Die Eisfelder Revolution gegen Hannibal Fischer

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Textdaten
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Autor: F. H.
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Titel: Die Eisfelder Revolution gegen Hannibal Fischer
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 19, S. 304
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1865
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[304] Die Eisfelder Revolution gegen Hannibal Fischer. Das jetzt, in Folge von Otto Ludwigs Tod und der Nachforschungen nach seinem Leben vielgenannte Eisfeld hat eine Vergangenheit, welche den Charakter seiner Bewohner in der Gegenwart erklärt. In 500 Jahren ist die Stadt zehn Mal zum größten Theil abgebrannt, daher die Eisfelder so oft mit der Gründung ihrer Heerde von vorne wieder anfangen mußten, daß sie ein hartes, derbes, rühriges und sparsames Volk geworden sind, das gern am Alten hängt, weil es um dasselbe schwer genug gerungen hat. Dieses zähe Festhalten an alten Gewohnheiten und Rechten verirrte sich manchmal auch auf Kleinlickkeiten und führte unter anderem den oben bezeichneten Vorfall herbei. Wir erzählen ihn mit den Worten eines der jetzt hervorragendsten Eisfelder Bürger, dem wir noch außerdem für die Besorgung der meisten von uns benutzten Mittheilungen über Otto Ludwig zu Dank verpflichtet sind. Franklin Haertel schreibt: „Nachdem man schon längere Zeit im städtischen Haushalt Unordnungen vermuthet hatte, drang die Eisfelder Bürgerschaft im Jahre 1818 bei der Regierung in Hildburghausen (das damals noch als ein besonderes Herzogthum bestand) auf Einsetzung einer Untersuchungsconimission. Diesem Wunsche war willfahrt worden, und mit der Publicirung des Endresultats beauftragt erschien in Eisfeld der damals in Hildburghausen als Landschaftssyndicus fungirende Hannibal Fischer. Derselbe ließ die Bürger auf das Ratthaus berufen und wollte ihnen das hohe Rescript im Hausplatze verlesen, weil die Rathsstube nicht alle Anwesenden faßte. Dies verletzte jedoch das Gefühl der Ehrfurcht der wackern Eisfelder vor dem hohen Rescript, sie sahen darin eine Beleidigung der landesherrlichen Würde und einen Eingriff in ihre Rechte und drangen darauf, daß Fischer zu seinem Vortrage in der Rathsstube Platz nehme. Dagegen brauste jedoch des Herrn Landschaftssyndicus Beamtenstolz auf, er widerstand immer heftiger, immer heftiger wurde aber auch der Tumult, ja endlich bezeigten einige Bürger nicht übel Lust, den widerspenstigen Herrn durch die Fenster des oberen Stockwerks auf die Straße zu setzen. In diesem kritischen Augenblick, ohne Waffen in solch einem Sturm, ergriff Hannibal eine große Papierscheere, brach sich muthig Bahn durch die Bürger, sprang in seinen Wagen und fuhr spornstreichs nach Hildburghausen, um beim Herzog Friedrich eine Militär-Execution gegen das rebellische Eisfeld zu erbitten. Diese rückte auch wirklich an. Die angeblichen Rädelsführer der Revolution wurden auf Wagen gebunden und nach Hildburghausen transportirt, einige Tage daraus jedoch wieder entlassen, weil sich sehr bald der wahre Sachverhalt herausstellte und ohnedies Hannibal Fischer mit seinem theuren Leben glücklich davon gekommen war.“ – Nur für den Vater Otto Ludwig’s endete dies nicht so harmlos, denn in ihm, der ein Hauptbetheiligter auf der Seite seiner Bürger war, steigerte sich nur jene Verbitterung, die das Leben der Familie trübte bis zu seinem Tode.
F. H.