten verkündet, verabredetermaßen in kurzen Zwischenräumen einander folgten. Daß bei dem Toaste auf Deutschland vor Allem die durch den jüngsten Krieg bewirkte Revolution hervorgehoben wurde, bedarf keiner Bemerkung. Den lebhaftesten Applaus erntete eine Stelle zum Lobe der großen Thatsache, daß in Folge jener Ereignisse Deutschlands Schicksal mehr denn je in seine eigene Hand gelegt sei, daß fortan von einer Einmischung fremder Mächte in die deutschen Angelegenheiten keine Rede mehr sein könne.

Der Haupttoast des Abends war natürlich der Toast auf den Ehrengast Gottfried Kinkel selbst. Diesen Haupttoast auszubringen, war die Sache des Präsidenten Herrn Siemens, und er entledigte sich seiner Aufgabe mit so viel Geist und Tact, und was kaum minder wichtig, mit einer so volltönenden, weithin reichenden Stimme, daß seine Rede den einstimmigsten Beifall hervorrief und die festliche Stimmung auf das Glücklichste erhöhte. Im Einzelnen auf Herrn Siemens’ Rede einzugehen, würde hier zu weit führen. Es genügt, zu constatiren, daß sie den Versammelten die Lebensgeschichte Kinkel’s, seine Wirksamkeit in Bonn, seine politische Laufbahn, seine Gefangenschaft, seine Befreiung und endlich die Ereignisse der englischen Periode in großen Zügen vorführte und mit der Enthüllung und Ueberreichung der oben erwähnten Geschenke zu allgemeiner Befriedigung schloß. Kinkel erhob sich dankend, die Gläser wurden neu gefüllt, die Musik fiel mit lautem Tusch ein und ein dreifach donnerndes Hoch und der von Hunderten von Stimmen aufgenommene festliche Schlußgesang des „Hoch soll er leben!“ hallte durch den Saal wieder. Schon [647] vorher hatte der Gesangverein der deutschen Turnhalle zwischen den Toasten vierstimmige deutsche Lieder angestimmt und noch einmal trat jetzt dieser Männerchor zum Gesang zusammen. Aber man hörte ihm diesmal mit mehr Ungeduld zu, als sein vortrefflicher Vortrag verdiente. Endlich verhallten die letzten Töne, der Präsident gebot von Neuem Ruhe und – Gottfried Kinkel wurde als der nächste Redner angekündet. Die ganze Versammlung erhob sich nach diesen Worten, die in der Mitte des Saales Sitzenden drängten nach vorn, die Hintersten sprangen auf die Stühle und Bänke und lautlose Stille folgte dem Beifallsrufen, welches den Ehrengast begrüßte, indem er aufstand.

