Die Baumwollenspinnerei von J. C. G. Weiß im Weißenthale bei Mittweida

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Titel: Die Baumwollenspinnerei von J. C. G. Weiß im Weißenthale bei Mittweida
Untertitel:
aus: Album der Sächsischen Industrie Band 1, in: Album der Sächsischen Industrie. Band 1, Seite 170
Herausgeber: Louis Oeser
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Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Louis Oeser
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Erscheinungsort: Neusalza
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Die Baumwollenspinnerei von J. C. G. Weiß im Weißenthale bei Mittweida.


In dem romantischen Thale der hier viel Krümmungen bildenden Zschopau, eine halbe Stunde von Mittweida und drei Viertelstunden vom dortigen Bahnhof entfernt liegt das freundliche Dorf Ringethal, besonders bekannt durch seine Lutherslinde, die mit noch drei anderen Linden neben der alterthümlichen Kirche auf dem Kirchhofe steht und einen Umfang von elf Ellen hat. Unter dieser Linde predigte einst Luther, als er diese Gegend besuchte; denn Ringethal war der Ort, wo in der ganzen Umgegend die Reformation am frühesten eingeführt wurde. Noch eine zweite Merkwürdigkeit der Umgebungen dieses Ortes verdient erwähnt zu werden: die künstliche Ruine, welche sich auf einem Felsen an dem Ufer der Zschopau erhebt und von der man eine köstliche Aussicht genießt. Hier stand einst die alte Gottesburg, die für ein und dieselbe mit der schon im elften Jahrhundert zerstörten alten sorbischen Königsburg Gozne, dem Hauptort des Gaues Chutizi, gehalten wird und die so oft Zeuge erbitterter Kämpfe zwischen den Sorben und den übermächtig vordringenden Deutschen war.

Jetzt tobt hier kein Kampf zwischen sich feindlichen Völkerschaften mehr, statt Schwerterklirren und Panzerklingen, dem Kampfgeschrei und Rossegewieher tönt das Rauschen gewaltiger vom Wasser getriebener Räder und schnurrt die Spindel ihr eintöniges Lied von früh bis spät in die Nacht und des Kriegshorns Ruf ist durch den Klang des Fabrikglöckchens ersetzt, welches zur Arbeit ruft oder dem müden Arbeiter die Ruhestunden ankündigt. Kaum fünf Minuten von Ringethal entfernt befindet sich das Weißenthal, so genannt von seinem jetzigen Besitzer, eine Stelle, die noch vor sechs Jahren mit dichtem Wald bestanden war, auf welcher sich aber jetzt die großartigen Gebäude der Baumwollenspinnerei von J. C. G. Weiß erheben.

Der jetzige Besitzer ist auch Begründer und Erbauer dieses Etablissements. Der Bau begann 1853 und es kosteten vorzüglich der Graben und die übrigen Erdarbeiten verhältnißmäßig bedeutende Summen, doch wurde dafür auch eine Wasserkraft gewonnen, die das Doppelte als wie sonst zu leisten vermag. 1854 war der Bau in seinen Hauptsachen vollendet, die Spinnerei selbst kam 1855 in Betrieb und hat gegenwärtig 7308 Spindeln im Gange.

Herr J. C. G. Weiß beabsichtigt neben seiner Fabrik noch eine amerikanische Mühle oder eine mechanische Weberei von 160 Ellen Länge und 60 Ellen Tiefe aufzuführen.

In der Nähe dieses Etablissements befindet sich auch noch eine zweite, ganz zu Anlage einer Fabrik geeignete Stelle.