Die Gärtnermaid

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Autor: G. Emil Barthel
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Titel: Die Gärtnermaid
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 30, S. 504
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[504]
Die Gärtnermaid.

Nun blühn die Rosen wieder,
So wie vergangnes Jahr;
Der Sprosser schlägt im Flieder;
Vom Dache singt der Staar;
Im Glashaus und im Garten
Muß ich der Blumen warten,
So wie vergangnes Jahr.

Manch Kränzlein muß ich winden,
So wie vergangnes Jahr;
Manch Sträußlein muß ich binden
Für manches Liebespaar –
Das kann ich nur mit Schmerzen,
Das kann ich nicht von Herzen,
So wie vergangnes Jahr.

Ich lehne an der Linde,
So wie vergangnes Jahr,
Ich winde, ach, und binde
Für Tanzsaal und Altar;
Für mich sind keine Kränze
Mir blühen keine Lenze,
So wie vergangnes Jahr.

Ach, wenn er kommen müßte,
So wie vergangnes Jahr,
Wo er so innig küßte
Mir Augen, Mund und Haar!
Ja, wenn er nicht geschieden,
Wär’ alles noch hienieden,
So wie vergangnes Jahr.

Daß ich ihn einst besessen,
So wie vergangnes Jahr,
Das kann ich nicht vergessen,
Und daß er treulos war:
Drum muß ich bitter weinen.
Und nichts will mir erscheinen,
So wie vergangnes Jahr.

Die Myrthen will ich gießen,
So wie vergangnes Jahr,
Damit sie blühn und sprießen
Für meine Todtenbahr’.
Im Frühling möcht’ ich gehen –
Ich kann ihn nicht verstehen,
So wie vergangnes Jahr.

G. Emil Barthel.