Die Fabel von der Nase

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Textdaten
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Autor: Ludwig Aurbacher
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Titel: Die Fabel von der Nase
Untertitel:
aus: Fliegende Blätter, Band 1, Nr. 19, S. 151.
Herausgeber: Kaspar Braun, Friedrich Schneider
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1845
Verlag: Braun & Schneider
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Erscheinungsort: München
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Quelle: MDZ München, Commons
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[151]

Die Fabel von der Nase.


Die Tafel war gedeckt zum Fest;
Es traten ein die hohen Gäst’;
Darunter auch ein Ritter war
Mit grauem Bart und rothem Haar

5
     Und einer ungeheuren Nase.


Der Narr, der mit zu Tische stand,
Die Nase gar possierlich fand;
Er lugt sie an, er lacht sie an.
Und spricht, daß’s Jeder hören kann:

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     Hu! welche große, grause Nase!



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Der Herr, ob dieser frechen Red’
Den Narren streng bestrafen thät;
Der merkt es sich, und geht in sich,
Und spricht gar leis und höfelich:

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     Ei! welche kleine, feine Nase!



Der Herr, ergrimmt ob diesem Wort,
Schafft alsobald den Narren fort;
Der sinnet nach und grübelt nach.
Und spricht, um abzuthun die Schmach:

20
     Gelt: du hast wohl gar keine Nase!



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Und hat euch nun die Mähr ergötzt,
So merkt euch diesen Spruch zuletzt:
Wer über fremde Mängel spricht,
So gut er’s macht, er trifft es nicht -

25
     Das lehrt die Fabel von der Nase.


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