Die Blutflecken in der Jacobikirche zu Stettin

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Jodocus Donatus Hubertus Temme
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Blutflecken in der Jacobikirche zu Stettin
Untertitel:
aus: Die Volkssagen von Pommern und Rügen. S. 129
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: Nicolaische Buchhandlung
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[129]
93. Die Blutflecken in der Jacobikirche zu Stettin.

In der Jacobikirche zu Stettin zeigt man einige kleine Blutflecken, die man durch kein Waschen oder Schaben vertilgen kann. Die sollen auf folgende Weise entstanden seyn. In der Kirche spielten einst während des Gottesdienstes vier gottlose Buben in der Karte. Plötzlich trat der Teufel zu ihnen, und fing an, mit ihnen zu spielen. Anfangs kannten die Knaben ihn nicht. Bald merkte aber Einer von ihnen, daß es der Teufel sey, der sich mit ihnen ins Spiel gegeben habe, denn er sah dessen Pferdefuß; er machte sich also geschwinde davon. Nach einer Weile merkte es auch ein Zweiter, der sich ebenfalls davon schlich. Auch dem Dritten gingen endlich die Augen auf, und er that, wie die beiden Andern. Der Vierte aber war so nur auf sein Spiel versessen, daß er gar nicht gewahrte, mit wem er spiele. Daher bekam der Teufel so viel Gewalt über ihn, daß er mit ihm aus der Kirche davon fahren durfte. Das that er denn auch, indem er ihn plötzlich ergriff, und ihm den Hals umdrehete, und dann mit großem Getöse ihn von dannen führte. Der Teufel hatte dabei mit seinen scharfen Krallen so fest in das Fleisch des Knaben gepackt, daß das Blut danach floß; davon rühren noch jene Blutflecken her.

Mündlich.