Die Abschaffung eines Folterinstruments

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Textdaten
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Autor: L. M.
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Titel: Die Abschaffung eines Folterinstruments
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 2, S. 35
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1884
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[35] Die Abschaffung eines Folterinstruments. Castairs, der Caplan Wilhelm’s III., nachmaligen Königs von England, hatte bereits unter der Regierung der Stuarts außerordentlich für denselben agitirt und war deshalb gefänglich eingezogen worden. Da es nicht gelang, ihn gutwillig zum Bekenntnisse seiner Verbindung mit dem Oranier zu bringen, wandte man die Daumschrauben an, was jedoch ebenfalls keinen Erfolg hatte. Als Wilhelm auf den Thron gelangt war, schenkte die Stadt Edinburgh, wo man den Caplan zur Zeit peinlich verhört hatte, dem standhaften Geistlichen die Instrumente. Der König erfuhr das und ersuchte Castairs, ihm die Daumschrauben zu zeigen. Er steckte alsdann in dieselben seine Finger mit dem Befehle, die Kurbel anzudrehen. Der Caplan that das anfangs sehr vorsichtig, doch der Monarch gebot: „Fester!“ Castairs gehorchte, und Wilhelm schrie plötzlich laut auf vor Schmerz. Alsbald gab ihn der Geistliche frei. „Wahrlich, Du bist ein Held, Castairs!“ rief der Monarch. „Hätte man mich derartig inquirirt, so würde ich Alles, was man gewollt, ausgesagt haben.“

Von da an durften unter seiner Regierung keine Daumschrauben mehr benutzt werden.

L. M.