Er fing mit leisen weichen Tönen an und man fand es einen Augenblick schwer, seine Worte zu verstehen. Bald jedoch entdeckte man nicht ohne Ueberraschung, daß er englische Worte sprach. Um seiner alten englischen Freunde willen, deren er eine Anzahl ganz in seiner Nähe sah, so erklärte er, scheine es ihm nicht mehr als recht und billig, in der Sprache des Landes zu reden, das ihn mit so großer Gastfreundschaft aufgenommen und in dem er so glücklich gewesen. Seine Wirksamkeit als Lehrer hatte ihn vorzugsweise zu der englischen Damenwelt in Beziehung gesetzt und wie er diese so oft durch seine glänzende Beredsamkeit hingerissen, so spendete er den vortrefflichen Eigenschaften der englischen Frauen und Mädchen noch einmal in vollen Tönen ein Lob, welches in den Herzen, an die es gerichtet war, ohne Zweifel ein schönes Echo wachrief. Von seinem engeren Kreise ging er dann auf die Beziehungen zwischen England und Deutschland über. Die Mißstimmung der verflossenen Jahre, so hoffte er, werde jetzt verschwinden; Deutschland, seiner alten, kleinlichen Fesseln entledigt, gehe einer großen Zukunft entgegen und es gebe für England keine naturgemäßere und unüberwindlichere Allianz, als die mit einem einigen, freien Deutschland. Nun aber (und bei diesen Worten nahm Kinkel mit frischem Schwung die vaterländische Sprache auf), wolle er zu seinen deutschen Freunden auch Deutsch reden. Die Versammlung solle eine wohlgesetzte Rede von ihm erwarten. Er habe während der letzten Tage von einer langen ereignißschweren Vergangenheit Abschied genommen, Denksteine auf drei Gräber gesetzt, die er in England zurücklasse, eine vieljährige Correspondenz gesichtet und zum größten Theil verbrannt und das Gefühl des Scheidens ruhe schwer auf seiner Seele. Er wolle als Freund sprechen zu Freunden. Und der Anblick dieser großen, festlichen Versammlung, die ihm mit so viel Wärme und Herzlichkeit die Hand zum Abschied darreiche, stimme ihn auch wieder heiter und erfülle ihn mit Vertrauen auf seine Zukunft. Sie bestätige seinen Glauben, daß er bei aller Ueberzeugungstreue eine versöhnliche Natur sei, eine Natur, die es nicht verschmähe, mit Vielen demselben Ziele zuzuschreiten, so verschieden auch die Wege, die ihm entgegenführten. Unter den starren, schroffen Repräsentanten gewisser Parteien sei ihm deshalb mehr als ein Widersacher erwachsen. Er ehre die Wirksamkeit dieser Männer, er erkenne ihre Nothwendigkeit für die Entwickelung der Freiheit an. Aber andererseits glaube er auch das Zeugniß zu verdienen, daß er die Hand zur Versöhnung nie muthwillig zurückgestoßen habe. Auch in die Zukunft Deutschlands schaue er nicht mit dem Auge der Furcht und des Zweifels, sondern mit dem Blicke der Hoffnung. Ja, dieser Abend erfülle ihn mit der frohen Zuversicht, daß ihm selbst noch eine reiche Zukunft beschieden sei, und mit dem wärmsten Herzensdank an Alle, die ihn soweit theilnehmend auf seinem Lebenswege begleitet, rufe er den Freunden sein Lebewohl zu.

Dies ungefähr war der Gedankengang von Kinkel’s Rede. Der ernste Ton, worin er begann, wurde, je weiter er fortredete, von Blitzen des Humors und der Heiterkeit, von dem heitern Gelächter und dem lauten Beifall seiner Zuhörer unterbrochen und nachdem er geschlossen, drängte man sich von allen Seiten zum Handschütteln und Glückwünschen an das Ende des Saales. Hiermit war auch im Grunde das eigentliche Fest des Abends vorüber. Ein Toast auf die Schweiz, ausgebracht durch ein Mitglied des Comités, und ein in französischer Sprache gesprochener Gegentoast eines Schweizers, der Kinkel im Namen seiner Landsleute willkommen hieß und die Versammlung der lebhaften Sympathien der schweizerischen Republik für die durch Preußen angebahnte Wiedergeburt Deutschlands versicherte, hielten die Reihen der Versammelten noch in ziemlicher Ordnung an den Tischen. Dann erfolgte ein allgemeiner Aufbruch. Ich meinerseits hatte schon vorher einige Worte mit Kinkel und seiner Familie gewechselt und nahm nun zugleich von ihm und dem Festsaale des Whittington-Club Abschied.

Es war ein deutscher Abend in London, wie er nicht so leicht wieder wird gefeiert werden; der Schluß eines Dramas, von dem auch die Freunde im Vaterlande, die Kinkel während seiner Verbannung ein so lebhaftes Interesse bewiesen haben, zu hören sich freuen werden. Was auch der Gang seines künftigen Schicksals sein möge, in London wird er noch lange vermißt werden. Zum Schluß will ich noch erwähnen, daß Adele Kinkel, die sich als Musikerin, und Hermann Kinkel, der sich zum Ingenieur ausbildet, vorläufig in England bleiben, während Gottfried Kinkel jun. den Vater und die jüngern Familienglieder nach Deutschland hinüber begleitet.
Fr. Althaus.